Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

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Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte-Zytig Nr 1 1987

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 1 / 1987


Editorial

Liebe Mätteler,

die Matte-Zytig kommt heute in neuem Format und mit einigen neuen Ideen zu Ihnen und will an Bestandenes anknüpfen und vor allem die ursprüngliche Zielsetzung im Auge behalten: sie will die Anliegen der Matte und der Matte-Bewohner vertreten und sich an möglichst viele Mätteler wenden - sie möchte ankommen, und vor allem: gelesen werden. Dazu gehört: die Auseinandersetzung mit Aktuellem - heute wohl vorrangig die Verkehrs - Situation in der Matte - über das die Matte-Zytig klärend informieren will, für das sie aber auch Diskussionsforum sein möchte. Dazu gehört ferner: die kritische Aufnahme und Mitarbeit und das Vorbringen von Anregungen aus möglichst breitem Kreis - es würde eine Aufwertung bedeuten. Neu möchte die Matte-Zytig in jeder Ausgabe ein vertrautes Matte-Gesicht zu porträtieren versuchen - um es anderen zugänglicher zu machen, und um übers Aktuelle hinaus oder hinter die Gegenwart zurück ein Stück Matte-Geschichte - persönlich erlebte Geschichte - zu berühren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen - und hoffen auf möglichst viel Kritik und Anregungen.

Mach mit im Matte-Leist

Aktuell

Liebe Mätteler,

Sie haben sicher der Presse entnommen, dass gegen die Verkehrssperre, für die wir uns jahrelang eingesetzt haben, aus den Reihen unseres Quartiers Opposition erwächst.

Wir bedauern, dass die Argumente der Gegner nicht früher an offiziellen Leistveranstaltungen vorgebracht wurden, damit man darüber hätte diskutieren können.

Selbstverständlich sind auch wir der Meinung, dass für die Wohnlichkeit einer Stadt auch das pulsierende Leben eines florierenden Gewerbes gehört. Wir sind sehr daran interessiert, dass das quartieransässige Gewerbe durch die Sperre des Durchgangsverkehrs nicht benachteiligt wird.

Es haben bereits erste Kontakte mit der Stadtpolizei stattgefunden, welche darauf abzielen, Signalisation und Information so zu verbessern, dass klar ersichtlich ist, wer berechtigt ist, in die Matte hineinzufahren, ohne dass die Berechtigten dies mit schlechtem Gewissen tun müssen.

Wir erhoffen uns ausserdem, dass die Auswertung der Bevölkerungsumfrage in der Matte zu den Verkehrsfragen ein repräsentatives Bild über die Meinung der Wohnbevölkerung und der Gewerbebetriebe zu verschiedenen Aspekten ergeben werde. Wir möchten Sie gerne über die Resultate dieser Umfrage an der ausserordentlichen Vereinsversammlung vom 22. Juni 1987 informieren.

Diese Resultate sollen dazu dienen, nach Lösungen zu suchen, die einerseits dem Willen einer Mehrheit entgegenkommen, die aber andererseits auch den berechtigten Einwänden einer Minderheit Rechnung tragen. Wir möchten auf alle Fälle vermeiden, dass in letzter Minute die bisherige vermeintliche Einigkeit der Matte ins Gegenteil umschlägt. Wir hoffen, dass durch guten Willen und Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten eine allseits akzeptable Lösung gefunden werden kann.

Als kleinen Beitrag zur Milderung allfälliger Nachteile für alle Gewerbebetriebe und Ladengeschäfte in der Matte erlassen wir einen Aufruf an die gesamte Mattebevölkerung: beweisen Sie Ihre Sympathie zu unserem Quartier ohne Durchgangsverkehr mit einer vermehrten Berücksichtigung der Betriebe im Quartier bei Ihren Einkäufen; bei Ihrem Besuch eines Restaurants, bei Ihrem Gang zur Post.

Haben Sie schon erlebt, wie bei uns noch eine persönliche Bedienung tagtäglIch erlebt werden kann: dass einem die Wirtin oder der Wirt noch die Hand drückt und Sie beim Namen nennt, dass man am Postschalter kaum je Schlange stehen muss und erst noch einen kleinen Schwatz ablassen kann und dass unsere Lädeli noch eine Atmosphäre haben, die man im Shopping-Center vergeblich sucht? Und all dies im Herzen einer Stadt?!

Wir hoffen, dass es gelingen möge, die Wohnlichkeit der Matte so zu fördern, dass alle davon profitieren.

MATTE-SPERRI-FEST

jung und alt am Sperrifescht

Am ersten Schultag nach den Frühlingsferien Dienstag den 21. April wurde die Matte bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Aus diesem Anlass trafen sich zahlreiche Mätteler spontan zu einem Fest auf dem Schulhausplatz. Zu den Zigeunerweisen von Baschi's Scharotl vergnügten sich die Kinder auf dem Spielplatz und die Erwachsenen grillierten die mitgebrachten Würste.

jung und alt am Sperrifescht

Es wurde angestossen auf ruhigere Zeiten, viel aus der Vergangenheit erzählt und das gute, zufriedene Gefühl kam auf, sich endlich wieder einmal die Zeit genommen zu haben, abzusitzen, gemütlich zu plaudern, gemeinsam zu feiern.

jung und alt am Sperrifescht

FOTOS: Christine Löhrer

jung und alt am Sperrifescht


Matten Gesichter

Frau Marie Schwab

Frau Marie Schwab

Dass wir, beim Nachdenken über Menschen, Gesichter, die das Matte-Quartier prägen und geprägt haben, bald und fest zwangsläufig auf ihren Namen gestossen sind: hängts damit zusammen, dass ihr fast alle Mätteler schon irgend einmal begegnet sind, dass viele sie kennen und schätzen, die freundliche Lädelifrau, die unser Quartier seit über dreissig Jahren zu ihrer Wahlheimat gemacht hat – dass sie einfach dazugehört, kaum mehr aus der Matte wegzudenken ist? Würde sie selbst diesen Satz so stehen lassen? Macht keine grossen Geschichten über mich, hat sie gesagt, als wir sie besuchten, und gleichzeitig: aber es gäbe viele Geschichten zu erzählen hier - man hätte sie aufschreiben müssen. Aber wozu aufschreiben? Frau Schwab hat sie erlebt, diese Geschichten, in zahlreichen Gesprächen über die Jahre hin, in Begegnungen mit Kunden und Freunden, die Leben, Erlebtes beim Einkauf zu ihr hereingetragen haben - oft haben sie über die gewünschten paar Büchsen oder Flaschen hinaus einen guten Rat und immer ein verstehendes, freundliches Lächeln mit sich genommen. Was sich verändert habe in den über drei Jahrzehnten, in denen sie, Tag für Tag den Weg von Bethlehem an die Gerberngasse auf sich genommen hat? Der Kreis von Freunden, vertrauten Menschen zuallererst - viele Freunde der ersten Stunde sind nicht mehr, haben Lücken, tiefe Spuren hinterlassen: Bin Ort für Begegnungen und unabwendbar für Abschiede auch; so wird man wohl zustimmen müssen. Auch der Rolle des Lückenbüssers, in die der kleine Kolonialladen in den Jahren abgedrängt wurde, hat man wohl oder übel zustimmen müssen; wer könnte schon das Rad der Zeit zurückdrehen. Und der Verkehr? Da glaubt Frau Schwab, dies wissen muss, weil sie von der Verkehrssperre unmittelbar betroffen ist, seit sie auch Kunden verloren hat, dass sich Vor- und Nachteile der Sperre ungefähr die Waage halten. Und sie, die das Dröhnen der abbremsenden Lastwegen an dieser Stelle so oft hat hören müssen, dass sies kaum mehr wahrgenommen hat, hält sich dennoch an des Prinzip Hoffnung: das Zwitschern der Schwalben die sich unter der Wölbung der Brücke eingenistet haben, höre man jetzt länger und häufiger; und einige Kunden hätten ihr versprochen, wiederzukommen - mit dem Fahrrad. Wies weitergeht mit dem Verkehr, das möchte sie gerne noch miterleben. hier in der Matte, und auf die Frage nach ihrem grössten Wunsch lächelt sie: noch ein. zwei Jahre dazusein. wenns der anstrengende Zehn-Stunden-Tag weiterhin zulässt - wir wünschen es ihr und all ihren Kunden und Freunden. denen Sie viel bedeutet und denen sie sich verbunden fühlt. ganz herzlich.


Kaspar Woker

Kaspar P. WOKER, 1945 Kaufmann

Seit 1978 in der Matte wohnhaft, an der Wasserwerkgasse, zusammen mit meiner Familie; Teresa, als Hausfrau und Krankenschwester und den beiden Kindern Gaudenz, acht Jahre alt, welcher im Matte-Schulhaus die zweite Klasse besucht und Anna, sechs Jahre und im Kindergarten Fricktreppe.

Beruflich bin ich im Tourismus tätig und habe nun 14 Jahre den Bahnreiseveranstalter Railtour Suisse geleitet. Zur Zeit bin ich am Aufbau einer eigenen Unternehmung, welche im Jugendreisemarkt und für aktive und kreative Ferien tätig ist.

 
Jean Dubois

Jean DUBOIS, 1944 Musiklehrer (Konservatorium)

Verheiratet, zwei Kinder. Ich möchte mich einsetzen, privat, beruflich sowie im Matte-Leist: für die Erhaltung unserer Lebensqualität und die bestmögliche Zukunft für unsere Kinder.

 
Therese Siffert

Therese SIFFERT, 1958 Antikschreinerin

verheiratet, ein Kind. Seit zwei Jahren im Matte-Leist Vorstand. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass ein Neben- und Miteinander von Jung und Alt, von Wohnbevölkerung und Gewerbetreibenden möglich ist. In der Matte, mit ihrem Dörflicharakter, sehe ich eine gute Chance, die in der Stadt oft verlorene Lebensqualität wieder zu finden.

 
Philippe Cornu

Philippe F. CORNU, 1959 Kaufmann

verheiratet, drei Kinder. Inhaber eines Schallplattengeschäftes in Thun. "Und wenn der Älteste morgens aus dem Garten hinaufschaut zum Kinderzimmerfenster, ein letztes Mal winkt und Richtung Kindergarten entschwindet, während ihm die beiden jüngeren Geschwister noch lange nachrufen, dann denke ich bei mir; ich will meinen Kindern einmal in die Augen schauen können und sagen: Ja, ich habe versucht Euer Leben, Eure Zukunft lebenswert zu erhalten!"

Quartierleben gemeinsam. Menschlich und ehrlich.

 
Yvonne Hausammann

Yvonne Hausammann, 1943 Architektin

Meine erste Aktion als Vorstandsmitglied war im September 1979 die Organisation und Durchführung eines Kinderfestes, zusammen mit den Matte-Frauen. Von 1981 - 1985, als Präsidentin des Matte-Leistes, war es mir möglich, mich für mein grosses Anliegen, dem von der Stadt Bern vernachlässigten "schwarzen Quartier" wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, intensiv einzusetzen.

Familienzuwachs zwang uns eine grössere Bleibe zu suchen. letztes Jahr, ohne in der Matte die gewünschte Wohnung gefunden zu haben und ohne Hoffnung auf baldige Verbesserung der Verkehrssituation, zogen wir aufs Land. Unser Büro mit seinen Mitarbeitern bleibt aber an der Gerberngasse und ich bleibe durch meinen Arbeitsplatz mit der Matte verbunden.


Matte-Zytig

Herausgeber und Redaktion: MATTE LEIST BERN
Postfach 79, 3000 Bern 13

AUFLAGE: 1'100 Exemplare
FORMAT: A 4 hoch
ERSCHEINUNG: 3 x jährlich
VERTEILUNG: An alle Haushalte zwischen Badgasse / Langmauerweg
Adressierte Zustellung an Leistmitglieder!

INSERTIONSPREISE:
1/1 Seite Fr. 160.-*
1/2 Seite Fr. 80.-*
1/4 Seite Fr. 40.-
1/8 Seite Fr. 20.-"
* 10% Rabatt für Matte-Leist-Mitglieder

INSERATENVORLAGEN - TEXBEITRAEGE - ZEICHNUNGEN - LESERBRIEFE
an:
- MATTE-LEIST BERN, Postfach 79, 3000 Bern 13
- Linda Weibel, Mühlenplatz 6, 3011 Bern
- Philippe Cornu, Schifflaube 12, 3011 Bern
- Yvonne Hausamman, Gerberngasse 23, 3011 Bern

Veranstaltungen

FLOHMARKT auf dem Mühlenplatz
20.6./15.8./19.9./17.10. 87
ab 07.00 - 16.00 Uhr.

STADTMUSIK BERN
Konzert auf dem Mühlenplatz
Mittwoch, 24. Juni um 20.00 Uhr "Nehmt Wein und Würste mit, die Grills stehen wieder bereit!".

50 JAHRE BERN IN BLUMEN
Samstag, den 22. August findet in der Altstadt, zwischen Zeitglocken und Nydegg, nach einem Gasse-Zmorge und einem Märit wie vor 50 Jahren ein Blumen-Umzug statt. BLUMZUG genannt.

EINLADUNG

Liebe Leist-Mitglieder
Der Vorstand lädt Sie herzlich zur ausserordentlichen Vereinsversammlung ein.

Montag, den 22. Juni 87, Rest. Mühlerad 20.00 Uhr<

TRAKTANDEN:
- Wahl des neuen Präsidenten
- Tätigkeitsprogramm 87/88
- Verkehrsfragen
- Vortrag von Hans Marbot