Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

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Der Mattebach

Der Mattebach - gestern und heute

Erinnerungen von Peter Probst - Alt-Münsterturmwart

 

Durch die Matte fliesst der Mattebach, und obwohl der ein kleiner Nebenfluss der Aare ist, leben darin weder Hechte noch Forellen, weder Nasen noch Barben. Im Mattebach gibt es nur Groppen. Über die steht "Brehm": wegen der geringen Grösse ein wertloser Fisch, wird aber als Angelköder benutzt.

Immerhin hat es dieser wertlose Fisch zu einem Denkmal in der Mattenenge gebracht; die Brunnenfigur unter dem mächtigen Bogen der Nydeckbrücke stellt einen solchen Mattebach-Bewohner dar. Als Schulkinder des "Hodler-Schulhauses", das am Mattebach liegt, retteten wir, wenn der Bach zu wenig Wasser führte, die Gröpplen, wie wir sie nannten, vor dem Verenden, schenkten sie aber dann den Fischern, die sie an die Angel steckten.

Noch heute habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich am "Gröppu-Brunnen" vorbeigehe und mich der Bronze-Gröppu so freundlich anlacht.

Aus der Matte-Zytig April 1996

21.8.2004: Mattenbachputze

Der Vorstand des Matteleists im Einsatz

  • Mattebach putzen
  • Mattebach putzen - Esther Friedli

Historisches zum Mattebach

Der Mattebach wird 1360, als die Matte von den Bubenberg an die Stadt überging, erstmals erwähnt. Mehrere künstliche Kanäle versorgten das Gewerbe mit der benötigten Wasserkraft. Hauptkanal war der Schleifenbach, der die Stadtmühle antrieb, aber auch Sägen, Schleifen, Bläuen und anderen Werkstätten diente. Der Mattebach mit seinen daneben oder rittlings darüber angeordneten Schöpf- und Waschhäuschen stellte in erster Linie die Brauchwasserversorgung sicher.

Mattebach im Hochwasser Juni 2004

Noch 1827 war er in seiner gesamten Länge offen. Die Eindeckung erfolgte im östlichen Abschnitt aus verkehrstechnischen Gründen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Noch bis ins frühe 20. Jahrhundert war der Bachverlauf in der Gerberngasse an einer Steinplattenabdeckung zu erkennen. Massnahmen drängten sich auf, als bei den Werkleitungssanierungen im überdeckten Bereich der Gerberngasse der schlechte Zustand des Bachlaufs festgestellt wurde.

Im Gegensatz zum offenen Abschnitt hatten hier sekundäre Leitungen, die Überdeckung und in der Folge die zunehmende Belastung durch den Verkehr den teilweise noch aus Tuffsteinquadern bestehenden Wandungen des Kanals erheblich zugesetzt. Ein erster Sanierungsvorschlag bestand in einem Neubau als Betonkanal auf der gesamten Länge, was weder die Bedeutung und historische Substanz des technischen Bauwerks noch den offensichtlich guten Zustand des mittleren, unüberdeckten Abschnitts berücksichtigt hätte. Zur Ausführung gelangten die Öffnung des Bachs im Bereich der Schulhäuser, die Abdichtung des offenen Bachlaufs und die vollständige Erneuerung des überdeckten Abschnitts der Gerberngasse mit einem vorfabrizierten Betonprofil.

Grossen Anklang fand der Entscheid, den Mattebach im Schulhausbereich zu öffnen und die Schleuse wieder in Betrieb zu nehmen. Pausenhof und Spielplatz bedingten in diesem Abschnitt aus Sicherheitsgründen ein Anheben der Bachsohle. Der Anfang des Mattebachs ist heute wieder sichtbar und bietet als Spielbach eine besondere Attraktion. Auf der Sohle wurden grosse Flusskiesel verteilt, um den Fischen bessere Verhältnisse zu bieten; die Steine haben indessen den einfachen, technischen Kanalquerschnitt verfremdet. Der offene Teil des Bachs war mit Geländern, einem gepflästerten Übergang zum Mühleplatz und Schildern aller Art beeinträchtigt. Das unnötige Beiwerk wurde entfernt; für die Unfallprävention waren neue Prellsteine zur Abgrenzung der Fahrbahn und Geländer im Bereich des wieder geöffneten Abschnitts bei den Schulhäusern unumgänglich. Die völlige Erneuerung des historischen Kanalquerschnitts in der Gerberngasse war nicht zu vermeiden. Allerdings wurde die Chance verpasst, den Bachverlauf in diesem Abschnitt an der Oberfläche wieder sichtbar zu machen.

Insgesamt hat die Sanierung den für die Matte charakteristischen Kanal spürbar aufgewertet.

Jürg Keller, DENKMALPFLEGE IN DER STADT BERN, 1997–2000,
herausgegeben von Bernhard Furrer

Aus: Denkmalpflege in der Stadt Bern, Kapitel 7, Öffentliche Bauten
www.denkmalpflege-bern.ch