Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

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Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte-Zytig September 1999

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe September 1999


Inhaltsverzeichnis


EDITORIAL

Stefanie Preiswerk

Es gibt Leute, die verwenden gerne den Ausspruch «nach uns die Sintflut...».

Wir können zurückblicken und glücklich sagen, dass sie hinter uns liegt, die «Sintflut». Wir alle sind froh, dass wir bis jetzt von weiteren Wassermassen verschont blieben. Froh sind wir auch, dass die Aufbauarbeiten Gestalt annehmen, dass immer mehr Atelier- und Ladenbesitzer in ihre gewohnte Umgebung zurück können. Ich bin dankbar dafür, dass einige von uns auf die unerwartete Katastrophe so kreativ reagiert haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir innert kurzer Zeit in zwei neu kreierten «Zelt-Beizen» unser Morgencafe am Trockenen trinken konnten oder dass es dank dem Angebot im Wagen weiterhin möglich war, in der Matte einzukaufen.

Ein grosses Merci an all die guten und geduldigen Seelen!

Bereits beschäftigen uns im Leist aber auch wieder neue Themen. Einiges darüber erfahren Sie in dieser Ausgabe unserer Zeitung.

In den letzten Vorbereitungen ist das lang erwartete Matte-Fest! Ich freue mich, Sie alle an dem grossen und wichtigen Fest begrüssen zu dürfen. Mehr Informationen dazu finden Sie ebenfalls auf den Innenseiten.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und grüsse Sie mit Vorfreude!

Ihre Stefanie Preiswerk, Präsidentin Matte-Leist

DAS FEST

9. -11.9.99

ln einigen Tagen, ganz genau ab 9. 9. 1999, steigt für drei Tage und Nächte bei uns wiederum das legendäre «Matte Fest». Für die einen der herausragende Anlass des Jahres in unserem Quartier, für die andern, das Schreckensgespenst «Lärm und Chaos» schlechthin. Ebenfalls auch dieses Jahr wird das Fest bestechende Momente hinterlassen. In jeder Beziehung. Der umfangreiche Markt, das Angebot für Kinder und nicht zu vergessen das hervorragende Musik-Programm.

Trotz allem ist das Fest eine Visitenkarte der Matte; und wie es sich in den letzten Jahren gezeigt hat, keine schlechte.

Paul von Kaenel

Nöis u fasch nöis

Die Solidaritätsstiftung & Spenden (Aktion LOEB mit T-Shirt, etc.), die kurz nach dem Hochwasser eingerichtet wurde, wird von einer kompetenten Kommission betreut. Bereits einige finanzielle Hilfeleistungen konnten an Notleidende ausgerichtet werden. Nach Absprache mit LOEB, wird auch ein Unterstützungsbeitrag für unsere Hochwasser-Buchautorinnen und -Autoren ausgerichtet. Ebenfalls der Matte-Leist unterstützt die Autorinnen und Autoren aus dem Leist-Konto (siehe Bücher in dieser Ausgabe).

Per 1. Oktober 1999 wird die bereits sichtbare BLAUE ZONE, rechtskräftig. Bis dahin wird die Zone wie bisher als «Weisse Zone» behandelt. Die Zonenbezeichnung wird «3000» sein, die Parkzeit 11/2 Stunden, von 18.00 Uhr bis 09.00 unbeschränkt. Parkscheiben können im Mattelädeli gratis bezogen werden. Mit der «3000»-er Karte sind sie berechtigt, auch am Klösterlistutz und am Aargauerstaiden unbeschränkt zu parkieren. Umgekehrt gilt aber die «3011 »-er Karte in der Matte nicht. Falls Sie keinen privaten Parkplatz (Garage) besitzen, können Sie als Anwohner oder Gewerbetreibender eine Parkkarte bei der Stadtpolizei beantragen. Sie kostet Fr. 20.- pro Monat bzw. Fr. 240.- pro Jahr. Diese brauchen Sie vor allem, wenn Ihr Auto tagsüber nicht benötigt wird und stehen bleibt. Formulare für Anträge können Sie bei der Matte-Post beziehen. Nicht vergessen: Die Blaue Zone gilt jedoch erst ab 1. Oktober 1999! So haben Sie aber genügend Zeit sich zu überlegen, ob Sie überhaupt eine Parkkarte brauchen. Für Besucherinnen können übrigens am Schalter Verkehrsdienst (Waaghausgasse) oder an einigen Billett-Automaten der SVB Tageskarten a Fr. 8.- bezogen werden. Weitere Auskunft erteilt die Verkehrskontrolle der Stadtpolizei, Tel. 321 4951.

Flohmärit: Vom Mai bis Oktober findet auf dem Mühlenplatz jeweils an jedem dritten Samstag des Monats der Flohmärit statt.
Autobesitzer: Beachten Sie, dass an diesen Samstagen das Parkieren auf dem Mühlenplatz verboten ist! Missachtung kommt teuer zu stehen (Abschleppen, etc.)!

Sprayereien: Ein Übel, unter welchem wir hier in der Matte seit längerem leiden. In letzter Zeit ist es vermehrt zu Sprayereien gekommen. Nach Rücksprache mit dem Hauseigentümerverband, liegt es an den Hauseigentümern, bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt zu machen. Damit ist dann auch die rechtliche Grundlage für Weiteres geschaffen. Unterschriften - Sammlungen von erzürnten Bürgern seien ineffizient und nicht geeignet. Der Matte-Leist arbeitet an diesem Problem und wir werden Ihnen Lösungsvorschläge unterbreiten. Der Matte-Leist ist an einer Lösung des Problems sehr interessiert, da sich ansonsten unverhältnismässige Lösungen in einer unverantwortlichen Eigendynamik breitmachen.


Zwei Bücher - Ein Quartier

Das Jahrhundert - Hochwasser 1999
Real und im Internet

von Rosmarie Bernasconi und Peter Maibach

Das Jahrhunderthochwasser

Bewegende Hochwasser-Bilder gingen Mitte Mai 1999 durch die Schweizer Medien. Während in der Berner Oberstadt das Leben wie gewohnt seinen Lauf nahm, wurde der Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner der Aarequartiere arg durcheinander gewirbelt. Jetzt, nach vier Monaten, lässt sich das Grossereignis distanzierter betrachten. Das Wasser ist abgeflossen, die Schäden werden repariert. Nach den Sommerferien ist der Alltag so normal wie nur möglich geworden. Das haben die Macher der www.matte.ch als Anstoss genommen, die Inhalte ihrer Internetreportage zu überarbeiten und als Buch herauszugeben. Entstanden ist ein 140-Seiten starker, grossformatiger Band mit rund 200 Bildern. Besonders wertvoll ist dabei das Bildmaterial, das aus einer breit abgestützten Mitarbeit von zahlreichen Quartierbewohnerinnen und -bewohnern, Berufsfotografen, aber auch von Zaungästen stammt. Bild um Bild wird dabei ein einmaliger Querschnitt durch das Quartiergeschehen während und nach dem Hochwasser gezeichnet. Besonders eindrücklich sind dabei die vergleichenden Gegenüberstellungen von Aufnahmen vom selben Standort, einmal «nass», während des Hochwassers und einmal «trocken», nach der Überschwemmung.

Im ausgewogenen Textteil wird reportageartig das Logbuch der schweren Tage nachgezeichnet. Ein wichtiger Stellenwert im Buch nimmt das optimistische letzte Kapitel zum Wiederaufbau ein. Mit viel Witz und Wendigkeit haben sich die Mätteler daran gemacht, ihr Quartier wieder auf die Beine zu stellen.

Den Frühling und den ganz speziellen Sommer 1999 wird nicht so schnell vergessen werden ! Eine gelungene Erinnerung daran bildet das Buch «das Jahrhundert-Hochwasser, die Berner Matte real und im Internet». Solange wir nicht drin sind bleiben wir dran!

Das Buch umfasst 140 Seiten und ist mit ca. 200 Bildern illustriert. Verkaufspreis CHF 34.80
ISBN Nr: 3-9521399-8-X
Verlag Einfach Lesen, Rosmarie Bernasconi, Bern
www.einfachlesen.ch
Tel. 031/311 01 08 Fax 031/3123887,

 

Rosmarie und Peter laden Sie herzlich zur
Buchpremiere
ein:
Freitag, 17.  September 1999 um 17.00 im EWB,
Infozentrum,
Wasserwerkgasse 15, 3011 Bern
Wir freuen uns,
wenn wir viele Mättelerinnen und Mätteler
begrüssen dürfen.


Hier ein kleiner Auszug aus dem Projekt Bildband

Im Fluss

Tomas Wüthrich schreibt dazu:

Im Fluss

Beide, Ruth Margot und Tomas Wüthrich wohnen in der Matte. Sie sind sogar Nachbarn. Kennengelernt haben sie sich aber erst während des Hochwassers. Beide waren vom Hochwasser direkt betroffen, doch beide haben es auf unterschiedliche Art erlebt und verarbeitet.

Ruth Margot hat das Hochwasser als starke Bedrohung erlebt und ihre Gedanken und Gefühle in einem sehr persönlichen Tagebuch verarbeitet.

Tomas Wüthrich hat seine persönliche Sicht des Hochwassers in einem fotografischen Tagebuch festgehalten.

 

Eine Bilanz der Hochwasserhilfe

Eingesetzte Kräfte in der Gemeinde Bern:
Zur Bewältigung des Hochwassers standen rund 500 Angehörige der nachfolgend aufgeführten Organisationen ablösungsweise im Einsatz: Rettungstruppen-Rekrutenkompanie 111176, Technische Kompanie des Genie-Bataillons 36, Katastrophenhilfe Rettungskompanie IV/2; Berufsfeuerwehr; Nachtwache; Brandcorps; Wehrdienst-Detachemente der Kartonfabrik Deisswil AG sowie der Gemeinden Bremgarten, Ittigen und Ostermundigen; Stadt- und Sanitätspolizei; Zivilschutz und Quartieramt; Elektrizitätswerk; Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung; Strasseninspektorat; Tiefbauamt; Fürsorge- und Gesundheitsamt; Stadtgärtnerei; Regierungsstatthalteramt; Wasser- und Energiewirtschaftsamt sowie Wasser- und Pontonierfahrvereine aus dem Raum Bern.

Eingesetztes Material:
An Fahrzeugen, Gerätschaften und Material standen im Einsatz: gegen 60 Einsatz- und Transportfahrzeuge, ein 250- Tonnen-Pneukranwagen, ein Löffelbagger, 46 Pumpen, 6 Beleuchtungssets, 900 Tonnen Sand (600 m3), 30'000 Sandsäcke, mehrere Kilometer Schlauchmaterial sowie mobile WC-Kabinen und eine grössere Menge Schalungstafeln und Spundwände.

Orientierung und Hilfe an Betroffene
Der Mediendienst des Führungsstabes orientierte regelmässig mit Pressemitteilungen. Die betroffene Bevölkerung hat mehrere Flugblätter erhalten. Weitere Kontakte zur Einsatzleitung bestanden über den Matteleist, über die Schadenplatzkommandanten sowie über den auf dem Mühlenplatz stationierten Wagen. Über Internet informierte die engagierte private Seite www.matte.ch.
Das Sorgentelefon erhielt 660 Anrufe. Von den insgesamt 136 Evakuierten wurden deren 12 durch die städtische Fürsorge betreut.

Res Margot

 

Quellen: Meldungen der Stadtpolizei und Berufsfeuerwehr, Gemeinderat der Stadt Bern, EWB, aus den Internetseiten der www.matte.ch, Brunnezytig, Tagespresse. Dazu eigene Aufzeichnungen.

Das Buch umfasst 84 Seiten (Format 24 x 21,5 cm), davon sind 61 Seiten schwarz-weiss-Bilder des Fotografen Tomas Wüthrich (je 1 Bild pro Seite), ca. 12 Seiten Tagebuchtext von Ruth Margot und ca. 2-3 Seiten dokumentarischer Textteil von Res Margot. Der Verkaufspreis ist CHF 27.50. ISBN -Nr. 3-905-603-02-0. Erscheint auf den 9. 9. 1999. Erhältlich im Buchhandel.


DAS FEST

Donnerstag bis Samstag 9. -11. Sept. 1999

Alle zwei Jahre findet das traditionelle MATTEFESCHT im schönsten und lebendigsten Quartier der Stadt Bern statt. Am Donnerstag, 9.9.99 ist es wieder soweit. Das grösste Quartierfest der Schweiz lädt ein. Das Fest ist gratis, alle sind willkommen. Zum musikalischen Programm:

Donnerstag, 9.9.99 / 17.00 - 23.30 Uhr
18.30 - 19.30 Ralph Krauss & Band
20.00 - 21.30 Sina
22.00 - 23.30 Gölä

Freitag, 10.9.99 / 17.00 - 02.00 Uhr
18.00 - 19.30 Mario Capitano play Hendrix
20.00 - 21.00 Boob
21.30 - 23.30 Züri West
00.00 - 02.00 Dieter Thomas Kuhn (Das letzte Mal !)

Samstag, 11.9.99 / 13.00 - 02.00 Uhr
13.00 - 15.00 EI Soniquete Flamenco
15.30 - 17.00 Pharao
17.30 - 19.00 Jolly & The Flytrap
19.30 - 21.00 Jimy Hofer & Band
21.15 - 22.15 Mambo Kurt (Bester Alleinunterhalter in Europa !)
22.45 - 00.15 Ineffect
00.15 - 02.00 Boulevard des hits (Plattenleger MCW / das dj)

Dazu gibt es rund 60 Marktstände mit einem vielseitigen Angebot, ein Riesenangebot an Bars, kulinarischen Verwöhnstationen (Food), Kinderaktivitäten in Zusammenarbeit mit der Kinderkrippe Matte, eine Scooterbahn und vieles mehr. Weiter haben Sie die Möglichkeit, sich über den Matte-Leist zu informieren und ev. als Mitglied beizutreten, damit Sie immer auf dem laufenden sind, was in der Matte los ist.

OK Mattefescht Tinu Schneider, Jimy Hofer, Alberto Gomez

 


Heisse Drinks

Und hier noch ein paar Rezepte für heisse Drinks, die nicht nur in der Matte getrunken werden:

Power-Drink Bananen und Randen


Durch die Kombination von Randen mit Bananen entsteht ein süsslicher Frucht-Gemüse- Saft, der je nach Mischungsverhältnis dicker oder dünner wird. Gibt man mehr Bananen bei, wird das Getränk konsistenter. Bananen sind übrigens eine gute Kalium-, Magnesium- und Vitaminquelle, besonders Vitamin C, B6 und Folsäure.

Wertvolle Randen
'er Saft der Rande schmeckt leicht süss, weil sie über natürliche Zuckerarten verfügt. Sie liefert auch nützliche Ballaststoffe. Diese, auch Nahrungsfasern genannt, wirken verdauungsfördernd. Randen sind eine gute Quelle für Folsäure, die zu den Vitaminen der B-Gruppe gehören. Hundert Gramm Randen decken fast die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Auch Vitamin C ist enthalten. Unter den Mineralstoffen steht nicht - wie oft behauptet wird - Eisen, sondern Kalium an erster Stelle. Der hohe Kaliumgehalt wirkt im Körper entwässernd. Ihre rote Farbe verdankt die Rande dem Gehalt an Betanin. Zur Farbe tragen auch die Flavonoide bei. Diese zählen zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Sie wirken als Zellschutz gegen aggressive Sauerstoffverbindungen und unterstützen die Wirkung des Vitamins C.

Rhabarber-Drink für die Familie

1 kg Rhabarber (wenn möglich rote Stengel)
2 Liter Wasser
6 Nelken
80-100 g Zucker Saft von einer Zitrone

Den Rhabarber waschen, in kleine Würfel schneiden und 10 Minuten im Wasser zusammen mit den Nelken kochen lassen. Absieben und den Zucker in den noch warmen Saft rühren, auskühlen lassen und den Zitronensaft beimischen. Kühl servieren.

Birnen-Caramel-Frappe

4 dl Birnensaft
2 dl Mineralwasser
400 g Caramelglace

Alle Zutaten im Mixer pürieren, in Gläser füllen, sofort servieren.

Viel Spass!

Dipl. Wellnesstrainerin I
Agnes Gozzer

 

Quellennachweis:
Wellness, das Magazin, das gut tut 98
WeIlness-Schulunterlagen


Brief aus Berlin

Als Auslandsmättelerin mit etwas Heimweh nach Aare, Lauben und all den nur schwer beschreibbaren doch existenten Eigenheiten des Quartiers verspüre ich das Bedürfnis den Leuten von Zuhause etwas mitzuteilen; etwas aus dem Leben in der Grossstadt Berlin.

Doch was könnte die Mätteler interessieren? Ein Austausch von Hochwassererfahrung ist schlecht möglich. Hier fliesst ein ruhiger und unbedrohlicher Fluss zwischen hoch vermauerten Ufern. Die Spree, im Gegensatz zur Aare bereits weit weg von ihrem Ursprung irgendwo in den Bergen, ist nicht übermütig, auch nicht unberechenbar. Ausserdem ist sie braun und scheint sehr verschmutzt zu sein. Kein Vergleich mit der Aare ist möglich.

Von einer Geheimsprache kann ich ebenfalls nicht berichten. Eine solche gibt es nicht. Man hört zwar hier viele Sprachen. Beispielsweise Russisch in der U-Bahn und Türkisch am Imbiss- Stand. Hochpoliertes Standarddeutsch an politischen Podiumsdiskussionen und kaum verständlichen Berliner Dialekt von Handwerkern, die neulich in meiner Wohnung den alten Gasherd ersetzten. Aber etwas dem Matteänglisch Vergleichbares? Nein.

Am Besten erzähle ich kurz, was Berlin meinem Eindruck nach Unvergleichlichem zu bieten hat: Lebt man auch erst kurze Zeit in dieser Stadt, kann man sich durchaus bereits als Berlinerin beziehungsweise Berliner bezeichnen. Es ist dabei nicht nötig seine Identität abzulegen, die man aus dem Geburtsort mitgenommen hat. Berlin als Schmelztiegel ohne Anspruch auf Gleichschaltung. Niemanden stört sich daran, dass der palästinensische Lebensmittelladen am heiligen Auffahrtstag geöffnet hat. Berlin beherbergt Klein-lstanbul. Es stört nicht, dass dort, im Kreuzberg, öffentliche Institutionen teilweise auf deutsch und türkisch angeschrieben sind. Auf gebürtige Berliner trifft man selten. Ihre Stadt ist Anziehungspunkt innerhalb Deutschlands aber in gleichem Masse auch für Europa und die ganze Welt. Das mag gewisse, weit rechts gerichtete Kreise verärgern. Doch von diesen abgesehen begegnet man sich hier mit grossem Respekt, und das nicht nur zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften oder Ursprungsnationalitäten sondern auch zwischen alt und jung, arm und reich, Mann und Frau. Noch nie musste ich mir ein übles Nachpfeiffen von irgendwelchen jungen Männern anhören. Die Oma empfindet kein Unbehagen, setzt sich ein Bettler auf dieselbe Parkbank. Und wenn ich dem Verkäufer einer Obdachlosenzeitung erkläre, ich sei zur Zeit zu knapp bei Kasse, um ihm ein Exemplar abzukaufen, wünscht er mir verständnisvoll und freundlich für den nächsten Monat etwas mehr Geld. Nun, vielleicht hätte ich ja bereits heute zwei Mark entbehren können.

Ich wünsche, ich täusche mich in dem oben Beschriebenen nicht. Doch da ich es so erlebe, kann es nicht ganz falsch sein. Und wie sieht es mit dem Zusammenleben in der Matte aus? Ich hoffe nur das Beste.

Alexandra Flury

 


Gesundheit

Energie tanken durch trinken

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen, um ein Flüssigkeitsdefizit zu vermeiden. Den meisten Menschen fällt das schwer.

Der Durchschnittskonsument trinkt zu wenig. Hauptsächlich Frauen und ältere Menschen verspüren oft wenig Durstgefühle und vergessen deshalb auch, täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Folgen des Flüssigkeitsdefizits können das Wohlbefinden schwer beeinträchtigen und der Gesundheit zusetzen.

Rund 60 bis 70 Prozent unseres Körpers besteht aus Wasser.

Wasser = Transportmittel für Nährstoffe zu den Zellen
Wasser = Lösungsmittel für chemische Substanzen
Wasser = Regulierung der Körpertemperatur

Woher kommt das Wasser?
Getränke = mehr als 1,5 Liter pro Tag durch trinken. 1 Liter pro Tag mit fester Nahrung.

Ein Flüssigkeitsdefizit kann Kreislaufstörungen verursachen, löst Kopfweh aus und vermindert Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Zu wenig Flüssigkeit im Körper macht reizbar, schlapp, schwach und erschöpft. Eine weitere Nebenwirkung betrifft das Aussehen. Es lässt die Haut alt und faltig aussehen. Gute Gründe also, genügend zu trinken. Doch was schmeckt gut genug, damit man zwei bis drei Liter täglich davon trinken mag? Man trinkt, was man mag, das Angebot an Getränken ist fast unbeschränkt. Frisches Leitungswasser, Mineralwasser oder stilles Wasser im Turnus mit anderen, weniger langweiligen Getränken: Mal einen ungesüssten Kaffee, Schwarztee, Kräutertee, Eistee oder Früchtetee, mal halb mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, mal ein alkoholfreies Bier oder eine Tasse Bouillon. Verboten ist nichts, geboten ist höchstens Vorsicht vor Kalorienfallen wie Süssgetränken, vor Heilkräutertees mit eventuellen unerwünschten Wirkungen, vor zu viel aufputschendem Kaffee und Schwarztee, vor zu viel alkoholischen Getränken.

Grundsätzlich ist es besser, lieber mal ein Bier oder eine Cola wirklich zu geniessen, als widerwillig an Wasser zu denken und deshalb das Trinken gleich bleiben zu lassen. Häufiges Trinken ist Gewohnheitssache und somit auch erlernbar.

Mit folgendem Trick kann sich auch der grösste Trinkmuffel selber überlisten:
Man kauft sich ein Halbliter-Glas oder einen Humpen, und wenn er viermal leergetrunken ist, hat man sein Tagessoll erreicht!

Dipl. Wellnesstrainerin I
Agnes Gozzer