Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Mix und Blogarchiv

Frisch notiert Dezember 2002

Nez rouge - sec nach Hause!

Elch Logo

Das Ziel ist, die Zahl der Verkehrsunfälle wegen Fahruntüchtigkeit durch Alkohol, Müdigkeit, Drogen oder Medikamente zu reduzieren.

Die Aktion Nez rouge Bern 2002 findet vom Freitag, 6. Dezember 20:00 Uhr bis und mit der Silvesternacht (Dienstag, 31. Dezember) statt.

Ab 20:00 Uhr bis in die frühen Morgenstunden werden von Nez rouge Bern Transporte ausgeführt. Erreichbar sind wir jede Nacht bis mindestens 04:00 Uhr. Sind wir auch nach 04:00 Uhr noch unterwegs, bleiben wir unter der Nummer 0800 802 208 erreichbar und führen allfällige weitere Transporte durch, bis alle Einsatzfahrzeuge zurück in der Zentrale sind.

Also, vor der Heimfahrt anrufen unter: 0800 802 208
Nez rouge führt Sie und ihr Vehikel sicher nach Hause.


Halt, wer da!

Es gibt nichts zu beschönigen. Während drei Nächten in der Woche ist die Berner Matte schwer zu ertragen. Die Amüsiermeile, wie das Wohnquartier von über 1000 Personen, schöngeredet genannt wird, fordert ihren Preis. Verkehr, Parkplatzprobleme, Besoffene und Winkelschiffer sind noch die harmloseren Problemverursacher. Sie werden gefolgt von Randalierern und primitiven Anpöblern von Frauen. Und spätestens bei Vandalen, Sprayern, zugedröhnten Schlägertypen hört das Amusement definitiv auf.

Dagegen gibt es klar Gesetze und Vorschriften, die Polizei hat einen klaren Auftrag und der gilt nicht nur für die Junkerngasse und die Herrengasse sondern auch unten in der Matte.

Dass neuerdings eine Bürgerpatrouille durch die Matte marschiert und Ausschau nach Störefrieden hält, ist wohl der krasseste Ausdruck der Hilflosigkeit, in welche uns die oft bemühten Sachzwänge und smarte Politiker hineinmanövriert haben. Reihum schiebt man sich den schwarzen Peter zu. Das löst Ärger und Frustration aus.

Und plötzlich steigen in uns bräunlich vergilbte Bilder auf. Bilder von eingeschlagenen Schaufenstern, von mit Runen verschmierten Hausfassaden und von strammen Uniformierten, von Spitzeln, von profillosen Politikern.

Gewalt gegen Gewalt? Es wird nur Verlierer geben. Nur der Dialog, nur der echte, allseitige Dialog kann ein Verständnis wecken das hilft, gemeinsam Lösungen zu suchen. Wer weiss, vielleicht wird es einmal mutige Leute geben, die das ernst nehmen?

2.12.02 - Rosmarie Bernasconi und Peter Maibach

MG Konzert

Margots

MGospel, Songs, Musik
Samstag, 21. Dezember 2002, 20.00
Sonntag, 22. Sezember 2002, 17.00
Nydeggkirche, Bern


Ruth Margot, Stimme / Hans Peter Graf, piano, Orgel / Viktor Leuzinger, bass / Res Margot, Alpdoo, Bluesharp, Gitarre / Bänz Margot, drums, Djembe / Chor: Vannia Arzner, Nathalie Meienberg, Evelina Oligatti

Leitung: Pfarrer Suter - Eintritt frei / Kollekte

 

Peter Hutmacher

Malergeschäft Hutmacher - ein Familienunternehmen aus der Matte

Peter Hutmacher ist am 18.2.1942 im Zeichen Wassermann geboren. Verschmitzt schaut er mich an und bemerkt spontan «Mein Aszendent ist übrigens Maler»; grosses Gelächter rundum. Wir stehen während der Znünipause der zahlreichen Handwerker in der Bäckerei Fuhrer im Mattequartier bei Kaffee und Gipfeli. Seit dem Hochwasser haben Handwerker Hochkonjunktur; auch Peter Hutmacher hat viel Arbeit hier im Quartier. Das Malergeschäft Hutmacher ist spezialisiert auf Renovationen, Umbauten und Fassaden. «Arbeitest du auch in Neubauten?» «Nein, Neubauten interessieren mich weniger, weil ich dann zu oft 0815 Arbeiten ausführen müsste», antwortet er mir.

Peter sass im Mai 1964 auf der Plattform und träumte von einem eigenen Geschäft. Und weil es gerade Mai war, kam ihm der Slogan "Alles neu macht der Mai" in den Sinn. Sein erstes Inserat erschien im Stadtanzeiger. Da er noch kein eigenes Telefon besass, gab er die Telefonnummer seiner Mutter an. Schon kurz nach dem Erscheinen des Inserates kamen die ersten Telefonanrufe. Eigentlich hatte er gar nicht damit gerechnet, dass überhaupt jemand anrief. So wurde die Firma 1964 als Einmannbetrieb geboren. Lange Zeit hatte er sein Geschäft am Eigerplatz in der ehemaligen Parkettfabrik, bevor er 1990 an die Aarstrasse 76 ins Berner Mattequartier zog.

Die berühmte Wandmalerei mit Marianne

«Ich wollte schon immer in die Matte und als uns dieses spezielle Haus, welches unter Denkmalschutz steht, an der Aarstrasse angeboten wurde, gab es kein langes Überlegen mehr. Natürlich mussten wir alles umbauen und steckten sehr viel Eigenleistung in das Haus. Dieses Haus hat eine grosse Geschichte und muss über 250 Jahre alt sein.» Seine Augen leuchten wenn er über dieses Haus spricht.

 
Beat und Peter Hutmacher

Während ich Peter amüsiert zuhöre, kommt sein Sohn Beat zur Türe herein und gesellt sich zu uns. Beat Hutmacher ist seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Das freche Grinsen und die spitzbübischen Augen hat er von ihm geerbt. Beat arbeitet seit 10 Jahren im Betrieb des Vaters, als Juniorchef, und wird die Firma eines Tages übernehmen. Der im Sternzeichen Schütze geborene, ebenfalls mit Aszendent Maler, arbeitet gerne im Betrieb seines Vaters. Als er in die Firma eintrat, hatte er schon eine Berufslehre als Detailhandelsangestellter hinter sich. Zuerst arbeitete er zwei Jahre in der Firma mit und absolvierte erst dann seine Malerlehre. «Ich wollte sicher sein, dass mir dieser Beruf auch gefällt. Es hätte mir nichts genützt, wenn ich es nur meinem Vater zuliebe getan hätte», meint er für einmal eher nachdenklich. «Ich habe natürlich Freude, dass einer meiner beiden Söhne den Betrieb weiterführt, aber erwartet habe ich es nicht,» erwidert Peter. Sohn Yves arbeitet ebenfalls im Geschäft mit.  Und seine Frau Marianne ist eine wichtige Stütze im Familienbetrieb Hutmacher. Ohne Marianne würde sicher manches Chaos entstehen!

Beat ist verheiratet und hat zwei Kinder. «Übrigens meine Kinder kommen gerne in die Matte zum Grossvater, am liebsten wenn es Fischstäbli gibt», sagt er schalkhaft. Nachdem uns Ana-Maria frischen Kaffee hingestellt hat, frage ich die beiden, nach ihren Freizeitbeschäftigung. Beide sind im Curlingclub Cristal, Peter ist ein absoluter Töfffreak und ein begeisterter Jogger. Für Beat steht seine Familie im Vordergrund. «Ich spiele ein bisschen Tennis, aber so sportlich wie mein Vater bin ich natürlich nicht», witzelt Beat.

Sie arbeiten gerne zusammen und haben die gleiche Wellenlänge. Für Beat ist sein Vater eher Vorbild und Kollege, so fällt es ihnen nicht schwer den Pinsel im gleichen Takt zu schwingen. Ich spüre die grosse Vertrautheit zwischen Vater und Sohn und die Achtung welcher jeder vor der Persönlichkeit des andern hat. Es ist keine gespielte Harmonie, keine Facette. Vielleicht haben sie deshalb so viel Erfolg in ihrem Geschäft. Jeder lässt den andern machen. «Früher haben die meisten Kunden nur mit mir sprechen wollen», meint Peter. «Und jetzt wollen sie mich», grinst mich Beat verschwörerisch an. Der Generationenwechsel macht sich langsam bemerkbar. Peter ist froh, dass er seinem Sohn Verantwortung abgeben kann und er nicht mehr alles alleine tragen muss.

Bücher von Peter Hutmacher

Erschienen im Verlag EInfach Lesen Bern:

  • Vollgas und Gegenwind - Töffgeschichten - erlebt - erfahren - erinnert ► Buchinfo
  • Bern - Bosporus 1963 - Reisegeschichten - erlebt - erfahren - erzählt ► Buchinfo

Für beide ist es wichtig, dass die Kunden Vertrauen zu ihnen haben. «Es ist nämlich nicht selbstverständlich, wenn uns die Kunden ihren Hausschlüssel überlassen, dafür braucht es schon Vertrauen», sagt Peter ernst. Auch gegenüber den Mitarbeitern haben sie ein kollegiales und familiäres Verhältnis. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mitarbeiter meist über Jahre hinaus im Betrieb arbeiten.

Was sind eure Visionen? frage ich zum Schluss unseres Gespräches. «Ich möchte noch mehr Reisen, lieber mit dem Töff als mit dem Flugzeug, und vor allem will ich nicht auf dem Totenbett den Eindruck haben, etwas verpasst zu haben», sagt Peter fast philosophisch. «Und ich möchte, dass das Geschäft weiterhin so gut läuft, es meiner Familie gut geht und, dass ich wieder vermehrt Zeit habe für die Musik», erklärt Beat ernst.

Die Bäckerei hat sich geleert, die Handwerker sind wieder an der Arbeit. Auch Beat und Peter gehen an ihre Tätigkeiten zurück, während ich noch für einen kurzen Moment stehen bleibe und meinen Gedanken nachhänge.

Herzlichen Dank Beat und Peter für das humorvolle, ernste aber auch witzige Gespräch.

Rosmarie Bernasconi, ca. 2002

Frisch notiert September 2002

Franz Rutishauser

Franz Rutishauser Wir kondolieren

Am Mittwoch, 28.8.02 verstarb Franz Rutishauser aus der Gerberngasse in der Matte unerwartet früh an einem Herzversagen; er war 64 Jahre alt.

Wir erinnern uns trauernd an unseren Freund, Kollegen und Nachbarn.

Die unkonventionelle, ergreifende Trauerfeier fand unter grosser Anteilnahme am 3.9.02 auf dem Bremgartenfriedhof statt.

 

Der Bund, 05.09.2002, Ausgabe-Nr. 206, Ressort Stadt Bern:

Franz Rutishauser gestorben

VINZENZ BERGER

Mit Franz Rutishauser ist letzte Woche ein Architekt gestorben, der in den 70er-Jahren das Bild der Stadt Bern entscheidend mitgeprägt hat. Von 1967 bis Ende 1979 stand Rutishauser in städtischen Diensten, ab 1970 als Stadtbaumeister. Er war für die Projektierung und bzw. oder die Durchführung etlicher heute noch wichtiger Bauwerke verantwortlich. Dazu gehören insbesondere die Renovation von Kornhaus- und Stadttheater-Fassade sowie des Zytglogge, womit das Gebiet zwischen Ober- und Unterstadt neu gestaltet wurde. Als weitere grössere Projekte gehen die Sanierung des Erlacherhofes oder der Neubau der Zivilschutzanlage in Riedbach auf das Konto Franz Rutishausers. Aber auch Kleineres zeugt von seinem Wirken, so die Erweiterung der Primarschule im Tscharnergut oder die Sanierung des Schlosses Bümpliz.

Nach seinem Weggang vom Hochbauamt wurde Franz Rutishauser Teilhaber im Architekturbüro Suter + Partner, später machte er sich ganz selbständig und realisierte unter anderem in Südfrankreich ein Gästehaus in einer mittelalterlichen Ölmühle. Als Mensch und Berufsmann war er ein «Chrampfer» und Anpacker, der ein Projekt mit Beharrlichkeit verfolgen konnte. Er lebte und arbeitete in den letzten Jahren eher zurückgezogen und bescheiden in der Berner Matte.

© 2002 / Der Bund Verlag AG, Bern & Autoren