Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Mix und Blogarchiv

Theater Matte: Premiere nach der Zwangspause

Die Erleichterung war spürbar, bei Publikum und dem Theaterteam: endlich lebt die Bühne wieder. Noch ist es etwas seltsam, maskiert und kanalisiert den Sitzplatz zu suchen. Anstatt Apero gibt es Desinfektionsmittel gesprayt.

Doch Theater funktioniert immer, schon nach wenige Spielminuten sind die ungewöhnlichen Umstände Nebensache. Denn Maria, alt, zynisch und stur füllt die Bühne aus. Niemand kann es ihr recht machen, weder die überforderte Schwiegertochter noch die überdrehte «Lustig-Pflegerin» Nancy. So grantig wie Maria kann man nur in Berndeutsch sein, Maria gewinnt jedes Wortgefecht nach Punkten. Doch sie ist gebrechlich, auf andere angewiesen. Schwierig, zuzugeben, dass sie von fremder Hilfe abhängt. Diese erhält sie unverhofft vom untergetauchten Flüchtling Mohammed. Ausgerechnet ein Araber! Der bringt Marias Weltbild gehörig ins Wanken, den «Mir rede hie z Bärn gäng no Bärdndutsch!» Doch wie geht das zusammen mit den eigenen Werten? Wie fremd Fremde sind, hängt davon ab, wie nahe man sich steht. So geht denn am Schluss jeder seinen Weg.

Das Endemble beim Schlussapplaus

Ein Theatervergnügen, ebenso lustig wie tiefgründig. Das Ensemble überzeugte mit seiner eng verzahnten Vielfältigkeit und mit einer ausgezeichneten schauspielerischen Leistung. Insbesondere Maria, gespielt von Marianne Tschirren, liess Erinnerungen an reale Szenen im Leben nur zu wach werden. Das Team war hervorragend zusammen gesetzt: Nancy, dargestellt von Cornelia Grünig, die mit ihrer quirligen und bestimmten Art über die Bühne flitzte und Multitalent Dara Khalil als Mohammed brachten eine hervorragende Leistung auf die Bühne. Hanna, die resolute Schwiegertochter, gespielt von Barbara Seidel rundete die sehr gute Leistung des Teams ab.

Szenenfoto von © Rolf Veraguth, Burgdorf

Szenenfoto von © Rolf Veraguth, Burgdorf

Schön, dass die Kultur langsam zurückkehrt. Wir sind froh, dass dank dem ausgezeichneten Schutzkonzept wieder Theaterbesuche in der Matte möglich sind.

Mehr Informationen: theatermatte.ch

Literatur im Stiftsgarten – guter Stoff im Grünen

Saisonende mit einer Premiere: «Die Ballade vom traurigen Kaffee» der Schriftstellerin Carson McCuller in der berndeutschen Fassung von Livia Anne Richard zog gut 70 gespannte Zuhörerinnen und Zuhörer in die grüne Oase unterhalb der Münsterplattform.

Sackgass

Die ergreifende Erzählung aus den amerikanischen Südstatten war mit bluesigen Intermezzi des Bluesprof Wale Liniger verwoben. Bereits nach den ersten Takten breitete sich die Tristesse eines vergessenen Fleckens in den USA, abseits der grossen Routen, aus. Der frühherbstliche Sonnenuntergang im Stiftsgarten wich der Nachtkühle, die sehr gut zum tragischen Schicksal der Miss Amelia passte.

Livia Anne Richard und Wale Liniger

Die robuste, kämpferische Südstaatlerin brennt und verkauft Whiskey. Ihr Mann, den sie kurz nach der Hochzeit wieder verliess, sitzt im Knast. Eines Tages taucht ein Fremder auf, der sich als Amelias verschollener Vetter ausgibt. Nach und nach nimmt dieser Lymon von Amelia und ihrem Hab und Gut Besitz. Doch Amelia ist verliebt, wird weich und zutraulich.

Zuschauer im Garten

Aus dem Laden wird ein Café, das den Leuten in der Gegend etwas Würde zurück gibt, man hat endlich einen Treffpunkt, soziales Leben. Doch die seltsame Beziehung zwischen dem quirligen Lymon und Amelia ändert sich schlagartig, als ihr ehemaliger Mann auf Bewährung «nach Hause» kommt. Wer ist nun der Liebende, wer der Geliebte? Die Dreiecksbeziehung endet in einem erbitterten Schlagabtausch, Amelia unterliegt den beiden Männern, die gemeinsam weiterziehen. Amelias kurzes Glück ist zerbrochen, verraten und verkauft, sie schliesst das Café, zieht sich in sich selbst zurück und ergibt sich in ihr Älterwerden.

Zuhörer auf der Gartentreppe

Eine ehrliche, harte Geschichte, die Livia Anne Richard mit sicherer Hand luftig abwickelt. Der Text kommt leichtfüssig daher, erst im Nachhallen offenbaren sich die Abgründe, die Amelia unausweichlich in die Einsamkeit führen. Die musikalischen Akzente und der kräftige Blues von Wale Liniger lassen die staubigen Strassen des damaligen Ameikas der Glücklosen vor das innere Auge treten.

 Weitere Vorstellungsdaten: www.bluesprof.com

Trouvaille in der Wasserwerkgasse

Beim Quartierbummel aufgefallen ist uns das freche Schild "Liebe ist ausverkauft, aber wir haben noch Gin da". OK. Aber warum steht das vor dem Spzialgeschäft für Armaturen?

Schild Liebe ist ausverkauft

Food & Drink in der Matte, das zieht unsereins natürlich in den hübschen Laden an der Wasserwerkgasse 3. Auf elegant gebeizten Paletten findet sich ein ansprechendes Sortiment an feinen Teigwaren, Mehl aus dem Emmenthal, Spirituosen und Getränke aus der Matte und von überall her. Kurz, es fällt schwer, mit leeren Händen aus dem Schnousiparadis zu treten.

Eigentlich wusste niemand in der Firma so recht, wie man den Raum sinnvoll nutzen könnte, bis die Männer aus dem Kündig - Team die Idee für einen neuen Matte-Laden umsetzten: Das Spezialitäten-Lädeli direkt an der Aare!

Innenansicht Laden Food and Drink

Aurelia vom Haartelier Aurelia auf Shoppingtour

Adresse: F. Kündig AG, Wasserwerkgasse 3, 3011 Bern / kuendig-ag.ch

Instagramm: FK_FOOD_AND_DRINK