Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig April 1996

Matte-Zytig Schrift

Ausgabe April 1996


Inhaltsverzeichnis


In eigener Sache: Das neue Redaktionsteam

Wie die Jungfrau zum Kind
oder wie ich zur Redaktion der Matte-Zytig kam

Seit frühster Kindheit muss ich mich damit abfinden: ich bin einfach kein Morgenmensch. Alle die mich je an einem Morgen erlebt haben, können ein Lied davon singen. Noch Stunden nach dem Aufstehen befinde ich mich in einer Art Dämmerzustand, kann mehr schlecht als recht Denken, mein Hirn will einfach nicht so recht auf Touren kommen. Will mich jemand zu irgendetwas überreden, ist dies bestimmt der günstigste Zeitpunkt, er benötigt dazu keine grossen Überredungskünste. Die Hirnhälfte, die allfällige Gegenargumente produzieren würde, befindet sich noch in gnädigem Schlummer.

So kam es, dass ich mich - eigentlich hätte ich mich ja beeilen sollen, da ich zu spät dran war - eines morgens im grauen Monat November in besagtem Zustand auf den Weg zur Arbeit ins Fürsorgeamt der Stadt Bern machte. Mehr oder weniger im Schneckentempo schleppte ich mich von der Wasserwerkgasse in Richtung Mattelift, inständig hoffend, keiner mir bekannten Menschenseele zu begegnen. Doch weit gefehlt, auf halbem Weg schreckt mich ein mir halbwegs bekannter grossgewachsener Herr mit Hut - René Stirnemann, der Präsident des Matte-Leist - aus dem Halbschlaf und verwickelt mich nach einem kurzen einleitenden Geplänkel in ein Gespräch mit etwa folgendem Inhalt: Der Matte-Leist könnte so "tolle attraktive" Frauen wie mich brauchen, insbesondere fehlte der Matte-Zytig eine "kompetente" Person, da das bisherige Redaktionsteam auf Ende Jahr die Arbeit an den Nagel hängen würde. Natürlich fühlte ich mich - trotz früher Morgenstund - gebauchpinselt, solche Anfragen - und Komplimente erst recht - erhält Frau schliesslich nicht alle Tage. Für ein kategorisches Nein war der Tag entschieden noch zu jung und ich schlicht noch nicht wach genug. So gab ich René Stirnemann mit der Bemerkung, ich würde mir die Sache überlegen, meine Telefonnummer. Still dachte ich für mich, hoffentlich vergisst er es, ich bin doch dafür nicht die richtige Person. Doch mit der Hartnäckigkeit des Matte-Leist-Präsidenten hatte ich nicht gerechnet: bereits am nächsten Tag klingelte das Telefon und René Stirnemann luchste mir ein Rendez-vous ab. Wir trafen uns einige Tage später in einer Berner Beiz. Bei einer Flasche Wein folgten weitere Überzeugungsversuche. Ich gab mich vordergründig bedeckt und zog sämtliche Register. Allerdings fruchteten alle vorgebrachten Gegenargumente wie, dass ich doch erst seit knapp zwei Jahren in der Matte wohnte, über keinerlei für eine solche Aufgabe nötigen Kontakte zu alten wie jungen Mättelern verfügte und mit meinen 27 Jahren wohl etwas zu jung dafür sei, keine Ahnung vom Zeitungs-Handwerk hätte und schliesslich doch nicht so furchtbar attraktiv sei etc., nicht. Nach zwei Stunden gab ich mich geschlagen. Ich sprang ins kalte Wasser und sagte zu. Insgeheim muss ich jedoch gestehen, dass mein Ehrgeiz - der allen Steinbockgeborenen ja eigen sein soll - schon früh erwacht war. Dieser Herausforderung konnte ich wohl kaum widerstehen, und erst recht nicht, wenn sie mir ursprünglich frühmorgens zugetragen wurde.

Ja, so kam ich also quasi wie die Jungfrau zum Kind zur Matte-Zytig. Bis zur heute vorliegenden Ausgabe war es dann allerdings noch ein weiter Weg: viel Unsicherheit war zu beseitigen, neue Ideen waren zu entwickeln und vor allem war die gesamte Organisation zu bewältigen. Heute stelle ich nun mit Freuden fest: die ganze Sache macht grossen Spass; und so hoffe ich beim Lesen der neusten Ausgabe der Matte-Zytig auch Ihnen!

Mit einem Augenzwinkern

Pia Burkhalter

Sinnvolle Freizeitgestaltung? Null Problemo!

Ein hektischer Tag in der Schweizerischen Krebsliga. Dringendst sollte ich die Unterlagen für eine wichtige Veranstaltung zum Versand vorbereiten. Doch siehe da, am Kopierer herrscht einmal mehr Stau. Leicht genervt schliesse ich mich der Schlage an und schaue - ich arbeite noch nicht lange hier - in die wartende Runde. Und da fällt mir ein Gesicht auf: Susi Lanz, die ich flüchtig vom Sehen in der Matte kenne. Offensichtich bin auch ich für Sie keine Unbekannte, da sie spontan auf mich zukommt. Zur Verkürzung der Wartezeit begannen wir zu plaudern. Irgendwie kamen wir aufs Thema Freizeitbeschäftigung; und Susi Lanz meinte, sie habe mir da einen heissen Tip: der Matte-Leist, der suche immer aufgestellte, initiative Leute. Den Matte-Leist kannte ich zwar nur vom Hörensagen und dies vor allem durch die Matte-Zytig, die ich seit ich anfangs 1994 in die Matte gezogen war, regelmässig las. Der Idee, mich in meinem Quartier zu engagieren, war ich grundsätzlich nicht abgeneigt, ist es mir doch ein wichtiges Anliegen, mich dort auch wohl zu fühlen und immer neue Kontakte zu knüpfen. So gab ich Susi Lanz meine Telefonnummer. Irgendwie gelangte diese dann in den Besitz von René Stirnemann, der mich kurz darauf kontaktierte und einlud. An einem frühwinterlichen Abend besprachen wir dann die ganze Angelegenheit eingehender. Meine Aufgabe würde demnach darin bestehen, im Redaktionsteam der Matte-Zytig mitzuwirken. René Stirnemann verstand es wirklich bestens mich zu umgarnen und so blieb mir gar nicht viel anderes übrig als zuzusagen und mich dem Abenteuer Matte-Zytig zu stellen. Und das wars dann. Seither hätte ich niemehr ein Problem damit gehabt, meine Freizeit sinnvoll zu gestalten!

Mit einem Augenzwinkern
Andrea Denier

Wie ich in die Matte kam

Es war und ist immer noch die Liebe zur Musik. Nach dem Studium begann ich, wieder mehr für mich allein Gitarre zu spielen. Nach einiger Zeit bekam ich die Anfrage, bei einer Band mitzuspielen. Einer der Musiker empfahl mir, meine Kenntnisse etwas aufzufrischen und Unterricht zu nehmen. So kam ich zur Folkmusik-Schule Bern FMSB. Dort wurde ich in den Vorstand des Trägervereins berufen und nach dem Umzug in die Matte (alte Stadtmühle) zum Präsidenten gewählt.

René Stirnemann lernte ich anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der FMSB kennen. Unser erstes Treffen stand nicht unter dem günstigsten Stern. Er war nicht sehr erfreut darüber, dass wir unseren Anlass auf dem Mühlenplatz durchführten, ohne dass ich den Matte-Leist informiert hätte!

Das nächste Mal kamen wir anlässlich des Ratte-Festivals vom letzten Sommer wieder in Kontakt. Die Idee, einen Tag der offenen Türen in der ehemaligen Stadtmühle durchzuführen, wurde auf die ganze Matte ausgebreitet und fand am Ratte-Festival unter dem Slogan "Open Doors" statt.

Kurz nachdem dieser Anlass erfolgreich über die Bühne gegangen war, erhielt ich von René Stirnemann die erfreuliche Anfrage, ob ich nicht im Vorstand des Matte-Leist mitwirken möchte. Dieses Angebot nahm ich voller Freude an und wirke nun als Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für die Inserate-Werbung der Matte-Zytig mit.

Nick Tanner

Matte-Vision: Die Fortsetzungsgeschichte aus dem Berner Matte-Quartier

Nach heftigen und ergiebigen Regenfällen schien heute erstmals nach 14 Tagen wieder die Sonne. Und die Leute kamen aus ihren Löchern wie die Murmeltiere. Im Plattform-Café war weit und breit kein freier Platz mehr, auf der Zähringer-Terasse unterhielten sich die Gäste sichtlich gelöst und befreit und auf der Fischerstübli-"Parkterrasse" konnte man endlich die berühmte Abendsonne geniessen.

Georg Lang sah sich um und zog nervös an seinem Glimmstengel. Der drahtige Mitvierziger sah überarbeitet aus. Er hatte sehr viel Energie verbraucht und konnte sich jetzt keine Ausrutscher mehr leisten, wenn er seinen Manager-Posten nicht verlieren wollte. Unruhig beobachtete er seine beiden Tischnachbarn. Zwar sassen an diesem lauen Frühlings-Abend sehr viele Leute um sie herum, an ihrem Tisch waren sie aber allein. Und wenn sie leise miteinander sprachen, konnte man sie bestimmt nicht belauschen. Er räusperte sich, um die Aufmerksamkeit seiner Mitstreiter auf sich zu lenken und begann mit gesenkter Stimme: "Also, hören Sie mir bitte zu. Sie wissen alle, um was es heute geht. So wie es aussieht müssen wir uns auf einen ziemlichen Protest-Sturm gefasst machen, schauen Sie sich nur diese Leute an. Wenn das nun das typische Matte-Volk ist, dann gute Nacht!"

Alfred X. Gilgen war schwer, schwer reich. Und süchtig; süchtig nach noch mehr Geld und vor allem Macht. Ihm gehörten nicht nur Dutzende von Liegenschaften im ganzen Kanton Bern, sondern neuerdings auch das alte Sandsteinhaus an der Wasserwerkgasse. Den Behörden hatte er angegeben, er wolle es sanft renovieren lassen, und den Mietern hatte er versprochen, dass sie ihre Wohnung nicht aufgeben müssten, die Mietzinserhöhung betrage höchstens 10 %.

Madeleine Loosli war jung. Und sie wollte erfolgreich werden. Vor 2 Jahren hatte sie an der ETH Zürich als Architektin mit den besten Resultaten abgeschlossen. Nachdem man sie in einem Aarauer Architektur-Büro über's Ohr gehauen hatte, beschloss sie, neu anzufangen. Und damit sie niemand linken konnte, ging sie lieber einen steinigen Weg und gründete ihre eigene Firma. Nach einigen, bisher wenig lukrativen Aufträgen, war sie jetzt ganz nah dran, einen dicken Fisch an Land zu ziehen.

Manager Lang fuhr fort: "Wie steht's mit dem Baugesuch, Frau Loosli?" Gilgen mischte sich mit einem süffisanten Lächeln ein: "Dafür werde ich schon sorgen, aber erst dann, wenn es Schwierigkeiten gibt." Sein fettleibiger Körper begann zu wackeln, wenn er redete. Und seine tiefe Bassstimme zitterte vor Ueberzeugungskraft. Keine Frage, da war ein Polterer am Werk, ein mächtiger zudem, der allem Anschein an vor nichts zurückschreckte. "Wenn alles termingerecht weiterläuft, können wir Ende Mai anfangen. Aber Sie kennen ja die Behörden." Madeleine Loosli wollte sich nicht von diesem Elefanten dreinreden lassen. Sie war überzeugt, dass ihrem Baugesuch stattgegeben würde. Zumindest sah es bisher ganz danach aus. "Und wie sieht es mit den Mietern aus", wollte Lang jetzt noch wissen. "Machen Sie sich keine Sorgen, ich habe sie genau unter die Lupe genommen. In diesem Haus gibt es keine Herrensöhnchen, Töchter von einflussreichen Politikern oder Leute, die wirklich etwas zu sagen haben. Nicht umsonst habe ich ihnen genau diese Liegenschaft empfohlen. Die Bewohner des Hauses sind ausschliesslich Taugenichtse, Studenten, sogenannte Künstler, Möchtegern-Marketing-Fritzen und ähnliches Pack." Gilgen schien sich seiner Sache sicher zu sein. Und er wusste haargenau, wie diese Leute waren: Faul, unfähig und inkompetent, und zwar in jeglicher Hinsicht.

Georg Lang traute diesem Immobilien-Hai nicht über den Weg. Erstens, weil sich in letzter Zeit etliche Liegenschafts-Heinis als wirtschaftlich unfähig erwiesen hatten, zweitens, weil ihm dieser übergewichtige und ungepflegte Fettkloss unsympathisch war und drittens, weil er wusste, dass Alfred X. Gilgen für sein "Imperium" keinen Finger krümmen musste. Er hatte die "Gilgen Invest & Consulting AG" von seinem vor einem Jahr verstorbenen Onkel Hermann übernommen. Als Arbeitsloser kam er somit wie die Jungfrau zum Kind. Und er war noch skrupelloser als sein Onkel. Aber was sollte Lang tun? Nach zwei gescheiterten Projekten und einem Fast-Rauswurf, war das "Matte-Projekt" die berühmte letzte Chance, es nochmals zu packen. Falls es hier nicht klappen sollte, würden sie ihn rausschmeissen, das wusste er.

Das alte Sandsteinhaus an der Wasserwerkgasse sollte sanft renoviert werden. So stand es auf jeden Fall im Brief der Liegenschaftsverwaltung. Von einer Mietzinserhöhung war nur am Rande die Rede, so dass sich die Mieter vorerst keine weiteren Sorgen machten. Das Haus war auf 5 verschiedene Parteien aufgeteilt. Auf 3 Etagen gab es jeweils 2 Wohnungen, nur das Hochparterre wurde in eine riesige 7-Zimmer-Loge umfunktionert. Erstaunlicherweise kamen praktisch alle Bewohner gut miteinander klar und so verwunderte es kaum, dass an diesem Samstag ein Hausfest organisiert wurde. Patin dieses Anlassses war die junge Pianistin Kim Mc Sullivan. Sie bewohnte mit ihrem Freund XXXX XXXXXX eine der zwei obersten Wohnungen und war erst seit 6 Monaten in der Schweiz. Die beiden hatten sich auf der wunderschönen Banks Peninsula in der Nähe von Christchurch beim Delphinbeobachten kennengelernt. XXXXXX war auf einer Reise durch den Süden Neuseelands. Noch während seiner Ferien beschlossen sie, in Zukunft gemeinsame Wege zu gehen. Neben ihnen hausten die Geschwister Nora und Tamara Hürlimann: Die beiden Zwillinge waren nur mit Mühe auseinanderzuhalten und so kam es dauernd zu Verwechslungen. Nora arbeitete als Journalistin und Tamara war irgend eine PR-Tante in einer renommierten Agentur in Bern. Ein Stockwerk weiter unten wohnte der irre Schlagzeuger Alfred Balsthaler alias Al Ballister (ein Künstlername). Es gab Tage, bzw. Nächte, da trommelte dieser verrückte Jung-Geselle 5 - 6 Stunden nacheinander auf sein Drumkit ein, was sogar den tolerantesten Mitbewohnern manchmal zu viel des Guten war. Seine Nachbarin Yvonne Sprzlfyzck, eine Geologie-Studentin polnischer Abstammung, hatte den Tick, in 2 von ihren 3 Zimmern tausende von gesammelten, angeblich wertvollen Steinen aufzustellen. Sie war verrückt nach diesem Zeug und ehrgeizig bis in die Zehenspitzen. Ein Wunder, dass sie nicht auch noch in einem selbst gebastelten Bachbett schlief... Die unterste Etage, eine Art Hochparterre mit einem herrlichen Garten-Sitzplatz direkt an der Aare, wurde von einer 5-köpfigen WG bewohnt. Gritta Schlindwein unterrichtete am Seminar Muristalden, der bärtige Johann Sprüdaiser war gelernter Bildhauer und schlug sich als Künstler durch's Leben, Hertha Brülisauer war Westschweiz-Korrespondentin des St. Galler Tagblatts, Roland Bohnenblust betätigte sich als Gärtner, während die Walliserin Rita Karlen in der Matte-Post den Tarif durchgab.

Nichtsahnend feierte diese unbeschwerte Gesellschaft an diesem Samstag ein rauschendes Fest mit Freunden und Bekannten. Schliesslich war es nicht selbstverständlich, dass alle Parteien so gut miteinander auskamen. Und Nachbaren kannten Sie nur vom Hörensagen. Auf der einen Seite thronte das Wasserwerk (an diesem Samstag versuchten sich die Bewohner und Gäste des Sandsteinhauses mit der Crossover-Band im Wasserwerk gegenseitig in Dezibel-Werten zu übertreffen) und die nächsten Bewohner auf der anderen Seite wohnten 50 Meter Aare-abwärts.

Wenn es allerdings nach dem Willen von Immobilienhai Gilgen ging, war dies die Abschlussparty dieser fröhlichen Gesellschaft. Er plante nämlich zusammen mit Architektin Loosli und Manager Lang in besagter Liegenschaft eine Filiale des mächtigen Grossverteilers MICROP zu eröffnen. Die hohen Räume waren geradezu prädestiniert, die Lage ausgezeichnet und die Umbaukosten hielten sich im Rahmen. Viele ältere "Mätteler" hatten sich schon immer beschwert, dass man im Quartier nirgends richtig einkaufen könnte. Höchste Zeit also, an der Wasserwerkgasse eine Filiale zu lancieren.

Lesen Sie in der nächsten Matte-Zytig, wie die BewohnerInnen und die Bevölkerung in der Matte auf dieses Vorhaben reagierten.

© Matthias Mattenbichler

MATTE-LEIST Vereins- /
Hauptversammlung vom Dienstag, 23. Januar 1996

Zusammen mit dem Einzahlungsschein für den (unveränderten) Jahresbeitrag 1996 wird das Protokoll allen Leist-Mitgliedern zugestellt werden.

Der komplette Jahresbericht des Präsidenten kann velangt werden. Auszugsweise daraus:

Das Ratte-Festival vom 2.9.1995 schloss wider Erwarten mit einem kleinen Gewinn ab, obwohl wir eher mit einem Defizit rechneten (ohne "Eintrittspreise", jedoch mit Fr. 1.-- Konsumationszuschlag). Wegen "Nichteinhalten der Spielzeit" wurde der (verantwortliche) Präsident zu einer Busse von total Fr. 210.-- verurteilt. Nach reiflicher Ueberlegung wird er die Strafe nicht "absitzen"!

Zu den Verkehrs-, Parkplatz- und Lärmproblemen (führten unter "Diversem" zu Diskussionen) suchen wir laufend, in Zusammenarbeit mit Stadt, mit Clubs und Restaurants der Matte, nach Verbesserungen. So wurde erst kürzlich gemeinsam ein "Kodex" erarbeitet, wonach nicht nur "Türsteher" sondern u.a. zusätzlich Besucher über Handzettel aufgefordert werden, unser Quartier möglichst ruhig zu verlassen.

Zur Ermöglichung einer Matten-Sperre für jeweils Freitag und Samstag Nacht benötigen wir Parkplätze an der Aarstrasse; Hierzu wurde "Einsprache" erhoben, welche Ende Januar 1996 vom Statthalter überprüft wird.

Die Beschwerde wurde am 30.1.1996 bei Regierungsstatthalter besprochen und unter Vorbehalt zurückgezogen! So startet ein Versuch (März - Oktober 1996), mit entsprechender Signalisation, mit nächtlichem Parkieren jeweils freitags/samstags an der Aarstrasse.

Zur Publikation der "Blauen Zone" wurden drei Einsprachen eingereicht, wobei diese vom ACS Schweiz weitgehend die eigentliche Rechtsgültigkeit anzweifelt. Die Ueberprüfung dieser Klagen wird mind. 6 Monate dauern, sodass wir weiterhin auf diese Realisierung warten dürfen.

Im Jahresprogramm 1996 sind vorgesehen:

  • Die bereits traditionellen Quartier-Anlässe, wie "Grill-Plousch", lebendige Adventsfenster etc.
  • Ein Altersausflug
  • 3-4 Ausgaben der MATTE-ZYTIG unter der Regie eines neuen Teams
  • Ev. Beteiligung am Altstadt-Festival vom 30.8. - 1.9.1996, in Verbindung mit dem Jubiläum des Plattformlifts.
  • Ev. Betriebsbesichtigungen in der Matte für Anwohner als Workshops
  • Baumbepflanzung im Bereich des Restaurants Fischerstübli

Die Statuten-Revision wird mit einigen Abänderungen bzw. Ergänzungen angenommen und (mit Protokoll der Vereinsversammlung) allen Leist-Mitgliedern zugestellt.

Im Vorstand scheiden leider verschiedene, langjährige Mitglieder, z.T. wegen beruflicher Veränderung, aus:

  • Fritz Kobi als Vize-Präsident
  • Jacqueline Vuillien und Rosmarie Bernasconi Maibach als Schöpferinnen der MATTE-Zytig
  • Marianne Kaufmann, Protokollistin (seit Mitte 1995)
  • Walter Bregenzer, langjähriger Präsident verschie-denster Quartier-Organisationen.

Obwohl einige uns ihre Mithilfe weiterhin zusichern, wird folgender Ersatz gewählt:

  • Christina Vollenwyder und Diana Vogt von der Physiotherapie Dinamo, Wasserwerkgasse 4, teilen sich abwechslungsweise in Protokollarbeiten und sonstiges
  • Pia Burkhalter, Wasserwerkgasse 31 und Andrea Denier, Nydeggstalden 22, übernehmen die anspruchsvolle Arbeit mit unserer MATTE-Zytig, wobei sie unter stützt werden durch (Alle !!)
  • Nick Tanner von der Folk-Musikschule am Mühleplatz. Er wird sich vielseitig einsetzen lassen.
  • Paul von Kaenel, Schifflaube 40, übernimmt speziell "Bau und Verkehr". Er unterstützt uns sporadisch bereits seit mehr als einem Jahr.

Mein grosser Dank geht an alle, welche sich in irgendeiner Weise an unseren Leist-Anlässen aktiv einsetzten - speziell meinen Kollegen und Kolleginnen des alten und neuen Vorstandes - aber auch den vielen Anwohnern und Gewerbetreibenden, welche einerseits mit ihrem Mitwirken uns unterstützen und andererseits für unsere Probleme Verständnis aufbringen.

René Stirnemann, Präsident Matte-Leist

Äs gloubts ke Mönsch!

Ein Mätteler erzählt aus seiner Schulzeit

Äbe, das woni dir da its wott verzeue, das isch idr 5. Klass passiert, bi üs. U da heimr ä Leischt gha, dä isch, wie söui säge, schträng, ja är isch eifach scho schträng gsy, aber är isch eifach wahrschinlich mite Närve ziemli dunger gsi. Är het gärn drygschlage. Är het geng äs Meerrohrstück bisech gha, het das geng ir Hang gha, u wenn ihm irgendöppis nid passt het, het är ihm eifach eis über...

Ja, das isch äbe no ds trurige, är het de nid gluegt, wonär schlaat.

Das het eim nächär plötzlich eifach über ä Buggu i, oder über ä Gring, säute het me d'Hang müesse häreha, är het eifach drygschlage, gäu.

U nächhär isch das, mir si natürlech aues eso chli Süchle gsy, dert, und äs isch eso, wenn ä Leischt verruckt wird, de forderet dä eigetlech Klass fasch e chli use, sech blöd'z benäh, z'blöd z'benäh. U da het me eigetlech absichtlech Züüg g'macht, für ne chli z'reize, oder, zum Bischpiu, da het ämau z'Sunne gschine, vo links här, vom Aarewäudli här, ids Schueuzimmer ine. Mir si denn im 2.Stock obe gsy. Und da het eine gfragt, ob me nid chli chönnti d'Store abelah. Nä het dä gseit: "nei, d'Store wärde nid abeglah." U nä scho isch dr Tüfu losgsy...

Plötzlech het eine imene Egge vom Schueuzimmer: "blendet!"

Das isch wines Kommando..., isch das..., das het nid..., het müesse..., isäg dr..., da isch nächer plötzlech us emne angere Egge usecho: "blendet!"

U was macht dä, dr Leischt? Dä schteit bim Pult uf, nimmt z'Merrröhrli da i Ärmu hingere, u louft da dür Klass düre, oder? U natürlech, wenn är zhingerscht gsy isch, het dä z'vorderscht gmöögget, u wenn är z'forderscht isch, het dä z'hingerscht links oder rächts: "blendet!", "blendet!" U nächer, so isch das gange, bis är plötzlech z'Gfüeu gha het, its het är eine, ude het är afa dryschla wi ne More.

U das isch äbe scho beabsichtiget gsy, isch däm das Meerröhrli yghacket gsy. Dä Meerrohrpänggu, dä isch öppe so, was wei mr säge, 80 Santimeter het dä scho öppe gha.

U wo dä em erschte e Cheib über ä Gring hout, isch du ds Houz i 4, 5 Stück verfloge.

Mir sy ja 32 Giele gsy. Aber mir hei nüt müesse abmache. Wenn eine agfange het, het dr anger, dr 2. u dr 3. yghacket, u so isch das immer gy. Wenn eine ä Blödsinn agfange het, het dr anger, dr 2. u dr 3. wytergfahre. U so het me dä Leischt... Mir heinim dr "Littli-Housi" gseit. Äs het ä Zyt gäh, wo d'Näme z'Gägeteil sy gsy. Änglisch "litle", wiu är gross isch gsy, u "Housi", trotzdäm er Ärnscht gheisse het.

Äbe, da isch dert das Meerrohr verfloge. U was macht dä? Git är eim dr Uftrag, u my Seu äm dümmschte Cheib. Eine, wo eifach..., däm isch o jede Blödsinn i Sinn cho. Schickt dä id Schueumateriaverwautig, oder wo Cheibs het dä müesse es nöis Meerrohr hole. U de het dä däm gseit: "u de nes zügigs, so nes gäbigs churzes!"

Jits chunnt du dä Löu derhär, dä "Türu". U bringt äs Houz wie nes Tütschi, öppene haube Meter gross und e Durchmässer vo 18 bis 20 Santimeter. Potz Heiland Tonner. U da het ihm dr Leischt gseit: "doch nid äso eis, i ha der doch gseit äs gäbigs, uf aufäu muess es dünner sy".

Nacher het er dä wieder gschickt. Und itz, öppe nach ere Haubschtund, Dreiviertelschtung schpeter, chunnt dä "Türu" wieder, u bringt ä Staffetestab. Dä isch its dünner gsy, aber nid länger als 30 Santimeter. Mir hei natürlech müesse Lache, u dr Leischt isch verruckt gsy wi ne More.

"Äs muess länger sy, viu länger!"

Da isch dä "Türu" wieder id Stadt ufe gange, und ä Haubstung später geit Türe uf, u da steit dr "Türu" dert ohni Stock, u geit ads Fäischter, duets uf, u mööget abe: "so gimmer ne ufe!"

U de zieht är ä Gusu ufe, länger aus ä Fischruete, chrumm uf aus ufe, dä het die Stange nid chönne ufsteue im Zimmer. Dr "Littli-Housi" het Mulegge vou Schum gha: "Äso eis, wie ni gha ha!" het är brüelet, "du weisch haargenau, was für eis das i wott".

Da het är ne wieder zum Tüfu gjagt, u dä "Türu" isch wieder gange, denn.

Itz chunnt dä "Türu" wieder zrügg mit emne Meerrohr, soeis wiener gha het. U dä Gieu het du das äbe wörtlech gno, so eis wiener gha het. Wo dr "Türu" em Leischt das id Hang git, het dä ihm grad e Cheib ufe Gring ghoue. U was isch passiert? Dä yghacket Pänggu isch wieder verfloge.

Erzählt von Housi Bätscher,
Aufgeschrieben von Res Margot

Berner Alltag

Erschienen im Bund im Februar 96

Kürzlich blätterte ich im Buchantiquariat in einer Publikation über Denkmäler in Bern. Unglaublich fast, sie gehen in die hunderte. In der Mehrzahl gedenken sie - wie könnte es anders sein - grosser Männer; doch auch Kriege, Siege, wichtige Konferenzen und Gründungen sind so verewigt. Aber es gibt auch einige Denkmäler, die im erwähnten Sammelband nicht enthalten sind: so z.B. ein Denkmal für unzufriedene Bauern, ein anderes für einen Fisch und ein drittes, das eine Katastrophe festhält. Alle drei befinden sich im Mattequartier. Welcher Archivar steigt denn schon ins frühere Armenviertel, in die heutige Freie-Ratten-Republik Matte hinunter, um Berns Denkmäler zu katalogisieren. Immerhin, dass Ferdinand Hodler 4 Jahre lang das Matteschulhaus besuchte und dass dies in Marmor festgehalten ist, fehlt auch im Denkmal-Buch nicht.

Nun aber zu weniger Bekanntem:

Im Jahre 1802, nur vier Jahre nach dem Zusammenbruch des "Alten Bern" - Bern hatte zwar schon wieder eine "Alte Regierung" - zogen Bauern aus der Umgebung gegen Bern, um ihren Nöten und der damit aufkommenden Unzufriedenheit Luft zu machen. Sie waren so schlecht bewaffnet, dass ihrer nicht durchgeführten Revolution schon bald darauf der Name "Stäcklichrieg" angehängt wurde. Doch die Bauern führten auch eine Kanone mit, mit der sie einen einzigen Schuss in Richtung Stadt abgaben. Die Kugel traf ein Haus am Läufferplatz, desseN Hausecke dabei ein Loch abkriegte. Als in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts die Burgum-Häuser der Nydeck abgerissen und durch Neubauten ersetzt wurden, bekam eines dieser neuen Häuser das Mauerstück mit dem Kanonenkugelloch in die Fassade eingesetzt und dazu die Inschrift gemalt "Stäcklichrieg 1802".

Durch die Matte fliesst der Mattebach, und obwohl der ein kleiner Nebenfluss der Aare ist, leben darin weder Hechte noch Forellen, weder Nasen noch Barben. Im Mattebach gibt es nur Groppen. Über die steht "Brehm": wegen der geringen Grösse ein wertloser Fisch, wird aber als Angelköder benutzt. Immerhin hat es dieser wertlose Fisch zu einem Denkmal in der Mattenenge gebracht; die Brunnenfigur unter dem mächtigen Bogen der Nydeckbrücke stellt einen solchen Mattebach-Bewohner dar. Als Schulkinder des "Hodler-Schulhauses", das am Mattebach liegt, retteten wir, wenn der Bach zu wenig Wasser führte, die Gröpplen, wie wir sie nannten, vor dem Verenden, schenkten sie aber dann den Fischern, die sie an die Angel steckten. Noch heute habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich am "Gröppu-Brunnen" vorbeigehe und mich der Bronze-Gröppu so freundlich anlacht.

Ebenfalls als Schulkind in der Matte, erlebte ich zu Beginn der 40er-Jahre eine Überschwemmung. Die Gassen des Quartiers waren überflutet, wir hatten zwei Tage schulfrei. Für die Bewohner verkehrten Boote von Haus zu Haus und die Luftschutztruppen erstellten Stege. Als diese fertig waren, war das Wasser aber bereits wieder abgeflossen, und wir Kinder mussten wieder zur Schule. Leider geschah das im November und es war nicht die Zeit für lustige Wasserspiele - da hatten die Kinder eine Generation früher mehr Glück. Zu Beginn unseres Jahrhunderts muss die Matteüberschwemmung länger gedauert haben; es gibt Fotos davon, und es wurde eine Hochwassermarke in Form einer Metalltafel montiert, mit dem Niveau des Wasserstandes und mit der Aufschrift: Eidg. Hygrometrisches Bureau - Hochwasser 2. Juni 1906. Wo sich diese Tafel befindet verrate ich nicht. Um sie zu finden muss man nur in die Matte hinuntersteigen und versuchen, mit einem alten Mätteler ins Gespräch zu kommen. Keine Angst, die sprechen schon lange nicht mehr "Mattenängisch". Wer Glück hat, vernimmt dabei sogar das grösste Mattengeheimnis: wo das versenkte Gerbefass liegt, welches trotz aller Bemühungen, es zum Verschwinden zu bringen, immer wieder zum Vorschein kommt.

von Peter Probst, Münsterturmwart

Ein neues Gesicht am Matte-Lift

Interview mit dem Neuen Mattelift-Boy von Pia Burkhalter

Dem aufmerksamen liftfahrenden Mätteler ist sicher aufgefallen, dass wir seit anfangs Februar einen neuen "Lift-Boy" haben. Das kommt nicht alle Tage vor, und so habe ich mich neugierig an einem sonnigen aber kalten Sonntag nachmittag im März auf den Weg gemacht, um dieses neue Mitglied des Mattelift-Teams etwas auszufragen. Ich wurde sehr freundlich empfangen; Herr Schmid nahm sich sogleich die Zeit, auf der zugigen Münster-Plattform meine Fragen zu beantworten:

MZ: Herr Schmid, wer sind Sie? Können Sie mir ein paar Angaben zu Ihrer Person geben?

W. Schmid: Mein Name ist Werner Schmid, ich bin verheiratet und wohne im Breitenrain/Wankdorf. In der Vergangenheit war ich während 46 Jahren PTT-Angestellter.

MZ: PTT-Angestellter?

W. Schmid: Ja, ich habe 46 Jahre lang bei den PTT gearbeitet. Davon habe ich während der letzten 25 Jahren die Berner Altstadt mit Päckli beliefert.

MZ: Daraus ergibt sich wohl Ihr Bezug zur Matte und zum Matte-Lift?

W. Schmid: Ja. Während meiner Arbeit plauderte ich oftmals mit Herrn Tomi, dem Chefkondukteur des Mattelifts. Dieser meinte, dass ich - sobald ich pensioniert sei - an den Matte-Lift denken solle. Uns so war es dann auch: nach meiner Pensionierung habe ich mich bei ihm gemeldet und so bin ich zu meiner neuen Arbeit gekommen. Zur Altstadt habe ich nach 25 Jahren Päckli-Dienst natürlich eine intensive Beziehung. Ich habe mir deshalb gesagt, dass ich die Kontakte, die in 25 Jahren Päckli-Dienst entstanden sind, weiterhin pflegen möchte. Ich kenne so viele alte und junge Menschen in der Altstadt/Matte. Die freuen sich, mich weiterhin zu sehen.

MZ: Was reizt Sie besonders am Job als Lift-Boy?

W. Schmid: Ich habe kein Hobby und auch keinen "Pflanz-Blätz". Da habe ich mir gesagt, ich bin noch so gut beieinander, ich möchte weiterhin einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Und dies hat mich dazu bewogen auf das Angebot von Herrn Tomi einzugehen. Ich habe Freude an meiner neuen Aufgabe.

MZ: Haben Sie bereits ein "Müschterli" erlebt, über das Sie kurz berichten möchten?

W. Schmid: Ja. Am Fastnachts-Samstag - ich hatte Dienst - kam eine ca. 85jährige an der Badgasse wohnhafte Dame in den Lift. Ich fragte Sie "So, heit Dir jetzt gfastnächtlet?". Worauf sie in breitestem Baslerdiitsch erwiederte, dass sie früher lange Jahre in Basel gelebt und dort manche Fastnacht erlebt habe. Jetzt wohne sie in Bern und habe auch heute noch eine Beziehung zur Fastnacht. Wie gerne ginge Sie wieder einmal an den Morgenstraich! Aber eben, Ihr Gatte sei schon lange beim "Schacher Seppeli" oben.

MZ: Herr Schmid, wie erleben Sie uns Mättelerinnen und Mätteler? Was sind wir für ein Völkchen?

W. Schmid: Also da darf ich sagen, dass alles wunderbar ist und die Mätteler ein nettes Völkchen sind. Ich hatte noch nie den geringsten Grund zur Klage. Im Gegenteil, die jungen wie die alten Mättelerinnen und Mätteler sind sehr freundlich.

MZ: Abschliessend möchte ich Sie fragen, ob Sie wünsche an die Zukunft - insbesondere an diejenige des Mattelifts haben?

W. Schmid: Ja. Dem Matte-Lift wünsche ich zum hundertjährigen Jubiläum alles Gute, in den weiteren Jahren gute Fahrt und "viel Gfröits".

MZ: Herr Schmid, ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen und wünsche Ihnen meinerseits weiterhin viel "Gfröits" im und um den Mattelift.


Reger Zulauf

Das Quartierkino hat Zukunft! Jedenfalls erfreut sich die Kombination von Kino und Bistro der CinéMatte regen Zulaufs. Mitten in der Rezession ein neues Kino und ein neues Restaurant zu eröffnen, sei ganz schön gewagt, waren einige kritische Stimmen zu vernehmen. Und trotzdem: fast ein Jahr nach der Eröffnung steht der neue Betrieb nach wie vor gesund da. Und die Tendenz der Zuschauerfrequenz ist weiter steigend.

Neuerungen
Mit bernischen Neuerungen wie dem sonntäglichen "Frühstückskino" und den "LunatiX"-Vorstellungen (täglich Nocturne um ca. 22.15 Uhr!) konnte ein breites Publikum angesprochen werden. Inzwischen ist es bereits ratsam, sich fürs Brunch-Buffet (jeden Sonntag ab 10.30 Uhr) seinen Platz mit einer Reservation zu sichern, wie viele spontane Besucherinnen und Besucher enttäuscht feststellten. Es tut uns jedesmal etwas weh, jemanden nicht bewirten zu können. Allerdings wollen wir das Bistro auch nicht einfach vollstopfen. Das ginge schlussendlich auf Kosten der Ambiance und Qualität.

Misserfolge
Natürlich gab es bisher auch Misserfolge: Die Nachmittagsvorstellungen im letzten Herbst hatten oft überhaupt keine Besucher und wurden nach nur einem Monat wieder eingestellt. Die "Cinq à Sept"-Vorstellungen (täglich um Inserat Anderland 17.30 Uhr) mit grösstenteils anspruchsvollen und/oder selten gezeigten Werken lockt zwar ein speziell filminteressiertes Publikum an, mit dem sich viele spannende Diskussionen ergeben. Wirtschaftlich gesehen hätten sie aber keine Zukunft, könnten sie nicht durch die Einnahmen der Hauptvorstellung und der Bar finanziert werden. Nichtsdestotrotz wird weiterhin versucht, interessanten unkommerziellen Filmen ein Podium zu bieten.

Erstaufführungen
Die Programmation der CinéMatte umfasst seit kurzem auch Erstaufführungen. Dies bedeutet jedoch keine Trendwende weg vom Reprisenkino, sondern eine bewusst Ergänzung des bisherigen Programms.

Bistroangebot
Die Bistro-Küche ist seit der Eröffnung ebenfalls erweitert und noch verfeinert worden. Jeden Freitag gibt's neben dem Filmwechsel auch einen Karten-Wechsel: neben dem Standartangebot wie dem beliebten Cinésalat stehen immer drei neue Leckereien zur Auswahl. Dabei kommen die VegetarierInnen nicht zu kurz! Unsere Küche ist täglich - auch sonntags - von 18 - 22 Uhr geöffnet.
An der Bar sind immer wieder Neuheiten zu entdecken. Seit kurzem schenken wir das Zwickelbier der Brauerei Egger aus. Zwickel ist ein Frischbier und maximal zwei Wochen haltbar. Durch den hohen Hefegehalt wirkt es besonders erfrischend und mild.

Ab Ende April finden Sie zudem eine Auswahl verschiedenster Single-Malts im Regal. Zur Zeit bilden wir uns auf diesem Gebiet weiter, damit wir Sie dann auch fachmännisch beraten können.
Selbstverständlich sind auch Gäste willkommen, die keinen Film sehen möchten, sondern nur plaudern, trinken, diskutieren oder spielen. Zur Auswahl stehen bisher Kartenspiele, Rummy und Ligretto.

März 1996, Team Ciné-Matte

Das Mattenänglisch lebt!

Der Fernsehbeitrag TV DRS, Sendung MTW, im letzten Dezember über mein Mattenänglisch-Übersetzungsprogramm auf dem Computer und verschiedene Artikel in den Tageszeitungen haben interessante Reaktionen ausgelöst.

Besonders gefreut haben mich Rückmeldungen von erstaunlich vielen Leuten, die auch heute das Mattenänglisch zu Hause und mit Freunden pflegen. Hier einige Beispiele. Frau S. berichtet von den "irzeschwe Innerde-Iferche, Innerde-Ieg-ge" (schwarze Donnerkäfer), die früher in der Backstube ihres Vaters herumkrochen. Der Vater von Herrn T. testete Mattenänglisch-Kundige mit der Frage:"Was heisst Lokomotive auf ME?". (Ja, was heisst das?). Der Vater von Herrn G.:"Du bisch ä Schadiss-Hadife" oder "äs isch mer Schadisse gladich!". Die meisten dieser Personen leben nicht mehr in der Matte, sind aber oft Heimweh-Mätteler.

Viele Leute wünschten mein Computerprogramm und erhielten es gratis. Das Programm verhilft zu einem spannenden Experimentieren mit dem ME, ersetzt aber das Sprechen nicht! Interessenten sollten unbedingt mit ME-Kennern Kontakt aufnehmen.

Schüler, Studenten und Lehrkräfte folgender Institutionen haben sich bei mir gemeldet:

  • BMS Bern
  • MIGROS Freizeitwerk
  • UNI Freiburg
  • UNI Bern
  • UNI Chicago
  • Sekundarschule Eich
  • Schule für Angewandte Linguistik Zürich

Das grosse Interesse freut mich sehr und ich bin gerne bereit, mich auch weiterhin für das Mattenänglisch einzusetzen. Selbstverständlich erhält auch jeder "Ittume-Imceiterpe-Ikfre" (Matte-Computer-Freak) mein PC-Programm gratis oder allenfalls gegen Naturalien!

Res Margot

Interview

René Stirnemann im Gespräch mit dem Team der Physiotherapie Dinamo

René Stirnemann: Über sieben Monate Physiotherapie Dinamo. Wie läuft es bei Euch an der Wasserwerkgasse?

Dinamo: Wir sind sehr zufrieden! Wir fühlen uns fast schon "heimisch" in der Matte und auch unsere Terminbücher sind von morgens um 7.30 bis abends um 19.00 Uhr erfreulich gefüllt. Nur ein paar Abos wären noch frei... Ein guter Tip um die Wintermüdigkeit definitiv hinter sich zu lassen.

René: Und am Wochenende?

Dinamo: Geplant ist eine Öffnung des Trainingssaals für unsere Abokunden auch am Wochenende. Realisiert wird das Projekt aber erst mit einem dritten Physiotherapeuten, sonst kommt unser Privatleben, sprich Ehemänner und Freunde, überhaupt nicht mehr zum Zuge.

René: Wie setzt sich Eure Kundschaft zusammen? Gibt es Altersgrenzen fürs Training?

Dinamo: Bei uns sind alle willkommen!

René: Wie meint ihr das?

Dinamo: Zur Zeit ist unsere jüngste Kundin ein drei Monate junges Mädchen und nach oben sind die über 80-jährigen auch vertreten. Fürs Training findet man bei uns alle möglichen Leute: Sportlich ambitionierte mit klaren "Kraft"-Zielen; ehemalige Patienten im Aufbau und Stabilisationstraining; ältere Kunden, welche entdeckt haben, dass ausgewogene Gymnastik ihnen gut tut und die Schmerzen lindert; Geschäftsherren, die über den Mittag den körperlichen Ausgleich suchen, um mit neuem Elan den Nachmittag im Büro anpacken zu können und Jugendliche mit Freude an der Bewegung.

René: Das klinkt ja nach vielfältigem Programm...

Dinamo: Genau richtig! "Vielfältige Programme" - für jeden Kunden nehmen wir uns ausgiebig Zeit und erarbeiten mit ihm "sein" Programm, individuell auf seine Wünsche und Ziele abgestimmt. Auch Kraft- und Ausdauertests bieten wir an, für den Vergleich "vorher - nachher".

René: Ein Besuch bei euch ist also anstrengend.

Dinamo: Nicht nur! Zum Ausgleich bieten wir auch Massagen an, und wer sich nach überstandenem Training noch ein wenig ausruhen möchte, kann das gerne auf dem gedeckten Gartensitzplatz bei einem Fläschchen Mineralwasser aus unserem Kühlschrank tun.

René: Also Physio- und Trainingstherapie bietet ihr an...

Dinamo: ... und Kurse! Zur Zeit läuft ein "Rücken-Fit" jeden Donnerstag von 13.00 bis 14.00 Uhr. Und Wochenend-Kurse des "QI GONG", ein chinesisches Übungssystem für Lebenskraft. Im Sommer ist auch ein Osteoporosekurs geplant, ein sehr aktuelles Thema.

René: Im Moment hört man viel über das Tabuthema Inkontinenz.

Dinamo: Tabu ist das natürlich bei uns schon lange nicht mehr. Wir bieten eine Therapie zur Stärkung der Beckenbodenmuskeln an, mit Unterstützung der Elektrotherapie bei Bedarf. Die Therapie hat grossen Erfolg bei Frauen, und in vielen Fällen kann sogar eine Operation vermieden werden.

René: Und Familienfrauen mit ihren Kindern?

Dinamo: Zwei grosse Kisten voll mit Spielzeug und Bilderbüchern dürfen die Kleinen ganz für sich beanspruchen. An den Vormittagen ist unsere Sekretärin da, welche sie ein wenig im Auge behält.

René: Habt ihr Wünsche für die "Dinamo"-Zukunft?

Dinamo: Ja natürlich, wir wünschen uns, dass rege von den Abonnementen profitiert wird und - ganz wichtig - dass unsere Kunden die Praxis stets zufrieden verlassen!


Postbüro 3000 Bern 13 Matte

Nach über sieben Jahren hat uns unsere treue Mitarbeiterin Sandra Lischetti per Mitte Januar verlassen; sie arbeitet nun bei der Kreispostdirektion. Ich freue mich deshalb, den Mattebewohnerinnen und -bewohnern heute unsere neue Mitarbeiterin vorzustellen: Irene Bettschen kommt aus dem Berner Oberland. Bevor sie sich in der Stadt Bern im Lorrainequartier niederliess und auf dem dortigen Postamt tätig war, arbeitete sie einige Jahre in Fraubrunnen. Die neue Herausforderung, die sie suchte, fand sie in unserem Postbüro. Irene Bettschen ist eine erfahrene und kompetente Frau, in meiner Abwesenheit wird sie mich vertreten. Ich wünsche ihr viel Erfolg und hoffe, dass sie sich in der Matte wohlfühlt und es ihr bei uns gefällt.

Paul Gränicher, Posthalter

Albert Schläfli ist gestorben

Nachruf von Werner Pauli, Präsident Sängerbund Matte Bern

Der Männerchor Sängerbund Matte Bern musste am Abend des vergangenen Dreikönigstages vom Ableben seines langjährigen Sängers Albert Schläfli Kenntnis nehmen. - Wir sind tief betrübt. Es fällt schwer, den ganz besonderen Kameraden, der volle 65 Jahre in den Reihen der Matte-Sänger stand, nun einfach nicht mehr in der Mitte zu wissen. Im Jahre 1931 trat der damals 23jährige Metzgergeselle dem Quartier-Männerchor, Sängerbund Matte bei.

Der stets fröhliche Sänger fand sofort enge Kameradschaft im Kreise der Chormitglieder, war doch die ganze Familie Schläfli, die an der Gerberngasse einen Metzgereibetrieb führte, eng mit dem Chor verbunden.

Besonders schätzte man die Zuverlässigkeit und den Fleiss von Albert, so dass er sehr rasch in den Vorstand gewählt wurde, wo er während unzähliger Jahre das Amt des Archivars und Notenverwalters zur Zufriedenheit der damals noch recht anspruchsvollen und fast 50köpfigen Sängerschaft ausübte. In dieser Eigenschaft hatte er auch die Präsenz an den Proben festzustellen und jeweils der Hauptversammlung Bericht zu erstatten. Eine Tätigkeit, der er besonders exakt nachlebte und seinen Bericht jeweils sehr umfassend aber auch humorvoll darlegte. Dass er selbst während über 50 Jahren mit Fleissauszeichnung im Sängerbund mitmachte, bezeugt seine uneingeschränkten Hingabe zum Matte-Chor. Wer seine Arbeit so gut macht, wird mit immer mehr Aufgaben betraut, so dass Albert auch zum Fähnrich ernannt wurde, was er mit Stolz und Würde an vielen Sängerfesten aber leider auch vielen Abschieden bis ins hohe Alter ausübte.

Nach 20 Jahren des Dabeiseins wurde Albert im Jahre 1951 zum Chor-Veteranen ernannt. Auch die Ehrenmitgliedschaft liess nicht lange auf sich warten und der Bernisch-Kantonale Gesangsverein ernannte Albert Schläfli 1971 zum Ehrenveteranen. Diese Auszeichnungen bedeuteten ihm viel und er präsentierte sie gerne.

Albert Schläfli war kein sogenannter "Blattsänger", dem das Mitsingen anspruchsvoller Melodien leicht fiel, vielmehr musste er sich zum Mitsingen in der Sängerrunde ganz besonders bemühen. Was er dem Chor aber sonst zu geben hatte, war unschätzbar. Er war ein einmaliger Kamerad, der für alle Verständnis aufbrachte, der immer fröhlich dabei war und Heiterkeit auslösen konnte. So wurde er von seinen Kameraden in seiner selten erlebten Art geschätzt.

Ein ganz besonderes Ziel, welches er anstrebte, war die Feier zum 100jährigen Bestehen des Männerchors Sängerbund Matte Bern von 18. November des vergangenen Jahres im Kornhaus Bern, mitzugestalten. Dort wollte er sich als ältester Sänger und treuer Mätteler dem Publikum noch einmal präsentieren. Ein kurz zuvor erlittener Unfall machte dies leider nicht mehr möglich; darüber sind wir sehr traurig.

Heute bleibt uns übrig, unserem Kameraden Albert Schläfli für seine langjährige Treue, seine enorme Schaffenskraft für unseren Chor und die zuverlässige Stütze im zweiten Tenor noch einmal ganz herzlich zu danken. Seinen Angehörigen, ganz besonders seiner lieben Schwester und seiner Schwägerin, Frau Bieri und Frau Schläfli, sprechen wir unser aufrichtiges Beileid aus.

Unseren Kameraden Albert Schläfli werden wir nie vergessen.

Bern, 10. Januar 1996


Zu guter letzt: Kurzinformationen aus der Matte
Verkehrszählung Matte vom 24. Januar 1996

In der Zeit von 9.00 bis 10.30 Uhr passierten

  • 393 Personenwagen
  • 8 Lastwagen
  • 3 Motorräder

die Matte. Wir finden, das ist zuviel!


 

Adventsfenster 95

Für ein Resumée der Advents-Besuche ist die Jahreszeit mit ihren steigenden Frühlingstemperaturen und ersten Blumen unpassend. Es ist nun wirklich zu spät dazu!

Wir möchten lediglich allen Beteiligten für die grosszügige Gastfreundschaft danken. Das Publikum wird in jedem Jahr zahlreicher und so werden wir diesen Brauch in dieser Form weiterführen


Jacqueline Vuillen hat am 22. März geheiratet

Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen viel Glück


Wohlverdiehnter Ruhestand

René Stirnemann wird Ende April 1996 pensioniert. Sicher wird er danach viel mehr Zeit haben, sich um die Belange unseres Quartiers zu kümmern.
Wir wünschen ihm viel Erfolg und Spass dabei...

Die Redaktion

Matte-Zytig Dezember 1995

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe Dezember 1995


Inhaltsverzeichnis


Oh Tanneboum!

Schuenisch ir Chelti u ir Fyschteri dür d Matte. Derby zieht's di fasch yne i di häll erlüüchtete Stube. Da und dört gsehsch es Cherzli oder e Chriesascht. Lue, dört obe si Lüt am baschtle! Die dört äne hei Bsuech u dä dört luegt Fernseh. Gäll, es wienächtelet, u gäll, chasch säge was wosch, es isch immer wider schön.
D'Läbchuechehüsli vor Matte si bsungers im Winter eis grosses Märliland wo chasch düre loufe u i frömdi Stube yne glüssle. Die einte kennsch scho, anderi si dr no frömd. Vilicht lersch öpper nöjis kenne bim Advents-Fänschterle.
Eigetlich hani chly es gstörts Verhältnis zur Wienacht gha. Je elter das ig aber wirde, u je sentimentaler, merkeni, das es eigetlich glych es schöns Fescht isch. Em närvöse Drum und Draa versuecheni us em Wäg z gah. Mit de Jährli wird my Wienacht immer lysliger u ig wirde immer nachdänklicher derby. Überhoupt wärde di Tage gäge Änds Jahr immer meh zu einere vo dene sältene Zyte zum Überlege und Erinnere. Di schönschte Wienachte, emel i mir Erinnerig, si d Wienachte als Ching gsy. Sicher, ou wäg em Chrischtchind u de Ängeli. Gseh hani se zwar nie, wäge de Päckli wo si bracht hei, bini gärn bereit, a se z gloube.
Im Louf vo de Jahr si immer di glyche Gsichter um ds Böimli gsässe. Mängisch het öpper gfählt, ds einte oder ds angere Mal hesch gwüsst, es isch für geng. Aber ou: nöjis Läbe isch derzuecho. Wienachte äbe, ds Läbe äbe. Nid das dihr jitz meinet, deheime heige mir üs dr ganz Advent düre würdig und edel uf di heiligi Zyt vorbereitet. I däm Jahr, woni mi dra erinnere, si viel Lüt z Bsuech cho. Es het gnue z tue gä für alli. Für en Abe, wo süsch i Rueh härehocktisch u Fernseh luegtisch gits wäge dere Bschärig so öppis vomene Affetanz, em Napoleon si Fäldzug isch nüt dergäge gsy. I ha scho geng die Lüt benide, wo im Ougschte, i de Summerferie föi aafa Wienachtsgschänkli vorbereite. Mir isch das nie glunge. Mi Termin isch dr vorletscht u dr letscht Momänt vor em Heilige Abe.
Es Gala-Fescht-Menu Marke "Närvezäme-bruch bim Bachofe" mues o no planet u vorbereitet wärde. D Zyt bis zur Wienacht wird immer chürzer, Fänschterli um Fänschterli vom Adventskalender geit gnadelos uf, immer necher chunnt di gnaderichi Zyt. Je necher das es rückt, je meh wärde alli bi üs deheime närvös.
Zure rächte Wienachte ghört e rächte Boum. Bisch ds Jahr düre Bärner oder süsch e Mürggel, zeigsch wenigstens ar Wienachte königlichi Prachtsentfaltig. Boumschmuck us mänger Generation het sech im Eschtrig aaghüft, Baschtlets vo Ching us allne Generatione hets derby. Jedes Jahr isch vom Wienachtsmärit oder us chlyne Lädeli öppis nöjis derzuecho. Hüt chönnte mer allwäg dr Boum uf em Münschterplatz problemlos vo zungerscht bis zoberscht schmücke, mit all däm Glanz und Gloria.
Dihr gseht, ds wichtigschte isch eidütig ds Böimli gsy. U wenn ig Böimli säge, de isch das nid ganz präzis. D Bäre im Bäregrabe hätte chönne nydisch wärde ab der Tanne, wo dr Vatter aube vom Märit heigschleipft het. Süsch ender sparsam, het ihm dr Boum nie chönne böimig gnue si. We scho Böim ir Stube, de emel rächti.
I däm Jahr si mir id Matte züglet. Wi i de Matte-Hüser üblich, isch d Dili tiefer ghanget, tiefer als ir alte Wonig. Oder für alli, wo's genau wöji wüsse, di nöji Stube isch nid so höch gsy wi di alti. Nid so schwär z merke, gället?
Aber dr vätterlich Inschtinkt i Sache Böim het sech dere neue Lag no nid aapasst gha. U no eis müesst dr wüsse: damit dä tüür Wienachtsboum möglichscht lang het gha, hei mer albe z Brätterchrütz unge am Boum abgmacht u dr Boum ines äxtranigs Wassergfäss gschtellt.
So, u jitz si mer sowyt, dr Vatter isch ungerwägs heizue mit syre Bäregrabetanne. Ir Stube isch alles grichtet, es grosses Tuech am Bode, das patente Wassergfäss füre Boum yzchlemme isch ufgfüllt gsy u parat gstande.
Es het aafa d Schtäge ufpoltere. Dr Vatter het schints im Büro scho en Apero gha, ds Jahr usglütet, wis haut so geit.
"Das Jahr hesch's de guet gmeint mit em Boum, bisch eigetlich verruckt?" het ne d Muetter begrüesst.
Mir si alli süsch scho ufgregt gsy, einersits wil mir Goofe am Nami Seich gmacht hei u angerersits wil süsch scho aues echly hindedry isch gsy u d Lüt scho fasch vor dr Türe stienge, wi d Muetter gmeint het.
Dr Vatter het nüt gseit, är kennt di Momente, wo mit umegäh nid wyterchunnsch. Chuum dür d Türe möge het dä Rieseboum.
Es het scho wider Bemerkige gä: "Pass doch uf, i ha früsch putzt!"
"La wenigschtens eis Bild ar Wand, bisseguet!"
"Eh tue nid so, wil i spät ufe Märit bi, isch er derfür billiger gsy!"
Ändlich isch das Monschtrum id Stube bugsiert gsy. I üsere nidere Stube isch dä Hallelujabäse, wi mir Ching ungerenang gseit hei, schynbar immer grösser worde. Ke Chance das Rieseding ufzstelle, viel z'gross! Chasch di fründlichschte Lüt zäme tue, aber i settige Momänt bruchts nid vil u scho isch Füür im Dach.
I weis nümme, wär di erschti spitzigi Bemerkig gmacht het, vo Grössewahn und nie meh Wienachte und so. Wi dr gseht, mir si i üsem Feschtprogramm scho rächt wyt cho, es si alli deheime gsy, e Boum isch da gsy u dr Familie-krach isch so langsam uf Tuure cho. No es paar Stung u dr Bsuech chunnt derhär, u ds Chrischtchindli u d Ängeli.
Me cha übere Vatter säge, was me wott - er isch e Maa mit vilne Qualitäte. Aber eis müesse alli ygseh, und i gloube er gsehts sälber ou so: wes um ds Praktische geit, de het är zwöi linggi Händ. A däre Wienachte hets ne packt, är isch über sich use gwachse. Er het beschlosse dä Boum sälber echly zwäg z stutze. D Muetter hei mer i d Chuchi gschickt. I ha müesse dr Wärchzüügchaschte go hole. Tapfer het üse Oberförschter es Sageli usgsuecht. Nach eme churze Ougemäss isch er zur Tat gschritte und het unger am Boum afa säble wie wild. Dr Stamm isch - i has sofort gseh - schampar dick gsy. Dergäge isch ds Sageli viel z chly gsy. Es het meh z'tue gä als erwartet. Mit vo Tanneharz verchläbte Händ u mit zündrotem Chopf isch dr Boumchirurg zwüschedüre uftoucht us dere grüene Pracht.
D'Muetter isch o mal cho yne luege, si het im verbigah nume gmeint: "Am Jesus si Vatter isch ja schliesslich ou Zimmermaa gsy!" Si het äuä di gueti Lune widergfunde oder es ischere scho alles glych gsy.
Ds Massaker isch em Ändi zuegange. Itz no di ungerschte Escht wägg u dr Stamm zuespitze, das er i ds Patäntglas passt. Zyt für ne Pouse. Zyt zum zrüggstah und das Kunstwärch aazluege.
A däm Tag isch ds Ougemäss äuä falsch ygschtellt gsy. Bim usprobiere isch dä Tonnersboum immer no z läng gsy! Das isch juscht ou grad dr Moment gsy, wo d Muetter mit ihrem sibete Sinn für heikli Situazione wider emal isch verbycho. Si het gfragt: "Geit's, Schatz?".
Zersch het dr Schatz no derglyche ta, es gieng, aber es isch allene klar gsy, das es nid ganz eso gange isch, wies hätt sölle.
E unwienachtlich heissi Diskussion het aagfange - üs Ching het me usegschickt, wi geng. Wo blibt di ruejigi Bsinnig uf e schönscht Tag im chrischtliche Jahr? "Ire Stund chäme d Lüüt, iz mach echly fürsi!", hei mer no ghört. U ds Chrischtchindli mit syne Ängeli, hani für mi dänkt.
Mir si wider ynegschliche. No einisch dä dick Stamm versäble, no einisch zuespitze, das isch du em Häuptling doch z kompliziert worde. Aber schliesslich, was het e Boum und e Bratwurscht gemeinsam? Dir sägets, er het ou zwöi Ändi! Im Gägesatz zur Wurscht isch bim Boum aber z einte dünner. U genau uf das hets üse Förschter abgseh gha. Wider ei Sagete, das Mal obe am Boum. Es isch weniger lang gange, ds Sagmähl hei mer ungerem Teppich versorget, ke Zyt me für Detail.
Wo dä Boum ändlich i syre ganze Pracht uferschtande isch, hets ou ä Schilipingg müesse gseh: Ab all dere Schnäflerei unge und obe hei d Proporzione nümme so ganz gstumme. Us däre schöne, schlanke Tanne aus em tiefe Wald isch en Art e Nadle-Zylinder worde. Vom Bode uf, bis a Dili ei mordio Tanne, sozäge en Usschnitt usere Tanne, wo schinbar dür üsi Stube düre gwachse isch.
Sigs eso, fertig Fäderläses, Boum isch Boum. Dr Stäg häre, iz wird gschmückt. Vilicht das Mal nid mit so viel Liebi wi i anderne Jahr. Dr Höhepunkt vo me aaständige Tanneboum isch dr Boumspitz. Das Jahr hei mer e nöjie übercho, e bsungers schöne u allwäg ou rächt tüüre. Es het sölle en Überraschig wärde, für d Muetter. Z' oberscht ufem Schtäg balanciere u dä wunderschöni Spitz ufsetze isch e schwirigi Sach.
I däm Jahr isch alles wie verhäxet gsy: wägem Abschnide obe isch ds Stämmli dicker gsy als süsch, dr Spitz het nümme drufpasst. Kes Problem. Mit de nöjie Erfahrige ir Holzbearbeitig isches es ke Sach me gsy, nomal am Boum umezschnitzle. Ä Chuchischnitzer het sofort häre müesse, u scho si d Spän gfloge. Ändlich isch dr Spitz druffe gsy, chly schreg zwar, aber immerhin! Üse Wienachtsboum het im volle Ornat glänzt.
"Gang, rüef dr Muetter, si söll rasch cho luege." Düre Gang - d Muetter het d Häng am Schurz abtröchnet - hei mir us dr Stube "nei, nei, nei" und drufabe es luuts Pole ghört. Nächhär isch e Moment lang unheimlich ruejig gsy. Mit eim Satz simer bir Beschärig gsy. Vom Vatter hei mer meh ghört als gseh. I bi no es Ching gsy, u ha nume d Helfti verschtande. Gället, di wichtige Sache im Läbe verschteit me ersch viel speter. Aber blibe mer am Bode, bim Vatter. Uf ihm obe isch dr Boum parkiert gsy.
Am Wassergfäss isch es eifach zviel worde, der Stamm het sich glockeret bir Schnitzerei. Was mues umgheie, gheit um, so eifach isch d Natur. Zum allgemeine Dürenang isch iz ou no e Überschwemmig uf em Stubeteppich cho. Das wider het dr Muetter dr Boge gä. Dr Heiland isch a dere Wienacht bi üs deheime nid nume i de Lieder vorcho. Aber ou di beschte Kräch göji emal verby, oder wärde vertaget, bsungers we dr Bsuech vor der Tür steit und lütet, u ds Chrischtchindli ou, u syni Ängeli. Dr Vatter isch sech angers go alege. Sider het d Muetter dr Bode ufgno, es nöjis Tuech uftrybe.
Es het doch no klappet, wahrschinlich wäge dene vilne praktische Ratschleg vom Bsuech. Es het viel Schnuer brucht, für e Boum ar Dili und ar Wand aazbinde. Gwaggelet het är immer no, aber immerhin het er nümme chönne umgheie. Dr Räschte vom Boumschmuck isch dranneghanget. Zoberscht dr Spitz, dä vo letscht Jahr, dr blau, aber de het mir sowieso besser gfalle. U das Jahr hei mer ungerem Schmuck sogar dr Boum gseh.
U süsch? Süsch ischs e ganz normali Wie-nacht gsy wi all Jahr. Wi all Jahr isch dr Bsuech cho, und ds Chrischtchindli u syni Ängeli. Nach ere Aastands-Wartezit hei mer d Päckli päcklet. Speter isch dr Bsuech wider gange.
Wi all Jahr nach em Ufrume hei mir nomau Cherzli a Boum gsteckt, nume für üs, u für ds Chrischtchindli u syner Ängeli. Mir si dagsässe u hei chly gredt und dr Boum agluegt, i däm spezielle Jahr eifach echly ruejiger als angeri Mal.

D Gschicht isch vom Läbe u vom Peter Maibach

M-Gospel

Konzert in der Nydeggkirche, Bern
Samstag, 16. Dezember 1995, 20.00 Uhr


Ruth Margot, Gesang
Hans Peter Graf, Kirchenorgel und E-Piano
Bänz Margot, Schlagzeug
Res Margot, Bluesharp, Kontrabass und Didgeridoo

Leitung: Pfarrer M. Suter

Eintritt frei, Kollekte

M-Gospel will auch dieses Jahr mit einem Weihnachtskonzert Freude bereiten. Die Gruppe trat im vergangenen Jahr mehrmals in Kirchen auf, an Hochzeiten und besonders ein wunderbares Konzert in der Kirche Kleinhöchstetten war für die Musiker wie für die Zuhörer unvergesslich.
Hans Peter Graf ist Musiklehrer, Organist und Komponist und spielt in den Gruppen Bitzi Blues Band und Four Heads. Ruth Margot singt im Duo, in Pas in amur / O'Mari, Longstreet sen. Departement, als Gastsängerin im Gosp'n'Pop-Chor. Bänz Margot will Musiker werden und hat die Hip-Hop-Gruppen Die weisse Wüste und Dic gegründet. Der Informatiker und experimentierende Volksmusiker Res Margot spielt Solo Büchel und Alphorn, bei Pas in amur / O'Mari, in der Berner Volksmusik und versucht sich mit unzähligen Instrumenten.
Das Programm in der Nydeggkirche wird auch neue Stücke enthalten, Gospel, eigene Lieder und ein Stück mit einem australischen Instrument, einem Didgeridoo.

Ruth und Res Margot

Was unternimmt der LEIST gegen den Lärm

  • Ziel und Zweck des Leistes sind die Erhaltung und Förderung der Matte als Wohn-, Gewerbe, Geschäfts-, Künstler- und Kunstgewerbe-Quartier (gemäss Statuten).
  • Mit den veränderten Lebensgewohnheiten, Erwartungen und der Umnutzung der «Stadtmühle» ist es heute nicht einfach, das «Mittelmass» zu finden. Sicher ist bloss, dass sich der Leist nicht gegen eine gewerbliche (und kulturelle) Entwicklung wehren kann/darf; ihm obliegt es, das Quartier lebens- und wohnenswert zu erhalten.

Wo liegt da die Grenze des Zumutbaren? Da gehen die Meinungen stark auseinander. So sammelte ein Initiativ-Komitee 160 Unterschriften bei Gegnern des «Wasserwerks» - während vor einem halben Jahr 65% der Matte-Bewohner unseren Fragebogen zur «Kultur» positiv beurteilten, obwohl dadurch leider auch negative Nebenerscheinungen (Lärm, Parkplatzprobleme usw.) erkannt werden.
Wir suchten deshalb Hilfe und Rat bei der Stadt. So kam das Gespräch mit dem Stadt-Präsidenten, Dr. Baumgartner, am 16. Oktober zustande, im Beisein der Polizei- und Kultur-Direktion, einiger Club- und Restaurant-Organisationen und dem Leist. Zu dieser Diskussion liegt ein 5seitiges Protokoll der Präsidialdirektion der Stadt Bern vor (und kann bei mir eingesehen/verlangt werden).
Grundsätzlich deckt sich die Meinung der Stadt mit unseren Zielsetzungen. Gleichzeitig sind ihr unsere Probleme bestens bekannt - es liegen hierzu auch genügend Reklamationen und Eingaben vor, welche auch zeigen, dass dem Problem unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen.

Kurz zusammengefasst wird Folgendes angestrebt:

  • Einführung der «Blauen Zone» mit Anwohnervignette auf Anfangs 1996 (nachts leider nicht wirksam, aber hält immerhin Dauerparkier ab).
  • Matten-Sperre Freitag und Samstag ab zirka 24.00 Uhr (evtl. mit Barrieren und elektronischen Eingangskarten für Anwohner); evtl. Zwischenlösung mit Signalisation «Parkplatz besetzt».
  • Vermehrte Durchfahrtskontrollen, welche jedoch erst ab ca. Mai 1996 dank (dreifach) höheren Bussen nichts auswirken!
  • Der Leist ruft am 21. November eine Versammlung aller Clubs, Restaurants der Matte (und Vermieter solcher Lokalitäten) ein, zwecks Festlegung eines «Kodexes»». Dieser muss vorsehen, dass jeder Betrieb auch ausserhalb nachts für Ruhe und Ordnung besorgt sein muss (gemäss Gastwirtschafts-Gesetz). Wir werden öffentlich darauf zurückkommen und Sie, liebe Mättelerlnnen, über Resultate auf dem laufenden halten: einerseits über Mitteilungen in unseren Anschlagkästen, anderseits werden wir zum Thema «Kodex» eine ausserordentliche Versammlung zwecks Aussprache mit Anwohnern ansetzen und separat unsere Mitglieder dazu schriftlich einladen.

Sollten keine wesentlichen Verbesserungen erreicht werden, sichert uns die «Stadt» ihre Unterstützung zu.
Abschliessend erlaube ich mir zu erwähnen, dass es wenig sinnvoll ist, unsere Polizei wegen falschen Parkierens nachts (oder auch am «Flohmärittag») zu rufen (ausgenommen bei Ein/Ausfahrts-Behinderungen) - in vielen solchen Fällen werden wir Mätteler notgedrungenerweise nämlich auch gebüsst!
Schlussendlich rechne ich mit Ihrem grossen Verständnis für unsere Probleme - und wünsche, dass wir uns gegenseitig «leben lassen». Vielen Dank im voraus.

Rene Stirnemann, Präsident Matte-Leist

Wisst Ihr was Paradox ist?

...wenn ein Securitas am Läuferplatz wegen baulichen Behinderungen (G WB) den Verkehr regelt und jedem Autofahrer freundlich zuwinkt, unberechtigt in oder durch die Matte zu fahren!

Ich hab' geträumt ...

dass plötzlich mein Telefon unhaltsam läutet und sich Matte - Anwohner, - Gewerbler und - Arbeitnehmer melden, im Leist aktiv mitzuwirken. Ich erhalte fantastische Vorschläge, wie unsere Probleme zur Zufriedenheit aller gelöst werden können. Die zwei letzten Gegner der «Blauen Zone» wünschen sich nun auch die Realisierung! Plötzlich wollen sogar drei Anwohner die Matte-Zytig vollverantwortlich - selbständig übernehmen. Einige melden bloss, dass sie für die nächste Ausgabe etwas Lustiges schreiben wollen. Es interessieren sich über 24 zur Gestaltung eines Advents - Fensters. Vier wollen unbedingt im Leist-Vorstand mitwirken.
Ich komme ins Schwitzen und bin froh, dass dies nur mein Wecker ist, welcher läutet und dass die Realität gottlob umgekehrt ist!

Rene Stirnemann, Präsi

17 Jahr - schönes Haar

Liebe Kundschaft aus der Matte und Umgebung

Ich möchte Ihnen nach all den Jahren herzlich für Ihre Treue danken und wünsche Ihnen schöne Weihnachten und ein glückliches neu es Jahr.

Coiffure Silvia

Res Margot im Gespräch mit Louis Schläppi

Res Margot traf den Mätteler Louis Schläppi im Mühlirad. Im Mühlirad kann man miteinander sprechen, ohne durch laute Background-Musik gestört zu werden. Louis erzählt, wie er aufgewachsen ist. Er spricht auch fliessend das alte wie das neue Mattenenglisch. Res Margot hat das Gespräch aufgezeichnet.

Louis Schläppi: Es geht jetzt ums neue Mattenenglisch (ME). Ich habe das zur gleichen Zeit wie das alte gelernt.
Res Margot: Wie alt bist Du?
Louis: Ich bin in den Achtundfünfzigsten. Auf die Welt kam ich im Haus Nydeggstalden 20, im 1. Stock. Dieses Haus wurde später neu gebaut. Das Haus daneben, das 22, das ist noch gleich wie früher, dort wohnte die Familie Möhri.
Als ich ungefähr 2jährig war, zügelten wir in den Nydegghof 49, in das Haus, das jetzt das Altersheim ist. Unser Haus war das oberste, der Abschluss der Häuserreihe. Auf der Seite gegen den Nydeggstalden war der Milchladen von Looslis. Das unterste Haus auf dem Nydegghöfli war, glaub ich, die Nummer 3, das über dem Feuerwehrmagazin. Alle Häuser hatten hier ungerade Nummern, so waren früher viele, wahrscheinlich 22 bis 23 Häuser, im Hof. Unser Haus ging auf den grossen Platz vor der Nydeggkirche, alle andern hatten jedes einen Vorgarten. Ich glaube, diese Häuser waren früher die einzigen innerhalb der Aareschleife, die einen Vorgarten hatten! Hier wuchsen Äpfel-, Kirsch-, Birn- und Zwetschgenbäume, es hatte Gemüse, viele Blumen und Gras zum Heuen.
Res: Warum zum Heuen?
Louis: Eh, für die vielen Chüngel! War das eine herrliche Zeit - ich möchte noch einmal von vorne anfangen.
Res: Hast Du im Kindergarten das ME gekannt, kannst Du Dich besinnen? Oder ist das später gekommen?
Louis: Nein, das ist später gekommen. Eh. ..1945 bin ich in die erste Klasse da in der Matte, bei Fräulein Krebs. Das war schon damals eine ältere Frau gewesen. In der ersten Woche, ich kann mich noch gut besinnen, haben die Glokken geläutet. In der ganzen Schweiz, überall. Sogar die Nydeggkirche und das Münster oben, man hatte es gut gehört. Ich kann mich gut besinnen. ..Weil der Krieg zu Ende gegangen war.
Da war ich Sieben mit Jahrgang 38, siebenjährig.
Gelernt habe ich das ME auf der Strasse mit Gleichaltrigen 1948 in der dritten Klasse bis in die sechste Klasse. Also 1948 bis 1951 habe ich beide ME gelernt. Das richtige ME und zur gleichen Zeit das neue ME.
Res: Du bist dann neun Jahre hier in die Schule? Louis: Ja, bis 1954.
Res: Haben die Lehrer gewusst, dass Ihr ME gesprochen habt, oder hat es sie gar nicht interessiert?
Louis: Das haben die schon gewusst, aber es hat sie nicht interessiert. Ich bin nie etwas darüber gefragt worden von den Lehrern und den Lehrerinnen, was wir da sprechen.
In unserer Klasse waren Kinder aus dem Altenberg, aus dem Marzili und alle Kinder unterhalb des Zytglogge. Wir Mattegiele waren eine Minderheit in der Klasse. Waren aber immer zusammen, und nur wir sprachen das ME.
Res: Und Eure Mädchen?
Louis: Komisch - nein, die sprachen auch nicht ME.
Res: Als Du weggekommen bist aus dem Quartier, ist. ..
Louis: Ich bin nie weggegangen. Ich bin ein paarmal innerhalb der Matte gezügelt, wegen den Eltern. Ich habe dir schon gesagt, aufgewachsen bin ich im Nydegghof, in den alten Häusern, bis 1960. Wir wohnten im 2. Stock. Über unserer Wohnung war der Estrich, der vielleicht vorher auch noch eine Wohnung war. Dieser Estrich war ganz ohne Fenster, du kannst Dir vorstellen, Sommer und Winter ...Wir lebten in einer 1/2-Zimmer-Wohnung. Mein Zimmerchen wurde im Winter kaum temperiert durch einen kurzen Winkel des Rohres vom Holz- und Kohleofen des grossen Zimmers. So hatte es in kalten Wintern eine zentimeterdicke Eisschicht an meiner Zimmerwand.
Die Häuserreihe, die um die Kirche herumgegangen ist, die ist durchgehend gewesen in den Nydeggstalden und die Mattenenge hinunter. Die hatten auch andere Nummern gehabt. Zum Beispiel von der Mattenenge 6 konnte man durch das Haus über finstere Treppen hinaufsteigen in den Nydegghof - aber oben war dann eine andere Nummer. Die waren einfach durchgehend. Man konnte von unten herauf und von oben herab!
Zum Teil waren es Slums, zu dieser Zeit, wo ich dort aufgewachsen bin, Häuser, in denen niemand mehr gewohnt hatte, Häuser ohne Fenster. ..
Zum Beispiel von der Mattenenge 6 konnte man durch das Haus hinauflaufen in den Nydegghof - aber oben war dann eine andere Nummer. Da waren Leute, die wohnten im Nydegghof, die hatten Adresse Nydegghof, und im gleichen Haus hatte es Leute, die hatten die Adresse Mattenenge 6. Weisst Du, wie ich das meine? Das war das Eigenartige. .. 1960 zügelten wir in die Schifflaube 44, später in die Gerberngasse 9. Heute wohne ich am Nydeggstalden 1, beinahe da, wo ich auf die Welt gekommen bin. Du siehst, der Kreis hat sich geschlossen.
Res: Während der Lehre hast Du noch weiter ME gesprochen?
Louis: Nein, das ging verloren nach dem Schulaustritt. Weil viele Schulkollegen weggezogen sind. Die Eltern sind fortgezügelt und sie sind auch mit. Es ist verloren gegangen.
Es gibt noch einige, die können Zum Beispiel die Möhri- Giele ...einige, die in meinem Alter sind ...ungefähr in meinem Alter ...
Res: Mit diesen hast Du nicht mehr Kontakt?
Louis: Weil sie auch weniger herkommen ins Quartier-
Res: Nun habe ich hier noch etwas im ME geschrieben! Louis: Vom alten ME hast Du ja schon genug Informationen, Du kannst ja schon gut schreiben. Aber heute geht es ja ums neue ME!
Res: Auf diesem Papier habe ich ein wenig probiert, an einem Neujahrswunsch:
«Matte,12.1995
im nöjie Jahr isch alles viu besser, Res Margot,>
Res: was sagst Du zu meiner Übersetzung ins neue ME? Louis: Oben heisst es «Matte» ...«Madittu» ...gut
Eben das «adim» ...«im»
Res: «im» ...
Louis: da würde ich jetzt noch ein «h» hineintun!
Res: «hadim»?
Louis: weil ja auch ein «h» in «im» drin ist,
«im» ...«hadim»!
«nadiue» «nöije»
«Jadihr» «Jahr»
«hadist» «isch, ist» oder «hadisches»
«alles» hast Du da: «hadilles», «hadiues» auch wieder mit einem «h» ...nein ohne «h»... «adiues»
«vadiu», «viu», ...ist auch gut ...
«badisser»...Tip- Top.
 Ich möchte sagen, es ist gut -bis «hadim», dort ist ein «h» Das wäre «Res» ...«Radis» ...«Resu» ...«Radisu», «Resu» «Radisu» -das ist nicht schlecht!
 Ich möchte sagen, das ist gut, das hast Du tiptop gemacht! Res: Danke, Louis, für dieses Gespräch! wenn Du einverstanden bist, können wir diesen Wunsch allen Mätteler weitergeben!


Madittu,12.1995
Hadim nadiue Jadihr hadisches adiues vadiu badisser
Ladiggu adind Radisu

 


Weihnachtsgeschenke
Ausstellung
von
schlummernden,
verborgenen
und wachen
Talenten aus der Matte
Samstag und Sonntag 16./17. Dezember
jeweils 14 - 21.00
Kirchgemeindesaal, Mattenenge 1

im Namen des Matte-Leist - Kontaktadresse

Georgette Bätscher, 311 05 68

Tüchel

Seit Wochen werden in der Matte die Gas- und Wasserleitungen ausgegraben und ersetzt. Dabei kam letzte Woche in der Gerberngasse vor dem Haus 16 eine sehr alte Holzwasserleitung zum Vorschein.

m Graben in ein Lehmbett eingelegt. Die Lehmpackung konservierte das Holz, so dass die Leitung weit über 100 Jahre ihren Zweck erfüllen konnte.
Das Aufkommen moderner, relativ billiger Materialien zur Herstellung von Röhren brachte das Tüchlbohren zum Verschwinden. Wie man in der Matte sieht, werden heute Plastic-Rohre verlegt. Wie lange werden diese wohl ihren Zweck erfüllen? - Der Text wurde bearbeitet nach Unterlagen vom Freilichtmuseum Ballenberg.

Res Margot

 

Gas- und Wasseranlage Matte

Gerberngasse

Mehrere ungefähr 4 m lange und 25 cm dicke Holzrohre mit einer Bohrung von 10 cm, sogenannte Tüchel oder Teuchel, wurden aus über 1 m Tiefe, aus dem Graben an der Gerberngasse, gezogen. Die sehr gut erhaltenen zeugen aus früheren Jahrhunderten wurden rasch mit dem Schutt abtransportiert. Die Bauarbeiter haben auf Wunsch von Res Margot ein Stück sichergestellt.
Herr Walter Neuhaus, koordinierender Polier, zeigte in der nassen Grube auch dicke Schichten aus zähem, guterhaltenem Holz und verschieden Steinmaterialien. Er meinte, dass auf diese Art früher wahrscheinlich der weiche Boden der Gerberngasse gefestigt wurde. Herr Neuhaus erzählte auch, dass er beim Bau des Mattmark-Staudammes, weit über der Baumgrenze im Geröll, Lärchenstämme gefunden hat. Er sendete damals Proben des Holzes zum Bestimmen des Alters an verschiedene Universitäten. Er war höchst erstaunt, dass das geschätzte Alter je nach Universität zwischen 5000 bis 50000 Jahre varierte. Wahrscheinlich wäre es auch nicht einfach, das Alter der in der Matte ausgegrabenen Tüchel zu bestimmen.
In einer Schrift aus dem Freilichtmuseum Ballenberg wird beschrieben, dass in früheren Jahrhunderten die Wasserversorgung der Städte und Dörfer mit Tüchel sichergestellt wurde. Zum Beispiel in Luzern wurden die Holzleitungen 1764 vermessen und in Pläne eingezeichnet. Das Leitungssystem bestand aus 7810 Tüchel mit einer Gesamtlänge von 30 km.
Ein Tüchel wurde aus einem 2,5 bis 5,5 m langen Stamm von Weisstanne, Lärche, Föhre (weniger günstig Fichte) hergestellt. Das Holz wurde im Januar bei schwindendem Mond, wenn es im Saft war, gefällt. Dann liess es sich am besten bearbeiten. Der Stamm wurde von einem Handwerker mit einem grossen Bohrer ausgehöhlt. Dieses Handwerk gehörte zu den «besseren» Berufen im Wandergewerbe, im Gegensatz zum Kesselflicker oder Beckibüetzer. Der Tüchelbohrer kam mit seinem schwerem Gerät oft mit einem Ochsenwagen angefahren.
 Die Arbeit erforderte früher sehr grosse Geschicklichkeit und viel Kraft. Das Loch musste auf der ganzen Länge schön in der Mitte sein. Die Enden der Röhre wurden besonders bearbeitet, damit die Tüchel miteinander verbunden und abgedichtet werden konnten. Die Tüchel wurden
Ergänzend zum Bericht in der letzten «Matte-Zytig»
müssen wir festhalten, dass die vorgesehenen Etappen kurzfristig von ursprünglich zwei Umbaujahren auf eins komprimiert wurde, wodurch uns mehr Parkplätze verloren gingen und vermehrte Verkehrsbehinderungen resultierten.
Nun wird die Bau-Etappe Läuferplatz bis Gerberngasse (Höhe Matte-Lädeli) an Weihnachten abgeschlossen sein. Während den letzten zwei November-Wochen wird auch auf dem Mühlenplatz gegraben, so dass auch hier weitere Parkplätze wegfallen. Ab Ende November wird die Quartierstrasse Gerberngasse/Wasserwerkgasse für zirka ein Monat gesperrt, hingegen wird die Wasserwerkgasse dann wieder befahrbar sein.
So werden wir folglich nach Weihnachten wieder unsere Ruhe, unsere Parkplätze, unser Wasser und Gas, wieder voll geniessen können - es sei denn, andere nehmen sie uns weg ...

 

Wali Stirnemann

Männerchor Sängerbund Matte

Der Leist gratuliert ganz herzlich und wünscht
für die nächsten 100 Jahre viele Stimmen in die Zukunft.

Männerchor Matte

Was uns eint als treue Brüder
Hier an trauter Aare Strand
Das sind unsrer Heimat Lieder
und die Lieb' zum Vaterland

Diese Worte stehen auf der Reversseite der prächtigen seidenen Fahne, die vom Vorgängerchor (1865) dem Zähringerwirt zum Aufbewahren überreicht wurde. Da eine Fahne das Symbol der Zusammengehörigkeit und Einigkeit sein soll, wurde verfügt, dass die Fahne demjenigen Verein zukommen solle, der unter dem gleichen Namen «Sängerbund Matte» wieder ins Leben trete und ein Jahr lang im Quartier Bestand habe.
Schon schnell kam der Wunsch der Mattebevölkerung nach einem neuen Chor, fehlte doch bei Anlässen und Ausflügen die gesellige Stimmung ohne Sängertruppe. Am 28. Februar 1895 fand diesbezüglich im Zähringer die erste Sitzung statt. Es wurde folgendes festgehalten: «Der Sängerbund will keinen Kunstgesang pflegen, er will nicht Bummelfeste konkurrieren. Aber er will edlen Gesang pflegen in patriotischen und Volksgesängen. Die seidene Fahne unter dem Protektorat der stehenden Berna soll das Quartier an der Matte einigen nach dem Sprichwort: Böse Menschen haben keine Lieder und, wo man singt, da lass dich ruhig nieder. So wollen auch wir frei allen politischem und konfessionellem Treiben einander die Bruderhand zum frohen Sange reichen.»

 

Der Chor hat sich immer gegen politische Einflüsse gewehrt. So konnten nach dem ersten Weltkrieg denn auch keine proletarisch gestimmten Sänger mit fremden Liedern im Chor Fuss fassen. Der Chor blieb ein Gewerbechor, der sich vorallem aus Metzger, Bäcker, Posthalter, Milchhändler und anderen zusammensetzte. Im Laufe der Zeit haben sich die Reihen gelichtet, das Interesse und der Nachwuchs fehlen. Mit viel Einsatz der Beteiligten konnte man den Jubiläums-Unterhaltungsabend schön und festlich gestalten. Ganz getreu dem Motto: Wir wollen die Kameradschaft pflegen und das gesellige Singen.
Möge beides noch einen langen Bestand in die Zukunft wahren.

Der Matte-Leist

 


Adventskalender-Törli

Dr läbig "Advänts-Kaländer" ir Matte u ä Zyt der Begägnig

Ab 3. Dezember erleuchten die weihnächtlich dekorierten Fenster. Am jeweiligen Adventsdatum gehen die Törli für alle Mättelerlnnen auf, und Sie sind herzlich auf einen Umtrunk eingeladen. Wann und wo entnehmen Sie untenstehender Liste. In diesem Sinne: auf Wiedersehen im "Adventskalender- Törli!"

 



Ein herzliches Dankeschön!

Lieber Fritz

auch Du verlässt den Leist-Vorstand auf Ende Jahr. Hinter Dir liegen Leistjahre voller persönlichem wie finanziellem Engagement. Keine Worte sind stark genug, um Dir zu danken, was Du alles für die Matte angerissen, organisiert und realisiert hast. Mit Deiner persönlichen Anwesenheit hast Du alle Vorstandssitzungen zu einem Fest gemacht, an dem eben auch Platz für ein Lachen und Gefühle war. Auch Du lässt hinter Dir und orientierst Dich neu in die Zukunft. Für all Deine Pläne wünschen wir Dir viele positive Energien und gute Geister, die Dich begleiten. Wir stehen immer neben Dir!

Jacqueline und Rosmarie



Lieber Heinz Inderbitzi

Wir danken Dir für Deinen unermüdlichen Gratiseinsatz. In einer Zeit wie der unseren ist dies alles andere als selbstverständlich. Deine zahlreichen Illustrationen haben unsere Zeitung bereichert und lebendig gemacht.

Rosmarie und Jacqueline



Lieber Peter, lieber Kees

Wir weben Euch ein Riesenherz, gespannt aus Fäden der Liebe, der Dankbarkeit und Wärme. Es ist nicht selbstverständlich, wie Ihr zwei Euch immer wieder, besonders während der Entstehungszeit einer Zeitung, bemüht habt, uns aufzustellen und uns vor Abstürzen zu bewahren. Wir hoffen, dass unsere neuen Projekte Euch nur Freude und Lust bereiten werden. Voller positivem Bemühen.

Eure verrückten Lebenspartnerinnen

 

Jacqueline und Kees heiraten!

wisst ihr, wieso Jacqueline mit der «Matte-Zytig» aufhört?
Sie hat jetzt nämlich keine Zeit mehr, weil sie heiratet nein, sie muss nicht, sie darf und will!
Ich persönlich wünsche Kees und Jacqueline ganz viel Licht und Wärme auf ihrem begonnen gemeinsamen Lebensweg. Ich danke Dir, liebe Jacqueline, für unsere kreative Zusammenarbeit ganz herzlich ... und Tschüsssssssss.

Rosmarie

Liebe Susanne

Beim Merci-Sagen darfst natürlich Du nicht fehlen. Dank Dir sind all die Zeitungen kreativ verwirklicht worden. Wenn Du Deine Haare nicht so oft färben würdest, hättest Du sicher eine Hand voll weisser Haare wegen uns. Durch Deine Fachkenntnisse ermöglichtest Du uns die Realisation beinah jeden Spleens!
Herzlichen Dank für alles, bis im Mai an der Walpurgisnacht.

Deine Hexenfreundinnen



Herzlichen Dank

Die Verdankungen nehmen kein Ende, da wir allen dankbar sind, die uns immer unterstützt und getragen haben. Dies sind vorallem auch

Inserenten und Sponsoren der «Matte-Zytig» und der Matte. Ihnen gebührt der herzlichste Matte-Ratte-Dank.
Herzlichen Dank an alle, die mitgeholfen haben, dass unsere «Zytig» ein Erfolg wurde. Allen Schreibern und Schreiberinnen, an Sachar und Sacharin und allen Mannen und Frauen, welche die Zytig gelesen haben!

Die Redaktion



Merci viumau!

Die letzten. ..Ausgaben der «Matte-Zytig» (und das heisst eigentlich alle bisher erschienen) fanden bei allen Matte- Bewohnerinnen ein positives Echo. Erstens ist es toll, dass unser (kleines) Quartier ein eigenes und unabhängiges Publikationsorgan hat. Und zweitens ist es noch toller, dass die «Matte-Zytig» echt gut ist. Wir verdanken das beiden «Herausgeberinnen», Rosmarie Bernasconi und Jacqueline Vuillien. Sie haben die ganze Arbeit gänzlich gratis für uns gemacht. Und es war eine grosse Arbeit. Denn die Mättelerlnnen immer wieder zum Schreiben von Beiträgen zu motivieren und selber Texte zu schaffen und zu sammeln, die vorallem die Matte angehen und die BewohnerInnen interessieren, ist das eine. Das Akquirieren von Inseraten (die ja letztlich die Zeitung bezahlen) und das produzieren ist das andere. Beide Aufgaben wurden - da sind sich sicher alle Leserinnen einig - von Rosmarie und Jacqueline mit Bravour gelöst. Merci viumau ...kann man da nur sagen. Und hoffen, dass es mit unserer "Zytig» so weitergeht!

Fritz Kobi

 


Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Matte

Für Ihre Mithilfe an unseren Papiersammlungen vom Juli, August und Oktober 1995 möchten wir Schülerinnen und Lehrerinnen Ihnen sehr herzlich danken. Der Erlös aus 13 460 kg Altpapier, dies das Sammelergebnis der ersten beiden Sammlungen, ergab für unsere Schulen einen Zustupf von Fr. 1 076.80. Damit erhalten unsere Klassen einen guten "Batzen» für ihre Kassen.

Eine kleine und doch grosse Bitte: Unsere Schülerinnen sind zwischen 8- und 13jährig. Besonders die jüngeren unter ihnen sind froh, wenn die Zeitungsbündel leicht sind. Vielen Dank.

Die SchülerInnen und LehrerInnen der Mattenschulen

 


Wir wünschen
allen Mätteler und Mättelerinnen
und der ganzen Welt ein frohes und
besinnliches Weihnachtsfest
und ein schönes, stressfreies 1996.

Der Matte-Leist

 


Ein Festmenu für Rosmarie

Hexli

 

Dieses Menu widme ich Rosmarie als «Zytigs»-Abschiedsgeschenk, verbunden mit einem sooo riesigen Dankeschön für die warme, kreative Zusammenarbeit, dass die ganze «Zytig» zu klein wäre.
In der üppigen Weihnachtszeit liegt Rosmarie das Ferne näher als das Einheimische, daher wähle ich ein fernöstliches, chinesisches Mahl aus, zu dem vor allem Weisswein und Rose passen, Weinfarben, die Rosmarie besonders mag. Dieses Menu musst/darfst Du, liebe Rosmarie, bei uns einlösen, Kees und ich freuen uns auf Dich und Peter! Zu einem Festmenu gehören chinesische Glückskuchen, dies auch eine originelle Idee auf Weihnachten und/oder Neujahr:

Glückskuchen (4 bis 6 Personen)

Teig
250 g Mehl
Y2 TL gemahlener Anis
1 Msp. Kardamom
1 Msp. Nelkenpulver
1 Msp. Salz
75 g brauner Zucker
3 frische Eier
2 EL ÖI

Das Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, den Anis, den Kardamom, das Nelkenpulver und das Salz darüberstreuen. Den braunen Zucker dazumischen und eine Mulde eindrücken. Die Eier und das Öl in diese Mulde geben. Alles von aussen nach innen zu einem kompakten Teig verarbeiten; mit bemehlten Händen klebt der Teig weniger.
Den Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und Quadrate ausschneiden.

Jedes Quadrat belegen Sie mit einem Glücksfigürchen oder einem kleinen Briefchen (evtl. auf Backpapier geschrieben mit wasserfestem Filzstift) und schlagen dann die Ecken in der Mitte übereinander.
Fett/Öl in einem Topf (Friteuse) erhitzen, und die Glückskuchen darin goldgelb ausbacken, herausnehmen und gut abtropfen lassen.
In China finden Sie in diesen Glückskuchen kleine Briefchen mit Sinnessprüchen. Sie können Ihre Wünsche auf diese Art weitergeben oder kleine Glücksfigürchen kaufen, um Ihre Gäste zu erfreuen.

Eierblumensuppe mit Pouletfleisch (4 Personen)

10 g Glasnudeln
60 g Pouletfleisch
2 frische Eier
2 Handvoll Spinat
1 I Hühnerbouillon
31 Salz
4 TL Zucker
grössere Prise Glutomat
Pfeffer aus der Mühle
2 Frühlingszwiebeln grob gehackt
1 TL Sesamöl
Frischer Koriander

Die Glasnudeln 10 Minuten in heissem Wasser einweichen.
Das Pouletfleisch in Streifen schneiden. Das Ei zerquirlen. Den Spinat verlesen. Die Bouillon aufkochen und die Pouletstreifen hineingeben, die Hitze reduzieren. Die Suppe mit Salz, Zucker, Glutomat und Pfeffer würzen. Das Ei einrühren, den Spinat beigeben und die Flamme wieder hochstellen. Die Zwiebelstücke und das Sesamöl hineingeben. Die Suppe vor dem Servieren nochmals aufkochen und mit Koriander bestreuen.

Fischfilet mit Crevetten (4 Personen)

Marinade
4 Knoblauchzehen
5 bis 6 Löffel Tamarindensaft (Tamarinden finden Sie im Thaishop, legen Sie diese in heisses Wasser und nehmen den Saft daraus)
1/2 TL Gelbwurzpulver
1 TL Zitronengraspulver oder frisches Zitronengras fein gehackt (Thaishop)
Salz

Zutaten
600 g Fischfilet (Kabeljau, Steinbutt)
etwas Mehl
Öl zum Braten (Erdnussöl riecht nicht so stark)
2 grosse Zwiebeln
30 g frischen Ingwer
2 grüne Paprikaschoten
4 bis 6 frische grüne Chilischoten
100 g ausgelöste Krabben oder Crevetten
1 TL Krabbenpaste (Thaishop)
Saft von 1 Limone
4 bis 5 EL Sojasauce
etwas Zucker, besser Palmzucker
Salz

Für die Marinade die Knoblauchzehen auspressen und mit allen Zutaten verrühren.
Die Fischfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in der Marinade mindestens 3 Stunden ziehen lassen. Die Stücke abtrocknen und im Mehl wenden. Bewahren Sie die Marinade auf .
Die Zwiebeln und den Ingwer schälen und fein hacken, die Chilischoten waschen und entkernen und in feine Streifen schneiden. (Achtung nicht mit den Chilifingern in die Nähe der Augen kommen.) Paprikaschoten halbieren, entkernen, waschen und würfeln.
Das Öl in einer Pfanne oder im Wok erhitzen und die Fischstücke darin knusprig braten, herausnehmen und warm stellen. In die Pfanne evtl. noch etwas Öl nachgeben und die Zwiebeln mit dem Ingwer hellgelb braten, die diversen Schoten kurz mitbraten. Dann die Krabben und die Krabbenpaste hinzufügen und kurz mitbraten. Mit der Marinade ablöschen, den Zitronensaft sowie die Sojasauce dazugeben. Mit Salz und Zucker abschrecken. Die Fischfilet auf einer warmen Platte anrichten und die Sauce darübergiessen.

Rindfleisch, Poulet- oder Truthahnfleisch mit Ananas und Peperoni

400 bis 500 g Fleisch in Stückchen geschnitten
5 Scheiben Ananas
1!2 Peperoni, grün oder rot
2 Knoblauchzehen fein gehackt

Marinade
 
1 EL Öl
 1 TL Maizena
 1 TL helle Sojasauce
 1/4 TL Salz
 1/4 TL Zucker
 Prise Pfeffer
 2 Knoblauchzehen
 Schuss trockener Sherry oder Reiswein

Sauce
 1h Tasse Hühnerbouillon
 Ananassaft aus der Dose
 1 EL Maizena
 2 TL helle Sojasauce
 Schuss Oestersauce
 Schuss süss-saure Chilisauce

Die Marinade anrühren, die Knoblauchzehen pressen, und das Fleisch mindestens 20 Minuten marinieren.
Die Ananas und die Peperoni in gleich grosse Stücke schneiden.
Den Wok oder die Bratpfanne erhitzen und 2 EL Öl hineingiessen, den fein gehackten Knoblauch braten, und das Fleisch beigeben und bei starker Hitze unter ständigem Rühren braten. Peperonistücke beigeben und 1 Minute anbraten. Die Ananasstücke beigeben, und den Wok vom Feuer ziehen.
Die Zutaten der Sauce in einer Schüssel mischen und nach Belieben abschmecken (Sojasauce, Oestersauce, süsssaure Chilisauce finden Sie in Thaishops oder in der Migros).
Den Wok wieder aufs Feuer stellen und die Sauce dazugiessen. Gut umrühren bis die Sauce eindickt.

Varianten:
- Man kann noch Champignons beigeben.
- Zusätzlich zu den Ananasstücken Litschis und Mandarinen mit ihrem Saft verwenden

Gemüsereis (4 Personen)
3 Mu-Err-Pilze (Thaishop, Migros)
350 g Reis (Parfumreis)
3 getrocknete Shiitakepilze (siehe oben)
2 Zwiebeln
5 bis 6 Knoblauchzehen .
1 rote Paprikaschote
1 grüne Paprikaschote
200 g Stangensellerie
160 g Bambussprossen aus der Dose (siehe oben)
4 bis 5 EL Öl
150 g Sojasprossen (wässern)
3 EL Sojasauce
2 EL Fischsauce (Thaishop. Achtung: sehr stark im Geschmack, lieber weniger als mehr verwenden)
frischer Koriander

Die Pilze in lauwarmem Wasser etwa 1 Stunde quellen lassen. Der Reis in der eineinhalbfachen Menge Wasser ungefähr 20 Minuten kochen.
Inzwischen die Zwiebeln fein würfeln und die Knoblauchzehen dazupressen. Der Ingwer schälen und fein hacken. Die Paprikaschoten putzen und fein hacken, den Sellerie in feine Scheibchen und die Bambussprossen in schmale Streifen schneiden. Die Pilze abspülen und in Streifen schneiden.
Das Öl erhitzen und die Zwiebeln anziehen, Knoblauch und Ingwer hinzufügen und 1 Minute unter Rühren braten.

Nun die Pilze, Sellerie, Soja und Bambussprossen beifügen. Alles 5 Minuten braten.
Den Reis beifügen und mit Soja- und Fischsauce abschrecken. Mit Korianderblättchen bestreuen.
Zum Trinken servieren Sie am besten Weisswein oder Rose, wer's mag. Bier oder Mineralwasser passt gut dazu!

zum Dessert
würde ich frische Mangos und andere exotische Früchte auftragen.
Früchte haben in China ihre Symbolik, ich möchte Ihnen einige nennen:

  • Der Apfel ist ein Symbol des Friedens.
  • Die Birnen symbolisieren die Reinheit, das lange Leben, den weisen Menschen.
  • Die Datteln sind das Symbol für Brüderlichkeit.
  • Granatäpfel haben viele Kernen. Aus diesem Grund gelten sie als Symbol der Fruchtbarkeit und der Nachwelt.
  • Die Kaki ist die Frucht der Freude.
  • Kiwi sind reich an Vitamin C.
  • Kirschen symbolisiert durch die rote Farbe und die runde Form die Frau und damit Glück.
  • Kumquals gelten für Reichtum.
  • Mandarinen, Orangen und Mangos symbolisieren - wegen ihrer gelben Farbe - Glück und Reichtum.

Liebe Kochfreunde und -experimentiererinnen
Mein letztes Menu mutet sehr exotisch an; ich hoffe, dass es Sie trotzdem gluschtet, das eine oder andere nachzukochen. Das einzig Wichtige beim Kochen ist aber nicht das "was" sondern das "Wie man kocht"

Es gehört eine Riesenprise Liebe und Freude dazu.
Ich wünsche Ihnen von Herzen beide Lebensgewürze und verabschiede mich

Ihre Kochhexe Kochhexe Jacqueline

 


Neues aus Australien

Daylesford ist wirklich ein selten illustres Dorf , und es ist schön, mit Menschen zusammenzuleben, die hilfsbereit und lebensbejahend sind. Es ist erstaunlich, wieviele Schwule, Neu-Alternative und Lesben hier leben. Was wirklich toll ist, dass sich alle gut verstehen und sich mit der bestehenden Bevölkerung mischen. Dieser Ort hat etwas Magisches, etwas Undefinierbares. Je länger man hier lebt, um so weniger hat man das Bedürfnis irgendwo anders zu sein. Nach Melbourne fahren wir nur noch, wenn es wirklich sein muss. Und so geht es allen, die hier leben. Ist es nicht verwunderlich, dass irgendein kleines Dorf, irgendwo am Ende der Welt so eine Kraft hat?
Im Haus haben wir alle Hände voll zu tun, und manchmal wissen wir nicht, wo wir anfangen sollen. Doch jeden Tag geht es wieder ein Stück vorwärts, und wir hoffen, dass wir am 1. September 1995 eröffnen können. ( Anm. Red.: MittIerweile mit grossem Erfolg geschehen.)
Alles ist neu, frisch ...Es ist ein neues Leben und ganz sicher näher an unseren Träumen, als ich es mir in der Schweiz hätte vorstellen können. Sicher vermisse ich die Schweiz, vorallem die Freunde und Familie. Oft diskutieren wir, wie es war und wie toll wir es hatten in der «Marzilibrücke». Mit all den Gästen, die zu Freunden wurden, und mit allen Mitarbeitern, die unsere Familie waren und die wir in unsere Herzen geschlossen haben. Es war eine harte Zeit. Doch voll mit Gefühlen, Verständnis und Achtung gegenüber jedem einzelnen. Es ist ein schönes Geschenk, das ihr alle uns gemacht habt, und wir werden es nie vergessen. Vielen Dank. Wir grüssen Euch alle ganz herzlich- alles Liebe

Marcel und Edi

 

Dies sind Auszüge aus dem Brief vom 13. August 1995. Wir vermissen sie auch sehr, doch fühlen wir uns ihnen auch nahe, da sie in unseren Herzen leben. Darum geniessen wir jetzt ab und zu ein oder zwei Glas australischen Rotwein!

Jacqueline und Rosmarie

 


Dinamo - Team

Physiotherapie. Trainingstherapie
Christina Vollenwyder-Riedler, dipl. Physiotherapeutin
Diana Vogt-Novoselac, dipl. Physiotherapeutin
Wasserwerkgasse 4, 3011 Bern
Telefon 031 3110611, Fax 031 3116069

was entsteht, wenn zwei sportliche, aufgestellte Physiotherapeutinnen mit jahrelanger Berufserfahrung und allen möglichen Weiterbildungen zusammen mit einem modernen Architekten Pläne schmieden? Ganz bestimmt nichts Gewöhnliches!
und so ist es: Das Resultat ihrer Zusammenarbeit und die Verwirklichung ihrer Ideen ist in der Wasserwerkgasse 4 in der ehemaligen Schreinerei als Physiotherapie Dinamo zu bewundern! Wie ein echter Dynamo beim Velo wollen die beiden Physiotherapeutinnen Christina Vollenwyder-Riedler und Diana Vogt-Novoselac ihre Kunden wieder in Schwung bringen.
Der Architekt und Bauleiter Manfred Vollenwyder hat neben den in sich abgeschlossenen Behandlungsräumen für Thermo- und Elektrotherapie, urologische Rehabilitationen, physikalische Entstauungstherapie, Massage usw. einen offenen, einladenden Raum mit grosser Fensterfront und modernsten medizinischen Trainingsgeräten zum «Fitten« kreiert. «Die Leute sollen gerne hierher kommen und sich wohlfühlen», sagt er.
Sei es auf Verordnung des Arztes zur Behandlung eines spezifischen, körperlichen Problems oder ganz einfach für den Aufbau der allgemeinen Fitness - die Dinamo-Praxis ist für alles bestens ausgerüstet!
Soviel zu den materiellen Facts. Das «seelische Innenleben» der Physiotherapie besteht aus einem vierköpfigen Frauenteam. Für eine fröhliche und positive Atmosphäre sorgen nebst den beiden Physiotherapeutinnen auch Edith Binggeli als Putzfee und Andreina Hopf als Sekretärin. Ein Schwatz beim Blumengiessen draussen? Edith Binggeli ist bestimmt dafür zu haben und kann auch bereits von ihren eigenen Erfahrungen an den Fitnessgeräten berichten. Neben der Terminplanung ist die ausgebildete Tänzerin Andreina Hopf für ein kleines Gespräch gerne zu haben. Seit dem 1. September wird gemeinsam am Dinamo-Strick gezogen. Die beiden Physiotherapeutinnen legen Wert auf gute und freundschaftliche Teamarbeit. Das seriöse Arbeiten kommt bestimmt nicht zu kurz, wenn es aber etwas zu lachen gibt, sind immer alle dafür zu haben, am liebsten mit den Kunden!
Als Neulinge im Mattenquartier sollte die Physiotherapie natürlich nicht gerade negativ ins Gerede kommen. So wurde dem Nachtlärm nicht nur mit gut geölten Geräten entgegengewirkt, sondern ganz aus dem Weg gegangen: Mit der Schliessung der Praxis über Nacht! Aber Spass beiseite, ernst gilt's in der geöffneten Physio von 7.30 Uhr in der früh bis 19.00 Uhr des Abends spät - Montag bis Freitag.
Sei es für ein unverbindliches Hereinschauen oder, um weitere Informationen einzuholen; das Team freut sich, den «Dinamo-Schwung» an die Kundschaft weitergeben zu dürfen.

Dinamo- Team

 


Die gute Adresse ...

In der Matte am Läuferplatz befindet sich der Hauptsitz der Oprandi & Partner AG.

Oprandi-Team

Um den Eingang zu finden, muss man schon genau hinsehen: Bei der Treppe, die zum Garten des Restaurants Kam Yu führt, weist ein Pfeil den Weg; der fast versteckte Eingang hat jedoch Symbolcharakter: auf protzige Äusserlichkeiten ist die Personalund Unternehmensberater- Firma nicht angewiesen.
1988 gründete Roberto Oprandi die Einzelfirma. Heute ist die Firma zu einer 60-Personen-Gruppe gewachsen mit Niederlassungen in Basel, Biel, Zürich, Frauenfeld, Luzern, Lausanne und Genf. Im Bereich der Kaderrekrutierung, -beratung und -vermittlung sind wir eine der grössten Firmen der Schweiz.
Das Erfolgsgeheimnis liegt nach Darstellung von Herrn Roberto Oprandi bei Partnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die über einen hohen Ausbildungsstand verfügen, mit Freude arbeiten und sich voll engagieren. So wird ein grosser Teil der Kandidaten und Kunden durch Mund-zu- Mund-Werbung auf uns aufmerksam.

 

Auf folgenden Branchen sind wir spezialisiert:

- Informatik
- Telekommunikation
- Marketing / Verkauf
- Finanz- / Rechnungswesen
- Betriebswirtschaft

Als Ansprechpartner für die Kundschaft stehen kompetente Informatiker, Marketingfachleute, Ingenieure, Betriebswirtschafter und Psychologen zur Verfügung.
Eine weitere qualitative wie auch örtliche Expansion ins Ausland ist zum Teil erfolgt und wird weiter geplant.
Mit herzlichen Grüssen an die Mätteler und Mättelerinnen!

Oprandi & Partner- Team

 


Freiwillige Einsätze in Ex-Jugoslawien

Seit drei Jahren gehen Freiwillige nach Kroatien, Bosnien und Herzegowina, um in Flüchtlingslagern Kinder zu betreuen und Freizeitprogramme zu gestalten. Im stark zerstörten Pakrac finden Wiederaufbaueinsätze zur Unterstützung der einheimischen Bevölkerung statt. Wir suchen dringend Freiwillige für beide Einsätze. Voraussetzungen für diese mindestens dreiwöchigen Einsätze sind Englischkenntnisse, ein Mindestalter von 21 Jahren und Flexibilität.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Service Civil lnternational
Gerberngasse 21 a, 3000 Bern 13, Telefon 031 311 77 27
Koordination: Jeanette Guem


Ausstellungen

Galerie Fritz Tanner, Junkerngasse 12 + 14
Ausstellung vom 30. November 1995 bis zum 6. Januar 1996
Alex Milani
Acryl-Bilder auf Jute und Skulpturen aus Olivenholz
Galerie & Edition, Gerberngasse 15
Ausstellung vom 16. November bis zum 17. Dezember 1995
Giro Annen, Zeichnung und Figur
Claude Gaçon, Installation
Hans-Jürg Gilgen, Objekt und Installation


Kein Parkplatz in der Matte ...

Durch den Einbau neuer Wasser- und Gasleitungen im Bereich Gerberngasse und Wasserwerkgasse und zusätzliche Materialabstellflächen auf dem Mühlenplatz gehen an die 50 Parkplätze verloren. Dies jedoch nur bis Ende Jahr.

Gibt es Alternativen?

An ein Ausweichen auf die Aarestrasse ist nicht zu denken, da wegen Einsprachen der Badgass-Bewohner keine provisorische Parkmöglichkeit besteht.
Nun wird Ende November die blaue Zone in unserem Quartier verfügt und publiziert. Zwischen Badgasse und Untertorbrücke wird alles «blau»! Die Matte inkl. Nydeggstalden wird mit Parkkartenzone 3000 bezeichnet. Berechtigte können mit dem Antragsformular, welches an der Zeughausgasse 16 oder im Matte-Lädeli erhältlich ist, die Parkkarte Zone 3000/3011 beantragen. Mit dieser Parkkarte ist ein unbeschränktes Parkieren in der Matte als auch am Nydeggstalden sowie am Muri- und Aargauerstalden möglich.
Dadurch besteht für Mättelerlnnen die Möglichkeit, ihr Auto doch noch irgendwo abstellen zu können. Die erste Bau-Etappe ist Ende Dezember abgeschlossen. Die endgültige Matte-Parkraumbewirtschaftung wird voraussichtlich im Frühjahr '96 realisiert werden können, sofern keine Einsprachen erhoben werden.
Altstadt-Bewohner erhalten nur die Parkkarte "Zone 3011 » und werden im Matte-Gebiet nicht parkieren können!

Rene Stirnemann, Präsident Matte-Leist

 


Hexen

Wir kennen aus den Märchen ein Bild der Hexe, das sehr einseitig ist: Als Kinderschreck ist sie alt, hässlich und böse. Dabei ist diese Vorstellung ein Relikt aus der spätmittelalterlichen Hexenverfolgung, die ja beinahe bis Anfang des 20. Jahrhunderts gedauert hatte.
Der Glaube an Hexen reich! bis in die vorchristliche Zeit zurück, in die Antike. Ursprünglich war die Hexe eine Priesterin der grossen Muttergottheit. Sie war beides: sowohl helfend und heilend wie auch bedrohend und verpflichtend.
In der Mythologie der verschiedensten Völker spielt die Hexe als grosse Magierin eine wichtige Rolle. Sie war gefürchtet, genoss aber auf Grund ihres Wissens als Ratgeberin grosses Ansehen.
Zu den wichtigsten Hexenattributen gehört die Heilkunde. Dies wurzelt bei den Priesterinnen und den geheimnisvollen Seherinnen der Germanen. Sie wussten nicht nur in Lebensund Zukunftsfragen Rat, sondern waren auch in medizinischen Dingen bewandert. Die Priesterin war gleichzeitig Ärztin. Sie begleitete die Männer in den Kampf und pflegte und heilte die Verwundeten.
Das Wissen um die Kräfte und das Wirken der Natur sind zutiefst weibliche Eigenschaften. Wachstums- und Fruchtbarkeitsrituale lagen in den Händen von Frauen. Erst später wurden sie zu Kräuterhexen degradiert. Auch noch Paracelsus hatte sich als Arzt auf das Wissen der heilkundigen weisen Frauen gestützt.
Es fällt auch auf, dass der Beginn der Hexenverfolgung mit der allmählichen Verdrängung der Frau aus der Heilkunst zusammenfällt.
Warum die Medizin aus den Händen der Frau genommen wurde, basiert auf mehreren Gründen. Einer war sicherlich politischer Natur. In dieser Zeit wurden durch Seuchen und Kriege ganze Landstriche entvölkert.
Bei den weisen Frauen fand man/frau aber in der medizinischen Praxis nicht nur fruchtbarmachende Behandlungen
und Liebeszauber, sondern eben auch die Empfängnisverhütung und der Schwangerschaftsabbruch. Dies führte zum Konflikt mit den Herrschenden, die Nachwuchs brauchten, um ihre Macht zu erhalten.
Die Hexenverfolgung war eine gezielte Kampagne der von den Männern beherrschten Kirche gegen das weibliche Geschlecht, gegen jegliche sexuelle Regung, die als Sünde galt. Das Zurückdrängen des Weiblich-Intuitiven führte schliesslich dazu, dass von den Ärzten nur noch Symptome kuriert, der Mensch als Ganzheit von Körper und Seele nicht mehr erkannt wurde, und der Intellekt begann die Gefühlswelt und -kräfte zu verdrängen.
Rosmarie und ich setzen ganz auf das Zusammenspiel von Körper und Seele. Die Gefühlskräfte betrachten wir wichtiger als den Intellekt, der vor allem unterstützend wirken soll. Vielleicht deshalb nennen wir uns manchmal Hexen. Mit der Zeitung wollten wir Sie als Ganzes ansprechen. Wir hoffen, es ist uns zeitweise bei einzelnen gelungen.

Doch nun ist es Zeit, dass wir Hexen uns auf unsere Besen schwingen und neue Horizonte in der Gefühls- und Sinneswelt anfliegen.
Weiterhin verschreiben wir uns der Ganzheit von Körper und Seele. Rosmarie, indem sie ihre Kräfte mit Kinder und Theater verbinden möchte neben ihrer astrologischen Arbeit. Auch in der astrologischen Arbeit wird das Astrotheater eine wichtige Rolle spielen.
Und ich, Jacqueline, werde mit meinem Lebenspartner Kees eine Galerie in Murten übernehmen: Galerie Multiarts -Begegnung der Sinne. Wir möchten eine Verbindung von darstellender Kunst, Musik, Literatur und natürlich von kulinarischen Genüssen schaffen.
Im Kopf und im Bauch von Rosmarie und mir geistern viele Ideen und ein paar gemeinsame Projekte herum - hui, wie die Zukunft lockt.
Wir beide freuen uns auf die Begegnung mit bekannten Gesichtern aus der Matte und verabschieden uns mit einem warmen Hexenlachen.

Jacqueline und Rosmarie

 

Hexli

 

Unser Hexentrunk - Blutorangenpunch
10 Gläser
200 g Zucker
Saft von 5 Blutorangen
Saft von 1 Zitrone
0/4 I heissen schwarzen Tee
1/2 I Rum
zum Garnieren: Orangenscheiben

Den Zucker in Orangen- und Zitronensaft unter ständigem Rühren auflösen.
Das Fruchtsaftgemisch zum heissen Tee geben. Den Rum beifügen, und den Punch nochmals erhitzen, aber nicht kochen.

Den Punch in hitzebeständige Gläser füllen und garnieren.

Rituale

Jeder Mensch braucht Rituale. Jeder Mensch hat seine Rituale. Auch wenn wir immer wieder glauben, keine mehr zu haben, haben wir sie eben doch. Früher waren Rituale damit verbunden, die Gemeinschaft zu fördern. Frauen kamen zusammen und wuschen gemeinsam Wäsche.

Wenn ich an meine Pfadfinderzeit denke, kommt mir immer wieder die Zeit am Lagerfeuer in den Sinn. Wenn ich mir am Morgen zuschaue, sehe ich mein morgendliches Dusch- und Zähneputz-Ritual.
Ein Ritual war es auch immer mit Jacqueline, die «Matte- Zytig» zu machen. Wir haben viel gelacht und viel geweint. Wir haben uns manchmal genervt und auch gestresst. Jedesmal, wenn die Matte-Zytig fertig gesetzt war, stürzten wir uns in unser Ritual, indem wir ein Glas oder eine ganze Flasche Champagner zusammen getrunken haben. Jetzt feiern wir mit dieser «Matte-Zytig» unser Abschiedsritual. Wir finden es für uns ganz wichtig, eine Arbeit oder ein Abschnitt des Lebens mit einem Ritual zu beenden, um frei zu sein für das Neue!
Vielleicht wäre jetzt noch Zeit Ungesagtes zu sagen, Unerledigtes zu erledigen, schlechte Töne in einem Ritual zu verbrennen oder ins Wasser zu werfen. Feiern Sie nicht aus Gewohnheit, sondern suchen Sie in Ihrem Innern die Kraft der Freude. Verzeihen Sie aus Innen heraus sich und andern, um leicht und lachend mit vielen Visionen ins neue Jahr zu schweben!

Rosmarie und Jacqueline

 


ASTROLOGIEKURSE
Grundkurse in psychologischer Astrologie


Psychologische Astrologin
Schifflaube 26, 3011 Bern, Tel./Fax 031 311 0108
Astrologie-Kurse
Grundkurse in psychologischer Astrologie
Kinderhoroskop
Beziehungen im Horoskop
Lilith - die dunkle Göttin
Neues aus der Astroküche
Kochen mit Verena Suter im Kochstudio
ab Januar 1996
Astrotheater mit Pia Cassina
Ferienpass: Astrologie mit Kindern
im Frühling 1996
Astrologische Beratung
persönlich individuelle Beratung
Jahrestrend

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Ein paar Lichtpunkte in der Matte '95
Tag der offenen Tür - Matte-Fest

  • Fritz Müller spontan organisiertes Geburtstagsfest
  • Endlich wieder Kinder in der Matte
  • Ratten, wo sie hingehören: an den Matte-Leist Stand
  • da staunt der Laie ob soviel Computertechnik!
  • Buntes Märit-Treiben am Matte-Fest!

Märit am Mattefest 1995

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Die Zeitung ist tot,
es lebe hoch die neue!