Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig Juli 1998

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe Juli 1998


Inhaltsverzeichnis


Diskussionsabend zum Thema «Matte-Verkehr»

Einbahn statt Fahrverbot?

L: Vier Monate nach der Kontroverse um das Nachtfahrverbot machen die damaligen Gegner gemeinsam Vorschläge zur Vekehrsberuhigung in der Matte. Ein Konsens scheint diesmal möglich.

G: (es.) Mitarbeiter des Tiefbauamtes hatten die Tafeln für das Nachtfahrverbot in der Matte Anfang Februar eben erst aufgestellt, als der Regierungstatthalter Sebastian Benz das Vorgehen der Stadt( -Polizei) für nicht korrekt taxierte und die Tafeln noch vor der ersten N acht wieder abmontieren liess. Ein Punktesieg für die IG Matte, in der zehn Mätteler Betriebe des Gast- und Unterhaltungsgewerbes organisiert sind (Wasserwerk, Silo, Broncos Club, usw.). Jetzt hat die IG Matte zusammen mit dem Matteleist (Befürworter des Nachtfahrverbots) neue Vorschläge zur Verkehrsberuhigung gemacht und an einer Versammlung am 9. Juni öffentlich vorgestellt.

Z: Nacht-Einbahnstrasse Rene Stirnemann (Matteleist) und Jimmy Hofer (IG Matte) schlugen den rund 35 anwesenden Anwohnern und Gewerbetreibenden einen Kompromiss vor, der im wesentlichen aus einem nächtlichen Einbahnverkehr (statt Fahrverbot) und zusätzlichen Pärkplätzen an der Aarstrasse besteht.

Der Vorschlag, die Gerberngasse in der Nacht, wenn nicht in beiden, so doch mindestens in einer Richtung zu sperren, fand unter den Anwesenden breite Zustimmung. Eine Nacht-Einbahnstrasse (z.B. 22 Uhr bis 4 Uhr) ab Läuferplatz oder Wöschhüsi bis Marzili - Kreisel (in diese Richtung) würde das Quartier vom lästigen Suchverkehr entlasten ohne die nächtlichen Gäste fernzuhalten, wurde argumentiert. Jeder Matte - Gast soll einmal durch das Quartier fahren dürfen.

Z: Parkplätze an der Aarstrasse

Was aber, wenn er dabei keinen Parkplatz findet? Dann soll er an der Aarstrasse parkieren können. Die IG Matte schlägt dort neue Parkplätze vor, mit ebenfalls auf die Nacht befristeten Zeiten. Gegen diesen Vorschlag wehrten sich erwartungsgemäss die direkten Anwohner. Die zusätzliche Belastung sei nur zumutbar, wenn zur Beruhigung der Badgasse eine Lösung gefunden werde.

Als weitere Massnahmen wurde eine fixe Durchgangssperre beim Wöschhüsi diskutiert, eine Sperre oder Verengung allerdings, die von Sanität und Feuerwehr passierbar sein müsste. Ein weiteres Verbot, das wieder nicht eingehalten würde, war der Grundtenor dazu. Nur am Rand besprochen wurden die Folgen der Einbahnstrasse auf die Wasserwerkgasse. Für die Kanalgasse wurde eine permanente Einbahnstrasse zur Entlastung vorgeschlagen.

Z: Wie weiter?

Die Patentlösung für das Verkehrsproblem der Mätteler hat auch der Diskussionsabend vom 9. Juni nicht hervorgebracht. Nach dem "Gstürm" um das Nachtfahrverbot gelang es IG Matte und Matteleist aber wenigstens, die Diskussion wieder aufzunehmen. IG und Leist wollen nun eine bereinigte, mehrheitsfähige Vorlage ausarbeiten und der Mätteler - Versammlung noch einmal vorlegen (im Herbst). Dort sollen die Massnahmen dann als gemeinsamer Konsens beschlossen und als Eingabe im Stadtrat deponiert werden. Nach wie vor beim Bundesrat befindet sich die Einsprache gegen die Einführung der Blauen Zone in der Matte - laut Insidern aber nicht mehr ganz in der untersten Schublade...

Erwin Schmid

YW Matte kämpft gegen Nacht Chaos

Die Y W Matte (Ywohner Matte) ist eine Interessengemeinschaft von Anwohnern, die sich für Lebensqualität in der Matte einsetzt. Die Y W Matte steht in Kontakt mit dem Regierungstatthalter, dem Stadtpräsidenten, der Polizeidirektion, dem Amt für Umweltschutz, den Medien, dem Matteleist und der IG Matte. Die Y W Matte stellt fest, dass sich die Lebensqualität in der Matte in den letzten Jahren stark verschlechtert hat. Hauptsächlich die Lärmbelastung ist für viele Anwohner nicht mehr zumutbar. Anwohner werden krank, Anwohner müssen wegzügeln. An der Veranstaltung vom 9. Juni, zu der IG Matte und Matteleist eingeladen hat, konnte eine grössere Anzahl von Anwohner nicht erscheinen, da der Zeitpunkt der Versammlung für sie ungünstig war. Verschiedene Leute kamen leider nicht, weil sie meinten, dass es an dieser Sitzung einzig um die geschäftlichen Interessen der Mitglieder der IG Matte gehe, und dass lärmgeplagte Anwohner nur ausgelacht würden. Ruth Margot von der Y W Matte informierte die Anwesenden.

Einige Aussagen von Anwohnern:

Frau G ., Wasserwerkgasse, Mutter eines Kindes:
«Der Nachtlärm ist Horror; wir können uns nicht schützen...».

Frau P., Gerberngasse:
«Ich helfe mit, im Treppenhaus vom WW einen grossen Kessel mit Farbe auszuleeren».

Herr W., Gerberngasse:
«Ich helfe, Autoantennen und Scheibenwischer zu knicken».

Herr M., Gerberngasse:
«Man sollte Silo und WW in die Luft sprengen».

Frau W.:
«Meine Kinder hatten Schlafstörungen, darum sind wir jetzt weggezügelt... ».

Unzumutbare und ständig auftretende nächtliche Missstände

  • Suchverkehr: Autos rasen lautstark, oft mehrmals durchs Quartier, Autotüren werden zugeschlagen, Kavaliersstart, Musik dröhnt bei offenen Autotüren, Autos - auch Musikcars -werden unerlaubt und behindernd abgestellt, Autos hupen, Autos fahren zu schnell, Abgasemissionen belästigen Anwohner auch in ruhigeren Wohnungen...
  • Schreie, unzählige Einbrüche und Diebstähle (in einem Haus wurde in letzter Zeit 5 Mal eingebrochen), umgeworfene Blumentöpfe, Beschädigungen an Einrichtungen, Türglockengeklingel, stinkende Pisse, Schmutz, stundenlanges Jaulen von eingeschlossenen Hunden in Autos, Lärm der Besucher vor WW und Silo, Sprayereien...
  • Musik dröhnt auch weiterhin aus dem Wasserwerk ( durch die Luft und wahrscheinlich auch durch den Boden).

Lösungsvorschläge der YW Matte

  • Die beiden grossen Nachtlokale sollen den Betrieb in der jetzigen Form einstellen. Kleinere Kulturclubs mit Öffnungszeiten bis Mitternacht sind erwünscht.
  • Nächtliche Verkehrssperre der Matte, ev. nächtliche Sperre der Kanalgasse.
  • Ständige Polizeipräsenz in der Nacht in der Matte, sofortiges Einschreiten der Polizei bei Belästigungen.
  • Reduktion der Parkplätze-Anzahl für Nicht Anwohner (mehr Parkplätze ziehen mehr Autos an).

Die YW Matte ist überzeugt, dass ein Nachtfahrverbot für alle eine viel bessere Lösung wäre. Sie bittet die 10 Matte und den Matteleist diese Option nicht aus den Augen zu lassen. Die Einbahnlösung wird wahrscheinlich das Lärmproblem nur ungenügend lösen und eventuell noch mehr Fahrzeuge anziehen.

Das Städtische Amt für Umweltschutz erklärt

...nach dem Konzept der Netzhierarchie (gemäss Verkehrskonzept STEK VK95) ist die Matte ein Wohnquartier. Die gesetzlichen Grenzwerte für Lärm-Immissionswerte werden in der Matte stark überschritten (Lärmbelastungskataster der Stadt Bern). Darum ist die Behörde gezwungen, den motorisierten Individualverkehr massiv (um ca. 50% ) einzuschränken. Die YW Matte stellt fest, dass die Messwerte der Behörde die massive Lärmzunahme in der Nacht der letzten Jahre nicht enthalten. Der Handlungsbedarf ist somit viel grösser.

Res Margot, YW Matte

Wöschhüsi Einweihung vom 7. Juni

aus der Sicht der Food-Brlgade

Der Monat Juni scheint für viele Vereine der geeignete Zeitpunkt des Jahres zu sein, Festaktivitäten zu starten! Solche Anlässe erfordern immer freiwillige Helfer, die ihre Wochenendfreizeit opfern.

Diesmal enthielt der Menuplan Grillbratwurst, diverse Salate und jede Menge Getränke.

Es braucht aber auch Tische, Bänke, und wenn es regnet, ein Dach über dem Kopf (sprich: Zelte); das Wöschhüsi wäre zu klein, um die zu erwartenden Gäste zu beherbergen!

Der Sonntag ist da und es kann losgehen: 10 Kopfsalate, 3 Liter Salatsauce, 1 kg Zwiebeln, Schnittlauch, 14 kg Reissalat (auf verschiedene Arten angerichtet), 200 Bratwürste, 2 Gläser Senf, 8 kg Brot. Nicht immer läuft es rund -hier fehlt das Brotmesser samt Brett, oder die Grillzange, der Korkenzieher, aber auch der Wasserkessel samt Putzlappen.

Nun, das erste Bier fliesst und der Grillduft verbreitet ,sich durch die ganze Matte... Gäste sind herzlich willkommen ! Und wir erhalten viele Komplimente, welche uns freuen.

Bis zum Abend sind die Salatschüsseln leer, die Bratwürste weg.
Zum Dessert folgt für die «Brigade» noch die Zeit des Aufräumens.
Freiwillige Helfer sind kostbar und sollten entsprechend behandelt werden. Wir wünschen uns für die nächste Festwirtschaft einen durchorganisierten Einsatzplan!

Musikanten und Küchenbrigade
Im Namen der Food-Brigade: Strüby & Gozzer

 


Leist Nachrichten

Auszüge aus dem Protokoll zur Leist- Vereinsversammlung vom 31. März 1998

Jahresbericht des Präsidenten und das komplette Protokoll wurden den Leist-Mitgliedern zugestellt -weitere Interessenten können diese über Postfach 29, 3000 BERN 13, anfordern.

4. Jahresberichte der Delegierten
Willy Iseli, verantwortlich für «Bern in Blumen» berichtet über die am 5. August 1997 durchgeführte Prämierung. Mit 133 prämierten Fenstern gegenüber 131 im Jahr 1996 ist eine erfreuliche Zunahme festzustellen. 1998 wird der neue Stadtgärtner, Herr Wittenbach, an der Prämierung teilnehmen. Willy Iseli lädt die Matte-Bewohner ein, mit buntem Blumenschmuck - kein Grünzeug! - zur wohnlichen Atmosphäre des Quartiers beizutragen.

Wie Rolf Badertscher, Spysi-Delegierter informiert, beschloss die Delegiertenversammlung im Wylerbad, die Mahlzeitenpreise. unverändert zu belassen.- Die Spysi-Rechnung schliesst mit einem Überschuss von CHF 85.85 ab.

Rene Stirnemann orientiert als Vorstandsmitglied über den Hilfsverein Matte-Schulen. Derzeit kommen sechs Kinder bedürftiger Familien in den Genuss des «Mittagstischs», wofür 1997 ein Beitrag von CHF 2640.- aufgewendet wurde.

5. Matte-Fest 1997
Laut Rene Stirnemann steht ein Guthaben aus offenen Rechnungen von rund CHF 13000 aus; im einen Fall wurde eine Betreibung eingeleitet. Es ist deshalb momentan nicht möglich, eine Abschlussrechnung vorzulegen. Sobald alles geklärt ist, erfolgt eine Orientierung in der Matte-Zytig. Jörg Leuenberger informiert, dass der Leist die Defizitgarantie von CHF 7500.- angesichts der offenen Rechnungen zur Verfügung stellt.

6. Verein Matte-Wöschhüsi (Sponsor-Beitrag)
Angesichts der Gründung des Vereins Matte-Wöschhüsi wird die Kommission aufgelöst. Wie Fritz Gilgen informiert, ist die bauliche Sanierung mit Installation W C und Wasseranschluss demnächst abgeschlossen. Am 7.6. findet ein Eröffnungsfest und die provisorische Betriebsaufnahme statt.

7. Matte-Zytig (neues Konzept)
Die neu gebildete Koordinationsgruppe Rosmarie Bernasconi, Niklaus Huber, Jacqueline Vuillien und Werner Wägli erarbeitete ein neues Konzept, wobei inskünftig ein Team von Redaktoren die einzelnen Rubriken betreut. Inseratenakquisition und Druck erfolgen durch die Bargezzi AG. Herr Wägli informiert über die Neugestaltung und betont, dass die finanzielle Verantwortung des Leists gegenüber der Matte-Zytig in Form der bisherigen Defizitgarantie gewährleistet sein muss. Es wird noch zu beschliessen sein, welches Vorstandsmitglied den direkten Kontakt mit der Koordinationsgruppe wahrnimmt.

8. Jahresrechnung 1997 und Revisorenbericht; Dechargenerteilung
Die Erfolgsrechnung 1997 sowie die Bilanz per 31.12.97 werden verteilt. Die Rechnung weist einen Verlust von CHF 9522.60 aus. Entstanden ist dieser einerseits durch die Überweisung des Matte-Fest-Kontos, anderseits wegen Mehrkosten der Matte-Zytig und der T - Shirt - Herstellung.

10. Mitgliederbestand, Mutationen
Der Mitgliederbestand beträgt per 31.03.98 total 330 registrierte Mitglieder (299 Adressen). 17 sind neu hinzugezogen, 26 ausgetreten, wovon 16 das Quartier verlassen haben. Der Vorstand plant, 1998 eine neue Aktion zur Mitgliederwerbung zu lancieren.

11. Ersatzwahlen (Vorstand)
Vom bisherigen Vorstand treten zurück: Pia Burkhalter (Matte-Zytig), Andrea Denier (Matte-Zytig), Niklaus Huber, Nick Tanner (Matte-Zytig), Diana Vogt (Protokoll). Als Ersatzmitglieder werden gewählt: Wale Buri und Elsbeth Heinzelmann (Protokoll). Rene Stirnemann ernennt Jimy Hofer zum Vizepräsidenten; Jörg Leuenberger bleibt Kassier.

13. Diverses
Nächtliche Verkehrsprobleme an Wochenenden

Wie Jimy Hofer als Vertreter der IG Matte bestätigt, sind sich die Betreiber der Lokale Silo-Bar und Wasserwerk der Probleme bewusst und möchten im offenen Dialog mit dem Matte-Leist einen Konsens finden. Das Problem ist aber nicht matte-spezifisch; sinnvoll wäre ein Gesamtkonzept zur Verkehrsberuhigung. Laut Res Margot wurden 200 Unterschriften lärmgeplagter Matte-Bewohner gesammelt, was ihn bewog, die YW Matte zur Vertretung ihrer Interessen zu gründen. Sie ist in Diskussionen beizuziehen. Für ihn entsteht die unhaltbare Situation dadurch, dass nach Einbruch der Dunkelheit keine Polizei mehr präsent ist. Es gilt nun kurzfristig etwas zu unternehmen. Rene Stirnemann schlägt vor, bald einen Termin mit der IG Matte zu finden, um die Angelegenheit gemeinsam zu beraten.

Schluss der Sitzung: 23.30 h

Für das Protokoll: Elsbeth Heinzelmann

 

Altersausflug Matte

Rolf Badertscher hat sich bereit erklärt, den diesjährigen Altersausflug zu organisieren: Am 29.8. ist eine Fahrt rund um den Thunersee vorgesehen, mit einem Z'Vieri-Halt in Aeschlen. Anmeldungen nimmt die Gemeindeschwester sowie das Matte-Lädeli entgegen..

Flaggen in der Matte am 1. August

Dieses Jahr übernimmt freundlicherweise die Peter Ammann AG die Beflaggung.

Geschenkgutschein Matte-Einkäufe?

An seiner Jubiläumsversammlung hat der Verein Kramgass- Warencheck der Umbenennung auf Berner Altstadt- Warencheck zugestimmt. Gewerbetreibende der Matte können sich als Leist-Mitglieder an der Abgabe/Einlösung beteiligen. Das Protokoll der Hauptversammlung hat sie darüber bereits orientiert. Wer vor Ende Juni beitritt, wird im neuen Mitglieder- und Branchenverzeichnis aufgeführt und kann von der Werbung im September 1998 profitieren.

Weitere Auskünfte erteilt:
Rene Stirnemann, Präsident Matte-Leist Telefon
311 28 78


Matteänglisch-Kurs

Letztes Jahr haben wir mit Erfolg einen Matteänglisch- Kurs in der Felsenburg durchgeführt. Dabei haben gute Matteänglisch-Kenner und Einsteiger, Alt und Jung, Moossen und Rachen, miteinander die Geheimsprachen gelernt.

Verschiedene Leute haben in den letzten Monaten gebeten, dass der Kurs weitergeführt wird. Dabei sollen wiederum Könner und Einsteiger miteinander die verschiedenen Matteänglisch pflegen. Dabei werden sicher auch wieder spannende Geschichten aus der Matte weitergegeben.

Interessenten sollen sich bitte mit dem Anmeldeformular bei Res Margot melden. Res Margot

Kursausschreibung

Donnerstag, 18.30-20.00 Uhr ab Donnerstag, 13. August 1998, in einem gemütlichen Lokal in der Matte. Anmeldefrist: Ende Juli 1998.

Buch Matteänglisch, Bargezzi Verlag (Buchhandel oder Augsburger-Lädeli) bitte mitbringen, Matteänglisch-Übersetzungsprogramm bei Res Margot erhältlich. Anmeldung für Itteme Iggetsche I Matteänglischkurs


«Home Sweet Home»

Gedanken aus, über und zur Matte

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Immer wenn man in irgend einem Gespräch auf den eigenen Wohnort zu sprechen kommt und sich selber dann als Mätteler zu erkennen gibt, sind Reaktionen wie: «Whow, super!», oder «Nobel, nobel!» nicht selten. Eine sofortige Relativierung solcher Superlativen drängt sich in den meisten Fällen jedoch auf. «Nein, so nobel oder so versnobt, wie man oft meint, ist sie gar nicht, die Matte», und «Nein, teuer ist das wohnen auch nicht unbedingt, nein, es ist eigentlich fast ein gewöhnliches Quartier»... und schon hat das typische Berner-Understatement begonnen. Denn sie ist kein «eigentlich normales Quartier», sie ist -unter uns gesagt - schon speziell, unsere Matte. Vielleicht eben gerade deshalb, weil sie eben all diese Eigenschaften «Whow, super» und «Nobel, nobel» enthält, aber trotzdem auf den ersten Blick ganz alltäglich daher kommt und auch das Gegenteil von dem in der Matte seinen Platz hat. Aber auch das Alltägliche ist eben leider nicht mehr überall so alltäglich wie wir es uns vielleicht wünschen würden. Und ich behaupte, dass es in der Matte eben noch mehr gepflegt wird, als sonstwo. Und was könnte das Besondere an der Matte sein? ist es das einander Grüssen auf der Strasse, im Laden, auf der Post? Das miteinander Reden, wenn man nicht gerade auf dem Weg zu einem Termin ist? ist es das Kalender- Fenster im Dezember, das sich auf Anhieb zum Erfolg gemausert hat? Nichts Eindeutiges, nichts ganz klar Fassbares. Auch hier wird es ein bisschen von allem sein, aber eben vielleicht die richtige Mischung. Und es ist einfach anders. Ich habe es selber auch erlebt. Aufgewachsen bin ich im Breitsch in den 50er- und 60er-Jahren, dann habe ich für einige Jahre einen Abstecher nach Ostermundigen gemacht, bin aber Mitte der 80er-Jahre in die Stadt zurückgekehrt. Obere Altstadt, Untere Altstadt und seit fast fünf Jahren in der Matte. Und nirgends war das Nachhausekommen so, wie hier in der Matte. Irgendwie entrinnt man der Stadt, entkommt ihr, ohne von ihr loszukommen. Es ist, um es beim Wort zu nennen: «Eifach heimelig ir Matte!». 

und damit ist wohl auch der Grundstein zu einem Alltag gelegt, den man wie man ihn erlebt, auch gerne erhalten haben möchte: Eigentlich ruhig, besonnen, nicht gerade verschlossen, aber eben doch ein bisschen für sich. 

Aber der eben beschriebene, ist eben nicht der Alltag, wie im richtigen Leben. Täglich fahren immer noch Hunderte von Fahrzeugen unerlaubterweise durchs Quartier, täglich beobachten wir Fahrzeuge, die einfach bei uns abgestellt werden und oftmals wochenlang kostenlos stehen gelassen werden. An den Wochenenden wird das Freizeitangebot in der Matte bis an die Schmerzgrenze genutzt, die BesucherInnen sind begeistert: Die trendige Silo-Bar, das hip-aktuelle Wasserwerk, eine einfallsreiche Cinematte, attraktive Restaurants, etc., was will man mehr Und alles schön beisammen. 

Versuchen wir jetzt einmal, die beiden Situationen einander näher zu bringen, auch wenn es hier vorerst nur mal auf dem Papier geschieht: Die Matte als Wohnquartier und die Matte als «allgemein freizugängliches Freizeit-Quartier». und die Probleme, die dabei entstehen, sind nicht neu. Machen wir einen kleinen Abstecher in die 60- und 70er-Jahre. Da war es die allerseits beliebte «Dili» (Tanzdiele ), die manche seine Jugend mitgeschrieben hat, die für den damaligen Wochenend-Ärger der Anwohnerinnen und Anwohner in der Matte sorgte. Ungeniert fuhren die Töffli lärmend durch die Strassen und Gassen der Matte und raubten schon damals den einen oder anderen Mättelern den Schlaf. Ohne «Dili» war das mit dem Schlafen dann schon ein bisschen besser, aber schon rückte der . nächtliche Transitverkehr ins Zentrum der Kritik. Die Regelung mit der beschränkten Durchfahrt brachte ein wenig Linderung, die konsequente Durchsetzung der neuen Verkehrsregelung hätte es noch mehr getan. Ein Versuch, die «Dili» wieder zu eröffnen, scheiterte unter anderem auch am Widerstand der Mätteler, obschon es sicherlich das kleiner «Lärmübel» gewesen wäre, die «Dili» erneut zu aktivieren, als das was in der damaligen Zukunft kommen sollte. Nun, es soll bei letzterer Feststellung nicht der Eindruck entstehen, dass der Autor das Freizeitangebot in der Matte mit «Lärmübel» gleichsetzt, nein, das Beispiel soll nur in Erinnerung rufen, dass das Mass des Freizeitangebots und das Mass der Lärm-Immisionen, ganz deutlich in direktem Zusammenhang stehen. Und in solchen Situationen bringen radikale Massnahmen keine nützlichen Lösungen für Befürworter und Gegner des heutigen Zustandes. Es sind akzeptable Lösungen gefragt, es müssen neue Wege beschritten werden, Wege, die einander entgegenkommen. Es müssen Lösungen gesucht werden, die Platz für Verständnis für die andere Seite haben. Ich bin überzeugt, das es diese Wege gibt und das der Wille sie zu finden bei den Befürwortern, wie auch bei den Gegnern des allgemein frei zugänglichen Freizeitangebots vorhanden ist. Ich möchte es nicht versäumen hier einige Gedanken anzuführen, die unbedingt in die Diskussionen zwischen Befürwortern des allgemein frei zugänglichen Freizeitangebots und den Gegnern desselben mit Sicherheit einbezogen werden müssen: Übermässige Lärm-Immisionen verringern nach und nach die Toleranz der Gegner des jetzigen Zustandes und können so zu Überreaktionen führen. Trotzreaktionen der Befürworter des allgemein frei zugänglichen Freizeitangebots verhärten die Fronten unnötig. Befürworter müssen den Gegnern deutlich signalisieren, dass sie für eine Verringerung der Lärm-Immisionen sind und sollen sich auch öffentlich dazu bekennen. Gegner sollen Offenheit für konstruktive Vorschläge der Befürworter bekunden. Beide Seiten sollten sich an bestehenden Modellen in anderen Städten orientieren und sich mit den Erfahrungen derer auseinandersetzen. Viele haben nämlich dieselbe Diskussion schon geführt und sind zu Schlüssen gekommen, die heute alle mittragen.

Diese Art von Gesprächskultur und Lösungsbereitschaft würde man sich wünschen und wäre auch in unserem Fall angemessen. Alles andere verzögert mögliche Lösungen. 

Seien wir ehrlich: Im Grund genommen möchten wir alle mit einem guten Gefühl sagen können: «Komm» doch mal zu uns in die Matte!» Sei es die Tante aus dem Wallis, die da kommen soll, der Wasserwerk-Besucher, die Freunde aus Bümpliz, die wir einmal einladen möchten, die Silo-Bar-Besucherin aus der Länggasse, der Onkel aus Zürich, oder den Cineasten aus dem Weissenbühl. Wir möchten eigentlich alle willkommen heissen.

Paul von Kaenel

Sie treiben es ganz schön bunt in der Matte...

«Wir brauchen Farbe. Farbe ist der direkte spontane Ausdruck des Lebens», meinte der Schweizer Architekt Le Corbusier. Um aber mit Farbe gestalterisch umzugehen, braucht es ein gerüttelt Mass an Kenntnissen und Fähigkeiten, von Farbtheorie über Psychologie und Design bis zu Architektur und Technologie. Werfen wir einen Blick in die Farbtöpfe zweier Maler, die sich in der Matte angesiedelt haben. 

Wenn Malereien Geschichte machen 

an der Wasserwerkgasse 8 hat anfangs Februar Daniel Haller sein Atelier aufgemacht, als Filiale der Alfred Bürki AG Burgdorf. Sein Name geisterte schon im Frühjahr 1996 durch den Berner Blätterwald, als der angehende Malermeister die lieblos überstrichene Decke der ehemaligen Nobelherberge Thunerhof restaurierte. Seiner heimlichen Leidenschaft für Historismus und Jugendstil frönend, rekonstruierte er als Diplomarbeit die Ornament-Deckenmalereien des heutigen Verwaltungsgebäudes und erntete damit das Lob des Thuner Stadtarchitekten für seine denkmalpflegerisch anspruchsvolle Arbeit. Das Objekt hatte aber seine Tücken, musste doch Haller zuerst Schablonen herstellen, sie an die Decke kleben und die leeren Stellen in tagelanger Arbeit farbig auspinseln. «Es war ganz schön anstrengend, stets nach oben zu schauern>, meint er rückblickend. «Michelangelo wusste schon, wieso er sich für Deckenmalereien stets auf eine Liege legte.» Der gebürtige Zürcher liebt das Kreative, experimentiert gerne mit raffinierten Schwamm-, Wisch- und Schabloniertechniken, kreiert moderne Effektmalereien und tüftelt an Holz- und Marmorimitationen. Vor allem hat es ihm das Stucco Veneziano angetan, eine zur venezianischen Hochkultur beliebte Spachteltechnik als Marmorersatz, in der Kalkanteile im feinen Marmorpulver durch Druck verdichtet werden. «Diese Kaltverbrennung ist umweltfreundlich, der Abrieb keimfrei und eignet sich deshalb gut für Spitäler», erklärt Haller, der soeben an einer «grünen Preisliste» für umweltgerechte Angebote bastelt. Umweltbewusstsein heisst für ihn, das Oeko-System als Ganzes betrachten und auf der Hut sein vor verantwortungslosen Geschäftemachern. «Die meisten Farben sind heute geruchfrei, haben aber oft denselben Lösungsmittelanteil wie früher. Man riecht nur nicht mehr, dass Gift drin ist. Was nützt es da, wenn auf dem Kübel «Bio» steht oder ein grüner Punkt klebt?» Oder nehmen wir die Kunstharzlacke (Alkyde), in den Ohren von Umweltschützern ein Reizwort, dabei weisen heutige Kunstharzlacke einen Gehalt an natürlichem Leinöl von 70-80% auf. Die Materialien für reine Naturfarben stammen fast alle direkt von der Natur, wie Harze und Oele, Leinsamen oder Wachse. Doch stellen wir uns vor, es wollten plötzlich alle nur noch biologische Bindemittel: der Raubbau an der Natur wäre gewaltig! «Naturprodukte sind oft alles andere als sanft», weiss der Farbkünstler aus einschlägiger Erfahrung. «So können Terpentinöl, Citrus- und Orangenterpene üble Ekzeme verursachen.» Dem Aestheten Haller sind auf seinen Matte-Rundgängen sofort die Schmierereien aufgefallen. Um diesen den Garaus zu machen, pröbelt er derzeit mit einem neuartigen Oberflächenschutz. Die auf biologisch abbaubaren Polysacchariden basierende Lösung überzieht Natur- und Kunststein, Beton, Kacheln und Metall mit einem hauchdünnen Film, der sich mit Warmwasserhochdruck leicht entfernen lässt. «Natürlich ist die Kreativität die schönste Seite unseres Berufs», meint Haller mit einem Blick auf die dekorierten Musterwände seines Ateliers. «Aber das Wichtigste ist, dem Kunden mit Farbe, Material und fachgerechtem Rat eine optimale Lösung seines Problems zu bieten.» 

Solides Handwerk und Flexibilität

 Nur ein paar Schritte weiter hat sich an der Wasserwerkgasse 7 Eduard Mischler eingenistet. Aber nur privat, denn seine Werkstatt liegt im ehemaligen Tobler- Areal in Ausserholligen. Gerne erinnert er sich an seine rund dreissig Jahre zurückliegende Malerlehrzeit, als er Schabloniertechniken, Vergolden, feine Filetarbeiten und manches andere von der Pike auf lernen musste. Sein Handwerk mit viel Phantasie anpacken, davon hatte auch er damals geträumt. Doch die Realität hat ihn etwas anderes gelehrt: «Bei Renovationen sind alte, historische Dekors nicht mehr gefragt», meint er bedauernd. Zu seinen Stammkunden zählen ein paar Liegenschaftsverwaltungen, deren Wohnungen er bei Mieterwechsel ein «Face-Lifting» verpasst. Entsprechend fällt die Arbeit hauptsächlich auf Monatsende an. «Die Aufträge kommen meist per Fax herein», erzählt der Kleinunternehmer. «Da heisst es rasch und flexibel handeln, die Zeit drängt. N achtarbeit und Einsätze übers Wochenende sind dann an der Tagesordnung. Nach individueller Beratung fragt niemand, denn in solchen Fällen ist alles ins Detail geregelt, selbst der Farbton für die ganze Liegenschaft festgelegt.» Kommt da der Umweltschutzgedanke auch ins Spiel? «Sicher, sofern es sich um öffentliche Bauten der Stadt oder des Kantons Bern handelt.» Wie Daniel Haller, sieht auch er die Umweltproblematik ganzheitlich. «Arbeitet man mit wässrigen oder Naturfarben, werden die Pinsel abends ausgewaschen, Reststoffe wandern in die Kanalisation», stellt er kritisch fest. «Setzen wir den oft verschrienen Kunstharz ein, können wir die Pinsel über Nacht einfach in einem Eimer auf einem Sieb über etwas Nitroverdünner aufbewahren. Was ist nun sinnvoller?» Als Fachmann bedauert er, dass noch kein Ersatz für Lösungsmittel gefunden ist, der für umweltfreundliche Anstriche ein gleichermassen einheitliches Streichen erlaubt: «Bei lösungsmittelfreien Farben sieht man halt jeden einzelnen Pinselstrich!» Nun, ein Leben harter Knochenarbeit, ohne Kreativität? Kommt bei so wenig individuellem Spielraum kein Frust auf? «Nein, ich habe Freude an meiner Tätigkeit, wie sie ist; die Kreativität kann ich aufs Privatleben verlegen», schmunzelt Mischler mit vielsagendem Blick in die Runde. Tatsächlich war eine gute Portion Einfallsreichtum nötig, um den ehemals kahlen Lagerschuppen über der Cinematte in einen behaglichen Wigwam umzubauen, Wände einzuziehen, Zwischenböden zu legen. «Was mir an meinem Beruf gefällt, ist die Freiheit, die Möglichkeit, auch meinen Hobbies nachzugehen.» Dass dabei Wellenreiten ganz oben auf der Wunschliste steht, verraten uns die Poster an den Wänden: lauter braungebrannte Körper auf flotten Brettern vor gigantisch anmutenden Wellen. Mischler gerät ins Schwärmen: «Einfach mal weg mit dem Silbervogel, nach Fuerteventura, Hawaii oder Bali...» Sein Blick schweift in die Ferne, weitab von der Wasserwerkgasse und der Matte, die doch so dringend ein paar fachmännische Farbtupfer nötig hätte

Elisabeth Heinzelmann

 


Wellness

Agnes Gozzer

Agnes Gozzer-Aeberhard. Jahrgang 1955. Apparae-Glasbläserin, angehende Wellnesstrainerin. Ich bin an der Badgasse 31 auf gewachsen. Nach der Ausbildung zog ich fort. Nun, seit 1981 wohne ich mit meiner Familie wieder in der Matte, am Bowäger. Wir leben gern in der Matte, es gibt alles hier. Gute Wohnlage, Wasser, Grünzone, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeit vergnügen und jede Menge nette Nachbarn.

Als angehende Wellnesstrainerin I möchte ich das neu erlernte Wissen in der Matte-Zeitung gerne an die «Mätteler» weitergeben. Kaum eine Zeitschrift, die nicht in letzter Zeit auf irgendeine Weise über Wellness geschrieben hat. Wellness was ist das überhaupt? Der Begriff «Wellness» stammt aus den USA und ist ein Wortmix aus «Wellbeing» = Wohlbefinden und Fitness. Während Fitness da,s Körpertraining betont, verbindet Wellness die drei Komponenten Bewegung, Entspannung und Ernährung als ganzheitliche Methode. Als erstes möchte ich ein paar Tips zum Thema Entspannung anbieten. Die heutige moderne Lebensweise mit vermehrter geistiger Arbeit, auch oft geprägt von Hektik, Stress und Beziehungsproblemen fordert unserem Körper viel ab. 

Ist Stress ungesund?

 Der menschliche Organismus ist an sich auf Belastung eingerichtet. Viele Menschen geniessen den gewissen Druck, der sie zu Höchstleistungen anspornt. Stress ist etwas anderes: eine dauernde, massive Überforderung -oder Unterforderung - der Fähigkeiten einer Person.

Stress reduziert Abwehrkräfte 

Überflutet mit Reizen, unter Leistungsdruck bei der Arbeit, stets in Zeitnot und in Angst, nicht zu genügen - der Alltag setzt uns gelegentlich in Dauerstress. Doch länger anhaltende Überlastung macht mit der Zeit krank. Die seelische Überforderung reduziert unsere Abwehrkräfte und kann ebenfalls krank machen. Die Symptome sind vielfältig: Magenbeschwerden, Kopfweh, Erkältungen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und viele mehr. Warnzeichen ist oft ein nervöses Zucken im Mundwinkel oder Augenlider, eine fahrige Stimme, flacher Atem. 

Ursachen finden

Die Grenzen der Belastbarkeit variieren von Mensch zu Mensch. Darum muss jedermann für sich selber das Gespür für die persönlichen Grenzen entwickeln. Machen innere Faktoren, wie Schuldoder Minderwertigkeitsgefühle zu schaffen ? Oder liegt es eher an der Aussenwelt? ist die Wohnung, der Arbeitsplatz zu lärmig? Wächst die Arbeit über den Kopf? ist es die falsche Arbeit? Gehen Sie den Ursachen Ihrer Stress-Symptome auf den Grund. Beobachten Sie sich ganz genau: In welchen Situationen treten welche Beschwerden immer wieder auf? Erkennen ist ein Teil, handeln der andere. Verlassen Sie das Zuhause mit positiven Gedanken und geniessen Sie den neuen Tag (Negatives fördert Unzufriedenheit und letztlich auch Stress ). kommt dann auf der Arbeit von allen Seiten her Druck, dann nicht gleich zur Zigarette greifen oder den Kaffeeautomaten anpeilen. Sondern im Stuhl zurücklehnen, Augen schliessen und drei Mal tief einund ausatmen. Diese Übung machen Sie am besten öfters am Tag, immer wenn Sie gerade ein paar Minuten erübrigen können. Hinterher fühlen Sie sich wieder voller Energie. 

Die Hektik loswerden 

Ärger und Sorgen lassen sich nicht einfach wegbefehlen. Doch mit der Übung «Kopf leeren» und dem befreienden Gähnen machen Sie einen Anfang. Denn - es gibt nicht nur das «unanständige» Gähnen, das wir hinter vorgehaltener Hand verstecken, sondern auch das genussvolle Gähnen, wie es uns Kleinkinder und Katzen so schön vormachen. Der ganze Körper wird von einem wohligen Dehnen und tiefen Durchatmen erfasst. Auch ohne schläfrig zu sein, können wir dieses Gähnen auslösen und danach die Arbeit mit neuer Frische wieder aufnehmen. 

Den Kopf leeren 

Stehen Sie hüftbreit, mit lockeren, nicht durchgestreckten Knien. Den Kopf langsam von der Schwerkraft hinunter ziehen lassen, dabei Wirbel um Wirbel abrollen und den Kopf fliessen lassen. Rücken, Schultern, Arme, Kopf hängen lassen und mit dem Ausatmen alle Gedanken loslassen. Nach einigen Minuten sich ganz langsam, Wirbel um Wirbel, aufrichten, bis der Kopf wieder zuoberst auf der Wirbelsäule sitzt. (Achtung: Ungeeignet bei Bandscheibenschäden.) 

Befreiendes Gähnen

im Sitzen oder Stehen den Mund weit öffnen, als ob wir einen ganzen Apfel verschlucken müssten. Zunge etwas nach hinten ziehen, leicht einatmen und warten, bis das natürliche Gähnen einsetzt. Geben Sie sich dem Gähnen ganz hin, und spüren Sie, wie es den gesamten Körper erfasst. Auch dies ist eine Form des Loslassens. Hat der Chef/Chefin wieder mal schlechte Laune und hackt auf Sie los, versuchen Sie folgendes: Den Vornamen des/der Vorgesetzten «entzaubern».

Spannung, Anspannung und Entspannung

Aufrecht hält sich unser Skelett - auch ohne Muskelspannung. Doch sobald wir auf unsere Umgebung reagieren -ausweichen, bücken, gehen - beginnt das Spiel von Spannung und Entspannung, Zug und Gegenzug. Während einzelne Muskeln aktiv sind, bleiben andere völlig entspannt.

Das Gleichgewicht finden

Die Unfähigkeit, Spannung zu lösen, führt zu dauernder Anspannung und schliesslich zu schmerzhafter Verspannung. Die Ursache kann im Psychischen liegen, einer Belastung, die unser Leben beherrscht und uns reizbar und nervös macht; sie kann aber auch körperlich bedingt sein oder beides zusammen, etwa, wenn die psychische Belastung zu körperlicher Fehlhaltung führt. Wenn wir ein Gespür für Anspannung und Entspannung entwickeln, gelingt es uns, leichter loszulassen, bevor die Verspannung schmerzhaft wird und ernsthafte Beschwerden entstehen.

Spannen und Entspannen

Übung: im Liegen spüren, wie alle Muskeln und Gelenke gelöst sind. Nun beginnen Sie bei den Füssen und spannen ganz bewusst einen Muskel nach dem andern, über die Waden, zu den Oberschenkeln, zum Gesäss usw., bis Sie Nacken und Stirn erreichen. Ihr ganzer Körper ist nun gespannt. Die Anspannung macht Sie müde und gibt Ihnen das Bedürfnis, loszulassen. Die wieder gelösten Muskeln nehmen Sie jetzt viel klarer wahr als zu Beginn der Übung. So schulen Sie Ihr Gespür für Spannung und Entspannung.

Als letzten Tip für gestresste Hausfrauen: Geniessen Sie in Abwesenheit der Familienmitglieder ein Vollbad, mit Ihrem Lieblingszusatz, ein Duftlämpchen oder eine Kerze aufstellen, die gewünschte CD rein und dazu noch einen schmackhaften Tee geniessen. Sie werden sehen, da kann der nächste Tag 48 Stunden dauern! Das ist eine kleine Auswahl von Entspannungstyps, doch zum Ausprobieren sehr gut geeignet. Ich wünsche viel Erfolg.

Die angehende Wellnesstrainerin
Agnes Gozzer-Aeberhard

 

Kopien und Ausschnitte zum Teil aus Betty Bossi, Gesundheit und Wohlbefinden.


VORINFORMATION:

150 Jahre Bundesstaat-Feier
11. -13. September 1998

Grosse Feierlichkeiten in der ganzen Stadt - und 

IN UNSEREM QUARTIER:

Auf dem Mühlenplatz: Freitag, von ca. 18.00 -01.00 Uhr, und Samstag, von ca. 16.00 -04.00 Uhr, musikalische Darbietungen und Disco- Festwirtschaften kennen keine zeitlichen Einschränkungen! 

im Bereich Mühlenplatz - Schifflaube: Brocante-Markt. An der Aarstrasse evtl. Kinderspiel (nur tagsüber). Anwohner erhalten rechtzeitig eine entsprechende Information von der Fest-Organisation PolyEvent.


Alte Besen... oder
das Koordinationsteam
tritt zurück.

Die Matte-Zytig ist ein wichtiges Organ des Matte - Leistes, um die Mattebevölkerung zu informieren, aber auch um zu unterhalten und um Freude zu bereiten. Dies ist ein wichtiges Anliegen der InitiantInnen der Matte-Zytig: Freude, Motivation, Lust am Machen. Getragen von einer Atmosphäre von Gesprächen, Rückmeldungen, Kritik. Gefärbt von allen Zwischen- und Grautönen, die in einem Quartierleben vorkommen. So entsteht eine positive, energiegeladene Zeitung. 

Doch leider trafen wir alte Hexenbesen, die man wieder hinter dem Ofen hervorgelockt hatte, auf eine Stimmung von Schwarz und Weiss; von Gut und Böse; auf eine Atmosphäre, in der die Gesprächsfähigkeit zwischen Gruppen, Vereinen, Personen mitten im Frühling/Sommer in den Winterschlaf gefallen ist. Wir Besen sind nicht gewillt, Schmutz aufzuwirbeln, noch ihn unter den Teppich zu kehren, noch ihn wegzufegen. Aus den verschiedensten Gründen, individuell auf jedes Redaktionsmitglied zutreffend, tritt das Redaktionsteam wieder zurück. 

Koordinationsteam

 

Die Freude ist uns abhanden gekommen.

Aber ich bin fest überzeugt davon, dass Rosmarie Bernasconi, Nick Huber und ich ein Zeitungskonzept entworfen haben, das eben nicht auf Einzelnamen fixiert ist. Das Konzept schafft die Möglichkeit, dass QuartierbewohnerInnen, Sie oder Sie, nur einen kleinen Schritt nach vorne machen müssen, und etwas Verantwortung übernehmen. Nämlich die Verantwortung einer Matte-Zytig-Rubrik und damit sich und anderen viel Freude bereiten. (Ich weiss, dass Verantwortung zu übernehmen schwieriger ist, als Steine zu werfen auf Menschen, die initiativ sind, die kreativ sein wollen. ) Es ist an der Zeit, dass neue, frische MättelerInnen aktiv werden, und das Quartierleben mitgestalten und zu tragen helfen. Wir vom Ex-Redaktionsteam danken den innovativen MättelerInnen von Herzen, die voller Ideen und Taten die Zeitung am Leben erhalten. Es ist Zeit für Neues! Für uns alle deswegen ist der Leist die Besen, die er rief, wieder los. Ich wünsche Ihnen allen und uns eine kreative, lebendige und gesprächige Sommerzeit mit wenig Kälte.

Ihre Jacqueline Vuillien

Matte-Zytig

Die Initianten eines Neukonzepts sind leider nach der Vereinsversammlung zurückgetreten! Der Leist-Vorstand bemühte sich sofort um ein Nachfolgeteam. Am 19. 5. gelang es uns, die verbleibenden Hilfsredaktoren, mit einigen Vorstands- Mitgliedern, zu einem motivierten Redaktionsteam zusammenzuschweissen. Dabei wurde mehrheitlich beschlossen, dass die MATTE-ZYTIG im bisherigen Format hergestellt wird - die Beschlüsse der HV sind ohnehin umgestossen! Gleichzeitig drängte sich eine raschmögliche Ausgabe auf - vor allem aus informellen Gründen - und so stellt sich diese Nummer als Erstlingswerk des neuen Teams vor, in gekürzter (konzentrierter) Form, in etwas modernem Look, und gedruckt in der Matte! Weitere Helferaber auch Kritik (oder Lob?) - sind uns willkommen!

Rene Stirnemann, Präsident

 

So löst man Parkplatzprobleme!

Sie wollen sich absolut einen Parkplatz in der Matte sichern? Da kann man nur eines raten: Kaufen Sie ein zweites Auto! auf diese Weise können sie rund um die . Uhr Ihren Lieblingsplatz hamstern. Und sollte ein Matte-Bewohner kein Verständnis dafür aufbringen: Setzen Sie sich vehement zur Wehr und verteidigen Sie Ihr, Recht,! Dieser Tip gilt natürlich auch für Auswärtige, da die Polizei diese ohnehin nicht überprüfen kann... 

SR

Redaktionsteam (in alphabetischer Reihenfolge):

Buri Wale, Flury Alexandra, Gozzer Agnes, Heinzelmann Elsbeth, Margot Res, Peter Albin, von Kaenel Paul, Vuillien Jacqueline (nur für diese Ausgabe) und Wägli Werner. Inserate und Druck: Druck und Verlag Bargezzi AG.

Matte-Zytig November 1997

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe November 1997


Inhaltsverzeichnis


Was Leist-en wir?

... es weihnachtet schon sehr....

Zwei wichtige Ereignisse liegen hinter uns...

Matte-Fest

Unser Matte-Fest vom 29.-31.8.97 wurde von einer riesigen Gästeschar besucht. Obwohl in diesem Sinne von einem Grosserfolg gesprochen werden kann, drängen sich doch rückblickend einige Änderungen für zukünftige Mattenfeste auf - und solche, soweit nicht bereits traktandiert, werden uns noch weiterhin beschäftigen. Vor allem möchten wir uns bei Ihnen für das Verständnis (und die Unterstützung) bedanken - gewisse Unannehmlichkeiten sind bei solchen Anlässen fast unvermeidlich. Immerhin überlegen wir uns, inwieweit diese "Matte-Chilbi" redimensioniert werden könnte!

Vereins Matte-Wöschhüsi

Als zweiten Grosserfolg können wir die Realisierung des Vereins Matte-Wöschhüsi feiern! Dank zahlreicher Sponsoren und Gönnern, vielen Helfern in der erfolgreichen Wöschhüsi-Beiz am Matte-Fest, wurde das gesetzte Ziel von Fr. 60’000.- sogar überschritten!

Dieser Verein wurde übrigens am 5.8. gegründet und ist dadurch unabhängig vom Matte-Leist. Vereinsmitglieder werden folglich direkt, "Aussenstehende" werden über die Matte-Zytig und auch an Leist-Versammlungen informiert.

Einführung des Nacht-Bus, Linie 30

Seit Montag, 3. November 97 fährt er zwischen 20.45h und 23.45h ab HB täglich im 15-Minuten-Takt in die Matte, mit Haltestellen u.a. am Mühlenplatz und an der Badgasse. Mit Bäre-Abi gratis. Benützen Sie diese Gelegeheit rege, damit dieser "Versuch" beibehalten wird!

Wir hoffen auf rege Benützung!!

Baum-Anpflanzung beim Wöschhüsi

Am Montag, 10. November 1997, wurde beim Wöschhüsi im Beisein von Baudirektor Adrian Guggisberg, des Stadtgärtners und des Sponsors, Herrn Lott von der Stadtmühle in neuer Baum gepflanzt. Res Margot blies einen besonderen Gruss übers Alphorn an den jungen "Chegeleboum". Unseren herzlichen Dank an alle "Mitwirkenden", auch im Nachhinein dem Städt.Tiefbauamt.

MATTEN-Sperre... über Nachtfahrverbot!

Anfangs September fand eine lang ersehnte Besprechung (s. letzte Ausgabe MZ) im Stadtpräsidium, im Beisein der Herren Dr. K. Baumgartner, Dr. K. Wasserfallen und Major E. Stadtmann statt. Zwei Monate darauf folgte eine weitere Sitzung bei Major E. Stadtmann, mit Absichtserklärung einer Matten-Sperre mit einem Nachtfahrverbot. Unser Quartier wird zwischen Läuferplatz und Kreisel Marzili (eingangs Aarstrasse) mit einem Nachtfahrverbot - während der ganzen Woche! - belegt.

Zufahrt erhalten Berechtigte (wie Anwohner) nur noch über Sonderbewilligungen. Eine solche wird allerdings Fr. 60.-/Jahr (Fr. 5.- pro Monat!) kosten - dürfte sich jedoch für eine vormitternächtliche Ruhe lohnen! Gleichzeitig können auch Badgass-Bewohner besser schlafen!

Für alle anderen Unberechtigten ist Parkplatzsuche und Durchfahrt alsdann verboten und wird laufend überwacht - im Übertretungsfall mit Fr. 100.- gebüsst.

Wir setzen uns raschmöglichst mit "Lärmverursachern" (Restaurants, Clubs etc.) zusammen, um die zeitliche Begrenzung dieses Verbots festzulegen (bei Red. Schluss noch nicht bekannt). Im Vordergrund liegen uns jedoch - im Interesse der Anwohner - "beruhigende" Massnahmen am Herzen! Bis im Januar dürfte dieses Vorhaben, bei normalem Verlauf, realisiert werden (man könnte auch alles "zerreden"!).

Adventsfenster, Weihnachtsdekorationen...

Bereits traditionell verlaufen die (gegenseitigen) Besuchstage, welche uns immer wieder Jacqueline Vuillien organisiert. Falls Sie den Mut bisher nicht aufbrachten, diese Gelegenheit der Kontaktnahme im Quartier wahrzunehmen, müssten Sie unbedingt verpasstes nachholen! Wir freuen uns besonders über "Neuzuzüger"! (Beachten Sie den Terminplan in dieser Ausgabe!)

Absolut neu ist die Möglichkeit, sich am 24. und 25. Dezember im Wöschhüsi mit "Gleichgesinnten" zu treffen.

Wir freuen uns wiederum auf Weihnachts-Dekorationen aller Art, sei es eben über die "Adventsfenster", sei es über die illuminierten Weihnachtsbäume, oder sonst über individuelle Hausdekorationen. Die drei schönsten Beleuchtungen werden prämiert!

Und zum Schluss unsere besten Wünsche zum Jahreswechsel...

wie zum Beispiel:

  • Sperrgut nicht einfach in die Laube (Schifflaube!) "entsorgen"
  • Abfallsäcke nicht übers Wochendende auf die Strasse stellen (Gerberngasse!)
  • Hundekot sofort entfernen
  • gegenseitiges Verständnis, verbunden mit Toleranz
  • Und natürlich Allen gute Gesundheit!

Nächster Anlass

Unser nächster wichtiger Anlass 1998 wird die Vereinsversammlung sein - Leist-Mitglieder erhalten die Einladung hierzu persönlich, neu mit Jahresbericht von mir...

René Stirnemann, Präsident

 


Bern in Blumen

Zur Prämierung der diesjährigen Blumen-Fenster-Dekorationen "Bern in Blumen" erhalten einige Mätteler auch die CD BäRNisch

mit lustigen, interessanten musikalischen und verbalen Beiträgen zu Bern und seinem Berndeutsch.

Da diese (auch als Geschenk) käuflich ist, hätten wir sie gerne empfohlen - vermissen jedoch neben den Aussagen eines Bärenwärters, einer Märitfrau oder des Marzilibahnsekretärs etc. einen Bezug zum ältesten Quartier Berns auf Matteänglisch!

SR

 


Und ewig lockt das Parkverbot...

Zwei Autos im Parkverbot an der Gerberngasse - Kommentar der herbeigerufenen Polizei:

Das Auto vor der Einfahrt in den Hof können wir bloss büssen als falsch parkiert, ein Abtransport drängt sich nicht auf, da die Einfahrt über das Trottoir noch gewährleistet ist! Das Fahrzeug rechts steht noch mit 2 Rädern in einem Parkfeld und kann deshalb nicht gebüsst werden!

Unser verärgerter Präsi

 


Um - Frage an Matte-Gewerbetreibende!

Auf Grund unserer Zusammenarbeit mit den Vereinigten Altstadt-Leiste und dem City-Verband möchten wir Ihnen zwei Werbemittel vorstellen.

  1. Das "Rathaus-Parking" wurde bekanntlich von der AMAG übernommen und bietet Geschäftsinhabern Chips zum Nennwert von Fr.1.- ab, welche als Treueprämien, Werbegeschenke etc. an Kunden durch Sie abgegeben werden könnten.
  2. Die "Tagblatt für die Stadt Bern"-Verlags AG publiziert ab Ende September eine neuartige, moderne Innenstadt-Geschäftsseite.

Falls Sie interessiert sind und hierzu nähere Angaben wünschen, melden Sie sich bitte bei mir: René Stirnemann, Tel. 312 28 78.


Matte-Zytig im Internet

Am 11. November ist es ein Jahr her, dass unsere Mattezytig im Internet zu lesen ist und die internationale Beachtung ist überraschend gross. Über 700 verschiedene "Adressen", davon etwa die Hälfte aus der Schweiz und der Rest aus 30 weiteren Ländern (auch weit entfernte wie Japan, Neuseeland, Kolumbien, Mexiko oder Brasilien) haben uns besucht.

Erstaunlicherweise sind auch ältere Ausgaben beliebt, wie die nachfolgende Zusammenstellung der Zugriffe auf die einzelnen Ausgaben bis Juni und Ende November 97 zeigt:

AusgabeAnzahl BesucherAnzahl Besucher bis November 1997
April 96 149 250
Juli 96 111 191
Dezember 96 188 288
März 97 75 186
Juli 97   74
Mattenenglisch-Programm 12 33

 


Matte-Vision (6. und letzter Teil)

Die Fortsetzungsgeschichte aus dem Berner Matte-Quartier

Die Ereignisse hatten sich überstürzt. Zuerst der feige Briefbombenanschlag auf "Baumkrone"-Redaktor Ludwig Lustfeld und jetzt die mögliche Entführung Madeleine Looslis. Die Aufruhr war gewaltig. Neben den gängigen Medien aus dem Inland nahmen jetzt sogar deutsche Privatfernseh-Stationen Tuchfühlung mit dem mysteriösen Fall auf. Die betroffenen Personen mussten entweder untertauchen oder wurden von den Medienleuten regelrecht mit Fragen und eigens aufgestellten Thesen bombardiert.

Kommissar Adrian Nussbaum war zwar in seinem Büro anzutreffen, liess aber sämtliche Telefonate in der hausinternen Zentrale abblocken. Um 19.40 Uhr erhielt er einen Anruf von Roland Bohnenblust, der sich erst nach mehrmaligem Intervenieren durch die komplizierte Stadtberner Polizeibürokratie durchgeboxt hatte. "Guten Abend Herr Nussbaum. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Madeleine Loosli seit über einer Stunde spurlos verschwunden ist. Sie wollte nur rasch Zigaretten holen und ist seitdem nicht zurückgekehrt. Wir vermuten, dass sie nach all dem Theater entführt wurde." Nussbaum zögerte nicht lange und machte sich auf dem schnellsten Weg in die Matte. Als er keine 10 Minuten später im alten Haus an der Wasserwerkgasse eintraf, sass die ganze WG-Meute noch zusammen und diskutierte die verzwickte und sehr ernsthafte Lage. Nussbaum, diesmal ohne seinen Assistenten Glatzmann unterwegs (Heute spielte der SCB in der Euroliga; was Marcel Glatzmann normalerweise ausgiebig mit seinen Kollegen begoss), analysierte die Lage nüchtern, kam aber zu keinem Ergebnis, das auch nur annähernd Sinn machte. Als die WG-Bewohner je länger der Abend verschiedene andere Themen aufrollten, wollten sich Roland Bohnenblust und der Kommissar in die Wohnung des Gärtners zurückziehen, um sich ungestört über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Im Treppenhaus hörten sie urplötzlich quietschende Reifen und das Zuschlagen einer Autotüre. Wie elektrisiert rannten sie auf die Strasse und sahen nur noch die Rücklichter eines roten Wagens. Auf der Strasse lag, geknebelt und gefesselt, Madeleine Loosli. Das Haar zersaust, die Kleider schmutzig und teilweise zerrissen. Bohnenblust und Nussbaum ahnten das Schlimmste...

Die Architektin war noch nicht in der Lage, über das Vorgefallene zu sprechen. Sie stand einerseits unter einem schweren Schock und war höchstwahrscheinlich mit einer Chloroform-ähnlichen Flüssigkeit betäubt worden. Wenigstens, so schien es, war sie nicht ernsthaft verletzt oder sexuell missbraucht worden. Während die Hausbewohner das Entführungsopfer in die Wohnung Roland Bohnenblusts trugen, machte sich der Kommissar auf den Weg in sein Büro zurück. Nur nichts überstürzen, jetzt. Er musste nochmals über die Bücher, und zwar ganz von vorn. Die ganze Geschichte aufrollen und durchdenken. Alleine, fernab von jeglichem Einfluss.

Madeleine Loosli erwachte langsam aus Ihrem betäubten Zustand. Sie wusste nicht was ihr geschah und stammelte lediglich ein paar wirre Wortfetzen. Es dauerte noch einige Minuten, bis sie vernehmungsfähig war. Roland Bohnenblust streichelte liebevoll über ihr volles Haar. Der verängstigte Blick wich bald einmal von ihrer Seite und machte ihren, warmen nussbraunen Augen Platz. Jetzt endlich realisierte sie, dass sie ihrem Liebsten direkt in die Augen schaute. Der Verzweiflung wich Hoffnung. Leben kehrte in ihren jungen Körper zurück. Und langsam begann sie zu erzählen.

Inzwischen hatte Kommissar Nussbaum mittels Pager zu seinem Assistenten im Berner Allmendstadion Kontakt aufgenommen. Marcel Glatzmann war verärgert, wollte er sich doch heute Abend ganz auf das Spiel, die "Chätzlis" und die "Schäume" konzentrieren. Und jetzt machte ihm Nussbaum (einmal mehr) einen dicken Strich durch die Rechnung. Missmutig löste er sich von Carina und seinem 5. "Schümli-Pflümli" und rief seinen Kollegen in der Kaserne an. "Weisst Du, dass ich heute ausnahmsweise frei habe?! Und dass ich bis vor fünf Sekunden auf der Schoss einer turbogeilen Braut sass." Nussbaum wusste, dass Glatzmann heute wieder einmal über die Stränge schlug, was ihm zwar missfiel, wogegen er hingegen nichts tun konnte. Jeder Mensch hat schliesslich Anrecht auf Freizeit und kann dort tun und lassen, was er will. "Nun Marcel, ich weiss, dass ich Dir keine Freude bereite, aber komm doch bitte nach dem Spiel noch schnell ins Büro. Ich glaube, wir sind im Fall "Gilgen" einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Und ich brauche Deine Hilfe. Glatzmann brummelte etwas von Carina vernachlässigen, nahm einen tüchtigen Schluck und hängte auf.

Inzwischen hatte Madeleine Loosli ihrem Freund von ihrer traumatischen Entführung erzählt."Ich ging ins Fischerstübli und hatte kein Münz für meine Zigaretten. Worauf mich ein fremder Mann ansprach und mir das nötige Kleingeld wechseln wollte. Ich folgte ihm zum Zigi-Automaten und plötzlich ging alles sehr schnell: Der Unbekannte hielt mir ein Stofftuch vor den Mund, ich verlor das Bewusstsein und erwachte erst wieder in einem dunklen, kalten Raum. Ein Maskierter befragte mich, ob ich die Architektin sei, die Ludwig Lustfeld auf dem Gewissen habe. Ich war entsetzt und stammelte, dass ich nicht verstehe, um was es eigentlich gehe. Weil ich eine gewaltige Ladung Chloroform abbekommen hatte, war ich kaum vernehmungsfähig. Irgendeinmal musste dem Mann aber bewusst geworden sein, dass ich weder mit dem Briefbombenattentat, noch mit dem Tod Alfred X. Gilgens etwas zu tun habe. Kurz darauf erhielt ich nochmals eine Portion Chloroform, worauf er mich hier vor Deiner Haustüre freiliess. "Kannst Du Dich an das Aussehen des Mannes erinnern?" "Nein, schliesslich war er maskiert. Einzig seine markante Grösse fiel mir auf. Zudem hatte er einen leichten französischen Akzent und duftete sehr angenehm." "Das ist ja immerhin etwas." Aber Roland Bohnenblust konnte sich noch immer keinen Reim auf die Geschichte machen.

Als Kommissar Nussbaum seinen Assistenten sah, traute er seinen Augen nicht. Marcel Glatzmann war stockkanonenvoll! Er konnte so weder auf ihn zählen, noch mit ihm den Fall besprechen und schickte ihn ganz einfach nach Hause. Nussbaum war auf sich alleine gestellt. Er wusste, dass es jetzt gefährlich werden konnte und informierte vor seinem erneuten Gang ins Mattequartier Korporal Benno Leuenberger von seinen (vagen) Absichten. Nach seinem Abgang parkierte er den Wagen in der blauen Zone unterhalb der Münsterplattform. An dieser Stelle stürzte Alfred X. Gilgen in den Tod. Als er sich im Restaurant Zähringer einen Kaffee bestellte, glaubte er zu träumen. Am hintersten Tisch, leicht verdeckt aus seinem Blickwinkel, sass sein Assistent Marcel Glatzmann, der sich angeregt mit einem Mann unterhielt. Im Gegensatz zu vorhin, als Glatzmann stark angetrunken in seinem Büro auftauchte, schien Glatzmann jetzt alles andere als verladen. Leise und scheinbar unbemerkt diskutierte er mit einem äusserlich ungepflegten Jüngling. Ging sein Assistent plötzlich eigene Wege? Oder wusste er etwas, was er ihm verschwieg? Adrian Nussbaum bezahlte am Buffet und beschloss, vor dem Zähringer auf seinen Assistenten zu warten.

Als Glatzmann eine halbe Stunde später alleine aus dem Restaurant trat, entschied Nussbauch sich für eine Beobachtungstaktik. Auf leisen Sohlen folgte er seinem Assistenten durch die niedrigen Lauben der Matte. Auf der Höhe der Post betrat Glatzmann einen Hauseingang. Mit einem Feuerzeug beleuchtete er die Namensschilder und wurde fündig. Nussbaum beobachtete ihn und folgte ihm ins nicht abgeschlossene Treppenhaus. Als er dort eintrat, hörte er gerade noch, wie sich eine Wohnungstür schloss. Er vermutete, dass Glatzmann in einer der beiden Hochparterre-Wohnungen war. Statt am Eingang zu warten, versuchte er über den Garten die niedrigen Balkone zu besteigen. Aus der einen Wohnung drangen harte und laute Gitarrenklänge in abgehacktem Stakkato-Takt. Im anderen Appartement brannte lediglich Licht. Als ehemaligen Stabhochspringer war es für Nussbaum ein leichtes Unterfangen, den Balkon der zweiten Wohnung zuerklimmen. Rasch duckte er sich, und spähte Sekunden später in die grosszüge Wohnstube. Und was er da sah, verschlug ihm beinahe den Atem...

Am nächsten Tag wurden in der "Baumkrone" exklusiv die Namen der Geldgeber veröffentlicht, die den Bau des Matte-Parkhauses finanziell unterstützten. Und es waren einige Überraschungen dabei. So zum Beispiel der Unternehmer, der sich bislang immer gegen das hohe Verkehrsaufkommen in der Matte wehrte, täglich mit dem Fahrrad durchs Quartier radelte, alle freundlich grüsste und somit gute Miene zum bösen Spiel machte. Oder der Restaurateur, der sich stets auf die Seite der Verkehrsplaner stellte, die ein totales Matte-Fahrverbot vorschlugen. Zumindest hinter vorgehaltener Hand. Zu guter Letzt, und das war die grösste Überraschung, stellte sich selbst der Verfechter und Initiant der "Aktion verkehrsfreie Matte jetzt" und Präsident der Matte-Verinigung als einer der spendabelsten Geldgeber und Unterstützer des Parkhauses heraus. Das konnte ja heiter werden!

Bereits um 7.30 Uhr erschien Kommissar Adrian Nussbaum in seinem Büro am Waisenhausplatz. Er konnte immer noch nicht glauben, was er gestern Abend gesehen hatte. Jetzt war Handeln angesagt. Ohne jemanden anders über seine Ergebnisse zu informieren, legte er sich seine Strategie zurecht. Nach einer halbe Stunde erschien Glatzmann mit einem erstaunlich frischen "Hallo Nüssu" und steuerte geradewegs auf seinen Boss zu. "Jetzt haben wir sie, diese Schlaumeierin!" Glatzmann legte Nussbaum triumphierend einen Haftbefehl auf den Pult. Der Kommissar kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und liess einen kurzen, dumpfen Schrei los: "Was, Du willst Madeleine Loosli verhaften, spinnst Du?" "Im Gegenteil, mein lieber Freund, ganz im Gegenteil. Diese hinterlistige Architektin hat ihre Finger überall im Spiel, ist verwickelt in den Umbau des Microp-Projektes und hatte auch beim Neubau "Parkanlage Matte" die Finger im Spiel." "Aber wieso willst Du sie verhaften lassen?" "Weil sie höchstwahrscheinlich die Briefbomben-Attentäterin ist. Wir haben ihre Fingerabdrücke auf dem Couvert gefunden und können sie deshalb in U-Haft stecken." Nussbaum traute seinen Ohren nicht und musste seinem Assistenten rein rechtlich zustimmen. Er durfte jetzt keine Zeit verlieren, lobte Glatzmann und schickte ihn los, Madeleine Loosli zu verhaften.

Roland Bohnenblust war ausser sich. Er schrie, schlug um sich und konnte nicht fassen, was da geschah. Zuerst wurde seine geliebte Freundin entführt, und nun wurde sie von diesem minderwertigen Vize-Kommissar verhaftet. Madeleine hatte sich noch nicht einmal von ihrer eigenen Entführung erholt, da wurde sie ins Gefängnis gesteckt. Sie war zu schwach, um überhaupt zu reagieren. Als der Streifenwagen mit der Architektin davonfuhr, sprach der Gärtner bereits mit Kommissar Nussbaum und wollte sich beschweren. Der Federführende in den Fällen "Microp" und "Parkanlage Matte" sprach behutsam auf den völlig verwirrten Gärtner ein. 20 Minuten später sassen sie im Mülirad. "So, Herr Bohnenblust, jetzt verzweifeln sie mal nicht. Wir stehen kurz vor der Auflösung des Falls!" Roland starrte ihn nur verwundert an und war sprachlos. "Hören Sie jetzt gut zu, sie werden staunen:"

Und der findige Kommissar begann zu erzählen: "Also, beginnen wir mal ganz von vorne. Angefangen hat alles mit der Aufruhr wegen des Umbaus dieser Microp-Filiale in eurem Haus. Doch dies war ein reines Ablenkungsmanöver. Die Microp-Bosse sind dem cleveren Architekten auf den Leim gegangen. Es ging zu keinem Zeitpunkt um den Umbau! Gilgen hatte ganz andere Pläne. Schliesslich ist ein Umbau weitaus weniger attraktiv als ein neues Projekt." "Was wollen Sie damit sagen?" "Warten Sie's ab! Der ganze Rummel hätte eigentlich von Gilgen geschickt inszeniert werden sollen. Aber es unterlief ihm dabei ein entscheidender Fehler. Er verplapperte sich und anstatt, dass die ganze PR-Kampagne von ihm höchstpersönlich lanciert wurde, kam das Projekt früher und in einer ganz anderen Fassung an die Öffentlichkeit. So wurde Gilgen zum Buhmann und musste flüchten." Roland Bohnenblust begriff überhaupt nichts mehr. "Aber wer in aller Welt hatte ein Problem mit diesem Fettbrocken?" "Jetzt halten Sie sich fest: Kennen Sie meinen Kollegen Glatzmann? Er hat Gilgen die Wagenpark-Chefin Gudrun Nöthigenfels ausgespannt! Ausserdem schuldete Gilgen ihm aus früheren Zeiten noch ziemlich viel Flüssiges. Glatzmann war zu 100% mit diesem Fall vertraut, konnte seine ganze Macht ausspielen und veranlasste, dass sein Kontrahent so richtig ins Fettnäpfchen trat. Als Gilgen das Spiel von Glatzmann und Nöthigenfels durchschaute, kehrte er in die Schweiz zurück. Eine halbe Stunde nachdem er über die Münsterplattform stürzte, wollte er sich mit mir treffen und singen. Jemand wusste davon, knöpfte ihn sich vor und brachte ihn um, indem er ihn kaltblütig über die "Pläfe" stiess." "Grosser Gott, wer hat ihn denn umgebracht?" "Ein Verbündeter von Glatzmann und Nöthigenfels, Joe Le Sentier der Hotelier. Er ist Sektionschef der Wagenpark GmbH Jura und ein ehemaliger Schulfreund Gilgens. Zusammen planten Sie das Grossprojekt "Parkanlage Matte". Aus diesem Grund übernachtete Gilgen auch im Jura, als er von Deutschland in die Schweiz zurückkehrte. Nöthigenfels köderte aber Le Sentier mit viel Geld und brachte ihn schliesslich dazu, den Fettbrocken zu töten. Auch der Hotelier hatte Schulden und war demnach auf die Kohle angewiesen." Der Gärtner staunte nur noch und brachte kein Wort mehr hervor. Nussbaum fuhr fort. "Doch niemand rechnete mit dem schlauen Reporter Lustfeld. Dieser recherchierte und fand heraus, dass am Bau dieser Parkanlage etwas faul war. Und dann kam der hinterhältige Briefbombenanschlag." Bohnenblust unterbrach ihn. "Und wieso muss jetzt meine Madeleine ins Gefängnis?" "Muss sie mit Sicherheit nicht. Die Fingerabdrücke auf der Briefbombe wurden von Glatzmann manipuliert. Er war es, der dieses feige Attentat ausführte. Schliesslich hatte er jahrelang gesehen, wie man so etwas macht. Und Le Sentier hatte den Auftrag, ihre Freundin zu entführen und kurze Zeit später wieder freizulassen. "Und was machen wir jetzt?" fragte der noch sichtlich verwirrte Gärtner, als Nussbaum mit Erzählen aufgehört hatte. Nun, wir holen Ihre Freundin raus, fahren mit Verstärkung in die Matte, und holen die drei Kollegen in der Wohnung von Gudrun Nöthigenfels ab...Ende

© Matthias Mattenbichler

 


Verein Matte-Wöschhüsi (VMW)

Nachrichten vom Verein

Unser Aufruf im letzten Frühsommer für Spenden und Gönnerbeitrage für die Sanierung des Matte-Wöschhüsi ist auf ausserordentlich gutes Echo gestossen. Innert kurzer Zeit haben wir Zusicherungen für den für die Sanierung notwendigen Betrag erhalten. Wir danken hiermit nochmals allen, die uns bei der Erhaltung dieses wertvollen historischen Gebäudes mithelfen.

Ebenfalls im Sommer konnte der Mietvertrag mit der Erbengemeinschaft Stirnemann abgeschlossen werden. Die Eigentümer verzichten, da wir den Aufwand für die Sanierung übernehmen, während 15 Jahren auf eine Barmiete. Das heisst, dass während dieser Zeit ausser der Amortisation keine weiteren laufenden Kosten mehr die Betriebsrechnung belasten. Dies ist sicher eine für beide Seiten sehr befriedigende Lösung.

Am 5. August 1997 haben 19 Interessierte im Park neben dem Gebäude den Verein Matte-Wöschhüsi als Trägerschaft für das Projekt gegründet. Unterdessen ist der Verein bereits auf mehr als 50 Mitglieder angewachsen.

Während des Matte-Festes Ende August hat der Verein auch seine erste Bewährungsprobe bestanden: Im Wöschhüsi haben wir eine Kaffeestube, auf dem Platz nebendran eine Fisch- und Getränkebeiz mit angeschlossenem Souvenirstand organisiert. Über 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben mit ihrem begeisterten und unermüdlichen Einsatz geholfen, das Sanierungsbudget gewaltig aufzubessern. Wir haben soviel Geld erwirtschaftet, dass wir bereits jetzt die für später geplante Toilettenanlage einbauen können.

Am 17. Oktober fand eine weitere Bewährungsprobe des Vereins und des Gebäudes statt: Beinahe alle, die während des Mattefestes mitarbeiteten, haben sich im Wöschhüsi zu einem Abschlussbankett getroffen. Der Begriff Bankett ist wirklich nicht übertrieben: Jacqueline Vuillien hat 35 Personen mit einem phänomenalen 6-gängigen Menu überrascht. Und dies, obschon noch gar keine Infrastruktur vorhanden war! Wir danken ihr nochmals ganz herzlich.

Damit Sie sich ein besseres Bild von den Arbeiten am Gebäude und unseren Plänen für die Zukunft machen können, laden wir Sie ein zu unserem Tag der offenen Türe am 29. November 1997.

Vorstand VMW

 

Bauliches zum Wöschhüsi

Nachdem die Sammlung für die Renovation des Wöschhüsis schon sehr gut gelaufen ist, brachte der finanzielle Erfolg des Matte-Festes noch den letzten Schliff. Es ist daher dem Vorstand des Wöschhüsi-Vereins leicht gefallen, den Startschuss zum Baubeginn zu geben. So haben wir am 24. September 1997 mit den Arbeiten begonnen. Den Boden liessen wir schon vor dem Matte-Fest ins Blei setzen. Abgesehen von einigen bei Umbauten normalen Überraschungen - der Kamin im Innern fiel zum Beispiel einfach in sich zusammen - gehen die Arbeiten planmässig voran. Das Innere ist im Rohen ziemlich fertig, die Treppe zum Estrich ist montiert, der Estrich isoliert und mit einem neuen Boden versehen. In der dritten Novemberwoche werden die neuen Fenster angeschlagen. Parallel dazu wird die Zuleitung für das Wasser und die Ableitung für das Abwasser erstellt. Sobald die Baubewilligung da ist, wird mit dem Einbau der Toilette begonnen, so dass bis Weihnachten bis auf die Malerarbeiten der Innenausbau ziemlich fertig sein sollte.

Die Renovation des Ausseren - Spenglerarbeiten und Dachsanierung - wird im Verlaufe des Winters erfolgen, ebenso das Montieren von neuen Jalouiseladen und der neuen Eingangstüre.

Ich hoffe, dass der Schwung bei der Realisation unseres eigenen Lokals auch bei der Benützung weitergehen wird.

Fritz Gilgen

 


Die Mattezytig ändert sich

Während der letzten zwei Jahre haben die beiden Redaktorinnen Andrea Denier und Pia Burkhalter die Mattezytig mit Elan gestaltet. Leider haben sich beide im letzten Sommer entschieden, ab nächstem Jahr das Amt abzugeben. Wir bedauern dies, haben aber auch Verständnis dafür, dass sie ihre Zeit anders nutzen wollen. An dieser Stelle möchten wir beiden für ihren Einsatz ganz herzlich danken.

Und wie geht es jetzt weiter?

Die Unterzeichnenden haben sich entschlossen, als Koordinationsteam die Mattezytig weiter zu entwickeln. Damit die Zeitung für das Quartier attraktiver wird und ihrer Aufgabe als Kommunikationsmittel zwischen Leist, Vereinen, Gewerbe und Bevölkerung besser gerecht werden kann, wollen wir sie in verschiedene Rubriken aufteilen. Diese Rubriken werden von einzelnen Mitgliedern eines Redaktionsstabes betreut. Die Mattezytig soll als "Quartalszeitung" viermal jährlich erscheinen.

Zur Zeit haben wir Rubriken aus der nachfolgenden, provisorischen und unvollständigen Liste geplant:

  • Editorial, Leitartikel
  • Matte-Geschichte (alles zwischen Traum und Wirklichkeit)
  • Matte-Gesicht (Vorstellung einer Person aus der Matte)
  • Matte-Geschäft (Vorstellung neuer und eingesessener Unternehmen in der Matte)
  • Matte-Geographie (Vorstellung eines Ortes oder eines Gebäudes in der Matte)
  • Matte-Kultur (Vorstellung einer kulturellen Institution in der Matte)
  • Matte-Leben (Rezepte, Life-Style, Wellness)
  • Matte-Aktuell (Aufzeichnungen unseres Lokalreporters)
  • Matte-Ausland (Zum Geschehen ausserhalb der Aarerepublik)
  • Matte-Vereine (Mitteilungen des Leistes und der Vereine in der Matte)
  • Matte-Reisen (Berichte über Reisen innerhalb und ausserhalb der Aarerepublik)
  • Matte-Einkaufs- und Dienstleistungsführer
  • Matte-Veranstaltungskalender

Die Konzeptarbeiten sind zur Zeit im vollen Gange. Wir nehmen gerne Anregungen auf und freuen uns auch, wenn sich jemand für die Betreuung einer oder mehrerer Rubriken meldet. Wir hoffen, dass Sie Ihre "neue" Mattezytig im März 98 mit Spannung erwarten.

Jacqueline Vuillien, Rosmarie Bernasconi, Nick Huber

 


Kapelle Felsenburg im Fernsehen DRS

Nach dem grossen Auftritt der kleinen Kapelle Felsenburg auf der grossen Bühne am grossen Rattefestival sendete am 27. September 1997 das Fernsehen DRS in der Sendung Muuh unter der Leitung von Bernhard Baumgartner einen Beitrag über die Matte und die vier Musiker Thüler Käru, Bätscher Housi, Burri Fridu und Margot Res. Die Musiker hätten gerne spielend den Fernsehzuschauern die Matte vom Schiff aus vorgestellt. Drei Tage nach der Vorbereitungssitzung teilte Bernhard Baumgartner mit: "die ganze Weidlig-Fahrt müssten wir nach meiner genauen Analyse rund 10-12mal absolvieren und noch 2-3 mal für die Aufnahmen von der Nydeggbrücke und vom Ufer aus, als Gegenschnitte und Totelen". Darum musste leider Käru's Idee fallen gelassen werden.

So wurde halt am Ufer, in der Felsenburg, im Nydegghöfli, auf dem Läufer- und Mühliplatz, vor dem Haus Gerberngasse 6 vor dem Mühlirad gedreht. Dabei wurde natürlich auch das Matteänglisch vorgestellt.

Die Musiker hatten an der Fernsehsendung grosse Freude und sind natürlich auch Stolz über die vielen Gratulationen die sie bekommen haben. Viele Zuschauer bemängelten nur, dass die Musik nicht länger gespielt wurde. Die Kapelle holt das gerne nach, z.B. an der Zibele-Fuer am Sonntag, 23. November im Bürgerhaus, wo zusammen mit der Stubemusig Rechsteiner zum Tanz aufgespielt wird.

Res Margot

 


Fridu Hartmann erzählt

Fridu Hartmann gehört zu den ältesten Mätteler, er erzählt am Stammtisch im Mühlirad:

"Zungerscht unger ar Brunngass unger,
het ä Hung unger em Brunne ä Lunge gfunge!
Är het se grad verschlunge!"

"Dr Iusihe u dr Iruke iihe ds Isire ibeletkre.
Dr Iruke am Iggere,
Dr Iusihe am ....!"

"D Iuefre vo dr Ittume igetre irnge ä Irgeme-Ickre!"

Wenn alt Fuhrer Fridu das Mühlirad betrat, erfreute er oft mit folgendem gesungenen Reim die Leute:

"Wie maches de die Fischeli,
im Bi-ba-Bodesee?
Si wädle mit äm Schwänzeli,
u streckens in die Höh!
U weni de mis Schätzeli,
im churze Hemmli gseh,
de geits mer wi de Fischeli,
im Bi-ba-Bodesee."

Notiert von Res Margot

 


Konzert mit MGospel

Samstag, 13. Dezember 1997 um 20 Uhr in der Nydeggkirche

...Die Frau, die für die Sonne tanzt,
fragte für mich nach dem Weg
und bringt mich heim...

...so steht es im Text eines Gospels. Erfrischend und aufheiternd ist sie immer wieder, die Bildersprache, in diesen geistlichen Liedern. Ob nun in Balladen oder in beschwingtem Rhythmus berühren sie uns in unserem Innern und kitzeln uns die Seele.

Ja, auch dieses Jahr haben wir wieder ein abwechslungsreiches Programm für die Mattebewohner und weitere Besucher zusammengestellt. Das Echo auf unser Konzert im letzten Jahr war so erfreulich - unzähliche strahlende Augenpaare haben uns überhäuft mit Komplimenten - das hat uns natürlich sehr ermutigt und ermuntert, für dieses Mal wieder etwas Neues ins Programm einzubauen. Lassen Sie sich überraschen.

Die Musiker brauche ich sicher nicht mehr weiter vorzustellen. Mattebekannt sind sie mehr oder weniger. Bänz, der übermütige Drummer, der nicht drum herumkam, eine Zugabe zu seinem Schlagzeugsolo zu geben. (Nachher hatte er richtig Herzklopfen). Hans Peter, der fast "versprützt" vor Energie am Klavier, und seine Finger seinen, im Schnellzugstempo einfahrenden musikalischen Einfällen, fast nicht nachkommen. Res, der zuverlässige und sichere Bassist , der ohne sein Muugigeli in der Jackentasche sehr unglücklich wäre und versichert, er spiele nur Bass, wenn er auch auf seinem kleinen Instrument solieren könne. Und Ruth, mit ihrer dunklen, für den Gospelgesang sehr geeigneten Stimme, wird wieder singen "Where could I go but to the Lord."

Wir freuen uns, wenn Sie auch dieses Jahr wieder kommen und die Musik mit uns geniessen. Der Eintritt ist frei. Am Schluss gibt es eine Kollekte.

Die Musiker:

Hans Peter Graf, Klavier und Orgel
Bänz Margot, Drums, Vibraphon
Res Margot, Kontrabass und Bluesharp
Ruth Margot, Gesang

Leitung: Pfarrer M. Suter

Ruth Margot