Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig November 1987

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 2 / November 1987


Editorial

Liebe Mätteler,

dreierlei Anliegen möchten wir Euch an dieser Stelle kurz vorbringen: Bitte versucht, so oft es Euch möglich ist, das Matte-Gewerbe (es ist, von der Sperre anders, oft direkter betroffen als die meisten von uns) zu berücksichtigen: es braucht unsere Solidarität in dem Ausmass, als wir zur Notwendigkeit der Matte-Sperre stehen wollen, immer wieder. Und: wenn es Gewerbe-Betriebe gibt, die - ungewollt noch nicht auf der in dieser Matte - Zytig - Ausgabe gedruckten Matte-Gewerbeliste berücksichtigt sind, sollten sie sich unbedingt bei der Matte – Zytig - Redaktion melden.

Und dann möchten wir Euch die neu ins Leben gerufene Matte-Bühne vorstellen: drei- oder viermal im Jahr soll in den Räumen des Berchtoldhauses eine Konzert- oder Theater - Vorstellung stattfinden. Den Anfang wird am Sonntag, den 29.11.87 (17 Uhr), das "Matten" -Pianisten-Ehepaar Dubois machen und Stücke von Mozart und Schubert spielen. Es soll -kostenlos und mit Schlusskollekte - allen Mättelern mit Freunden offen stehen und Freude machen. Für Anregungen aus Ihrem Kreis für die weitere Programm - Gestaltung sind wir Ihnen dankbar .

Und zum Schluss sei nochmals das leidige Müll-Abfuhr-Kapitel angeschnitten: bitte überlasst Eure Kehrichtsäcke nicht vor Vortag- (also Montag- /Donnerstag- ) Abend dem (oft rabiat zuschlagenden) Strassen - Schicksal.

Wir danken Euch.
Ihr Matte-Leist

Mach mit im Matte-Leist

aktuell

Liebe Mätteler

Fred Balmer

Obwohl ich in Laupen aufgewachsen bin, habe ich eine 45-jährige Beziehung zur Matte und ganz speziell zur Schifflaube, wo ich seit 6 1/2 Jahren wohne.

Die Schwester meines Onkels war Frau Könizer, die mit ihrem Mann den Milchladen an der Schifflaube 30 führte. Bei ihr holte ich oft Milch, Käse und Butter für meine Gotte im Marzili.

Nach meiner Lehrzeit als Schrift-Lithograf arbeitete ich während 26 Jahren in der grafischen Industrie, zuletzt als Leiter des Werkes Bern der Büroartikelfabrik Biella-Neher AG, Biel.

Seit sechs Jahren bin ich nun selbstständig, habe einen Tabakladen an der Kramgasse und beschäftige mich daneben mit Kalligrafie. Dies kurz zu meiner Person, wurde ich doch vor einigen Monaten überraschend neuer Präsident des Matte-Leistes; als solcher werde ich mich für alle Anliegen der "Mätteler" voll einsetzen.

Im Vordergrund stehen im Moment alle Probleme im Zusammenhang mit der "Matte-Sperri" die noch immer viel zu reden gibt . Um diesem Provisorium zur Dauerlösung zu verhelfen, müssen wir Mattebewohner den zuständigen Stellen unseren Willen noch einmal deutlich kundtun.

Der Vorstand des Matten-Leistes bereitet eine Unterschriftensammlung vor und wird Ende November - Anfang Dezember mit weiteren Helfern an Eure Türen klopfen.

Ich bitte Euch alle, liebe Mätteler, uns in unseren Bestrebungen für eine definitive Verkehrssperre mit Eurer Unterschrift zu unterstützen.

Ich danke Euch allen für Euer Vertrauen und wünsche einen guten Winter.

Fred Balmer
Präsident
Matte-Leist

Verkehrsbericht

Verkehrsmassnahmen in der Matte; Resultate der Bevölkerungsumfrage vom Mai 1987.

Von den zirka 1000 in alle Briefkästen der Matte verteilten Fragebogen sind insgesamt 267 zurückgeschickt worden. Erfreulicherweise stammen davon 57 (!) von Gewerbebetrieben, die zusammen 436 Personen beschäftigen.

Die Meinung der Privathaushalte deckt sich in praktisch allen wesentlichen Fragen mit derjenigen der Gewerbebetriebe und - um es vorwegzunehmen - keiner der Betriebe, die geantwortet haben, wünscht eine Aufhebung der Durchfahrtssperre. Die wichtigsten Resultate können wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Die Befürworter einer durchgehenden Verkehrsachse halten ungefähr denjenigen die Waage, die irgendeine Form eines Querriegels (mit oder ohne Umfahrungsmöglichkeit) begrüssen würden. Von den Gewerbetreibenden sprechen sich zirka ein Drittel für einen Riegel aus.
  2. Praktisch alle Antworten zielen auf eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h.
  3. Ungefähr die Hälfte der Stimmen spricht sich für zusätzliche bauliche Massnahmen zur Beruhigung des Verkehrsflusses aus. Während die Privathaushalte eher vertikale Versetzungen (Schwellen) begrüssen, kämen für die Gewerbebetriebe eher horizontale Versetzungen (Fahrbahnverengungen) in Frage.
  4. Eine stark überwiegende Mehrheit (80 bzw. 75 %) begrüsst eine möglichst starke Begrünung des Verkehrsraumes, wobei die Aarstrasse vermehrt velo- und fussgängerfreundlich gestaltet werden soll.   
  5. Ob längs der Gerberngasse ein Trottoir erstellt werden soll, geht aus den Antworten nicht klar hervor. Falls die Fahrbahn gepflästert würde, erachten viele ein Trottoir als nicht unbedingt nötig. Dies vielleicht auch im Hinblick auf die baulichen Massnahmen gemäss Ziffer 3.
  6. Eine grosse Mehrheit spricht sich für eine durchgehende Pflästerung der Fahrbahn aus.
  7. Sehr wenige befürworten einen Ausbau der Parkierungsmöglichkeiten. Hingegen möchten ungefähr je gleich viele Stimmen die vorhandene Anzahl Parkplätze belassen bzw. reduzieren.
  8. Ungefähr die Hälfte der Antworten spricht sich für den Bau einer Quartiereinstellhalle für die Fahrzeuge der Mattebewohner aus.
  9. Über die Gestaltung des Mühlenplatzes gehen die Meinungen auseinander. Eine kleine Minderheit wünscht Beibehaltung der Parkplätze, währenddem ungefähr die Hälfte der Stimmen eine Grünfläche begrüssen würde. Der Rest zieht eine kombinierte Lösung Parkfläche/Grünfläche vor.
  10. Weitere allgemeine Anregungen seien stichwortartig aufgeführt:
  • Blaue Zone (Versuch Muesmatt) mit Vignette
  • Wöschhüsi umbauen zu kleinem Kaffee
  • Mehr Polizeikontrollen
  • Fussgängersteg über die Aare
  • Öffentliche Verkehrsmittel in die Matte (Minibus)
  • Keine gewerbefeindlichen Lösungen
  • Mattelift in SVB-Netz aufnehmen
  • Fussweg längs Aarstrasse auf Wasserniveau
  • Kompostierungsmöglichkeit
  • Dunkelgraue Häuser an Gerberngasse freundlicher streichen
  • Nydeggstalden und Läuferplatz auch in die Sperre einbeziehen
  • P-Plätze längs Trottoirs und Schulhäusern aufheben
  • Strassenrestaurants
  • Reduktion Töfflilärm
  • Parkierungsfelder längs Aarstrasse
  • Wirtschaften an Wochenende geöffnet
  • Mehr Besucher in die Matte ziehen
  • Fahrverbot für Autocars im Nydeggstalden
  • Statt Sperre: Nachtfahrverbot
  • "Langsam" - Sperre mit Vortritt für den motorisierten Verkehr
  • Badgasse mehr nass reinigen
  • Nydeggstalden besonders langsam befahren
  • Sperrung Frickrain für Mofas
  • Schliessung Tanzdiele
  • Kunst im Strassenraum, nicht nur Grün
  • Blockweise Anordnung von P-Feldern in Fahrbahn (Slalom)
  • Gerberngasse ab Matte-Lädeli bis Läuferplatz = Einbahn
  • Aarstrasse hälftig als Promenade
  • P-Platz Klösterlistutz ganz für Matte reservieren<
  • Hinter Schifflaube 16 - 48 öffentliche Grünanlage.

Matten-Gesichter

Posthalterehepaar Werner und Käthi Stauffer

Werner Stauffer

Dass Abschiede, auch wenn sie mit Überzeugung vorbereitet worden sind, doch immer wieder mit Trauer verbunden sind und zu Prüfsteinen des Erlebten, der Wertschätzung werden: Herr und Frau Stauffer haben es in diesen letzten Tagen, Abschiedstagen, fast stündlich erfahren: Berge von Briefen, Geschenkpaketen haben sich aufgetürmt im Posthalterbüro, und bisweilen sind die Matte-Kunden Schlange gestanden, um mit Dankesworten Abschied zu nehmen, und um noch einmal auszudrücken: dass sie sich hier, am Postschalter, als Menschen gefühlt haben ganz und gar, dass sie sich hier verstanden gefühlt haben weit übers geschäftliche Anliegen hinaus. Das Postbüro als Raum für Begegnungen, für offene, vertraute Gespräche - so haben die Matte-Bewohner diesen Ort kennen und schätzen gelernt, den Herr und Frau Stauffer in den Jahren mit ihren Persönlichkeiten geprägt haben - und so haben die Posthaltersleute ihre Aufgabe, in die sie sich ergänzend teilen konnten, stets verstanden: auch Mit-Wissende, Mit-Tragende zu sein im Herdpunkt eines Quartiers, in dem noch fast jeder jeden kennt und das seinen Dorfcharakter, wenngleich bedroht, noch immer bewahrt hat.

Am liebsten, so hat uns Herr Stauffer in diesen Tagen anvertraut, würde er seine Mätteler, die ihm ans Herz gewachsen sind in den über neun Jahren seiner Tätigkeit, gleich mitnehmen an seinen neuen Wirkungsort, falls das möglich wäre - es wird nicht möglich sein. Die Stadt, der er verbunden blieb seit seiner Jugendzeit, hat ihn zurückgeholt (die Wurzeln, die nie ganz abgebrochenen, haben ihn zurückgeholt und den Entscheid des Wegzugs bestimmt, lange bevor die Sorgen über die Folgen der Durchgangssperre ihn hätten beeinflussen können) . Es wird nicht möglich sein, die Wunschstadt mit den jetzt vertrauten Menschen zu verbinden - aber Haltefäden zur Matte werden, so hoffen wirs, bleiben über die überbrückbare Distanz Bern - Thun hinweg , und in Thun - Lerchenfeld wird wieder ein Kreis vertrauter Menschen zu wachsen beginnen: die menschliche Wärme und Offenheit, die im Matte - Postamt heimisch geworden sind, hineinzutragen in den neuen Aufgabenkreis, sie zu übertragen auf möglichst viele Anwohner , Postgänger - wir wünschen es Herr und Frau Stauffer von Herzen und verbinden es nochmals mit unseren Dank, so wie wir versprochen haben, hier ihren Dank nochmals nachzutragen: für all die Zeichen der Verbundenheit und der Sympathie, die sie mit nach Thun nehmen konnten.

Veranstaltungen

BERCHTOLDHAUS

27. November 87
Konzert mit den klassischen Pianisten Anna + Jean DUBOIS. Eine Stunde MOZART-CHOPIN-SCHUBERT Kollekte

17. Dezember 87
Adventsfeier mit der Schwerhörigenschule Bern

21. Januar 88
Gereimtes und ungereimtes
Jakob Wampfler erzählt aus seinem Leben und liest eigene Gedichte

18. Februar 88
Die mennonitische Gemeinde von Jean Guy besucht uns

10. März 88
Film: Dem grössten König eigen

14. April 88
Vortrag: Jean Marbot - Wanderung in die Geschichte der Matte

19. Mai 88 16. Juni 88
Abendmahl Ausflug

Diskussionsnachmittage
immer am 1. Donnerstag des Monats, 14,30 Uhr. Politische, kulturelle, und religiöse Themen

Wandergruppe
Kontakttelefon Frau Reinhard Tel. 41 45 35

Gemeinsames Kochen und Essen
Jeweils Montag ab 16.00 Uhr Gruppe Wildblume, Frau Koch Tel. 44 15 45

Altersturnen
Jeden Freitag von 09.00 - 10.00 Uhr

Kontaktgruppe BAND
Jeden Mittwoch von 14.00 - 17.00 Uhr Frau Wehrli Tel. 58 14 58

BERNISCHE ABGUSS-SAMMLUNG

Burgtreppe 10, unter der Nydeggkirche

Samstag, 14. November 87, 10.30 Uhr
Balbina BAEBLER, stud. phil.
Der Augustus von Prima Porta

Samstag, 12. Dezember 87, 10.30 Uhr
Aliki PANAYIDES, stud. phil. Lucius Verus

Matte-Zytig Nr 1 1987

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 1 / 1987


Editorial

Liebe Mätteler,

die Matte-Zytig kommt heute in neuem Format und mit einigen neuen Ideen zu Ihnen und will an Bestandenes anknüpfen und vor allem die ursprüngliche Zielsetzung im Auge behalten: sie will die Anliegen der Matte und der Matte-Bewohner vertreten und sich an möglichst viele Mätteler wenden - sie möchte ankommen, und vor allem: gelesen werden. Dazu gehört: die Auseinandersetzung mit Aktuellem - heute wohl vorrangig die Verkehrs - Situation in der Matte - über das die Matte-Zytig klärend informieren will, für das sie aber auch Diskussionsforum sein möchte. Dazu gehört ferner: die kritische Aufnahme und Mitarbeit und das Vorbringen von Anregungen aus möglichst breitem Kreis - es würde eine Aufwertung bedeuten. Neu möchte die Matte-Zytig in jeder Ausgabe ein vertrautes Matte-Gesicht zu porträtieren versuchen - um es anderen zugänglicher zu machen, und um übers Aktuelle hinaus oder hinter die Gegenwart zurück ein Stück Matte-Geschichte - persönlich erlebte Geschichte - zu berühren.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen - und hoffen auf möglichst viel Kritik und Anregungen.

Mach mit im Matte-Leist

Aktuell

Liebe Mätteler,

Sie haben sicher der Presse entnommen, dass gegen die Verkehrssperre, für die wir uns jahrelang eingesetzt haben, aus den Reihen unseres Quartiers Opposition erwächst.

Wir bedauern, dass die Argumente der Gegner nicht früher an offiziellen Leistveranstaltungen vorgebracht wurden, damit man darüber hätte diskutieren können.

Selbstverständlich sind auch wir der Meinung, dass für die Wohnlichkeit einer Stadt auch das pulsierende Leben eines florierenden Gewerbes gehört. Wir sind sehr daran interessiert, dass das quartieransässige Gewerbe durch die Sperre des Durchgangsverkehrs nicht benachteiligt wird.

Es haben bereits erste Kontakte mit der Stadtpolizei stattgefunden, welche darauf abzielen, Signalisation und Information so zu verbessern, dass klar ersichtlich ist, wer berechtigt ist, in die Matte hineinzufahren, ohne dass die Berechtigten dies mit schlechtem Gewissen tun müssen.

Wir erhoffen uns ausserdem, dass die Auswertung der Bevölkerungsumfrage in der Matte zu den Verkehrsfragen ein repräsentatives Bild über die Meinung der Wohnbevölkerung und der Gewerbebetriebe zu verschiedenen Aspekten ergeben werde. Wir möchten Sie gerne über die Resultate dieser Umfrage an der ausserordentlichen Vereinsversammlung vom 22. Juni 1987 informieren.

Diese Resultate sollen dazu dienen, nach Lösungen zu suchen, die einerseits dem Willen einer Mehrheit entgegenkommen, die aber andererseits auch den berechtigten Einwänden einer Minderheit Rechnung tragen. Wir möchten auf alle Fälle vermeiden, dass in letzter Minute die bisherige vermeintliche Einigkeit der Matte ins Gegenteil umschlägt. Wir hoffen, dass durch guten Willen und Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten eine allseits akzeptable Lösung gefunden werden kann.

Als kleinen Beitrag zur Milderung allfälliger Nachteile für alle Gewerbebetriebe und Ladengeschäfte in der Matte erlassen wir einen Aufruf an die gesamte Mattebevölkerung: beweisen Sie Ihre Sympathie zu unserem Quartier ohne Durchgangsverkehr mit einer vermehrten Berücksichtigung der Betriebe im Quartier bei Ihren Einkäufen; bei Ihrem Besuch eines Restaurants, bei Ihrem Gang zur Post.

Haben Sie schon erlebt, wie bei uns noch eine persönliche Bedienung tagtäglIch erlebt werden kann: dass einem die Wirtin oder der Wirt noch die Hand drückt und Sie beim Namen nennt, dass man am Postschalter kaum je Schlange stehen muss und erst noch einen kleinen Schwatz ablassen kann und dass unsere Lädeli noch eine Atmosphäre haben, die man im Shopping-Center vergeblich sucht? Und all dies im Herzen einer Stadt?!

Wir hoffen, dass es gelingen möge, die Wohnlichkeit der Matte so zu fördern, dass alle davon profitieren.

MATTE-SPERRI-FEST

jung und alt am Sperrifescht

Am ersten Schultag nach den Frühlingsferien Dienstag den 21. April wurde die Matte bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Aus diesem Anlass trafen sich zahlreiche Mätteler spontan zu einem Fest auf dem Schulhausplatz. Zu den Zigeunerweisen von Baschi's Scharotl vergnügten sich die Kinder auf dem Spielplatz und die Erwachsenen grillierten die mitgebrachten Würste.

jung und alt am Sperrifescht

Es wurde angestossen auf ruhigere Zeiten, viel aus der Vergangenheit erzählt und das gute, zufriedene Gefühl kam auf, sich endlich wieder einmal die Zeit genommen zu haben, abzusitzen, gemütlich zu plaudern, gemeinsam zu feiern.

jung und alt am Sperrifescht

FOTOS: Christine Löhrer

jung und alt am Sperrifescht


Matten Gesichter

Frau Marie Schwab

Frau Marie Schwab

Dass wir, beim Nachdenken über Menschen, Gesichter, die das Matte-Quartier prägen und geprägt haben, bald und fest zwangsläufig auf ihren Namen gestossen sind: hängts damit zusammen, dass ihr fast alle Mätteler schon irgend einmal begegnet sind, dass viele sie kennen und schätzen, die freundliche Lädelifrau, die unser Quartier seit über dreissig Jahren zu ihrer Wahlheimat gemacht hat – dass sie einfach dazugehört, kaum mehr aus der Matte wegzudenken ist? Würde sie selbst diesen Satz so stehen lassen? Macht keine grossen Geschichten über mich, hat sie gesagt, als wir sie besuchten, und gleichzeitig: aber es gäbe viele Geschichten zu erzählen hier - man hätte sie aufschreiben müssen. Aber wozu aufschreiben? Frau Schwab hat sie erlebt, diese Geschichten, in zahlreichen Gesprächen über die Jahre hin, in Begegnungen mit Kunden und Freunden, die Leben, Erlebtes beim Einkauf zu ihr hereingetragen haben - oft haben sie über die gewünschten paar Büchsen oder Flaschen hinaus einen guten Rat und immer ein verstehendes, freundliches Lächeln mit sich genommen. Was sich verändert habe in den über drei Jahrzehnten, in denen sie, Tag für Tag den Weg von Bethlehem an die Gerberngasse auf sich genommen hat? Der Kreis von Freunden, vertrauten Menschen zuallererst - viele Freunde der ersten Stunde sind nicht mehr, haben Lücken, tiefe Spuren hinterlassen: Bin Ort für Begegnungen und unabwendbar für Abschiede auch; so wird man wohl zustimmen müssen. Auch der Rolle des Lückenbüssers, in die der kleine Kolonialladen in den Jahren abgedrängt wurde, hat man wohl oder übel zustimmen müssen; wer könnte schon das Rad der Zeit zurückdrehen. Und der Verkehr? Da glaubt Frau Schwab, dies wissen muss, weil sie von der Verkehrssperre unmittelbar betroffen ist, seit sie auch Kunden verloren hat, dass sich Vor- und Nachteile der Sperre ungefähr die Waage halten. Und sie, die das Dröhnen der abbremsenden Lastwegen an dieser Stelle so oft hat hören müssen, dass sies kaum mehr wahrgenommen hat, hält sich dennoch an des Prinzip Hoffnung: das Zwitschern der Schwalben die sich unter der Wölbung der Brücke eingenistet haben, höre man jetzt länger und häufiger; und einige Kunden hätten ihr versprochen, wiederzukommen - mit dem Fahrrad. Wies weitergeht mit dem Verkehr, das möchte sie gerne noch miterleben. hier in der Matte, und auf die Frage nach ihrem grössten Wunsch lächelt sie: noch ein. zwei Jahre dazusein. wenns der anstrengende Zehn-Stunden-Tag weiterhin zulässt - wir wünschen es ihr und all ihren Kunden und Freunden. denen Sie viel bedeutet und denen sie sich verbunden fühlt. ganz herzlich.


Kaspar Woker

Kaspar P. WOKER, 1945 Kaufmann

Seit 1978 in der Matte wohnhaft, an der Wasserwerkgasse, zusammen mit meiner Familie; Teresa, als Hausfrau und Krankenschwester und den beiden Kindern Gaudenz, acht Jahre alt, welcher im Matte-Schulhaus die zweite Klasse besucht und Anna, sechs Jahre und im Kindergarten Fricktreppe.

Beruflich bin ich im Tourismus tätig und habe nun 14 Jahre den Bahnreiseveranstalter Railtour Suisse geleitet. Zur Zeit bin ich am Aufbau einer eigenen Unternehmung, welche im Jugendreisemarkt und für aktive und kreative Ferien tätig ist.

 
Jean Dubois

Jean DUBOIS, 1944 Musiklehrer (Konservatorium)

Verheiratet, zwei Kinder. Ich möchte mich einsetzen, privat, beruflich sowie im Matte-Leist: für die Erhaltung unserer Lebensqualität und die bestmögliche Zukunft für unsere Kinder.

 
Therese Siffert

Therese SIFFERT, 1958 Antikschreinerin

verheiratet, ein Kind. Seit zwei Jahren im Matte-Leist Vorstand. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass ein Neben- und Miteinander von Jung und Alt, von Wohnbevölkerung und Gewerbetreibenden möglich ist. In der Matte, mit ihrem Dörflicharakter, sehe ich eine gute Chance, die in der Stadt oft verlorene Lebensqualität wieder zu finden.

 
Philippe Cornu

Philippe F. CORNU, 1959 Kaufmann

verheiratet, drei Kinder. Inhaber eines Schallplattengeschäftes in Thun. "Und wenn der Älteste morgens aus dem Garten hinaufschaut zum Kinderzimmerfenster, ein letztes Mal winkt und Richtung Kindergarten entschwindet, während ihm die beiden jüngeren Geschwister noch lange nachrufen, dann denke ich bei mir; ich will meinen Kindern einmal in die Augen schauen können und sagen: Ja, ich habe versucht Euer Leben, Eure Zukunft lebenswert zu erhalten!"

Quartierleben gemeinsam. Menschlich und ehrlich.

 
Yvonne Hausammann

Yvonne Hausammann, 1943 Architektin

Meine erste Aktion als Vorstandsmitglied war im September 1979 die Organisation und Durchführung eines Kinderfestes, zusammen mit den Matte-Frauen. Von 1981 - 1985, als Präsidentin des Matte-Leistes, war es mir möglich, mich für mein grosses Anliegen, dem von der Stadt Bern vernachlässigten "schwarzen Quartier" wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, intensiv einzusetzen.

Familienzuwachs zwang uns eine grössere Bleibe zu suchen. letztes Jahr, ohne in der Matte die gewünschte Wohnung gefunden zu haben und ohne Hoffnung auf baldige Verbesserung der Verkehrssituation, zogen wir aufs Land. Unser Büro mit seinen Mitarbeitern bleibt aber an der Gerberngasse und ich bleibe durch meinen Arbeitsplatz mit der Matte verbunden.


Matte-Zytig

Herausgeber und Redaktion: MATTE LEIST BERN
Postfach 79, 3000 Bern 13

AUFLAGE: 1'100 Exemplare
FORMAT: A 4 hoch
ERSCHEINUNG: 3 x jährlich
VERTEILUNG: An alle Haushalte zwischen Badgasse / Langmauerweg
Adressierte Zustellung an Leistmitglieder!

INSERTIONSPREISE:
1/1 Seite Fr. 160.-*
1/2 Seite Fr. 80.-*
1/4 Seite Fr. 40.-
1/8 Seite Fr. 20.-"
* 10% Rabatt für Matte-Leist-Mitglieder

INSERATENVORLAGEN - TEXBEITRAEGE - ZEICHNUNGEN - LESERBRIEFE
an:
- MATTE-LEIST BERN, Postfach 79, 3000 Bern 13
- Linda Weibel, Mühlenplatz 6, 3011 Bern
- Philippe Cornu, Schifflaube 12, 3011 Bern
- Yvonne Hausamman, Gerberngasse 23, 3011 Bern

Veranstaltungen

FLOHMARKT auf dem Mühlenplatz
20.6./15.8./19.9./17.10. 87
ab 07.00 - 16.00 Uhr.

STADTMUSIK BERN
Konzert auf dem Mühlenplatz
Mittwoch, 24. Juni um 20.00 Uhr "Nehmt Wein und Würste mit, die Grills stehen wieder bereit!".

50 JAHRE BERN IN BLUMEN
Samstag, den 22. August findet in der Altstadt, zwischen Zeitglocken und Nydegg, nach einem Gasse-Zmorge und einem Märit wie vor 50 Jahren ein Blumen-Umzug statt. BLUMZUG genannt.

EINLADUNG

Liebe Leist-Mitglieder
Der Vorstand lädt Sie herzlich zur ausserordentlichen Vereinsversammlung ein.

Montag, den 22. Juni 87, Rest. Mühlerad 20.00 Uhr<

TRAKTANDEN:
- Wahl des neuen Präsidenten
- Tätigkeitsprogramm 87/88
- Verkehrsfragen
- Vortrag von Hans Marbot