Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig Ende November 1999

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe Ende November 1999


Inhaltsverzeichnis


EDITORIAL

Stefanie Preiswerk

Die fallenden Blätter haben definitiv den Spätherbst eingeläutet und Sie halten mittlerweile bereits die letzte Ausgabe der Mattezytig in diesem (bewegten) Jahr in den Händen. Zwei erfolgreiche Buchpremieren (von den Autoren Thomas Wüthrich und Ruth Margot ; Rosmarie Bernasconi und Peter Maibach) haben uns durch viele eindrückliche Bilder und Texte nochmals das Hochwasser vor Augen geführt.

Nun dürfen wir aber laufend Neu- und WiedererÖffnungen mitfeiern und wir freuen uns, dass es weiter geht! Vieles dazu lesen Sie auf den nächsten Seiten. Wir blicken auf ein grosses und erfolgreiches Fest zurück und sind froh, dass kein grösserer Zwischenfall die Freude des Festes trübte, Wir danken den Organisatoren für Ihren Aufwand!

In den nächsten Wochen werden uns vom Leist die Themen "Sprayereien und Vandalismus" weiterhin beschäftigen. Wir stehen in engem Kontakt mit der Stadtpolizei und ich erhoffe mir eine konstruktive Zusammenarbeit! (siehe "NEWS").

Erfolgreich war der Leist bereits in früheren Jahren mit seiner Forderung nach einer "blauen Zone". Diese wurde nun endlich zum 1. Oktober eingeführt und sollte die Matte etwas weniger parkierfreundlich machen.

Bald dürfen wir uns wieder über all die schönen und kreativen Adventsfenster freuen. Die Wochen vor Weihnachten geben uns die Gelegenheit hier und dort mit Menschen zusammenzutreffen und ins Gespräch zu kommen. Ich wünsche Ihnen viele gute Begegnungen und danke allen Beteiligten im Voraus fürs Mitmachen!

in diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Ihre Stefanie Preiswerk

... nöis u fasch nöis

Von Rene Stirnemann und Paul von Kaenel.
Kurz nach Erscheinen der letzten Matte - Zytig wurde eine Collage mit dem Titel "in der Matte wohnten schon immer die Ärmsten" ausgehängt. Leider "anonym" und von unüberlegtem Inhalt. Wir haben davon Kenntnis genommen, hätten aber gerne Namen, damit wir uns mit den Leuten auseinandersetzen können und sie bewegt sich doch!

ÄÄru -Beiz - Seit dem 10. März 1999 haben wir am Läuferplatz das Restaurant "ÄÄru" (ehemals "Kam Yu"), die gutbürgerliche, Internationale Küche auf der Karte präsentiert. Spezialitäten - Wochen und sehr traditionelle Speisen (ZB Äpfel-Rösti, etc.) Im "ÄÄru" wird man ebenfalls eine kleine China-Ecke. Der Pächter und Geschäftsführer Stephan Zysset ist stolz auf die besondere Lage des "ÄÄru" und weisst auf die schön gelegene Terrasse hin, die von ca. April bis September direkt an der Aare geöffnet ist. Im Sommer, wie im Winter werden gerne Gesellschaften bewirtet.
Öffnungszeiten des 'ÄÄru'
Mo- Fr 08.30 Uhr bis 24.00 Uhr
Samstags 09.00 Uhr bis 24.00 Uhr
Sonntags 10.00 Uhr bis 23.00 Uhr.
Anschrift: Läuferplatz 6, 3011 Bern Tel. 031 311 5767

Eröffnungen, Wiedereröffnungen, Aperos, etc. prägen den Dezember '99 in der Matte.

Bäckerei Fuhrer - Am 15. November 1999 hat im Lädeli neben dem Fischerstübli die Bäckerei Fuhrer aus Gümligen eine Bäckerei mit " Take - away" - Charakter eröffnet. Sozusagen das ganze Bäckerei - Sortiment (Konfiserie eher weniger) wird angeboten, Sandwiches zum Selberzusammenstellen. Jürg Grossenbachet; Geschäftsführer und Inhaber der Bäckerei Fuhrer stellt Flexibilität im Sortiment in Aussicht, man werde gerne den Mättelern sozusagen den kulinarischen "Puls" fühlen. Auch ein Kafi und div. Fertigmenüs werden angeboten, Chäschüechli und Fruchtkuchen können es auch sein. Der Eröffnungs - Apero am 15.11. war überaus gut besucht, man merkte, dass die Mätteler sich auf "ihre" Bäckerei gefreut haben. Ein aufgestelltes Team wird sich künftig um uns kümmern und uns verwöhnen.
Offnungszeiten der Bäckerei
Mo- Fr 07.00 Uhr -18.30 Uhr
Sa 07.00 Uhr - 14.00 Uhr
So Geschlossen
Anschrift: Gerberngasse 42, 3011 Bern Tel. 031 311 7733

Am Montag, 29. November 1999 eröffnet die Next Challenge GmbH, das sind Oliver Schmutz, Markus Friedli und Daniel Gasser, um 18.00 Uhr das Restaurant Mühlirad mit einem öffentlichen Apero. Sandsteinboden und eine Bar lassen das beliebte Mühlirad in neuem Glanz erstrahlen. Schweizer-Küche steht auf dem Programm. Die Speisekarte ist nach wie vor in Matteenglisch und der Stammtisch, das Schmuckstück des Mühlirads, bleibt weiterhin bestehen. Wir freuen uns.
Öffnungszeiten vom "Mühlirad"
Mo- Sa 08.30 Uhr - 23.30 Uhr
So Geschlossen
Anschrift: Gerberngasse 4, 3011 Bern Tel. 031 311 21 09

Vom Donnerstag, 14. bis Sonntag, 17. Oktober fand im Wöschhüsi die Jubiläumsausstellung des Matteänglisch-Clubs statt. Wir gratulieren dem Club, besonders Albin Peter; für die sehr informative Ausstellung.


Der Vorstand des Matte-Leist 1999 im Bild

  • Stefanie Preiswerk
  • Paul vonKaenl
  • Rolf Jaloux
  • Wale Buri

Stefanie Preiswerk, Präsidentin - Paul von Kaenel, Vize-Präsident - Rolf Jaloux, Kassier - Wale Buri

  • Jimy Hofer
  • Jörg Leienberger
  • René Stirnemann

Jimy Hofer - Jörg Leuenberger - Rene Stirnemann

Bilder: www.matte.ch


Wiedereröffnung von "Planet Love" AM 4.12.99 eröffnet Planet Love an der Gerberngasse 36, nach aufwendigen Restaurationsarbeiten, wieder seine Türen. Ein vielseitiges und erweitertes Angebot in neu gestalteten Räumen, für Damen und Herren, steht wieder zu Verfügung.
Öffnungszeiten von Planet Love
Di 14.00 Uhr -18.30 Uhr
Mi - Fr 10.00 Uhr -18.30 Uhr
Do Abendverkauf ab 18.30 Uhr (nur für Frauen)
Sa 10.00 Uhr - 16.00 Uhr
Anschrift: Gerberngasse 36 3011 Bern Tel. 031 311 40 11

Silvester 1999/2000 in der Matte siehe auf Homepage "www.matte.ch".

Überschwemmungen sind immer unangenehm, ja chaotisch. Und dieses Jahr wurde unser Quartier gleich zweimal davon betroffen:
Das MATTE-FESCHT im September überflutete uns mit vielen Besuchern. Entsprechend hoch war auch der Lärmpegel und weitere Unannehmlichkeiten für Anwohner. Leist und OK diskutieren Verbesserungsmöglichkeiten durch entsprechende Massnahmen. Ihre Meinung hierzu wäre uns wichtig! Reaktionen interessieren uns.
Immerhin konnten wir am Leist-Stand über den Verkauf von LOEB -T-Shirts das Solidaritätskonto mit weiteren Fr. 420.- speisen. Gesuche für Unterstützungen nehmen wir gerne entgegen.

Wir danken bei dieser Gelegenheit allen, welche in irgendeiner Form zum gegenseitigen Verständnis und Wohlbefinden beigetragen haben. (Eine konkrete Namensliste würde zu lang!).

Rene Stirnemann und Paul von Kaenel

Take Five

AM 6. Dezember 1999/16.00 Uhr eröffnet Umberto Eleganti seinen Schallplattenladen Take Five neu an der Gerberngasse 8 (ehemals Kiosk Augsburger). Die Mättelerinnen und Mätteler sind zur Eröffnung herzlich eingeladen. Nach 8 Jahren in der Oberstadt (Junkerngasse / Gerechtigkeitsgasse) freut er sich nun in der Matte neue Schallplattenfreunde und Musikinteressierte kennenzulernen.

Das Sortiment umfasst Schallplatten der Musikstile: Jazz, Rock & Pop, Blues, Folk und Klassik. Es handelt sich sowohl um Neupressungen alter Klassiker sowie auch aktueller LP's. Weiter sind auch Secondhand-Schallplatten in bestmöglicher Qualität (gewaschen, bewertet usw.) eine seiner Spezialitäten. Auch CD-Wünsche jeglicher Musikstile können im Take Five jederzeit bestellt werden. Diverse Schallplattenzubehör (Schutzhüllen, Innenhüllen, Plattenbürsten, etc.), sowie ein LP - Reinigungsdienst sind weitere Dienstleistungen bei Take Five. Eine wahre Bereicherung des Kulturangebots in der Matte.

Öffnungszeiten
Mo Geschlossen
Di - Fr 12.00 Uhr -18.30 Uhr
Sa 10.00 Uhr -16.00 Uhr
Gerberngasse 8 - Postfach, 3000 Bern 13
Tel. 031 311 61 60- Fax 031 311 6201


Glas ist nicht einfach Glas

Ein Portrait der Glas-Künstlerin Therese Siffert.

VK./ Bummelt man durch die Schifflaube machen die meisten Spaziergängerinnen und Spaziergänger einen Halt vor den Fenstern in der Laube, der Hausnummer 38 -dem Atelier von Therese Siffert. Zahlreiche Farben und Formen von Glasgegenständen ziehen unweigerlich die Blicke der Passanten auf sich. Formschön und harmonisch wirken die Glasgegenstände auf die Betrachter.

Therese Siffert kam durch ihre frühere Tätigkeit als Möbelrestauratorin mit einem Glasschneider in Berührung und so zum Material Glas. Ihr Faible zu diesem Material hat sich vor gut 10 Jahren, durch ihre künstlerische Tätigkeit damit, manifestiert. In den vergangenen Jahren entwickelte Therese Siffert viele Techniken, u.a. auch Arbeiten mit Airbrush, und vor vier Jahren begann ebenfalls die intensive Zusammenarbeit mit dem Kunstschmied Roland Fornaro, woraus Arbeiten aus Stahl und Glas, sowie ganz archaische Objekte erwuchsen. Diese Objekte sind hauptsächlich auf diversen Ausstellungen zu sehen. Auch Architektur-Aufträge könnten die gemeinsame Arbeit künftig vertiefen. Glastüren, Geschmiede mit Glaseinschlüssen, etc..

Für jeden Geschmack erschafft sie, Therese Siffert, günstige, wie auch extravagante Objekte. Alles Unikate - Einzelstücke, und damit einmalige Geschenke für den Alltag und fantstische Glasobjekte für ganz besondere Gelegenheiten.

Sie schätzt persönliche Besuche in ihrem Atelier in der Schifflaube 38. Ist sie einmal nicht im Atelier, kann man die Künstlerin jeder Zeit telefonisch erreichen, um mit ihr ganz persönliche Aufträge zu besprechen oder einfach, um eines ihrer wunderbaren Objekte zu erstehen. Urteilen sie selbst! Schifflaube 38, oder vom 27. November bis am 24. Dezember 1999 auf dem Weihnachtsmarkt, Münsterplatz.

THERESE SIFFERT
Schifflaube 38
3011 BERN
Tel. 031 311 94 39
www.siffertglas.ch


PROJEKT-ATELIER OASE
an der Badgasse 4

Inh. Monika Vogel-Hugentobler

Monika Vogel

Eine Oase der Ruhe - auch dies gibt es in der Matte. Liest man den Text im Prospekt des "PROJEKT-ATELIER OASE" verfällt man gerne schnell in einen Traum, wird man für Augenblicke um Jahre zurückversetzt, denn da heisst es: Wieder einmal nach Lust und Laune am grossen Sandkasten- Tisch "sändele und steineie", mit Lehm "Iättele", "chrible und fötzele" mit unterschiedlichem Schreib-/Malzeug und Papieren? Kein Zwang zu etwelchen Resultaten. Einfach spielen, tun oder nichts tun, sein. Spielen für Erwachsene ist angesagt, Erwachsene, die das Kind im Erwachsenen ernst nehmen und es auch pflegen wollen. Kein Druck lastet auf den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, völlige Entspannung wird in geschütztem Raum geboten.

 

Doch auch die Kinder selber sollen durch das Programm angesprochen werden. Ob sogenannt normale, schwierige, ob körperlich - oder geistig behinderte Kinder", alle sind in der Oase bei Monika Vogel herzlich willkommen. Eine wahrliche Oase in der heutigen Zeit. Monika Vogel-Hugentobler hat ihr Atelier vor gut einem Jahr an der Badgasse 4 eröffnet und schätzt das "Spezielle", die "Ausstrahlung" der Matte und das Wasser, das ihr sehr viel bedeutet. Auch die Art der Leute, wie sie ihr hier unten begegnen. Aufgewachsen ist sie im Breitenrain und kannte vorher die Matte kaum.

Begegnungen wie Spielgruppen für Erwachsene - Sein für Kinder und Jugendliche und Plaudern - Spielen - Sein für Rentnerinnen und Rentner werden angeboten. Doch die Leute tun sich schwer dieses sympathische Angebot zu nutzen. Sitzen sie aber erstmal am Sandkasten, am Zeichentisch, oder am Tisch mit dem Lehm empfinden sie ihr Tun als sehr angenehm und befreiend, öffnen sich und finden das Gespräch, den Austausch mit ihrem Gegenüber. Die lockere Kleidungsordnung im Projekt-Atelier Oase lässt auch ihre Lieblingskleidung in Sachen Gemütlichkeit und Bequemlichkeit zu. Wohlsein und Gemütlichkeit sind hier Normalität.

Doch Monika Vogel-Hugentobler arbeitet auch als Künstlerin in ihrem Atelier. Zeichnungen mit Farbstiften, Bleistiften, Fotografie und neu auch Arbeiten aus Lehm werden in ihrem Atelier an der Badgasse 4 gezeichnet, geformt -geboren. Sie lebt in ihrem Atelier ihre "andere" Seite, nebst ihrem Berufs - und Privatleben aus.

Mehr Infos über Kurse und Spielgruppen erfahren Sie über Telefon 031 372 26 19 oder 079 326 33 19.


Dr Wiehnachtsmärit

Ein Gespräch mit Rosmarie Bernasconi, Mitglied des Organisationskomitees des "Berner Münster Weihnachtsmarktes ".

Dieses Jahr ist einiges neu auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz. Die herausragendste Neuerung ist der Beginn des Marktes. Es ist heuer neu der Samstag, 27. November 1999 ab 09.00 (Öffnungszeiten siehe unten) bis am 24. Dezember, das heisst, die Oase im Weihnachtsstress besteht also 2 Wochen länger. Der Künstler Pierre Mettraux aus Burgdorf eröffnet dieses Jahr allabendlich um 18.00 Uhr, ab dem 30. November, am Stiftsgebäude ein Adventsfenster.

Das reichhaltige Angebot geht auch dieses Jahr von Porzellan über Glashandwerk bis zu Textilien. Auch die Leute aus der Matte sind am Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz engagiert. Neu wird dieses Jahr Brigitta Müller aus der Matte, bekannt durch ihre Arbeit in der Katastrophen - Beiz und der Bronco - Bar , die "Märit-Beiz" auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz führen, Therese Siffert (siehe Portrait in dieser Ausgabe) wird ihre Glaskunst anbieten, Theo Schulthess (seit Mai 1999 in der Matte in den ehemaligen Räumlichkeit von Utiger) wird seine Kerzen zusammen mit seiner Frau Christa feil halten. Rosmarie Bernasconi wird mit Therese Siffert an ihrem Stand auch ihre und Peter Maibachs Bücher präsentieren.

Die gemütliche Atmosphäre des Weihnachtsmarktes auf dem Münsterplatz ist bekannt, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Doch besuchen sie auch den Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz.

Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes auf dem Münsterplatz:
täglich 9.00 - 18.30
Donnerstag 9.00 - 21.00
Samstag 9.00 -16.00
Sonntag 10.00 - 17.00 24.12.1999 9.00- 14.00
4 Sonntagsverkäufe: 28.11, /5.12/12.12/19.12
 


Fischerstübli & Bar

Nina Bollhalder und ihr Mann Ulakanathan Sureskumaran haben sich Einiges vorgenommen. Voller Elan sind sie am 9.9.99/09.09 Uhr ins renovierte Fischerstübli eingestiegen. Kulturen einander näher bringen, kulinarische Höhepunkte schaffen, dass war ihre Idee. Mit Rösti und Bratwurst kann dies nicht bewerkstelligt werden, das war klar. Also versuchten sie es anders. Doch gerade diese "Rösti mit Bratwurst" hing wie ein Schwert über Allem. Alles wurde am alten Fischerstübli gemessen und verglichen. Heute wird die Küche unter Mauro Balerna und Souschef Giorgio Diaz geführt. Gutbürgerliche, französische Küche steht auf dem Programm, Vegetarisches, Pasta und Poulet den Gästen oder umgekehrt. Ein gäbiges Menu am Mittag, für "auf die Schnelle", der Saison angepasst und gerade aus. Viele gastronomische Betriebe mussten diese Erfahrung machen und sich nach etlichen innovativen Versuchen wieder der traditionellen Küche zuwenden - aber mit Stil. Ein Preisvergleich wird uns vielleicht zwei Minuten länger beschäftigen als sonst, aber man ist schliesslich nicht irgendwo im einem Schnellimbiss, oder einfach in einem Quartierspunten dritter Klasse. Die Atmosphäre im Fischerstübli ist mittags "Iäbig", abends "gäbig".

ONE more Bar
Mit einem Besuch in der "ONE more"- Bar (gehört zum Fischerstübli und ist vom Restaurant erreichbar) kann ein Abend wunderbar abgerundet werden - vielleicht sogar mit "Live Jazz Music" oder sonstigem Sound. Eine kleine Bargerade die richtige Grösse -mit natürlichem Charme und sehr freundlicher Bedienung. Besuch lohnenswert.

Das neue "Fischerstübli" hat seine Chance erhalten und Nina und Ulakanathan werden sie nicht vergeben. Viel Erfolg!

Paul von Kaenel

 

Öffnungszeiten des "Fischerstübli" und der "ONE more"- Bar
Restaurant
Mo - Do 08.30 Uhr - 23.30 Uhr
Fr 08.30 Uhr - 00.30 Uhr
Sa 15.00 Uhr - 00.30 Uhr
SO 15.00 Uhr - 23.30 Uhr
ONE more-Bar
Mi - Sa 19.00 Uhr - 02.30 Uhr


Adventskalender-Törli

Dr läbig "Advänts-Kaländer" ir Matte u ä Zyt der Begägnig

Ab 2. Dezember erleuchten die weihnächtlich dekorierten Fenster. Am jeweiligen Adventsdatum gehen die Törli für alle Mättelerlnnen auf, und Sie sind herzlich auf einen Umtrunk eingeladen. Wann und wo entnehmen Sie untenstehender Liste. In diesem Sinne: auf Wiedersehen im "Adventskalender- Törli!"Adventskalender- Törli Begegnungen zwischen 18.00 und 19.30 Uhr


Ein zweiter Brief aus Berlin

Berlin ist Anziehungspunkt für Menschen aus Deutschland, Europa sowie der ganzen restlichen Welt...

... Da ist beispielsweise Yves. Er wohnt seit knapp einem Jahr hier in Berlin, ist Franzose und in Paris aufgewachsen. Einmal fragte ich ihn, den Grossstädter, welchen Unterschied es denn mache, in Metropole Berlin und nicht mehr in der Weltstadt Paris zu leben. " Ach, da gibt es beträchtliche Verschiedenheiten. Grossstadt ist nicht gleich Grossstadt", erklärte er mir, der Kleinstädterin. Er könne mir einen unterschied erklären: Gehst du durch die Strassen von Paris und fällst hin, so schauen die Leute an dir vorbei. Ein nur verstohlener Blick auf dich verrät, dass sie dich wegen deines Missgeschicks verachten. Hier in Berlin ist das anders. Fällst du hin, steht sogleich wer neben dir, hilft beim Aufstehen und meint aufmunternd: ,Mach dir nischts draus, dit is bei mir ooch schon vorjekommen.' Ich solle das vor allem symbolisch verstehen, meinte Yves.

Ich glaube, letzthin erzählte mir Yves auch, dass er für längere Zeit in Berlin bleiben möchte.

Oder Firas. Er ist Palästinenser und studiert Medizin in Berlin. Seine Eltern kamen vor über zwanzig Jahren mit ihm nach Deutschland. Als Barak letztes Frühjahr zum neuen Ministerpräsidenten von Israel gewählt wurde, fragte ich ihn, ob er sich darüber freue und Hoffnungen hege, der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinenser werde endlich fortgesetzt. "Weisst du, es ist egal, wer Israel regiert", erwiderte er mir, "ein Staat, der wie Israel auf der Basis von Unrecht erbaut wurde, hat kein Anrecht darauf, lange zu leben und wird eh früher oder später untergehen." Ja, ja. Er, der im sicheren Deutschland gross geworden ist und auch weiterhin hier bleiben wird, hat es nicht nötig über Frieden nachzudenken. Er muss keine Kompromisse schliessen, er kann ohne persönliche Nachteile einem Ideal nacheifern. Das habe ich ihm nicht gesagt. Auf seine Antwort habe ich nur kurz genickt. Immer ist mir nicht nach großen Debatten zumute.

Oder da ist Benjamin. Er ist Amerikaner, Jude und durchsucht seit drei Monaten verschiedene Berliner Archive und Bibliotheken nach Dokumenten für seine Doktorarbeit in Geschichte. Als er eines Abends wieder einmal bei mir zum Abendessen war, diesmal aber meine Mitbewohnerin nicht wie in gewohnter Weise mitass, fragte er mich, wo sie denn sei. Ich antwortete kurz: "in einem Lager." Er sah mich ungläubig und gleichzeitig etwas erschrocken an. "...Was Lager.. ?" Ich verstand, was er verstand und fügte rasch hinzu: "in einem Ferienlager mit Kindern." Mit ,a camp' versuchte ich mich noch verständlicher zu machen. Sein Blick verwandelte sich wieder in den gewohnt gelassen freundlichen. " Ach so." Etwas später an diesem Abend zählte er mir einige deutsche Wörter auf, die er bereits kannte, bevor er begann, deutsch zu lernen: Fliegerabwehr, Mischehe, Osterweiterung, Zucht, Lager. Dem vorhergehenden Dialog zufolge kannte er letzteres in einer nur sehr engen Bedeutung.

Und da ist schliesslich meine Mitbewohnerin selbst. Sie ist 34 Jahre alt und gehört zu den eher seltenen Menschen, die schon ihr Leben lang in Berlin zuhause sind. Nach vielen Diskussionen, etlichen Erklärungen ihrerseits wie auch meinerseits begreifen wir uns an einem Punkt noch immer nicht ganz. Sie versteht nicht weshalb ich derart fasziniert bin von der Mauer, die noch bis vor zehn Jahren wenige Meter hinter unserem Haus quer durch die ganze Stadt führte. Für sie hingegen war diese Mauer Normalzustand; es war nichts Ungewöhnliches dabei, dass eine Mauer die Stadt teilte. Das verstehe wiederum ich nicht so recht. Aber wahrscheinlich wird das aussergewöhnliche im Dauerzustand ganz gewöhnlich.

Alexandra Flury

 


Mitglied im Matte-Leist?

Die Mitgliedschaft steht grundsätzlich allen offen. Auch als Nicht-Mätteler nehmen Sie mit einer Mitgliedschaft, ein kleinwenig an unserem Alltag teil. Als Mitglied des Matteleistes profitieren Sie von der Matte Card (siehe Rückseite), Informationen über das Quartier und seine vielfältigen Aktivitäten und erhalten vier Mal jährlich unsere Matte Zeitung. Der Vorstand.


Geschichtliches

von Res Margot

Die Matte war ziemlich sicher schon vor der Gründung der Stadt Bern besiedelt. Die Menschen leben hier im Spannungsfeld der Aare. Auch heute spüren die Mätteler die Bedrohung durch Hochwasser und Geschiebe.

Davon wird auch regelmässig am runden Tisch im Mühlerad gesprochen. Die meisten eingesessenen Anwohner begutachten täglich das Wasser nach Farbe, Temperatur, Bewegung, Höhe, Rauschen, auch sein Geschiebe. Anderseits spielte das Wasser eine wichtige Funktion für die Matte. Über die Aare wurden lange Zeit wichtige Güter in grossen Mengen geschifft und geflösst, teilweise aus dem weiten Ausland, zum Beispiel grosse Mengen von Stein und Holz zum Bauen der Stadt Bern. Diese Waren wurden in der oberen und unteren Landern aus und eingeladen. Dazwischen wurde mit dem Wasser, geregelt durch die uralte Schwelle, hergestellt und verarbeitet. Bauholz, Baustein, wunderschöne Möbel der Brüder Funk, Gold und Silber, Gips, Gerbereien, Schiffe, Bier, Schokolade, Seide, Tuch, Korn, Knochen usw. Dank dem Wasser entstanden auch die, lange Zeit berüchtigten, Badstuben (Schwitzen und Fricken). Sehr wichtig war auch der reiche und kostbare Fischfang (Lachse). Die Kraft Aarewassers prägte die Geschichte der Matte. Im 14. Jahrhundert lebten auf einer heute verschwundenen Insel unterhalb der Untertorbrücke im Kloster Mariental die Inselfrauen. Im Jahr 1360 erwarb die Stadt vom Ritter Johann von Bubenberg den Grund des heiligen Reiches an der Aare (ungefähr die Gegend der Matte) mit der Schwelle. 1409 überstand die Untertorbrücke die Wassergrösse, während die andern Aarebrücken "dahingeführt und zerbrochen wurden". Dagegen litt die Brücke im Winter 1460 derart, dass neue Pfeiler nötig waren und kurz darauf eine steinernen Brücke gebaut wurde.

Diebald Schilling beschrieb, dass es kurz vor St.Marie-Magdalena im Juli 14803 Tage und 3 Nächte ununterbrochen regnete. Vielen Mattebewohnern drang das Wasser in die Häuser. Viele Leute wurden evakuiert. Man hatte auch grosse Sorge für die Untertorbrücke. "Und nachdem es dann in der nacht gar vinster und als sorglich was, da macht man niemand dannen füren und bliben dieselben nacht mit iren kinden in iren hüsern mit grossen engsten und sorgen. Und da sonnentag frü wart, als man voim tage begonde sechen, da fürt man die biderben lüte mit iren kinden us den hüsern, die alle vol wassers hinder und vor warent. Si liessen ouch vast das ir, was si mochten usbringen, haruf in die stat tragen, dann das wasser alweg wuochs und tet inen und andern grossen schaden, und fürt merenteils alle die flöss und hölzer hinweg, die an der Aaren oder darin gebunden waren. Darzu fürt es ouch etlich hüser und schüren hinweg und tet merglichen schaden an spichern, matten, garten, velden und andern narungen der menschen und unvernÜnftigen tieren. Und man was ouch in grossen nöten und sorgen, das die swelli in der Are, ouch die mülinen und sagen an der Matten wurden verfahren -das beschach von Gottes gnaden nit, doch wart vil daran verwüst und ran ouch vil holzes und laden dannen. Man hat ouch gros sorge für die nidern Arbruck, der beschach ouch nit."

Plan der Matte um 1780

Der Berner Chronist Johann Haller beschrieb 1566: "im Juni ward die Aren (Aare) so gross wegen der vile des schnees, so im letzten Winter gefallen. Die schwelle ward schier nit meer gesehen, dass das undere und obere wasser gleich was."

Im Winter 1706 spazierte man über die dickgefrorene Aare ins Schwellenmätteli.

Trotz grosser Korrekturen der Aare und ihrer Zuflüsse (z.B. 1713 Kanderableitung) blieb die Matte auch in den letzten 100 Jahren vor dem Hochwasser nicht verschont.

Vor wenigen Jahren wurde das Aarebett regelmässig ausgebaggert, es wurden jährlich bis 30000 m3 Kies und Sand entnommen. Alte Mätteler schüttelten in den letzten Jahren den Kopf. Sie finden, dass ihre fru gepflegt werden will, sonst rächt sie sich.


Fischerlatein

1. Fischer: Iggume, ischterge inihe ime Ichte e Ichthe ise-e is- segschre. irme ijhe lischfle jrfe ine inzige Ichewe.

2.Fischer: U je j he jthe e Ischte jme Ingue ighe. ide Iss-schpre jngtle ise jrfe e inzege Interwe.

1.Fischer: gestern habe ich im Tych (oberhalb der Schwelle) einen Hecht gefangen, wir haben Fleisch für eine ganze Woche.

2.Fischer: Und ich habe einen Ast an der Angel gehabt, dieser gibt uns Wärme für den ganzen Winter.)

As Ingee-ieterze

Vor einigen Tagen klingelte es an meiner Türe und zwei junge Studentinnen vom Marzili - Seminar, Claudia und Isabelle, baten mich um eine Auskunft. Bei der Marzilibrücke im Fahrkreis sei ein grosser, grausiglichen Eisenkäfer und daneben auf einem Messingtäfelchen eingraviert folgende Zeilen:
Irme irve-inete ide indelndwe Ingee-ieferze irde Itteme u imde Irzilime.

Die zwei Frauen haben erkannt, dass der Spruch wahrscheinlich kein KGB-Code ist, sondern eher Matteänglisch. Der angefragte Deutschlehrer war scheinbar überfordert, hat sie jedoch an mich weitergeleitet. Ich hatte vorerst einige Mühe mit dem übersetzen, brummelte etwas von den drei Geheimsprachen der Matte und ihren Dialekten... Doch mit einem Blick in unser Matteänglisch- Buch und etwas Fantasie fand ich rasch eine Lösung:

Mir vertäne (vermache) das wiudelnde Ungeziefer der Matte u em Marzili

An dieser Stelle möchte ich mit den folgende Zeilen den unbekannten Spendern, Fridu, Migu, Fife herzlich für dieses kleine Monument am Eingang in die Mättu danken. Solche Geschenke und solchen Humor haben wir Mättelr gerne!

lutsche Idutre, Igume, Itete, Irme Ittelme inkede i ich e irzleche irte isde ine- sche Ingee-ieterze. Irme idele (lade) iche irnge je imenze issegre lerlibe ime iuene Ilime-ldlire.

Isure Irme-itge (Res Margot)

 


Sprayereien

Sprayereien und Vandalismus sind leider in unserm Quartier kein neues Thema.

Wir lassen aber den Kopf nicht hängen und haben das Thema neu aufgegriffen, in engster Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei.

Damit etwas unternommen werden kann, müssen wir alle am gleichen Strick ziehen. Ich möchte Sie ermuntern, in Eigenverantwortung jegliche Sachbeschädigung, die Sie an Ihrem Haus oder in Ihrer Umgebung feststellen, der Polizei mittels " Anzeige gegen Unbekannt" zu melden.

Weiter konnten wir bei der Polizei den Wunsch nach vermehrter Präsenz, speziell an den Wochenenden, anbringen. Von der vermehrten Polizeipräsenz versprechen wir uns konkretere Unterstützung am Tatort, sowie mit der Zeit eine Verminderung des Vandalismus.

Eine nächste Zusammenkunft mit der Polizei findet anfangs Dezember statt, im neuen, Jahr werden wir die Bevölkerung über die neusten Entwicklungen informieren.

Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gern zur Verfügung:
Stefanie Preiswerk
Präsidentin Matte-Leist
Telefon 311 42 18


Das Video

Ausschnitte vom Jahrhunderthochwasser 1999

Video Fridli

Dieses Video dokumentiert das Jahrhunderthochwasser in der Berner Matte im Mai 1999 auf eindrückliche Weise. Nicht nur das Wasser, sondern auch Kinder, Menschen, Tiere und Natur, Zivilschutz, Wehrdienste, Feuerwehr stehen im Zentrum seiner lebendigen Aufnahmen. Fritz Friedli, der im Waagezeichen geborene Berufsfotograf hat den Hauptanteil der Bilder zum Buch von www.matte.ch geschlossen. Immer wieder bin ich fasziniert, wie liebevoll und tolerant Fritz mit seinen Mitmenschen umgeht. Seine liebenswürdige, witzige und charmante Art ist auf dem rund einstündigen Video gut spürbar.

Rosmarie Bernasconi

Spieldauer ca: VHS 109 Min. und kostet sfr. 39.-

 

Verlag Einfach Lesen, Rosmarie Bernasconi
Tel. 031 311 01 08 Fax 031 312 38 87
Verlag Einfach Lesen, Rosmarie Bernasconi
Postfach 263
CH-3000 Bern 13


Herzliche Gratulation

zu goldenen Hochzeit am 16. Dezember 1999
Heidi und Willy
Iseli Buchser

Monika Ueli, Franziska Peter, Fränzi Roger


MGospel

Weihnachtskonzerte in der Nydeggkirche
Nachdem letztes Jahr in der Kirche ein Gedränge war, Besucher sich deswegen beschwerten, Leute wegen Platzmangel sogar abgewiesen werden mussten, haben wir uns entschlossen, dieses Jahr das vorweihnächtliche Konzert zweimal durchzuführen.

Besonders willkommen sind für die Veranstaltung am Sonntag Familien mit Kindern. Auch dieses Mal haben sich die Musiker wieder eine Überraschung für das Konzert einfallen lassen.

Konzertdaten:
Nydeggkirche Bern, Samstag, 18. Dezember 1999, 20.00 h;
Sonntag, 19. Dezember 1999, 17.00 h.
Eintritt frei, Kollekte.

Die Musiker: Hans Peter Graf, Orgel, Klavier; Ruth Margot, Gesang; Bänz Margot, Schlagzeug, Perkussion; Res Margot, Kontrabass, Bluesharp, Alpdoo und Gäste.

Leitung: Pfarrer Mathias Suter
Betreuung: Siegrist-Ehepaar E. + W. Schleusser
MGospel haben eine Live-CD mit ihrer Musik herausgegeben, die bei Ruth Margot, Gerberngasse 21 und im Fachhandel erhältlich ist. Diese CD eignet sich als wunderbares Weihnachtsgeschenk!

Ruth Margot

 


Matte-Zytig

Korrespondenzadresse:
Matte-Leist, Postfach 29, 3000 Bern 13

Hätten Sie nicht Lust zu schreiben - Interviews, Beobachtungen, Erlebnisse - und dadurch unser Team zu verstärken?

Redaktionsteam (in alphabetischer Reihenfolge): Buri Walter, Gozzer Agnes, Margot Res, Rene Stirnemann, Wägli Werner, von Kaenel Paul (verantwortl. Redaktor). Fotos, Zeichnungen / Grafiken: grundsätzlich von den Autoren der Artikel, sofern nichts anderes vermerkt.

Inserate und Druck: Bargezzi AG, Matte
Redaktionsschluss für Nr. 112000. 9. Februar 2000 Versand: Anfang März 2000

Matte-Zytig September 1999

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe September 1999


Inhaltsverzeichnis


EDITORIAL

Stefanie Preiswerk

Es gibt Leute, die verwenden gerne den Ausspruch «nach uns die Sintflut...».

Wir können zurückblicken und glücklich sagen, dass sie hinter uns liegt, die «Sintflut». Wir alle sind froh, dass wir bis jetzt von weiteren Wassermassen verschont blieben. Froh sind wir auch, dass die Aufbauarbeiten Gestalt annehmen, dass immer mehr Atelier- und Ladenbesitzer in ihre gewohnte Umgebung zurück können. Ich bin dankbar dafür, dass einige von uns auf die unerwartete Katastrophe so kreativ reagiert haben. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir innert kurzer Zeit in zwei neu kreierten «Zelt-Beizen» unser Morgencafe am Trockenen trinken konnten oder dass es dank dem Angebot im Wagen weiterhin möglich war, in der Matte einzukaufen.

Ein grosses Merci an all die guten und geduldigen Seelen!

Bereits beschäftigen uns im Leist aber auch wieder neue Themen. Einiges darüber erfahren Sie in dieser Ausgabe unserer Zeitung.

In den letzten Vorbereitungen ist das lang erwartete Matte-Fest! Ich freue mich, Sie alle an dem grossen und wichtigen Fest begrüssen zu dürfen. Mehr Informationen dazu finden Sie ebenfalls auf den Innenseiten.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und grüsse Sie mit Vorfreude!

Ihre Stefanie Preiswerk, Präsidentin Matte-Leist

DAS FEST

9. -11.9.99

ln einigen Tagen, ganz genau ab 9. 9. 1999, steigt für drei Tage und Nächte bei uns wiederum das legendäre «Matte Fest». Für die einen der herausragende Anlass des Jahres in unserem Quartier, für die andern, das Schreckensgespenst «Lärm und Chaos» schlechthin. Ebenfalls auch dieses Jahr wird das Fest bestechende Momente hinterlassen. In jeder Beziehung. Der umfangreiche Markt, das Angebot für Kinder und nicht zu vergessen das hervorragende Musik-Programm.

Trotz allem ist das Fest eine Visitenkarte der Matte; und wie es sich in den letzten Jahren gezeigt hat, keine schlechte.

Paul von Kaenel

Nöis u fasch nöis

Die Solidaritätsstiftung & Spenden (Aktion LOEB mit T-Shirt, etc.), die kurz nach dem Hochwasser eingerichtet wurde, wird von einer kompetenten Kommission betreut. Bereits einige finanzielle Hilfeleistungen konnten an Notleidende ausgerichtet werden. Nach Absprache mit LOEB, wird auch ein Unterstützungsbeitrag für unsere Hochwasser-Buchautorinnen und -Autoren ausgerichtet. Ebenfalls der Matte-Leist unterstützt die Autorinnen und Autoren aus dem Leist-Konto (siehe Bücher in dieser Ausgabe).

Per 1. Oktober 1999 wird die bereits sichtbare BLAUE ZONE, rechtskräftig. Bis dahin wird die Zone wie bisher als «Weisse Zone» behandelt. Die Zonenbezeichnung wird «3000» sein, die Parkzeit 11/2 Stunden, von 18.00 Uhr bis 09.00 unbeschränkt. Parkscheiben können im Mattelädeli gratis bezogen werden. Mit der «3000»-er Karte sind sie berechtigt, auch am Klösterlistutz und am Aargauerstaiden unbeschränkt zu parkieren. Umgekehrt gilt aber die «3011 »-er Karte in der Matte nicht. Falls Sie keinen privaten Parkplatz (Garage) besitzen, können Sie als Anwohner oder Gewerbetreibender eine Parkkarte bei der Stadtpolizei beantragen. Sie kostet Fr. 20.- pro Monat bzw. Fr. 240.- pro Jahr. Diese brauchen Sie vor allem, wenn Ihr Auto tagsüber nicht benötigt wird und stehen bleibt. Formulare für Anträge können Sie bei der Matte-Post beziehen. Nicht vergessen: Die Blaue Zone gilt jedoch erst ab 1. Oktober 1999! So haben Sie aber genügend Zeit sich zu überlegen, ob Sie überhaupt eine Parkkarte brauchen. Für Besucherinnen können übrigens am Schalter Verkehrsdienst (Waaghausgasse) oder an einigen Billett-Automaten der SVB Tageskarten a Fr. 8.- bezogen werden. Weitere Auskunft erteilt die Verkehrskontrolle der Stadtpolizei, Tel. 321 4951.

Flohmärit: Vom Mai bis Oktober findet auf dem Mühlenplatz jeweils an jedem dritten Samstag des Monats der Flohmärit statt.
Autobesitzer: Beachten Sie, dass an diesen Samstagen das Parkieren auf dem Mühlenplatz verboten ist! Missachtung kommt teuer zu stehen (Abschleppen, etc.)!

Sprayereien: Ein Übel, unter welchem wir hier in der Matte seit längerem leiden. In letzter Zeit ist es vermehrt zu Sprayereien gekommen. Nach Rücksprache mit dem Hauseigentümerverband, liegt es an den Hauseigentümern, bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt zu machen. Damit ist dann auch die rechtliche Grundlage für Weiteres geschaffen. Unterschriften - Sammlungen von erzürnten Bürgern seien ineffizient und nicht geeignet. Der Matte-Leist arbeitet an diesem Problem und wir werden Ihnen Lösungsvorschläge unterbreiten. Der Matte-Leist ist an einer Lösung des Problems sehr interessiert, da sich ansonsten unverhältnismässige Lösungen in einer unverantwortlichen Eigendynamik breitmachen.


Zwei Bücher - Ein Quartier

Das Jahrhundert - Hochwasser 1999
Real und im Internet

von Rosmarie Bernasconi und Peter Maibach

Das Jahrhunderthochwasser

Bewegende Hochwasser-Bilder gingen Mitte Mai 1999 durch die Schweizer Medien. Während in der Berner Oberstadt das Leben wie gewohnt seinen Lauf nahm, wurde der Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner der Aarequartiere arg durcheinander gewirbelt. Jetzt, nach vier Monaten, lässt sich das Grossereignis distanzierter betrachten. Das Wasser ist abgeflossen, die Schäden werden repariert. Nach den Sommerferien ist der Alltag so normal wie nur möglich geworden. Das haben die Macher der www.matte.ch als Anstoss genommen, die Inhalte ihrer Internetreportage zu überarbeiten und als Buch herauszugeben. Entstanden ist ein 140-Seiten starker, grossformatiger Band mit rund 200 Bildern. Besonders wertvoll ist dabei das Bildmaterial, das aus einer breit abgestützten Mitarbeit von zahlreichen Quartierbewohnerinnen und -bewohnern, Berufsfotografen, aber auch von Zaungästen stammt. Bild um Bild wird dabei ein einmaliger Querschnitt durch das Quartiergeschehen während und nach dem Hochwasser gezeichnet. Besonders eindrücklich sind dabei die vergleichenden Gegenüberstellungen von Aufnahmen vom selben Standort, einmal «nass», während des Hochwassers und einmal «trocken», nach der Überschwemmung.

Im ausgewogenen Textteil wird reportageartig das Logbuch der schweren Tage nachgezeichnet. Ein wichtiger Stellenwert im Buch nimmt das optimistische letzte Kapitel zum Wiederaufbau ein. Mit viel Witz und Wendigkeit haben sich die Mätteler daran gemacht, ihr Quartier wieder auf die Beine zu stellen.

Den Frühling und den ganz speziellen Sommer 1999 wird nicht so schnell vergessen werden ! Eine gelungene Erinnerung daran bildet das Buch «das Jahrhundert-Hochwasser, die Berner Matte real und im Internet». Solange wir nicht drin sind bleiben wir dran!

Das Buch umfasst 140 Seiten und ist mit ca. 200 Bildern illustriert. Verkaufspreis CHF 34.80
ISBN Nr: 3-9521399-8-X
Verlag Einfach Lesen, Rosmarie Bernasconi, Bern
www.einfachlesen.ch
Tel. 031/311 01 08 Fax 031/3123887,

 

Rosmarie und Peter laden Sie herzlich zur
Buchpremiere
ein:
Freitag, 17.  September 1999 um 17.00 im EWB,
Infozentrum,
Wasserwerkgasse 15, 3011 Bern
Wir freuen uns,
wenn wir viele Mättelerinnen und Mätteler
begrüssen dürfen.


Hier ein kleiner Auszug aus dem Projekt Bildband

Im Fluss

Tomas Wüthrich schreibt dazu:

Im Fluss

Beide, Ruth Margot und Tomas Wüthrich wohnen in der Matte. Sie sind sogar Nachbarn. Kennengelernt haben sie sich aber erst während des Hochwassers. Beide waren vom Hochwasser direkt betroffen, doch beide haben es auf unterschiedliche Art erlebt und verarbeitet.

Ruth Margot hat das Hochwasser als starke Bedrohung erlebt und ihre Gedanken und Gefühle in einem sehr persönlichen Tagebuch verarbeitet.

Tomas Wüthrich hat seine persönliche Sicht des Hochwassers in einem fotografischen Tagebuch festgehalten.

 

Eine Bilanz der Hochwasserhilfe

Eingesetzte Kräfte in der Gemeinde Bern:
Zur Bewältigung des Hochwassers standen rund 500 Angehörige der nachfolgend aufgeführten Organisationen ablösungsweise im Einsatz: Rettungstruppen-Rekrutenkompanie 111176, Technische Kompanie des Genie-Bataillons 36, Katastrophenhilfe Rettungskompanie IV/2; Berufsfeuerwehr; Nachtwache; Brandcorps; Wehrdienst-Detachemente der Kartonfabrik Deisswil AG sowie der Gemeinden Bremgarten, Ittigen und Ostermundigen; Stadt- und Sanitätspolizei; Zivilschutz und Quartieramt; Elektrizitätswerk; Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung; Strasseninspektorat; Tiefbauamt; Fürsorge- und Gesundheitsamt; Stadtgärtnerei; Regierungsstatthalteramt; Wasser- und Energiewirtschaftsamt sowie Wasser- und Pontonierfahrvereine aus dem Raum Bern.

Eingesetztes Material:
An Fahrzeugen, Gerätschaften und Material standen im Einsatz: gegen 60 Einsatz- und Transportfahrzeuge, ein 250- Tonnen-Pneukranwagen, ein Löffelbagger, 46 Pumpen, 6 Beleuchtungssets, 900 Tonnen Sand (600 m3), 30'000 Sandsäcke, mehrere Kilometer Schlauchmaterial sowie mobile WC-Kabinen und eine grössere Menge Schalungstafeln und Spundwände.

Orientierung und Hilfe an Betroffene
Der Mediendienst des Führungsstabes orientierte regelmässig mit Pressemitteilungen. Die betroffene Bevölkerung hat mehrere Flugblätter erhalten. Weitere Kontakte zur Einsatzleitung bestanden über den Matteleist, über die Schadenplatzkommandanten sowie über den auf dem Mühlenplatz stationierten Wagen. Über Internet informierte die engagierte private Seite www.matte.ch.
Das Sorgentelefon erhielt 660 Anrufe. Von den insgesamt 136 Evakuierten wurden deren 12 durch die städtische Fürsorge betreut.

Res Margot

 

Quellen: Meldungen der Stadtpolizei und Berufsfeuerwehr, Gemeinderat der Stadt Bern, EWB, aus den Internetseiten der www.matte.ch, Brunnezytig, Tagespresse. Dazu eigene Aufzeichnungen.

Das Buch umfasst 84 Seiten (Format 24 x 21,5 cm), davon sind 61 Seiten schwarz-weiss-Bilder des Fotografen Tomas Wüthrich (je 1 Bild pro Seite), ca. 12 Seiten Tagebuchtext von Ruth Margot und ca. 2-3 Seiten dokumentarischer Textteil von Res Margot. Der Verkaufspreis ist CHF 27.50. ISBN -Nr. 3-905-603-02-0. Erscheint auf den 9. 9. 1999. Erhältlich im Buchhandel.


DAS FEST

Donnerstag bis Samstag 9. -11. Sept. 1999

Alle zwei Jahre findet das traditionelle MATTEFESCHT im schönsten und lebendigsten Quartier der Stadt Bern statt. Am Donnerstag, 9.9.99 ist es wieder soweit. Das grösste Quartierfest der Schweiz lädt ein. Das Fest ist gratis, alle sind willkommen. Zum musikalischen Programm:

Donnerstag, 9.9.99 / 17.00 - 23.30 Uhr
18.30 - 19.30 Ralph Krauss & Band
20.00 - 21.30 Sina
22.00 - 23.30 Gölä

Freitag, 10.9.99 / 17.00 - 02.00 Uhr
18.00 - 19.30 Mario Capitano play Hendrix
20.00 - 21.00 Boob
21.30 - 23.30 Züri West
00.00 - 02.00 Dieter Thomas Kuhn (Das letzte Mal !)

Samstag, 11.9.99 / 13.00 - 02.00 Uhr
13.00 - 15.00 EI Soniquete Flamenco
15.30 - 17.00 Pharao
17.30 - 19.00 Jolly & The Flytrap
19.30 - 21.00 Jimy Hofer & Band
21.15 - 22.15 Mambo Kurt (Bester Alleinunterhalter in Europa !)
22.45 - 00.15 Ineffect
00.15 - 02.00 Boulevard des hits (Plattenleger MCW / das dj)

Dazu gibt es rund 60 Marktstände mit einem vielseitigen Angebot, ein Riesenangebot an Bars, kulinarischen Verwöhnstationen (Food), Kinderaktivitäten in Zusammenarbeit mit der Kinderkrippe Matte, eine Scooterbahn und vieles mehr. Weiter haben Sie die Möglichkeit, sich über den Matte-Leist zu informieren und ev. als Mitglied beizutreten, damit Sie immer auf dem laufenden sind, was in der Matte los ist.

OK Mattefescht Tinu Schneider, Jimy Hofer, Alberto Gomez

 


Heisse Drinks

Und hier noch ein paar Rezepte für heisse Drinks, die nicht nur in der Matte getrunken werden:

Power-Drink Bananen und Randen


Durch die Kombination von Randen mit Bananen entsteht ein süsslicher Frucht-Gemüse- Saft, der je nach Mischungsverhältnis dicker oder dünner wird. Gibt man mehr Bananen bei, wird das Getränk konsistenter. Bananen sind übrigens eine gute Kalium-, Magnesium- und Vitaminquelle, besonders Vitamin C, B6 und Folsäure.

Wertvolle Randen
'er Saft der Rande schmeckt leicht süss, weil sie über natürliche Zuckerarten verfügt. Sie liefert auch nützliche Ballaststoffe. Diese, auch Nahrungsfasern genannt, wirken verdauungsfördernd. Randen sind eine gute Quelle für Folsäure, die zu den Vitaminen der B-Gruppe gehören. Hundert Gramm Randen decken fast die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Auch Vitamin C ist enthalten. Unter den Mineralstoffen steht nicht - wie oft behauptet wird - Eisen, sondern Kalium an erster Stelle. Der hohe Kaliumgehalt wirkt im Körper entwässernd. Ihre rote Farbe verdankt die Rande dem Gehalt an Betanin. Zur Farbe tragen auch die Flavonoide bei. Diese zählen zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Sie wirken als Zellschutz gegen aggressive Sauerstoffverbindungen und unterstützen die Wirkung des Vitamins C.

Rhabarber-Drink für die Familie

1 kg Rhabarber (wenn möglich rote Stengel)
2 Liter Wasser
6 Nelken
80-100 g Zucker Saft von einer Zitrone

Den Rhabarber waschen, in kleine Würfel schneiden und 10 Minuten im Wasser zusammen mit den Nelken kochen lassen. Absieben und den Zucker in den noch warmen Saft rühren, auskühlen lassen und den Zitronensaft beimischen. Kühl servieren.

Birnen-Caramel-Frappe

4 dl Birnensaft
2 dl Mineralwasser
400 g Caramelglace

Alle Zutaten im Mixer pürieren, in Gläser füllen, sofort servieren.

Viel Spass!

Dipl. Wellnesstrainerin I
Agnes Gozzer

 

Quellennachweis:
Wellness, das Magazin, das gut tut 98
WeIlness-Schulunterlagen


Brief aus Berlin

Als Auslandsmättelerin mit etwas Heimweh nach Aare, Lauben und all den nur schwer beschreibbaren doch existenten Eigenheiten des Quartiers verspüre ich das Bedürfnis den Leuten von Zuhause etwas mitzuteilen; etwas aus dem Leben in der Grossstadt Berlin.

Doch was könnte die Mätteler interessieren? Ein Austausch von Hochwassererfahrung ist schlecht möglich. Hier fliesst ein ruhiger und unbedrohlicher Fluss zwischen hoch vermauerten Ufern. Die Spree, im Gegensatz zur Aare bereits weit weg von ihrem Ursprung irgendwo in den Bergen, ist nicht übermütig, auch nicht unberechenbar. Ausserdem ist sie braun und scheint sehr verschmutzt zu sein. Kein Vergleich mit der Aare ist möglich.

Von einer Geheimsprache kann ich ebenfalls nicht berichten. Eine solche gibt es nicht. Man hört zwar hier viele Sprachen. Beispielsweise Russisch in der U-Bahn und Türkisch am Imbiss- Stand. Hochpoliertes Standarddeutsch an politischen Podiumsdiskussionen und kaum verständlichen Berliner Dialekt von Handwerkern, die neulich in meiner Wohnung den alten Gasherd ersetzten. Aber etwas dem Matteänglisch Vergleichbares? Nein.

Am Besten erzähle ich kurz, was Berlin meinem Eindruck nach Unvergleichlichem zu bieten hat: Lebt man auch erst kurze Zeit in dieser Stadt, kann man sich durchaus bereits als Berlinerin beziehungsweise Berliner bezeichnen. Es ist dabei nicht nötig seine Identität abzulegen, die man aus dem Geburtsort mitgenommen hat. Berlin als Schmelztiegel ohne Anspruch auf Gleichschaltung. Niemanden stört sich daran, dass der palästinensische Lebensmittelladen am heiligen Auffahrtstag geöffnet hat. Berlin beherbergt Klein-lstanbul. Es stört nicht, dass dort, im Kreuzberg, öffentliche Institutionen teilweise auf deutsch und türkisch angeschrieben sind. Auf gebürtige Berliner trifft man selten. Ihre Stadt ist Anziehungspunkt innerhalb Deutschlands aber in gleichem Masse auch für Europa und die ganze Welt. Das mag gewisse, weit rechts gerichtete Kreise verärgern. Doch von diesen abgesehen begegnet man sich hier mit grossem Respekt, und das nicht nur zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften oder Ursprungsnationalitäten sondern auch zwischen alt und jung, arm und reich, Mann und Frau. Noch nie musste ich mir ein übles Nachpfeiffen von irgendwelchen jungen Männern anhören. Die Oma empfindet kein Unbehagen, setzt sich ein Bettler auf dieselbe Parkbank. Und wenn ich dem Verkäufer einer Obdachlosenzeitung erkläre, ich sei zur Zeit zu knapp bei Kasse, um ihm ein Exemplar abzukaufen, wünscht er mir verständnisvoll und freundlich für den nächsten Monat etwas mehr Geld. Nun, vielleicht hätte ich ja bereits heute zwei Mark entbehren können.

Ich wünsche, ich täusche mich in dem oben Beschriebenen nicht. Doch da ich es so erlebe, kann es nicht ganz falsch sein. Und wie sieht es mit dem Zusammenleben in der Matte aus? Ich hoffe nur das Beste.

Alexandra Flury

 


Gesundheit

Energie tanken durch trinken

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollte man täglich zu sich nehmen, um ein Flüssigkeitsdefizit zu vermeiden. Den meisten Menschen fällt das schwer.

Der Durchschnittskonsument trinkt zu wenig. Hauptsächlich Frauen und ältere Menschen verspüren oft wenig Durstgefühle und vergessen deshalb auch, täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Folgen des Flüssigkeitsdefizits können das Wohlbefinden schwer beeinträchtigen und der Gesundheit zusetzen.

Rund 60 bis 70 Prozent unseres Körpers besteht aus Wasser.

Wasser = Transportmittel für Nährstoffe zu den Zellen
Wasser = Lösungsmittel für chemische Substanzen
Wasser = Regulierung der Körpertemperatur

Woher kommt das Wasser?
Getränke = mehr als 1,5 Liter pro Tag durch trinken. 1 Liter pro Tag mit fester Nahrung.

Ein Flüssigkeitsdefizit kann Kreislaufstörungen verursachen, löst Kopfweh aus und vermindert Leistungsfähigkeit und Ausdauer. Zu wenig Flüssigkeit im Körper macht reizbar, schlapp, schwach und erschöpft. Eine weitere Nebenwirkung betrifft das Aussehen. Es lässt die Haut alt und faltig aussehen. Gute Gründe also, genügend zu trinken. Doch was schmeckt gut genug, damit man zwei bis drei Liter täglich davon trinken mag? Man trinkt, was man mag, das Angebot an Getränken ist fast unbeschränkt. Frisches Leitungswasser, Mineralwasser oder stilles Wasser im Turnus mit anderen, weniger langweiligen Getränken: Mal einen ungesüssten Kaffee, Schwarztee, Kräutertee, Eistee oder Früchtetee, mal halb mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, mal ein alkoholfreies Bier oder eine Tasse Bouillon. Verboten ist nichts, geboten ist höchstens Vorsicht vor Kalorienfallen wie Süssgetränken, vor Heilkräutertees mit eventuellen unerwünschten Wirkungen, vor zu viel aufputschendem Kaffee und Schwarztee, vor zu viel alkoholischen Getränken.

Grundsätzlich ist es besser, lieber mal ein Bier oder eine Cola wirklich zu geniessen, als widerwillig an Wasser zu denken und deshalb das Trinken gleich bleiben zu lassen. Häufiges Trinken ist Gewohnheitssache und somit auch erlernbar.

Mit folgendem Trick kann sich auch der grösste Trinkmuffel selber überlisten:
Man kauft sich ein Halbliter-Glas oder einen Humpen, und wenn er viermal leergetrunken ist, hat man sein Tagessoll erreicht!

Dipl. Wellnesstrainerin I
Agnes Gozzer