Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

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Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte-Zytig August 1992

Quartierzeitung aus der Berner Matte

August 1992


Inhaltsverzeichnis

 


Matte-Fest 1992

Das Matte-Fest 1992 vom Samstag, 5. September 1992, rückt näher, und wir freuen uns, Ihnen nähere Details zu diesem Anlass mitteilen zu können.

Wie bereits früher erwähnt, wird das diesjährige Matte-Fest im Auftrag des Matte-Leists durch Music-Service - auch schon langjährige Mätteler - organisiert. Was wird geboten? In der Gerberngasse und der Schifflaube wird von morgens 9.00 Uhr bis am Nachmittag ein bunter Märit stattfinden. Auf dem Mühleplatz beginnt das Matte-Fest ebenfalls um 9.00 Uhr mit einer Jazzmatine; eine bekannte Dixieland-Band wird zum reichhaltigen Zmorge aufspielen. Auch zum Mittagessen wird mit vielfältigen Gerichten und Getränken für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Ab 17.00 Uhr folgen Konzerte, einen ganzen Sommerabend lang...

Ab 16.00 Uhr wird der Mühleplatz geräumt und gereinigt, um für die Konzertbühne bereit zu sein. Da dieses Matte-Fest selbsttragend sein muss, kostet der Eintritt auf den Mühleplatz ab 17.00 Uhr Fr. 20.-.

Vorverkauf: BZ-Schalter, Zeughausgasse 14 und Musik Bestgen, Spitalgasse 4.

Selbstverständlich bleibt aber die Festwirtschaft in der Gerberngasse für jeden Besucher zugänglich, die Restaurants sind geöffnet - für jeden wird sich etwas finden! Der Matte - Leist z. B. hat unter den lauschigen Bäumen neben dem alten Waschhaus eine Weinstube geplant...

Die Konzerte dauern bis um 24.00 Uhr, die Festwirtschaft bis 02.00 Uhr.

Patent Ochsner

 

Musik auf dem Mühlenplatz

Röfe Hoffmanns Party-Dolls
Die Jimy-Hofer-Band, immer wieder gern gehört und gesehen!
Die Hitparadenstürmer Span und die bestens bekannten Bärner Giele Patent Ochsner .

Mühleplatz:
Ab Freitag, 4. September 1992, 12.00 Uhr: autofrei

ab Gerberngasse Nr .12 bis Schifflaube Nr .12:
ab Samstag, 5. September 1992, 6.00 Uhr: autofrei und Durchfahrt Matte gesperrt!

So, das wäre die letzte Information im Vorfeld des diesjährigen Matte-Festes! Wir freuen uns auf das Fest und wünschen Ihnen allen viel Spass und gute Unterhaltung. Und wir bitten Sie, Geduld und Verständnis zu haben, wenn für einmal in der Matte etwas mehr Rummel und Lärm herrscht als sonst - und schliesslich gilt die Matte ja als eines der festfreudigsten, unternehmungslustigsten und lebhaftesten Quartiere von Bern!

Schönes Matte-Fest 1992!

Zwei Bands

Matte-Fest juheeee!

Da darf der Leist nicht fehlen! in unserer Weinstube bei Brot und Käse freuen wir uns auf einen Schwatz mit Ihnen! Auf bald!

Der Matte-Leist

Rück- und Ausblick des Präsidenten

Vorerst erlaube ich mir, uns auf die Schultern zu klopfen: unsere "Matte-Zytig" Nr. 1 ist vorzüglich gelungen und auf viel Begeisterung gestossen. Nochmals dem Redaktions- Team vielen Dank. Herzlichen Dank auch unseren Inserenten welche die "Matte-Zytig" ermöglichen. Die "Schreib- hexe" hat einige verhext, uns zu schreiben... Es dürfen noch mehr sein !

Übrigens: Wir möchten uns entschuldigen, wenn einige "Auswärtige" diese Nummer nicht erhalten haben. Wir werden in Zukunft die Zeitung auch im Gebiet Nydeggstalden, Läuferplatz und Längmur vertragen.

Obwohl wir das Sommernachtsfest vom 13. Juni auf den 27. Juni verschieben mussten, war die Beteiligung erstaunlich gross. Ungefähr 80 Gäste amüsierten sich bei gemütlichem Grill, den feinen Matte-Froue-Salaten, sowie dem schmackhaften Fischerstübli-Risotto und an Darbietungen der "Flädermüüs" bestens. Es war "z'fride wie-nes Schytt" !

Am längsten Tag, Sonntag, 21. Juni, mit den längsten Treppen, konnten sich bloss ein halbes Dutzend aufraffen, die Strapazen auf sich zu nehmen - dabei war es gar nicht so schlimm! Sondern sehr schön und interessant. Der krönende Abschluss auf dem Münsterturm, mit prächtiger Rundsicht und Apero... Merci, Peter Probst.

Mit grosser Zufriedenheit blicke ich auf die erfolgte Abstimmung zu unseren Verkehrsmassnahmen zurück und danke für das Interesse. Wir berichten hier an anderer Stelle über das repräsentative Resultat.

Wir danken auch für den freiwilligen Einsatz der Feuerwehr KP2 zur 1. August-Beflaggung; die drei neuen Zunftfahnen runden unsere Matte-Dekoration sinnvoll ab!

Samstag, 29. August, sind unsere junggebliebenen Alten auf ihrem Ausflug ins Emmental, mit Car, Ross-Wagen und einem Zvieri (Auskunft über Organisator Kaspar Woker, Telefon 22 68 59). Wir wünschen den Reisenden tolles Wetter und viel Vergnügen.

Und nun freuen wir uns alle natürlich auf das grosse Matte - Fest vom Samstag, 5. September. Wir danken im voraus den Bewohnern, welche Verständnis für die Unannehmlichkeiten zeigen. Mitmachen, teilnehmen, sich vergnügen... Unser Tip!

Rene Stirnemann

Umfrage Verkehrsmassnahmen

Die vorgeschlagenen Verkehrsmassnahmen in der Matte wurden an einer schriftlichen Umfrage bei Bewohnern und Gewerbe mit 78% JA-Stimmen angenommen.
Wie Sie vielleicht schon wissen, wurden all diese Vorhaben an einer ausserordentlichen Versammlung am 28. November 1991 bereits von einer grossen Mehrheit angenommen. Im nachhinein beanstandeten einige bedeutende Gewerbebetriebe in der Matte, sie seien an dieser Versammlung untervertreten gewesen - allerdings aus eigenem Verschulden. Aus diesem Grunde entschloss sich der Leist, eine repräsentative Umfrage zu starten, welche nun am 12. Juli abgeschlossen und ausgewertet wurde.

Bei einer Beteiligung von 33% verteilen sich die Stimmen wie folgt:

¨
 Jamit Auto inkl. Mitarb.Neinmit Auto inkl. Mitarb.
Hauahalte 154 104 28 28
Gewerbe 35 85 25 125
Total 189 189 53 153

 

Folgerungen:

Mit eindeutigem Mehr haben die (Privat-)Haushalte mit eigenem Auto zugestimmt. Gegenüber den Haushalten beträgt die Stimmbeteiligung des Gewerbes fast 90%, wobei als Erstaunlichstes (oder Erfreulichstes) dabei auffällt, dass auch hier die Mehrheit zustimmt. Wir hoffen, dass die «Unterlegenen» diesen Entscheid annehmen können. Die Umfrage zeigt auch, dass ca. 200 Arbeitnehmer ihr Auto in der Matte parkieren ! Wir haben nun sofort die Stadtpolizei, Verkehrsabteilung und Verkehrsinspektorat über unsere Umfrage informiert, und sie beauftragt, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Diese sind: Tempo 30 (Läuferplatz bis ausgangs Schifflaube) .Verkehrshemmende Massnahmen (Querstellen von Parkplätzen etc.). Blaue Zone und Anwohner-Vignette. Wir danken nochmals allen Beteiligten für ihr reges Interesse und grosses Verständnis für die Anliegen unserer Zeit.

Rene Stirnemann, Präsident

Therese Siffert

Ich trete ein in ein grosses Haus und steige langsam die Treppen hoch. Geräusche empfangen mich im dämmrigen Licht, von irgendwoher ertönen vereinzelte Klänge einer Gitarre, hier schlägt eine Türe zu und von oben Kindergelächter und Geplapper. Durch die helle, sonnige Wohnung werde ich von Therese zur hinteren Gartenlaube geführt Diese Ecke strahlt Wärme aus, und langsam steigen wir ein in unser Gespräch, das ich mit den üblichen Fragen beginne:

  • Geburtstag: 14. Januar 1958, Steinbock mit Aszendent Waage
  • Lieblingsfarbe: Türkis Steine: Lapislazuli, Bergkristall, schwarzer Onix
  • Beruf: auf dem Papier Heimerzieherin
    Heute: Restauratorin, Glasgestalterin, «Biobäuerin» und natürlich Mutter
  • Lieblingsessen: alles was mit Liebe zubereitet ist
  • Lieblingsbücher: die Zeit fehlt im Moment noch etwas, eher Fachbücher und zum Entspannen einen «Chandler» oder andere Krimis
  • Musik: zum Zmorge mit der Familie klassische Musik, sonst mag ich Jazz, besonders auch Sting
  • Lieblingsbeschäftigung: Nachdenken oder mit den Händen zupacken
Therese Siffert

Mit einer Liste vorbereiteter Fragen erschien ich bei Therese und verliess sie mit dem Gefühl, gerade zwei wichtige Stunden für mich persönlich verbracht zu haben.
Wer ist diese Frau Therese Siffert? Ein Paradiesvogel? Eine Frau « Dampf in allen Gassen » ? Eine schillernde Persönlichkeit oder etwa Miss Matte-Leist? Nein, solche Ausdrücke wollen nicht zu dieser zierlichen Frau passen. Eher würde ich sagen, dass sie nachdenklich wirkt, zurückgezogen - und doch unheimlich präsent. Eine stille Aura umgibt Therese, doch spürt man das enorme Energiepotential, das in ihr ruht und nur darauf wartet, aktiviert zu werden - immer wieder von neuem
Ein roter Faden zieht sich durch den Werdegang von Therese: Sie packt ihre Träume an,' glaubt an sie, und dadurch verwirklichen sie sich auch. Therese kann nichts fortwerfen oder brach liegen lassen. Sie muss wiederverwerten, erneuern, aufbauen, mit ihren Händen und mit viel Herz anfassen und damit ein Ziel erreichen.

«Matte-Zytig»: Therese wie bist du eigentlich mit der Matte verbunden?
Therese: Mein Vater wuchs im Altenberg und am Bowäger auf. Dadurch kam ich oft in die Matte. Wie ein «Flash» taucht immer wieder ein hell erleuchtetes Haus in meinen Kindheitserinnerungen auf - heute wohne ich darin. Während der Ausbildung zur Heimerzieherin besuchte ich oft Fritz Eichenberger in seiner Schreinerei in der Matte und half und werkte, wo ich konnte. Ich musste mit den Händen arbeiten nebst all der Theorie meiner Ausbildung. Nach verschiedenen Schreiner-Stages fand ich 1980, nebst meiner Wohnung, Räumlichkeiten in der Matte. In letzteren eröffnete ich mit Halbprofimaschinen und dem Werkzeug meines Grossvaters meine erste Werkstatt. Ich hatte auch schon Kunden, die mich von meiner Zeit in der Gürbental-Schreinerei kannten. Durch Frau Gasser, dem Mattenunikum mit schwarzem Pudel Charly, lernte ich Hans Sahli kennen. So kam ich in seine Schreinerei, und dann ging es weiter...

Mit funkelnden Augen erzählt Therese wie sie in den Schuttmulden nicht nur Holz und Nägel fand, sondern auch Glas, schönes Glas. So begann sie hobbymässig mit dem Gestalten von Tiffanylampen. Als sie schwanger wurde, nicht mehr schwer heben konnte, beschäftigte sich Therese intensiver mit Glas. Als Therese einen Brennofen zum Gebrauch erhielt, schienen keine Grenzen mehr gesetzt.

Therese: Seit 1984 betreibe ich nebst der Restaurierung auch ein Glasatelier. Für mich ist es wichtig, ästhetische Gegenstände zu kreieren, ich nenne das angewandte Kunst. 1991 hatte ich die Möglichkeit, meine Jugendstillampen, Spiegel, den Schmuck, Schalen usw. im Kornhaus auszustellen. Für mich ein Ziel, das ich erreichen wollte. Ziele waren für mich immer erstrebenswert. Dieses Jahr erfuhr ich aber zum ersten Mal, wie schön es sein kann, ohne Ziele zu arbeiten. Stell dir vor, ich leistete mir zwei Monate Zeit, nur um verschiedene Schmelztechniken (Fusing) auszuprobieren. Es war eine absolut tolle Zeit, zu beobachten, wie verschiedene Materialien zusammen harmonieren oder eben gar nicht.

«Matte-Zytig»: Wie bringst du deine Familie und deinen Schaffensdrang unter einen Hut? Therese: Für mich steht meine Familie schon an erster Stelle. Damit ich meiner Familie viel geben kann, muss es mir selber auch gut gehen. Es ist nicht einfach (Anmerkung der Redaktion: Es ist faszinierend zu beobachten, wie Therese in sich geht, spürt und dann versucht, ihre Gefühle zu formulieren) -klar, wenn mich die Kinder brauchen, lasse ich alles fallen. Wenn es aber über lange Zeit. ein Gehetze wird und ich mir jede freie Minute stehlen muss, fühle ich eine gewisse Unzufriedenheit hochkriechen, und darunter leidet dann wieder meine Familie. Die Arbeit gibt mir «zfriednigi Büglimomänt» .

«Matte-Zytig»: Therese als Mutter-.:Künstlerin-Frau; geht das alles?
Therese: Ich glaube nicht, dass die Kinder meine Arbeit als Konkurrenz empfinden, im Gegenteil. Sie kommen oft in die Werkstatt, hämmern oder spielen dort. Ich fühle mich auch nie gestört durch sie. Ich freue mich, wenn sie da sind, und das spüren sie. Ich muss auch sagen, dass ich immer Superlösungen gefunden habe, durch die Eltern, die hüteten oder Claude, der Zeit hatte, und jetzt natürlich auch durch die tolle Wohnsituation. Die Kinder empfangen Zuwendung und Liebe, das ist wichtig! Als Frau, da muss ich mir ab und zu Zeit nehmen. Seit einem Jahr geht es schon viel besser, Luca ist jetzt sechseinhalb und Laura vier Jahre alt; da liegt ein gemeinsamer Kino-, Theater- oder Konzertbesuch gut drin und ab und zu auch ein Ausgang alleine oder ein Astrologiekurs! A propos Thema Frau: Es ist für mich auch toll, eine gewisse Frauensolidarität zu spüren. Es gibt viele Frauen, die zu mir kommen mit alten Erbstücken oder defekten Möbel. Das rührt sicher auch daher, weil sie wissen, dass ich «giftfrei» arbeite, d.h. nur mit Naturprodukten, enorm wichtig, wenn Kinder im Haushalt leben. Auch arbeite ich mit einem Team diplomierter Tapeziererinnen zusammen. Frau zieht sich an, geben sich Aufträge, vermitteln - ein gutes Gefühl.

«Matte-Zytig»: Eine solche aktive Frau wie du, hast du nie daran gedacht, in die Politik einzusteigen?
Therese: Nein, nie, das ist mir zu weit weg. Ich muss konkret sehen, was ich bewirke. Eine Art «vor der Haustüre etwas erreichen», deswegen stimmte für mich meine siebenjährige Tätigkeit im Matte-Vorstand und als Delegierte der Tanzdiele. Mit gezielten Aktionen konnte ich mich einsetzen und bewirkte auch einige Verbesserungen in der Verkehrsregelung, die ja jetzt, wie es aussieht, zu einer annehmbaren Lösung kommt.

«Matte-Zytig» : Es gäbe noch so viel zu erzählen, aber aus Platzgründen musste ich hier den Artikel abbrechen. Eines möchte ich noch hinzufügen: Therese sagt sehr richtig: «Es braucht so wenig, um etwas zu erreichen. Man muss sich einsetzen, anfassen, um weiterzukommen. Warum verschwenden soviele Leute ihre Zeit mit Geschwätz, Neid und Verbitterung? Jeder kann seine Träume verwirklichen. Er muss nur seine eigenen Träume entwickeln.» Etwas ganz Wichtiges, das ich aus diesem Gespräch gelernt habe, möchte ich ganz persönlich noch weitergeben: Eigentlich habe ich nie aufgehört zu träumen, was ich verlernt hatte, war, meine Träume aktiv anzupacken und zu verwirklichen.

Vielen Dank.

Jacqueline Vuillien

Glücks-Egge

Die Rubrik Glücksegge
Die Rubrik, in welcher Sie etwas zum Kaufen, Tauschen oder Verschenken anbieten können. Oder mit etwas Glück etwas Langgesuchtes gleich in der Matte finden. Im Glücks-Egge können Sie aber auch jemandem herzlich zum «Geburri» gratulieren, Freude teilen, Ärger loswerden oder sonst eine Botschaft unter die Mätteler bringen.
Ein Glück schon, wenn Sie mitmachen. Selbstverständlich gratis! Richten Sie Ihre Zeilen an: Matte-Leist, Postfach 79, 3000 Bern 13.

  • Offenstehende Mundwerke ist sich Frau Dr. med. dent. Cornelia Haupt wohl zu Genüge gewöhnt. Als Ausgleich zu ihrer täglichen Arbeit als Zahnärztin kreiert sie nun Seidenkravatten, deren Anblick just dasselbe bewirken, vor lauter Staunen ob der Schönheit dieser exklusiven Unikate. Eines scheint direkt vorkravattiert: immer mehr Mundwerke gehen auf; und immer mehr Hemdskragen zu, solange das ideale Mitbringsel für kunstliebende Hälse zum Einführungspreis von Fr. 68.- pro Stück zu haben ist.
    Galerie FAEH, Schifflaube 28.
  • Auch für Spleens und Verrücktheiten hat die «Matte- Zytig» stets ein offenes Ohr.
    Was sagen Sie zur Idee eines knallköpfigen «Schifflöibelers» , eine Schiffahrtslinie auf private Basis zu verwirklichen, statt weiter vom Anschluss der Matte ans öffentliche Verkehrsnetz zu träumen? Total verrückt, die Vorstellung, dass zwischen dem Mühlenplatz und dem Marzili jemals ein mittels Sonnenenergie angetriebenes «Bärenschiff» (inkl. Bär als Galionsfigur!) als Zubringer zum Marzilibähnli verkehren könnte, sollte oder dürfte. Wirklich so verrückt? Verrückt gut illustriert hat die verrückte Idee Andy Stutz aus Ittigen
  • Wonnig aus dem Sonnenblumenfeld strahlend verkünden Christine Steiner und Roman Perrelet ihre baldige Heirat: Samstag, 29. August 1992, um 13.30 Uhr in der Nydeggkirche. Anschliessend: Apero für mitstrahlende in der Mahagony Hall.
    Willkommen im Club der Verheirateten! auf dass Euer Glück wonnig weiterblühe! Herzlich der Matte-Leist .
  • Wenn wir schon am Gratulieren sind, möchten wir vom Matte-Leist auch Susanne Girardi, der charmanten Wirtin vom Restaurant Mülirad, zu ihrem jungen Geburtstag am 4. September herzlich gratulieren. Die Musik ist bereits organisiert! Wir wünschen ihr ein weiteres «gestresstes» Jahr im Mülirad!
  • Am 29. September feiert der Freund unserer Redaktorin, Kees de Keyzer, der lange Blonde, seinen 37. Geburtstags. Wir wünschen ihm von Herzen viel Geduld, wenn Jacqueline für den Matte-Leist wieder «herumhext».
  • Zwei idealistische Allerleier wünschen sich: Raum zum kreativen Werken und Wirken. Ein ausrangiertes «Fabriggli» könnte das sein, Werkstatt, Keller oder Lagerschuppen. Einfach ein Ort, wo selbst zünftige Lacher und Hammerschläge noch frei erschallen dürfen. Nume äbe: günstig müsste es sein. Und IN DER MATTE - unser Wunschtraummatte!

Aare - Boutique

Natürlich kein Modegeschäft gewöhnlicher Art, sondern eine First- und Second-Hand-Boutique wird am 29. August in der ehemaligen Bäckerei Hirsbrunner ihre Pforten öffnen.
Das Ziel der beiden Inhaberinnen, Therese Hirsbrunner (Widderfrau) und Eva Mösch (Fischfrau), ist es, einer mode- bewussten Kundschaft sowohl exklusive Einzelstücke aus Restbeständen grosser Namen als auch gut erhaltene Kleider aus privater Hand anzubieten .
Falls Sie also Lust auf ein neues «Out-Fit» verspüren sollten oder Platz in ihrem Kleiderschrank benötigen: Ein Besuch in der Aare-Boutique wird sich alleweil lohnen. Wir wünschen den zwei neuen Unternehmerinnen viel Erfolg und hoffen, dass sie sich in der Matte wohlfühlen werden.

Rosmarie Bernasconi

Die Feuerwehr im Fahnenmeer der 1.-August-Beflaggung

«Langsam! Halt! Links! Aufrichten! Gut! Senkeln!»
Die Befehle, die Feuerwehrkorporal Lüthi Jakob seinen Mannen erteilt, sind knapp. Aber präzis: das Ende der fahr- und drehbaren Auszugsleiter ist nun genau an dem Punkt, an dem auch die 1.- August-Beflaggung 1992 ihr Ende hat. Ein Schwindelfreier der Feuerwehrkompagnie steigt noch ein- mal die Sprossen hinauf, um auch die letzte Fahne aus dem Halterungsrohr zu ziehen.
Wie viele Fahnen und Flaggen waren es denn insgesamt? Lüthi Jakob zählt deren 20 - also noch nicht gerade ein Fahnenmeer. Trotzdem habe sie die Beflaggung vom 28. Juli bis beinahe um Mitternacht in Trab gehalten. Viel Zeit und Schweiss wäre dabei vor allem bei der Erstmontage geflossen: Verkehr regeln, Leiter verschieben, ausmessen, Kabelrolle und Bohrmaschine hinaufziehen, bohren, schrauben... und nirgendwo auch nur ein Bierchen auf dem Fenstersims! Auch kein Dankeschön? Bei 19 der 20 «Beflaggten» hätten sie durchaus positive Reaktionen erlebt (besonders seitens der Zunftfahnen-Besitzer), erinnert sich der Feuerwehrkorporal gerne an die rundum geglückte Übung zurück. Und jetzt?
«Leiter einziehen! Alle Fahnen ins Depot und alle Mannen ins Mülirad!»

Christian Hänni

Matten-Gourmet

Marcels und Edis Kürbisgericht
Zutaten:
1 ganzer Kürbis (so gross, dass er noch in den Ofen passt)
1 ganzes Poulet
2 Zwiebeln
4 Karotten mittel
100 g Sellerie
2 Stengel Lauch ca.
2 I Hühnerbouillon
Lorbeer, Nägeli, Pfeffer, Salz, Öl

Zubereitung: Sternförmig einen Deckel aus dem Kürbis schneiden und vorsichtig abheben. Mit einem Löffel die Kernen entfernen (ohne den Kürbis zu beschädigen). Poulet in acht Stücke zerlegen, würzen und heiss anbraten. Das ganze Gemüse in mundgerechte Würfel schneiden. Nun das Gemüse und das Poulet schichtweise in den Kürbis legen. Mit Salz und Pfeffer würzen, Lorbeer und Nägeli dazugeben und mit heisser Bouillon auffüllen. Deckel wieder aufsetzen und im Ofen (vorgeheizt auf 220 Grad) ca. zwei Stunden, bis der Kürbis glasiert und braun ist, braten. Kürbis ganz servieren und vor den Gästen öffnen. Kürbisfleisch kann mitserviert werden.

Neues Leben im Restaurant "Marzilibrücke"

Marcel und Eddie

Eines der schönsten Gartenrestaurants Bern erwachte am 22. Juli aus einem langjährigen Dornröschenschlaf. Jede Bernerin und jeder Berner hat es schon gesehen, denn es liegt am Kopf der Dalmazibrücke, zwischen Gasstrasse und Brückenstrasse, gegenüber dem Marzilibad. Nach einem sechsmonatigen Umbau steht es nun wieder in altem Glanz da, mit einem herrlichen kühlen Garten unter alten Kastanienbäumen und Linden. Aber auch innen strahlt es eine einzigartige Gemütlichkeit aus. Kein Wunder, dass sich Liebhaber echter, schöner Quartier-Beizen auf eine Wiedergeburt freuten.
Den Charakter des Lokals werden weitgehend die beiden jungen Wirte gestalten. Marcel Winkelmann, gelernter Koch und Kellner, kennen die Berner als einer der früheren Geschäftsführer des "Lorenzini" oder als Praktikant an der "Schweizerhof"-Reception. Als Sohn einer Lysser Wirtefamilie hat er die Gastgeberfunktion im Blut. Nicht anders ist es mit Edi Stirnimann, dessen Eltern Hoteliers in Adelboden waren. Seine Sporen verdiente er nach der Hotelfachschule in Australien ab, wo er unter anderem das Restaurant des berühmten Melbourner "Park Royal Hotel" leitete. An Ideen für kreatives Angebotskonzept sollte es also den beiden nicht fehlen. Allerdings, so betonen sie, wollen sie erst Schritt um Schritt zeigen, was sie kulinarisch zu bieten haben. Die Küche sei etwas klein, was sie zu einfachen Leckerbissen zwinge. Für die Freunde der leichten, kreativen und gesunden Küche gebe es vom ersten Tag an eine gluschtige Auswahl. Und, was ihnen ebenso wichtig sei, alles zu genau so sympathischen Preisen.
Wenn man die Karte studiert, findet man eine grosse Betonung der Salate und Sandwiches. Überrascht liest man auch, dass es im "Marzilibrücke" ein Sommerfondue gibt (übrigens ausgezeichnet) und dass man in den Sandwiches viel Grünes findet. Die anmächeligen Brötchen kann man übrigens auch über die Gasse kaufen, wenn man die Zeit zum Sonnenbaden im Marzili nutzen will. Dass es hingegen neben dem Gurten Bier auch Swan Beer aus Australien gibt, nimmt man den beiden Australien-Fans leicht ab. Auf jedenfall ist Bern um eine wirklich schöne Gartenbeiz reicher. ..und das erst noch sieben Tage in der Woche.

Fritz Kobi

Wir stellen vor:

Die neue Süsse: Sacharin!

Das hat der «Matte-Zytig» noch gefehlt: die spitzen Zungen vom Quartier gemeinsam in einer Rubrik! Süss, aber falsch. Fort mit den braven Beiträgen, her mit der Schreibhexe und dem Schreibteufel: Sacharin und Sachar!

Matte-Zytig bereits im Ausland!

Einen erwarteten und berechtigten Erfolg hatte Berns neueste, beste, fätzigste Quartierzeitung. Bravo, bravo, bravo, allen Unkenrufen zum Trotz entstand eine kunterbunte «Zytig» auf grauem Papier, das die Umwelt nicht belastet.
Was Ihr aber nicht wisst: dank dem Lift - Thomi erhalten Touristen aller Kontinente im Aufzug eineZeitung als «Bhaltis». Deshalb erscheint die «Matte-Zytig» bald zweisprachig: neu wird manchmal auch in Hochdeutsch geschrieben, weitere Fremdsprachen sind geplant.
Liebe Inserenten und Inserentinnen, diese Mehrleistung kann Ihnen nur der Matte-Leist bieten, Ihre Inserate werden weltweit gelesen! Für einmal verzichtet die «Matte-Zytig» noch einmal auf eine Preiserhöhung!

Sachar

Sind die Mätteler gegen Autos?

Das ist ganz klar: Der Normal-Mätteler ist gegen jedes Auto in der Matte. Ausser dem Bierwagen und dem eigenen Vehikel.
Auf Grund erster noch fast geheimer Ergebnisse der Verkehrsumfrage zeichnet sich folgender Trend ab:
Autofeindliche Mätteler strecken jedem durchfahrendenAuto die Zunge heraus. Nach Einbruch der Dunkelheit kann man auch eine lange Nase drehen. Sonntags machen kultivierte Leute die Faust im Sack.
Automobilisten hingegen fahren nur noch in Pantoffeln durch das Quartier. Raser und Durchfahrer erhalten bei der Kinderkrippe einen Lebkuchen mit dem Schriftzug «Dem Mutigen gehört die Matte».
in der nächsten «Zytig» schreiben wir etwas Nettes über den ACS; vielen Dank für die Spende. Für diese Nummer ist uns leider noch nichts eingefallen.

Sachar

Säcklein, Säcklein am Strassenrand

Mit Genugtuung haben wir festgestellt, dass die oberen Leiste ähnliche Sorgen plagen: auf der Mauer, auf der Lauer liegt der alte Sack!

Aussenseiter haben es schwer:
Neben dem korrekt verpackten und bekleberten Normal-Fall- Abfall gibt es halt eben noch diese Clochards von Ghüdersäcken; Zeitungsbeigen haben den Halt verloren, Altpapier flattert verführerisch durch das gehätschelte Altstadtbild. Sperrgut zügelt launisch von Hauseingang zu Hauseingang. Herrenlose Säcke tragen als Schandmal einen weinenden Kleber. Traurig auch die Einsamen und Verlassenen, die oft tagelang am Strassenrand auf den Sack-Bus warten müssen.
Dabei ist es doch gar nicht so kompliziert: Das Altglas wirft man unten an die Plattformmauer. Das Altpapier stellt man dem Nachbar vor die Tür. Der Restabfall, soweit er nicht das WC hinabgeht, muss leider in einen Abfallsack geworfen werden. Hier unbedingt darauf achten, dass eine fremde Adress-Etikette oben im Sack liegt. Eine halbe Stunde nach der Abfuhr kann der Sack auf die Strasse gestellt werden. Natürlich ohne Kleber.
Liebe obere Leiste, damit Eure Mitglieder sich nicht gegenseitig anzeigen müssen, leihen wir Euch gerne unsere Geheimwaffe gegen unlautere Kehrichtentsorgung: resolute Matte-Frauen bringen den Ghüder dem Verursacher zurück und lesen ihm aus der Abfall-Ordnung vor.

Sacharin

Treppenseichen

Wie alle Jahre in diesen Monaten wenn sich die offene Trinkerszene allmählich in die Gassenbeizen wagt, lebt ein alter Matte-Brauch auf. Vorwiegend Männer stehen in dunklen Ecken: sie lassen, was sie nicht halten können. So richtig froh wird man dann erst anderntags, wenn sich das Bouquet voll entfaltet hat. Erdenschön heimelig ist’s, wie es auf allen Treppen der Matte seikelt. Der Matte-Leist plant bereits einen Wettbewerb: «Treppen-Riechen am Sonntagmorgen. Die Matte-Frauen planen die Installation von Kuh-Zwick auf allen Treppen- Zwick, Zwick und weg...

Sacharin

zwischen den SchulhäusernSommerplousch

Wie alle Jahre wurde der Sommerplousch verschoben. Und wie alle Jahre fand er dann doch noch statt. Und wie immer war es ein Riesenplousch für alle. Das Katzenstübli liess Risotto an die Eingeborenen verteilen. Es wurde gegrillt und gefestet und gebechert und gezechert. Zu heissen Rhythmen und mitreissenden Melodien tanzten jung und alt in den Morgen hinein. Holeduli, holeduli, so wirds am Openair im September!

Sachar

Katz, Hund und andere Tiere

Tierisch ging's halt schon immer zu und her bei uns unten in der Matte. So haben die Girardis vom "Mülirad" Zuwachs erhalten. Ein richtiger Hund wird alle bösen Räuber vertreiben und die Vierbeiner der Gäste begrüssen. Gerüchteweise vernahmen wir, das Tier werde als Gourmet-Hund zum Tellerausschlecken abgerichtet.
Im "Zähringer" waren sogar zwei Hunde zu Hause. Vergibt der neue Beizenführer in der nächsten Ausgabe Hunde anstatt Sterne? Der Matte-Leist plant für diesen Anlass schon einen Wettbewerb: "Der beste Knochen in der Stadt".
da wird es schon schwieriger für das "Fischerstübli". Dort gibt es eine neue Katze. Nicht der Fuchs im Hühnerstall stand Modell für das neue Wirtshausschild: ein herziges Büsi schaut dem Gast treuherzig in die Augen. Es wird sich wohl auch gesagt haben, lieber den Fisch im Maul als den Paradiesvogel an der Bar.
Noblere Vögel fanden Einzug im neuen Garten "Eden" beim Restaurant "Marzilibrücke". Elegante Schwäne geben sich die Ehre, umschnattert und umgackert von allerhand Federvieh. Wahrscheinlich handelt es sich um seltene Zugvögel, die aus dem ausgetrunkenen "Zähringer" vertrieben in die Feuchtgebiete beim Marzili fliehen.
Aus den anderen Beizen haben wir nichts Zoologisches vernommen, aber das liegt wahrscheinlich an den Hundstagen.

Sachar

Mattegägulöcher

Im historisch-topografischen Lexikon der Stadt Bern nicht verzeichnet:

Mattegäguloch, oberes und unteres -zwei stinkig-feuchte Abfallplätze zwischen Mattetreppe und Plattform-Ostmauer, heute stark mit Gebüsch überwachsen.

Wir, Badgass-Kinder, und wir waren damals viele Kinder, hatten nebst der verkehrsfreien Badgasse mit ihren zwei Brunnen, das Aaresträssli, das Aaremürli, die bekiesten Hausvorplätze, die Mätteli mit den Akazien und das Bord zwischen Casinostützli und Friedeck als Spielplätze. Dazu kamen noch, quasi als Geheimtip, die von Behörde und Eltern allerdings verbotenen Mattegägulöcher. Ins untere Mattegäguloch konnte man hineinschlüpfen, ins obere hineinklettern. Ich habe oben geschrieben, sie seien stinkig- feucht; aber sie waren herrlich, verboten, romantisch, der Boden teils mit Moos, teils mit Farn überwachsen.

Ein grosses und wichtiges Geheimnis unter uns Kindern wurde meist nur im Mattegäguloch weiter gesagt. Und es war nicht unbedingt Gesetz, aber zur Hauptsache galt: das obere war für die grossen Kinder und das untere für uns Kleine. Im oberen geschahen Sachen, die wir im unteren nicht so richtig verstanden, mehr nur ahnten. Das aufregendste Ereignis im Mattegäguloch waren gewiss die " läbige Toteschädeli " .Diesen Begriff kannte die ganze Badgasse, die Erwachsenen lachten darüber, denn sie kannten nur den Begriff , ich hingegen war ergriffen, denn ich kannte die Wirklichkeit, und die war schauerlich.

Die "Iäbige Toteschädeli" erschienen selten, vielleicht nur einmal im Jahr, jedenfalls musste es schon vor der allgemeinen Essenszeit dunkel sein, es durfte nicht regnen, und die Lampen auf der Mattentreppe mussten zerschlagen oder ausgeschraubt sein. "Man" wusste es schon den ganzen Tag, doch war es ein Geheimnis. In der Schule sagten wir den Nicht-Badgässlern nichts davon, um so mehr tuschelten wir Badgässler darüber, es war einfach furchtbar aufregend. Wir waren dann abends an der Badgasse, wir spielten nicht, wir warteten. Plötzlich hiess es: "Sie sind da", Laut schreiend, denn das dämpfte die Angst, erstürmten wir die Mattentreppe und verteilten uns längs dem, ich glaube unteren, Mattegäguloch. Erwartungsvoll starrten wir in die Finsternis, man hörte das Plätschern des Zähringerbrunnens, so still waren wir, doch dann knackte etwas, ein Stein kam ins Rollen, dann wieder Stille, Totenstille.

Endlich: zwei von innen erleuchtete Totenschädel, nahe beieinander, Rotlicht aus Augen - und Nasenlöchern, Licht huscht über den Boden, die Schädel bewegen sich, das Licht wird grün, dann wieder rot; leises Winseln, lautes Lachen, Licht aus, Stille und Dunkelheit, für heute ist fertig, ein andermal wieder. Keiner von uns stieg ins dunkle Mattegäguloch, doch jeder wusste es: Küre und Fredu sind im Mattegäguloch, denn diese beiden hatten zu Hause einen Totenschädel und beide waren Besitzer einer Militär - Taschenlampe mit umstellbarem Rot- und Grünlicht. Es war die Zeit der nächtlichen Verdunkelung während des Weltkrieges, bald gingen alle Strassenlaternen aus und wir mussten nach Hause. Der Vater lachte mich nach meinen aufgeregten Erzählungen aus: "Es gibt keine läbige Toteschädeli!" - hatte der eine Ahnung.

Peter Probst, Münsterturmwart

Matte-Zytig-Buchbesprechung
"Mit em Velo dür d Aare"
oder lieber life "Hie unde ar Aare"?

Zum Pflotschnass-Werden, das kürzlich im Benteli-Verlag erschiene Büchlein "Mit em Velo dür d Aare", das als berndeutsche Chanson-, Song- und Liederreise verstanden sein will.
Ob Sie mitradeln, mitsingen oder mitweinen: bei den abgedruckten Texten mit 20 bekannten Liedermachern und Liedermacherinnen, Chansonniers und Rockpoeten bleibt kaum eine Pore trocken.
Von Büne Hubers Fernweh ( "Bälpmoos" ) zur "Wasserfee" des Herausgebers Markus Stadler; von Tinu Heinigers "Ämmelied" bis zu Hugo Ramseyers "Riselräge" werden nämlich Erinnerungen an 30 Jahre Berner Liederszene wach.
Geweckt werden aber auch eigene Aare-Erlebnisse: Durch Nostalgien, die selbst melodielos einige Gemütswellen zum Schlagen bringen. Odervermeintlich ausgetrocknete Ohrenwürmchen ins Swingen.
Hingegen - das Büchlein hat auch ein paar ziemlich trockene Seiten: der Vorspann und die 20 Kurzbiografien sind zwar flüssig verfasst, nehmen einem aber mit ihren 22 Seiten Umfang schon etwas Reiselust.
Zum eher schnellen Durchblättern sorgen just von da an auch Ted Scapas daumenkinomässige Wellenradzeichnung sowie eine ziemlich liebslose typografische Gestaltung.
Nur gut, dass wir Liedermachern und Liedermacherinnen wie z. B. Christine Lauterburg, Res Margot, Housi Wittlin oder Polo Hofer ab und zu life in der Matte hören und begegnen dürfen.
A propos Christine Lauterburg und Res Margot: ihr "Hie unde ar Aare" isch amächelig abgasfrei und völlig schwindelfrei ab CD/MC "Schynige Platte" (ZytgloggeVerlag, Gümligen: 52 20 77) zu geniessen.

Christian Hänni

Die Kulturmatte

Diese Rubrik beleuchtet das aktuelle Kulturgeschehen und den Galeriebetrieb der Matte.
Berichtet aber auch über die gute alte oder aufregend neue Matte-Kultur. Schreibt mit, liebe Kulturtäter, Künstler und Lebenskünstler der Matte!

Galerienkalender

FAEH, Schifflaube 28
September: Bilder und Plastik aus eigener Sammlung
Oktober: Atelier DIP: Desktop-Grafiken.
November: Die Entdeckung des Jahres...

c/o Suti, Gerberngasse 15 10.
Sept. bis 4. Okt. Giro Annen, Skulpturen (zur Ausstellung erscheint eine Edition in Bronce)
15. Okt. bis 15. Nov.: Nando Suozzi, Bilder

Galerie- und Kleinkusthalle Zähringer
26. Aug. bis 19. Sept.: Rolf Fisch & Bruno Wurster, Bilder ,
13. bis 31. Okt.: Mary Lienhard und Susanne Steiner, Bilder
4. bis 28. November: Bendicht Friedli, Malerei

Konzerte, Theater, Literatur, Spektakel

Galerie- und Kleinkunsthalle Zähringer
2. bis 19. Sept. Joachim Rittmeyer: "Das Blankophon"
28. Sept. Gitarrenduo Progetto-Avanti
29. Sept. Andreas Schertenleib: literarische Performance
14. und 16. Okt. WALD-ES-RAUSCHEN, Theater mit Aisha Dax
19. Okt. Christof Stiefel, Piano Solo
21., 23. und 24. Okt. Piano Paul, München mit "Autofahrn"
31. Okt. Lesung: Guido Bachmann liest über Ulrich Becher
5. bis 21. Nov. Lorenz Keiser mit seinem neuen Programm "Der Erreger"

Mahagony Hall, Klösterlistutz 18
Das Herbstprogramm voller Rosinen hängt im Kästchen des Matte-Leist.

Christian Hänni

Der "neue" Zähringer

Die Tradition bleibt - die Kreativität kommt

AM 17. Juli 1992 hat das Ehepaar Elisabeth und Alfred Graber nach fast zwei Jahrzehnten vom Restaurant "zum Zähringer" in der Berner Matte Abschied genommen. Die Grabers haben der alten, traditionsreichen Wirtschaft mit einer hervorragenden Küche (14 Gault & Millaud-Punkte) zu einem weit herum bekannten Renomme verholfen. Ab dem 11. August werden sie nun von Willy Wild und Margrit Hess nach einerdreiwöchigen "Haus-Putzete" abgelöst. Und was für den "Zähringer"-Liebhaber das wichtigste ist: Das neue Wirtepaar will die Tradition des "Zähringers" ohne grosse Änderung weiterführen. "Never change a winning idea", betont Willy Wild, der erst 1991 aus Australien zurückgekehrte , aber waschechte Berner Küchenchef. Als gelernter Koch entdeckte er zuerst die weite Welt. In der Karibik verwöhnte er in einem unter Schweizer Leitung stehenden Hotel anspruchsvolle Feriengäste, und lernte hier das ABC der Mährische - und Meerfrüchte-Spezialitäten. In Australien war er Chef der "Bayswater Brasserie" in Sydney, die als eines der beliebtesten dortigen Trendlokale gilt und sich auch als "Health-Food-Restaurant" einen Namen gemacht hat. Willy Wild kommt also mit einem breiten Wissen nach Bern zurück. Unterstützt wird er von seiner Tante Margrit Hess. Sie ist zwar gelernte Kauffrau, hat aber in über zehn Jahren alles über die Arbeit an der "Front" im Gastgewerbe gelernt. Unter anderem verdiente sie ihre Sporen beim "Chrüter-Oski" und auf der Sankt-Peters-Insel ab und ist stolze Besitzerin des begehrten Servicefachausweises. Zusammen bilden Willy Wild und Margrit Hess also ein ideales Team, um der "Zähringer"- Tradition auch in Zukunft gerecht zu werden. Hingegen wollen sich die beiden bemühen, feines Essen zu erschwinglichen Preisen anzubieten und zu den "alten" Spezialitäten auch Leichtes und Kreatives zu servieren. Und zwar täglich, ausser an Sonntagen. Die neue Karte wurde am Montag, 10. August, den "Zähringer"-Stammgästen vorgestellt und hält, was die neuen Wirte versprechen.

Fritz Kobi

Redaktions-Impression 2

Wir haben einen Traum gepflanzt!

Wisper, wisper durch die Matte! Etwas Neues, etwas Feines, etwas Irres ist entstanden! Wir hexen ein Netz, Du musst verstehen! Aus M mach A, das T verdoppelt ergibt EN, so bist Du dabei! Dann nimm das Z, das V dazu, so ist das TIG vollbracht. Das L und I, das lasse sein! SO weben wir das Hexen-ABC. Das Netz fängt alle Buchstaben, Worte, Verse und Texte auf, und bringt sie schwarz auf weiss. ..Wir haben einen Traum gepflanzt!

Jacqueline Vuillien