Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig Dezember 1988

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 14 / Dezember 1988


Frohe Weihnachten

 

Der Matte-Leist wünscht allen Mattebewohnern frohe Weihnacht und von Herzen "Es guet's Nöis"!

BEGEGNUNGEN

An einem herrlichen September-Samstag hat er stattgefunden, der diesjährige Altersausflug des Leistes.

«Eine Begegnung».

Ende Oktober haben sich verschiedene Mätteler/innen in der Tanzdiele zusammengefunden; eine Veranstaltung für alle, die das «Dieli – Alter» (20 Jahre) schon hinter sich haben.

«Eine Begegnung».

Zwei Möglichkeiten zu Begegnungen in unserem Quartier, und wie mir scheint, wichtige. Der Altersausflug findet alle zwei Jahre statt und gibt doch manch unserer älteren Mitbürger/innen die Gelegenheit, sich wieder einmal ausserhalb der Matte umzusehen. Einzelne sind zwar sonst noch gerne unterwegs, sei's irgendwo auf dem Lande, sei's mit der Familie oder auch im Sommer am Sonne tanken an der Costa Brava (Marzili natürlich). Besonders schön und wichtig finde ich aber, dass uns auf dem Ausflug auf dem Bielersee auch Personen begleitet haben, die sich sonst höchstens auf einen Ausgang bis zu Schwester Gretis Gesundheitszentrum aufmachen. Begegnungen ergaben sich untereinander, ein Wiedersehen seit dem letzten Schwatz auf der Strasse oder auch das «Ausfüllen» eines bekannten Gesichtes mit dem dazugehörigen Namen. Dies hat mir besonders gefallen. Wie oft hasten wir doch aneinander vorbei, ohne gegenseitig voneinander Notiz nehmen zu können oder wollen. Einen Monat später nochmal. An diesem nebligen Sonntagnachmittag finden sich etliche Mattenbewohner in der Tanzdiele zusammen. Eine Begegnung wiederum, diesmal mit den verantwortlichen der Tanzdiele. Nicht nur Sorgen und Nöte rund um den Betrieb der «Dieli» konnten diskutiert werden, nein der gemütliche Rahmen bei Zvieri und Musik erlaubte, neue Kontakte und alte Bekanntschaften zu vertiefen. Dass bereits zur Vorbereitung Leistmitglieder und Tanzdiele - Mitarbeiter Hand in Hand arbeiteten, gehört ebenfalls zu den Begegnungen. Diese beiden Anlässe haben ihren festen Platz im Veranstaltungskalender des Leistes, welche unter das Stichwort Kontakte/Begegnungen fallen. Mir scheint, dies sind wohl unsere wichtigsten Aktivitäten. Die Matte lebt umso besser und intensiver, je mehr wir alle Kontakte unter uns pflegen. So hat die oft beklagte Anonymität der Stadt gar keine Chance sich auch in der Matte breit zu machen. Ich wünsche Ihnen, liebe Mätteler/innen, in der Vorweihnachtszeit und des ganzen nächsten Jahres viele schöne und intensive Begegnungen, hier in unserer Matte natürlich.

Kaspar P. Woker, Vizepräsident



Mach mit im Matte-Leist

Achtung Baustelle!

Seit dem Herbst wird wieder gegraben. Der Turnplatz ist aufgerissen, am Hang wird gebaggert, Schutt transportiert, betoniert, gebohrt.

Hier entsteht eine neue Turnhalle für Schüler der Matteschule und Lehrlinge aus der Stadt. Aus Elementen, die für die Terrassengärten des Aarehangs typisch sind, wird das Äussere des neuen Gebäudes komponiert. Es sind dies Stützmauern, Terrassen und treibhausartige Fenster, ähnlich der Glashäuser der Gärtnerei auf der Westseite der Plattform. Auch bleibt ein Stück der natürlichen Böschung bestehen.

Die alte Turnhalle bleibt bestehen und wird renoviert. Sie ist zwar für heutige sportliche Ansprüche mit ihrer Grösse von 10 m Breite, 18 m Länge und 5 m Höhe zu klein. Als Mehrzweckraum für Schule und Quartier, aber auch als Turnhalle für die kleineren Primarschüler und für Vereinsanlässe wird die alte Halle einen geeigneten und stimmungsvollen Rahmen darstellen. Das Gebäude muss vollständig erneuert werden. Energietechnische Massnahmen wie Fassaden- und Dachisolation, neue Isolations- - Fenster, Ersetzen der Heizkörper und Flicken der Sandsteinfassade sind vorgesehen. Alte und neue Turnhalle sind geschickt mit einander verbunden und lassen einen gut proportionierten Aussenraum, für die Aussen Sportanlage und den Zugang, frei. Das gewohnte Bild wird von der Strasse her nicht wesentlich verändert und die Umgebung wird in hohem Masse respektiert.

Die neue Halle wird 16 m breit, 28 m lang und 7 m hoch. Ihre Dachflächen werden begrünt und nutzbar gemacht. Der Haupteingang bleibt am gleichen Ort. Über eine Treppe (Lift für Rollstuhlfahrer) erreicht man die Hallenebene. Dort, unter dem Turnplatz, befinden sich auch die Garderoben. Die neue Halle erhält ihr Licht über grosse, treibhausartige Verglasungen. Geheizt wird die ganze Anlage durch eine grundwasserbeheizte, mit Elektromotor versehene Wärmepumpe (ohne Kamin, ohne Rauch).

Nun aber noch einige denkmalpflegerische Überlegungen zur städtebaulichen Entwicklung:

 Nachdem die Matteschule zuerst in verschiedensten Gebäuden untergebracht war (u.a. im Erlacherhof), wurde sie in den 1834/37 erbauten Neubau Mühlenplatz 16 verbracht. Der dreigeschossige Bau mit Haustein-Erdgeschoss und verputzten Obergeschossen wurde 1896 aufgestockt, das Uhrtürmchen erhöht und auf seine heutige reizvolle Form gebracht. An der Stelle von Gewerbebauten ("Färbhaus") baute man das "kleine Matteschulhaus" Schifflaube 3. Der gut proportionierte Bau lehnt sich in seiner Gliederung an das grosse Schulhaus an, besitzt jedoch statt dessen gassenseitigen Eckrisaliten einen Mittelrisaliten.

Der Gebäudezug Gerberngasse - Mühlenplatz (bis zur Nr. 12) und Schifflaube (ab Nr. 16) bilden seit dem späten Mittelalter eine geschlossene Zeile mit schmalen Wohnhäusern zwischen klar durchgebildeten Brandmauern. Die grossenteils in Rieg konstruierten einfachen Bürgerhäuser zeigen eine niedrige Laube.

Zwischen den beschriebenen, geschlossenen Häuserzeilen bestand stets eine grössere Lücke, deren Offenhaltung möglicherweise mit Eigentumsverhältnissen oder Baugrundproblemen (Sumpfgebiet) zusammenhing. Mehrere, im Verlauf der Jahrhunderte wechselnde, freistehende Häuser belegten diesen Platz. Westlich der grossen Zeile am Mühlenplatz stand, von der Gassenfront zurückgesetzt, ein kleines Haus Es wurde anfangs des 19. Jahrhunderts durch ein grosses, viergeschossiges Rieggebäude mit First quer zur Gasse ersetzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde gegen Westen ein weiteres Gebäude angebaut. Die beschriebenen Gebäude sind 1973/75 (Wohnhäuser Mühlenplatz 12, 14 und Schifflaube 2) bezw. 1979/80 (Mehrfamilienhaus mit Post Schifflaube 4) ersetzt worden. Dabei wurde der lockere Eindruck der freistehenden Gebäude aufgegeben und die Nebenbauten als zurückversetzte Fortsetzung der Zeile konzipiert.

Turnhalle Plan

 

Die Turnhalle Schifflaube 6 wurde 1882 erbaut. Gegenüber dem kleinen Matteschulhaus stand bis etwa 1923 ein habliches Wohnhaus (alte Nr. 42b, später Schifflaube 10), das wohl bereits auf das 17. Jahrhundert zurückging. Der breite, zweigeschossige Bau besass ein grosses, quer zur Gasse angeordnetes Krüppelwalmdach, das dem Haus ein ländliches Gepräge gab. Das seit langem im Eigentum der Stadt stehende Gebäude wurde um 1923/24 zur Schaffung des Turnplatzes abgerissen.

Der Abhang der Aarehalbinsel unterhalb der Gebäudezeile an der Junkerngasse war im wesentlichen unbebaut. Nutz- und Baumgärten wechselten ab, im 18. Jahrhundert kamen die grossen, terrassierten Gartenanlagen der Stadtpalais dazu. Wichtig für das Bild des Aaretalhanges ist der langsame, kontinuierliche Übergang des Steilhangs (teilweise mit Terrassierungen) zum ebenen, absatzlosen Schwemmboden der Matte.

Seit 1882 ist die Turnhalle praktisch unverändert erhalten. Sie wurde ohne WC und Garderoben gebaut. Erst 1888 wurde ein Gesuch für den Anbau eines Abortes und 1937 für den Anbau der Garderoben gestellt. Manche Schülergeneration hat sie überlebt. Nun ist sie alt und baufällig. Nach fast 100 Dienstjahren beschloss das Hochbauamt, dass die alte Dame eine Überholung dringend nötig hätte. Ausserdem wurde der Turnhallenraum knapp. Die verschiedensten Varianten wurden geprüft: Doppel- und Einfachhallen, mit oder ohne Quartiereinstellhalle. Im Jahre 1981, 99 Jahre nach dem Bau der alten Turnhalle, schrieb die Baudirektion der Stadt Bern unter 9 eingeladenen Architekten einen Projektwettbewerb aus Ziel des Wettbewerbes war: die Gestaltung und Organisation des benötigten Turnraumes in einer städtebaulich heiklen Situation, mit und ohne Einstellhalle. Jeder Teilnehmer lieferte 2 Projekte ab. Aus diesen wählte eine 15-köpfige Jury das heute Vorliegende aus. Die Jury empfahl ausserdem dem Gemeinderat, auf die Einstellhalle zugunsten einer besseren städtebaulichen Lösung zu verzichten. An der Abstimmung vom 28.09.86 wurde die Vorlage über die Turnhalle Matte und den notwendigen Kredit von 5,6 Mio. vom Berner Stimmvolk mit grossem Mehr angenommen.

MATTE-LEIST SUCHT:

Kleiner Kellerraum oder ähnliches (ca. 8-10 m2) zum Einstellen von 10 Klapptischen und 60 Klappstühlen.

Bitte melden bei: Therese SIFFERT
Tel. 22 94 39

PS: Tische und Stühle können übrigens günstig gemietet werden !

 

Neues aus dem Quartierladen
«Z'Mittag zum mitnäh!»
Feine warme Mittagessen täglich ab 11.30- 12.30 Uhr

LEBENSMITTEL D. +J. Krähenbühl
Gerberngasse 43, 3011 Bern
Telefon 22 70 10

«Soll's ein guter Tropfen sein, geniesse den Schulthessen-Wein!»

Für die Festtage wünschen wir unseren Kunden alles Gute und viel Glück im 1989

 


Hans Walther - Mattengesichter

Kaum einer, der selbst in der Matte Fuss gefasst hat, kennt dieses Matten-Gesicht nicht - den freundlichen Velofahrer, der gemächlich unterwegs ist, den Fluss entlang fährt jahrein, jahraus. Er gehört zum Quartier wie der Fluss, der ihn begleitet, ihn geprägt hat und von dem er viel zu erzählen weiss: seit 45 Jahren ist er unterwegs, pendelt er zwischen Elfenau, Marzili und Altenberg, um die neun Rettungsboote startklar zu halten: um das Wasser abzuschöpfen, das Gewitter und Dauerregen zurückzulassen pflegen. Seit 45 Jahren einmal in der Woche, zur Landregenzeit oft täglich, ohne Unterbruch rund ums Jahr - die Aareseite zur Elfenau hin morgens, die Altenbergseite nachmittags. Noch immer, sagt Herr Walther, tue ers mit Freude - am Unterwegssein, an der Natur und an all dem, was ihm auf seinen Fahrten begegne, auch wenn er mit 76 Jahren manchmal Müdigkeit aufkommen will. Seit 1977 schöpft er die Schiffe als Pensionierter; früher ists während: 34 Jahren eine Nebenbeschäftigung gewesen, als er als Angestellter des Tiefbau- und Flussamtes, als Mitarbeiter des Rettungsdienstes gearbeitet hat; eine Nebeneinnahme: für 200 Franken pro Schiff und Jahr.

Hans Walther im Boot

Hans Walther

 

Herr Walther ist im Mattequartier aufgewachsen, er hat im Flussquartier Wurzeln geschlagen, ist hier älter geworden. Er hat; das Quartier noch in seiner Eigenständigkeit, seiner Einheit erlebt, die den Veränderungen der Zeit weichen musste wie das, was diese Einheit geprägt hat: Zusammenhalt, Dorfhaftes; Erd- und Flussverbundenes. Und er hat den Fluss, dem er noch immer täglich den Puls fühlt, auch drohend, gewalttätig erlebt: bevors die Schwelle gab, erzählt er, ist das Wasser manchmal durch die Häuser gekommen, durchs obere Quartier bis hin zum Mühlenplatz. Die, Aare hat; Herrn Walther, der Urenkel eines Flössers ist, immer wieder angezogen: ursprünglich wollte er mit dem Fluss gar nichts zu tun haben - dann hat ihn dieser dennoch zurückgeholt und bis heute behalten.

Genossenschaft
MATTE-LADE

Lebensmittel

Unser Sortiment erweitert sich ständig und neue Gesichter im MitarbeiterInnen - Team sorgen für Abwechslung

Neu:

  • Biologische Getreidekörner  (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Dinkel, Grünkern)
  • Soja- Teigwaren und Sojamalt von Morga
  • Vielfältiges Angebot an Gewürzkräutern
  • Verschiedene Sorten hausgemachter Sirup
  • Demeter-Rohmilch im Glas ( auf Bestellung)
  • Quecksilberfreie Batterien

Wie eh und je
zum Beispiel:

  • Aus dem reichhaltigen Käseangebot: der echte Chaux-d'Abel direkt vom Originalproduzenten
  • Schüpberg-Mutschli, - Anke, - Nidle aus der Käserei der Familie Herren, Schüpberg
  • Unser Bio-Gemüse aus der Bio Gärtnerei der Familie Reusser. Grossaffoltern
  • OS3-Honig und der exquisite Pyrenäen-Honig mit dem ausgezeichneten Produkttest
  • Wenn Sie "Schwein" haben." Lammwürste aus der Metzgerei Res Bartschi, Schlüpfen

Habe Sie noch Vorschläge oder Wünsche? Nach Möglichkeit gehen wir darauf ein!

Ihr Matte-Lade- Team

 

NEU seit Mai
NYDEGGER-LEBENSMITTEL
Läuferplatz 8, Telefon 22 6 16

Luise und André Nydegger freuen sich, Sie freundlich und kompetent bedienen zu dürfen

Das Gute liegt so nah,
muesch zu Nydegger's ga

Schönes Weinsortiment, verschiedenste Würste
Frisches Gemüse und Früchte, Backwaren
Käse und Milchprodukte
Natürliche Waschmittel (HELD Produkte)

 

ITTEME INIBE (Matten-Bühne)

Die Künstler sind sich einig, das Leben der Kleinkunst in Bern ist schwer. Doch in der Matte scheint ein besonderer Stern und fügt die Dinge harmonisch zusammen:

Der Sponsor

Der Vorstand der Tanzdiele Matte stellt finanzielle Mittel für kulturelle Veranstaltungen zu Verfügung.

Die Bühne

Der Vorstand der Kirchgemeinde ermöglicht Auftritte im Saal des Berchtoldhauses.

Die Künstler

Die Kulturschaffenden zeigen ihr Interesse an Auftrittsmöglichkeiten auf der Matte-Bühne und nehmen diese Chancen wahr.

So können wir Ihnen als nächsten Act auf der ITTEME INIBE vorstellen:

Cabaret für Junge und Junggebliebene
am 5. März 1989 im Berchtoldhaus

Das Duo Marcel Schmutz und Gabriela Born der Cabaretgruppe CABAVARI wird Sie mit ihrem neuen Programm in den Bann ziehen Satiren ohne Zeigefinger, ein Cabaret – Variete - Plausch der gewiss einen Besuch wert ist.


Mathematik oder eben Mattemathik aus der Matte:

Nur für Matte-Mathik(+)er

Jawohl das ist nämlich ein Rätsel für Matte-Kenner. Und zwar eines, bei dem man rechnen muss, wenn man gewinnen will:

Hier also das Matte-Mathik-Rätsel:


Nehmen wir an, Sie essen im Zähringer am Mittag das Menu. Trinken dazu ein Valserwasser und danach noch einen Kafficreme. Nachdem Sie bezahlt haben (Sie geben übrigens kein Trinkgeld...), fahren Sie mit Sänkeltram (ohne Abi) auf die Münsterplattform, um ein wenig zu verdauen. Danach, weil's fit macht, die "weiss-wer-wie-vielen" Stufen zu Fuss wieder runter. Sie spazieren der Aare entlang und zählen aus reiner Langweile die Fischkästen, die neben dem Geländer im Wasser hängen. Am Haus vis-a-vis auf der Halbinsel zählen Sie aus demselben Grund die chromglänzenden Buchstaben und gehen, weil's grad am Weg liegt, zur Post. Dort legen Sie das Kleingeld für den Express Einschreibe - Brief an die Steuerverwaltung auf die Schaltertheke, verlassen die Post. Im Fischerstübli machen Sie eine kleine Verschnaufpause und bestellen eine Stange. Danach schlendern Sie weiter. Bevor Sie beim Matte Lädeli rechts rüber an die Wasserwerkgasse gehen, kaufen Sie dort noch schnell einen Liter Milch. An der Wasserwerkgasse gehen Sie rechts und wundern sich über das Hochglanz – Messing - Schild einer kleinen Weinhandlung in einem Backstein haus. Weil man ja nie weiss, wann der grosse Durst kommt, merken Sie sich die Hausnummer und machen kurz eine Pause auf einem der neuen Bänkli...

Sie beginnen alle Zahlen, die Ihnen bei Ihrem kurzen Rundgang durch den Kopf gingen, zusammenzuzählen; mit Kommastellen bei den Frankenbeträgen. Sie merken sich diese Zahl, schreiben sie auf den Matte - Mathik - Coupon, den Sie ja gerne gewinnen möchten, schreiben Sie auch noch Ihren Namen rein, stecken den Coupon in ein Couvert mit folgender Adresse: "Matte – Mathik - Wettbewerb", Postfach 64, 3000Bem 13. Wenn Sie den Posthalter bei uns in der Matte gut kennen, können Sie vielleicht sogar das Porto sparen, sonst muss wohl oder übel noch eine Marke drauf.

1. Preis: 1 Nachtessen im Zähringer im Wert von hundert Franken.
2. - 5. Preis: je 1 Matte - Lift Abi für 20 Fahrten
6. - 10. Preis: je 1 dicker Ferien - Katalog von Kuoni.

Matte-Mathik-Coupon

Ja, ich bin Matte - Mathiker und habe die richtige Zahl rausgefunden:
Hier eintragen, _________________ mit Kommastellen, und bis Ende 1988 einsenden an:
"Matte-Mathik-Wettbewerb", Postfach 64,3000 Bern 13. Die Gewinner hören dann im Januar von uns! Bis dann!


Vereine in der Matte

TANZDIELE MATTE
Präsident: Wyss Gerhard
Dorfstr. 29d, 3116 Kirchdorf, Tel. 031 98 11 75

NYDEGG-KIRCHGEMEINDE
Gemeindehelfer: Herr Niederhäuser
Bubenbergrain 15, 3011 Bern, Tel. 22 21 84

SCHÜTZENGESELLSCHAFT MATTE
Präsident: Berger Walter, 3072 Ostermundigen

VEREINIGTE ALTSTADTLEISTE
Präsident: Gyger Fritz
Hotelgasse 3, 3011 Bern, Tel. 22 38 40

MATTE FRAUEN
Organisation: Brügger Johanna
Jungfraustrasse 44, 3005 Bern, Tel. 44 68 47

BOXCLUB-MATTE
Präsident: Kiener Max
Rütistrasse 139, 3072 Ostermundigen, Tel. 51 59 88
Organisation: Bätscher Hans
Gerberngasse 18, 3011 Bern, Tel. 22 05 68

SÄNGERBUND MATTE
Präsident: Pauli Werner
Sandrainstr. 3, 3007 Bern, Tel. 46 14 22

SATUS TURNVEREIN
Präsident: Weyermann Paul
Schauplatzgasse 11, 3011 Bern, Tel. 22 08 91
Training:
Handballriege: Heinz Kipfer, Tel. 91 91 01
Frauenriege: Doris Wüthrich, Tel. 42 52 48
Männerriege: Fritz Schweizer, Tel. 51 46 52

MATTEÄNGLISCHCLUB
Präsident: Brügger Beat
Gerberngasse 3, 3011 Bern, Tel. 22 88 55

SPYSI
Präsident: Fuhrer Willy
Gerechtigkeitsgasse 39, 3011 Bern, Tel. 22 17 40

Matte-Zytig Juni 1988

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 3 / Juni 1988


Editorial

Mattesperre - Tanzdiele - Kehrichtabfuhr

Liebe Mätteler,

die definitive Sperre der Matte für den Durchgangsverkehr ist Tatsache geworden. Grund zur Freude, jahrelange Bemühungen vieler engagierter Leute haben erste Früchte getragen! Aber es bleibt noch viel zu tun!

Nach wie vor gibt es viel zu viele Automobilisten, die die Matte-Sperre kaltschnäuzig ignorieren und zum Teil mit übersetzter Geschwindigkeit unsere Schulkinder gefährden. Die Verkehrskommission des Matte-Leistes, zusammen mit der Schulkommission und der Lehrerschaft der Matte-Schule sind gegenwärtig damit beschäftigt, diesem Problem zu Leibe zu rücken. Gemeinsam werden sie bei den zuständigen Behörden die notwendigen Forderungen anbringen.

Problem Nr. 2, die Tanzdiele.

Viele Mätteler ärgern sich immer wieder über die allzu vielen Töffli und Autos, die am Freitag- und Samstagabend grosse Unruhe ins Quartier bringen. Auch hier steht der Vorstand des Matte-Leistes in Kontakt mit der Leitung der Tanzdiele und bemüht sich um strengere Kontrolle des Geschehens, das leider allzu oft den Rahmen des "Dummenjungen-Streiches" sprengt. Besonders ärgerlich sind immer wieder die Sachbeschädigungen oder die als Fussball benutzten Kehrichtsäcke, deren Inhalt dann unsere Lauben verunzieren.

Deshalb komme ich auf unser Problem Nr. 3 zu sprechen. Kehrichtsäcke dürfen nach Kehrichtreglement max. 12 Stunden vor der Abfuhr vor dem Haus deponiert werden. Gegenwärtig sind grosse Diskussionen entbrannt über die Aktion des Gemeinderates, der die Eigentümer reglementswidrig deponierter Kehrichtsäcke eruieren liess und die Zuwiderhandelnden gebüsst hat. Man spricht von Verletzungen der persönlichen Freiheit des Bürgers usw.

Wie haben wir alle das Recht uns zu ärgern , wenn die Jungen ihre persönliche Freiheit dazu benützen mit Kehrichtsäcken Fussball zu spielen, wenn wir selber nicht dazu bereit sind, die einfachsten Regeln einzuhalten?

Liebe Mätteler, helft doch bitte auch hier mit unser Quartier sauber und wohnlich zu erhalten!

Ihr Matte-Leist
Der Präsident


aktuell - aktuell - aktuell

Itteme-Inebe

Einladung Matte-Bühne

Mit der Vorstellung der Gruppe "Scharotl" am Fest der Matte Ende Juni 1988, wird die erste Saison der "Itteme-Inibel" zu Ende gehen.

Dank der finanziellen Unterstützung der "Tanz-Diele" konnten wir Künstler "ehrenhaft" einladen und vier Veranstaltungen organisieren.

Wissen die Mätteler, welch ein ausgezeichneter Organist in der Nydeggkirche engagiert wurde? Voll wunderbaren Überraschungen war sein Programm, tiefe Enttäuschung für uns, wie wenig den Weg zur Kirche fanden.

Die anderen Konzerte waren gut besucht; das Publikum nahm sehr lebhaft an der Musik teil.

Den Kindern der Matte möchten wir wieder einmal Gelegenheit geben, sich mit Texten, Theater, Musik oder Tanz öffentlich auszudrücken ... den im Altenberg wohnenden Jazz- und Volksmusik Komponisten Jan-Carlo Nicolai werden wir mit seinen Trio hören ... ein Clown wird uns bezaubern ...

Sehr froh wären wir, wenn wir uns weiterhin auf Interesse und Unterstützung des Matte-Publikums stützen könnten, noch glücklicher und dankbarer für jede Anregung und jeden Vorschlag.

Kontaktadresse:
Jean DUBOIS
Gerberngasse 16a
3011 Bern
031/22.21.60


Itteme - Summernachtsplousch
Fritig, 24. Juni ab 1800 bim Schuelhus
Mir fiire alles, was es z'fiire git! Musig mit "Baschis Scharotl"
Z'Ässe mitbringe, Getränk cha me am Platz choufe
Grill stöh zur Verfüegig!

Der Matte-Leist

DS SÄNKELTRAM

oder die Aktiengesellschaft des elektrischen Personenaufzuges Matte-Plattform Bern

Wer hat gewusst, welch pompösen Titel das kleinste öffentliche Transportmittel der Stadt Bern - eben unser Matte-Lift trägt? Und dass wir Mätteler und andere Fahrgäste uns rund 170'000 mal pro Jahr hinauf- und herunterfahren lassen! Dazu kommen noch rund 10'000 Leerfahrten. Doch wenige kennen wohl die Anfänge des Matteliftes. Darum publizieren wir hier einen kurzen geschichtlichen Abriss:

Der Aufzug, der in einem freistehenden eisernen Turm in Fachwerkbauweise fährt, wurde im Jahre 1896 durch eine private Aktiengesellschaft erstellt und von Anfang an elektrisch betrieben. Er verbindet das vom öffentlichen Verkehr nicht erschlossene Mattequartier der Stadt Bern an der Aare, das vor 100 Jahren ein Armenviertel war, mit der hinter dem Münster liegenden sogenannten Plattform auf der Höhe der Altstadt. Die Höhendifferenz zwischen der Tal- und Bergstation beträgt  31m. Bau und Betrieb der Anlage sind durch eine eidgenössische Konzession gewährleistet.

Die Aufzugsanlage bestand anfänglich aus zwei Kabinen; wenn die eine stieg, sank die andere, und umgekehrt. Jede Kabine wurde durch einen Kondukteur bedient und fasste je 6 Personen. Der antreibende Gleichstrommotor mit Kollektor wies eine Leistung von 8 PS auf und wurde aus dem in nächster Nähe an der Aare liegenden ersten Elektrizitätswerk der Stadt Bern über armdicke Kupferseile gespeist. Die Umlenkrollen der Tragseile hatten einen kleinen Durchmesser, so dass die Seile jeweils schon nach 5 Jahren abgenützt waren und ersetzt werden mussten. Für die Infahrtsetzung der Kabinen bzw. des Antriebmotors musste an einem Seil gezogen werden und zum Anhalten musste sich der Kondukteur am Seil halten: Die Fahrgeschwindigkeit der Kabinen betrug ca. 0,8 m/sek. Geheizt wurden die Kabinen im Winter mit kleinen Petrolöfen, die die Innenwände verrussten. In den ersten 25 Jahren hatte die Gesellschaft mit betrieblichen und finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen (technische Mängel, grosse Personalkosten im Vergleich zu den Einnahmen), was sie dazu bewog, die Anlage anfangs der 20er Jahre auf Einkabinenbetrieb mit Gegengewicht umzubauen. Je zwei Stahlseile für Kabine und Gegengewicht wurden hierbei auf eine ca. 2m im Durchmesser messende Trommel auf- bzw. abgewickelt; die daraus resultierende relativ geringe Seilbiegung ergab dann eine viel längere Lebensdauer der Seile bis zu 15 Jahren. Der Gleichstrommotor wurde durch einen Drehstrommotor mit Schleifringanker ersetzt, der günstigere Anlaufverhältnisse ergab.

Von der Erstellung der Anlage im Jahre 1896 bis zum Jahre 1952 dienten als Gleitbahn für Kabine und Gegengewicht Führungsschienen aus Holz. Weil diese in sicherheitstechnischer Hinsicht nicht mehr den verschärften Vorschriften des Bundesamtes für Verkehr entsprachen, wurden die Holzschienen durch solche aus Stahl mit Gleitschuhen aus Bronze ersetzt. Gleichzeitig wurde auch die hölzerne Kabine durch eine geräumigere (8 Personen) aus Metall ausgewechselt. Im Jahre 1974 wurde die Anlage ein drittes Mal umgebaut und dem damaligen Stand der Technik angepasst (erhöhte Geschwindigkeit von 1,2 m/sek., Feinabstellung mit Motor 21 PS, Relaissteuerung, Überlastungsanzeige, Geschwindigkeitsüberwachung, Fangbremsen, Führung der Kabine und des Gegengewichts auf Gummirollen, Telefon, elektrische Heizung, Fassungsvermögen der Kabine 10 Personen, usw.).

Bei der Sanierung der Ostmauer der Plattform (1981/83) wurde die fast 90 Jahre alten eisernen Windverbände zwischen Mauer und Aufzugsturm, weil stark angerostet ersetzt. Im übrigen besteht die Eisenkonstruktion des Turmes und der Zugangspasserelle noch aus den beim Bau verwendeten Originalteilen.

Die tägliche Betriebszeit des Aufzuges beträgt 14,5 Stunden. Der Aufzug fährt jederzeit auf Verlangen eines Fahrgastes. Pro Jahr beträgt die Frequenz der ausgeführten Fahrten ca. 180'000, diejenige der beförderten Personen ca. 170'000. Der Personal besteht aus zwei Haupt- und zwei "Ablösungskondukteuren".

An dieser Stelle sei einmal den vier Kondukteuren, Hans Jenni und Robert Schär, hauptamtliche Angestellte, sowie Alfred Galli und Arthur Maibach als Ablöser, für Ihren täglichen, tadellosen Service bestens gedankt. Sie können ja auch nichts dafür, dass sie meistens schon oben sind, wenn wir hinauffahren wollen. Dafür wird alleweil noch auf Nachzügler gewartet und geplaudert, was den Lift so sympathisch macht. Wem's pressiert, der geht eben zu Fuss die Mattetreppe hinauf. Während der letzten Revision hat sich übrigens Herr Maibach als "Taxichauffeur" glänzend bewährt und im Ersatzbetrieb die Fahrgäste zur Nydegg gebracht. Merci für diesen (erstmaligen) Service.

Liftumbau 1974 (Foto: Jean Marbot)

Wer durch die Betriebsrechnung des Mattelift blättert, sieht, das pro Jahr je rund Fr. 40'000.-- aus Einzelbilletten, den orangen Abonnements und dem Anteil aus den SVB-Alters-Abi stammen. Dank dem sparsamen und rationellen Betrieb gelingt es, die Fahrpreise schon seit mehreren Jahren auf dem gleichen Niveau zu halten. 1896 bezahlte man für eine Einzelfahrt 2 Batzen und im Abonnement 1 Batzen. Dass sich dazumal nur wenige Mätteler den teuren Spass des Liftfahrens leisten konnten, versteht sich von selbst. Das Betriebsergebnis reicht jedenfalls heute aus, um die nötigen Revisionen und Erneuerungen zu finanzieren, sowie den zahlreichen Aktionären jedes Jahr eine Dividende von 6% zu bezahlen. Dazu gehört auch der Matte-Leist als Inhaber von drei dieser begehrten Titeln.

Die Abbildung - aus dem Archiv Hans Marbot - zeigt den Lift während des Umbaus 1974.

Zur Zeit laufen Verhandlungen mit der Stadt, das Sänkeltram auch im Umweltpass einzuschliessen und die Betriebszeit derjenigen der SBV anzupassen. Wenn diese Postulate auch vom Leist begrüsst und unterstützt verwirklicht werden (wann wissen wir noch nicht), dürften allerdings die schwarzen Zahlen in der Betriebsrechnung der AG Matte-Plattform der Vergangenheit angehören. Hoffen wir, dass der Gemeinderat ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat und mithilft, dass die Mätteler noch vor der 100-Jahr Feier des Sänkeltrams 1996 mit nur einem Billette von der Matte per Lift und Bus zum Bahnhof fahren können.

Die Redaktion der Matte-Zytig sucht:
- weitere historische Fotos des Sänkeltrams
- Anekdoten rund ums Sänkeltram.
Wer sendet uns eine (wahre) Geschichte. Einsendungen werden wir in der nächsten Matte-Zytig Nummer publizieren.

Der Matte-Lift heute ► hier klicken!


Altersausflug des Matte- Leist

Samstag, 17. September 1988

Mit Car, Schiff, wen' s gelüstet hat noch Gelegenheit zu einem Spaziergang über eine Insel.

ALLE Damen und Herren im AHV - Alter aus der Matte sind herzlich eingeladen. Bitte reserviert Euch schon heute das Datum. Der Vorstand Matte-Leist


FLOH-MARKT

an die Fahrzeugparkierer und Anwohner des Mühlenplatzes in der Matte an folgenden Samstagen, 21. 5., 18. 6., 16. 7., 20. 8., 17.9. Und 15. 10. 1988, findet ab 05.00 Uhr auf dem Mühlenplatz wiederum der Flohmarkt statt. Die Fahrzeugparkierer werden gebeten an den obgenannten Samstagen ab 05.00 Uhr (Halteverbot) auf dem Mühlenplatz keine Fahrzeuge zu parkieren, ansonsten Sie mit einer Busse und Abschleppgebühr (Fr. 210.-) rechnen müssen. Wir hoffen auf Ihre Aufmerksamkeit und Verständnis und verbleiben mit

freundlichen Grüssen
Die Marktpolizei Bern


MÜNSTERGASS - HERRENGASS - LEIST

Alle Matte-Leist-Mitglieder, Freunde und Bekannte sind am Samstag, den 4. Juni 1988 zwischen 11 und 12 Uhr auf der Münster - Plattform zum Apéro herzlichst eingeladen.


Matten-Gesichter

Max Schläfli

Max Schläfli

Wenn Max Schläfli von der Metzgerei erzählt, die er bereits in der 3. Generation - seit 1873 - 1947 übernommen hat im alten Haus an der Gerberngasse 14, von der treuen Kundschaft all die Jahre hindurch und vom geliebten Stand oben am Fleischmarkt an der Münstergasse: es ist ein Stück alte Mattengeschichte, eben Geschichte geworden durch die Aufgabe jenes Geschäfts, eines unter vielen, 1973, damals als ein paar treugediente Mitarbeiter nicht mehr mittun konnten, als das Überleben, Weiterleben durch den Rückgang von Industrie und Gewerbe immer schwieriger wurde. Die frühere Vertrautheit unter der Quartierbevölkerung mit ihren Mattenfesten, dies damals gab, der Mättelerchilbi, die dazugehört hat, die Verbundenheit mit den Kunden oben am samstäglichen Fleischmarkt - sie gehören zu den schönsten Erinnerungen, über die Max Schläfli reden mag, wie die unermüdliche, tragende Mitarbeit der Ehefrau all die Jahre hindurch. Auch die erstmalige Einführung von Tempo 40 in der Matte gehört dazu, an der er massgeblich mitbeteiligt war, und die Gründung des Gesundheitszentrums Berchtoldhaus: aus zahlreichen abendlichen Gesprächen an der Gerberngasse 14 heraus ist die vor 16 Jahren entstanden, den Nach-Gesprächen nach den Altleute-Ausflügen, aus dem Wunsch heraus, die Bedürfnisse einer betagten Bevölkerungsgruppe nicht nur zu artikulieren, sondern zu erfüllen. Ja, zu einem Pionierprojekt der Stadt Bern, die damals noch über keine Gesundheitszentren verfügte, ist das Berchtoldhaus dann geworden - unter tatkräftiger Mithilfe von Klaus Schädelin, dem damaligen Gesundheitsdirektor, und von Schwester Greti Bangerter: Max Schläfli hat den Verein Gesundheitszentrum Berchtoldhaus daraufhin während 15 Jahren präsidiert.

Die Metzgerei Schläfli, das Gesundheitszentrum Berchtoldhaus: es sind wichtige Marksteine, die Max Schläfli ins Matte-Quartier gesetzt hat. Dank gilt es dafür abzustatten - und eine Hoffnung weiterzutragen, die er selbst immer wieder ausgedrückt hat: dass die Verbundenheit unter den Matte-Bewohnern weiter bestehen bleibt, und dass sich diese Verbundenheit stets neue Marksteine, Stützpunkte schaffen mag, immer noch und immer wieder.

 


«Von einer unbequemen an eine vorteilhaftere gegend der Haubtstatt ..»

Die Matte war nicht zu allen Zeiten begehrtes Wohngebiet; noch vor einigen Jahrzehnten bedeutete schon der Wegzug von unserem Quartier für manch einen eine soziale Besserstellung.

Dass früher auch Betriebe, die ohne Wasserkraft auskamen, die Matte nicht als sonderlich günstigen Standort empfanden, soll hier am Beispiel der Seidenmanufaktur Simon gezeigt werden, welche in einem sich über Jahre hinziehenden Bewilligungsverfahren versuchte, von der "unbequemen" Matte in die "vortheilhaftere" obere Stadt zu gelangen.

Seide an der Gerberngasse ...

Die Gebrüder Joh. Daniel und Joh. Georg Simon betrieben im 18. Jahrhundert im Haus der heutigen Gerberngasse 7 und 9, "welches Sie von Ihrem mütterlichen Grossvater dem Seidenfabrikant Aeschbacher ererbet und eigenthümlich besessen", eine Seidenmanufaktur. "Sie lassen dermahlen [1778] auf 120. biss 130. Stühlen, allerhand Englische Taffet und anderen Stoffen verfertigen, welche sie selbst färben und auf den Zurzacher und Frankfurter-Messen absezen. Zu der Arbeit dieser Stühlen werden 200. biss 250. Weber, Winderinnen beschäftigt. An der Gerberngasse selber standen freilich nur einige wenige Webstühle. Die Vorbereitungsarbeiten wie das Spinnen, Winden und Zetteln der Seide, sowie die eigentliche Verarbeitung- das Weben des Stoffes -, besorgten Heimarbeiter und -arbeiterinnen.

Welche Gründe veranlassten nun die Gebrüder Simon, die Matte zu verlassen? Zum bessern Verständnis sei hier vorausgeschickt, dass Hintersässen keinen Grundbesitz in der Stadt Bern erwerben konnten. Unsere Seidenfabrikanten mussten sich also aufs Bitten verlegen und überzeugend begründen, weshalb die Matte für sie "unbequem" war. Das Gutachten des Kommerzienrates vorn Mai / Juni 1778 hält dazu folgendes fest: Zum ersten "ist das Haus an der Matten für ihre nunmehro viel weiter ausgedehnte Manufaktur zu klein, für die durchreisenden fremden kaufleüte, die mit Ihnen handeln, wegen der entlegenheit unbequem", und schliesslich, als wohl gewichtigstes Argument: weil sie "wegen der nachbarschaft vieler hölzernen häusern, und bestallungen starker feürsgefahr blossgesezt" sind.

Die Bemühungen der Gesuchsteller werden endlich von Erfolg gekrönt. Im Gespräch steht das "sogenannte Hofstatt-Haus, zu oberst an der untren Junkern Gass gelegen [heutige Nr. 45 Junkerngasse]. Ihr vorhaben ist, dieselbe [Hofstatt-Besitzung] lediglich zum Wohnhaus, Comptoir, Ferggstuben, und zu Magazinen für ihre Stoffen und vorrähtige Seiden zu gebrauchen. Sie erklären sich aber feyrlich in derselben niemahl Webstühle zu halten, oder einiche arbeit dar in verrichten zu lassen, wo[r]durch die respective Nachbarschaft [Erlacherhof und das Haus der Familie Tillier] einiche unruhe, üblen geruch oder unannehmlichkeiten auszustehen hatte; Denken die Fabrik selbst, und was zum Sieden oder Färberey gehört, entweder, wie biss. anhin in ihrem Haus an der Matten verbleiben, oder aber das ebenfalls an der Matten gelegene, zu dem Hofstatt-Haus gehörigen Gebäude zu diesem behuf einrichten zu lassen."

Am 15. Juli 1778 endet das lange Bewilligungsverfahren: Daniel Simon, Seidenfabrikant, kauft das Hofstatt-Haus.

... und an der Schifflaube

Seidenspinnerei

1859 macht ein Nachfahre der gleichen Familie an der Matte erneut von sich reden. Eduard Albr. Ludwig Simon erstellt eine Seidenfabrik unterhalb des Hofstatt-Hauses (heute Schifflaube 12) .

wer würde in diesem Wohnhaus einen Zeugen frühindustrieller Architektur vermuten? Dem Betrachter fallen zwar die stark durchfensterte Südfront und die ungewöhnlich hohen Geschosse auf; doch sind die einstigen Fabriksäle längst in Wohnungen unterteilt worden. Obschon es jeden Schmuckes entbehrt, wirkt das Gebäude nicht fabrikmässig nüchtern, sondern lebt durch die Riegbauweise, und die schmiedeisernen Fenstergitter verleihen ihm sogar einen urban - heiteren Charme.

Die Seidenfabrik Simon bleibt nur ein knappes Jahrzehnt an der Matte. 1868 erfolgt endgültig die Verlegung in eine "vortheilhaftere gegend der Haubtstatt", in das aufstrebende lndustriequartier Länggasse, wo sie bis 1930 am Seidenweg bestehen bleibt.

Die Auszüge aus dem Manual des Kommerzienrates hat J. Harald Weber vom Staatsarchiv Bern freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Eine Fassung mit Erläuterungen und Anmerkungen kann bei Jean Marbot Schifflaube 19, 22 55 78, angefordert werden.

 


Vereine in der Matte

TANZDIELE MATTE
Präsident: Wyss Gerhard Dorfstr. 29d, 3116 Kirchdorf, Tel. 031 98 11 75

NYDEGG-KIRCHGEMEINDE
Gemeindehelfer: Herr Niederhäuser Bubenbergrain 15,3011 Bern, Tel. 22 21 84

SCHÜTZENGESELLSCHAFT MATTE
Präsident: Berger Walter 3072 Ostermundigen

VEREINIGTE ALSTADTLEISTE
Präsident: Gyger Fritz Hotelgasse 3, 3011 Bern, Tel. 22 38 40

MATTE-FRAUEN
Organisation: Brügger Johanna Jungfraustr. 44,3005 Bern, Tel. 44 68 47

BOXCLUB-MATTE
Präsident: Kiener Max Rütistr. 139, 3072 Ostermundigen, Tel. 51 59 88
Organisation: Bätscher Hans Gerberngasse 18, 3011 Bern, Tel. 22 05 68

SÄNGERBUND MATTE
Präsident: Pauli Werner Sandrainstr. 3, 3007 Bern, Tel. 46 14 22

SATUS TURNVEREIN
Präsident: Weyermann Paul Schauplatzgasse 11, 3011 Bern, Tel. 22 08 91
Training: Handballriege: Heinz Kipfer, Tel. 91 91 01
Frauenriege: Doris Wüthrich, Tel. 42 52 48
Männerriege: Fritz Schweizer, Tel. 51 46 52

MATTEÄNGLISCHCLUB
Präsident: Brügger Beat Gerberngasse 3, 3011 Bern, Tel. 22 88 55

SPYSI
Präsident: Fuhrer Willy Gerechtigkeitsgasse 39, 3011 Bern, Tel. 22 17 40

MATTE-LEIST
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Uni-Bern

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AARECLUB MATTE
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