Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig März 1987

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 11 / März 1987


FRUEHLINGSERWACHEN

Wenn unser Leistpräsident Walter Bregenzer vor vier Wochen das gewusst hätte, was wir heute wissen, nämlich dass sie kommt, die Matte - Sperre, sein Jahresbericht wäre um einen langen, resignierten Abschnitt kürzer geworden. Wir haben' s geschafft, wir Mätteler, alle zusammen! Unser Mättu wird wieder bewohnbar, abgasfrei, lärmfrei, blechfrei! Halt, Halt! Vorerst doch nur versuchsweise Aber auch das ist eine Chance , heisst es nicht so nett auf welsch: "C'est le provisoire qui dure"?! Ich jedenfalls freue mich für alle, die wir da unten wohnen, arbeiten, zur Schule gehen, flanieren (ja, das gibt's dann wieder). Jetzt brauchts nur die Dynamik unserer Bernerbehörde und ein bisschen Sonne zum Glück

Y. Hausammann

JAHRESBERICHT 1986/87

Das Jahr 1986 wird als Katastrophenjahr in die Geschichte eingehen. Etwas weniger Schlagzeilen als Tschernobyl uns Sandoz wird unser Leist machen, wenn wir sein Wirken des vergangenen Jahres erstmals Revue passieren lassen wollen:
Leist-Veranstaltungen

Wie im Vorjahr ist auch in diesem Jahr das Platzkonzert der Stadtmusik vom 11 .Juni wiederum buchstäblich ins Wasser gefallen. Am 23. August ging das Läuferplatzfest über die Bühne, welches wir mit dem Leist der unteren Stadt in Szene setzten. Dieses zu Ehren des neu gestalteten Platzes gedachte Quartierfestchen wurde auch nicht gerade von Wetterglück verwöhnt: Das vorgesehene Zmorge fand in strömendem Regen (nicht ) statt. Gegen Mittag wagte sich die Sonne doch noch etwas hervor und liess den Festplatz sich mit sich mit Gästen füllen. Eine Idylle war dann der Abend mit einen mittelalterlichen Seiltänzer, weniger idyllisch dann allerdings das finanzielle Ergebnis, das für uns mit einen Defizit von Fr .500. - endete Aber trotzdem bleibt der Anlass in schöner Erinnerung und allen Mättelern, die in irgendeiner Weise mitgeholfen haben, sei auch an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihr Mitmachen gedankt .

Am 4. Oktober konnte bei strahlendem Herbstwetter der Altersausflug mit 74 Teilnehmern durchgeführt werden.

Wer im Kemmeribodenbad in der fröhlichen Gesellschaft dabei sein durfte, wird diesen gelungenen Anlass nicht so schnell wieder vergessen. Erstmals hat die Fürsorgedirektion der Stadt Bern Fr . 1'1 00. - an diesen Anlass beigesteuert , was wir mit Freude zur Kenntnis nahmen und hier nochmals herzlich verdanken möchten.

Am 21 .Oktober fand im Restaurant Mühlenrad ein Informationsabend statt, an dem alle Themen, die unsere Mitglieder beschäftigen, zur Sprache kamen. Ein ausführlicher Bericht hiezu wurde in der Matte-Zytig vom November 1986 publiziert .Diese Informationsabende haben sich sehr gut eingelegt und sollten weitergepflegt werden können.

Die Adventsfeier vom 14. Dezember im Berchtoldshaus konnte von unserem Leist wieder mitgestaltet werden. Es stimmt ein wenig nachdenklich, wenn man feststellen muss, dass im fast gefüllten Saal nur ganz wenige Mätteler zu sehen waren.

Übrige Aktivitäten

Hauptsorge bildete auch im vergangenen Jahr das Bangen um die Zukunft des Durchchgangsverkehrs in der Matte . Da sich der definitive Entscheid des Bundesrates ungebührlich herauszögerte, versuchte am Chlousetag eine kleine Delegation des Matte-Leists Frau Bundesrätin Kopp mit der Überreichung einigen Samichlousegeschenken in dieser Frage zu einem baldigen Handeln zugunsten der Matte-Bewohner zu bewegen. Die Delegation wurde vom Generalsekretär des EJPD empfangen, welcher auch die Geschenke (ein grosses Lebkuchenherz, eine Pergamentbittschrift , Zeichnungen der Matte-Schüler und einen Besorgnis ausdrückenden Brief einer Bewohnerin) zuhanden der Departementschefin entgegennahm. Bei dieser Gelegenheit wurde der Entscheid des Bundesrates für den Februar 1987 in Aussicht gestellt ...

Durch diese Abwartsituation sind dem Leist auch die Hände gebunden für zusätzliche Aktivitäten. Dies hat allerdings einige (verständlicherweise) ungeduldigen Matte – Bewohner dazu bewogen, am Freitag, den 6. Dezember, und an den beiden folgenden Freitagen auf die Strasse zu gehen und den Automobilisten ein Flugblatt in die Hand zu drücken, mit welchem diese um Verständnis für unseren Wunsch nach der Verkehrssperre gebeten wurden.

Man kann sich des Eindrucks wirklich nicht erwehren, dass in unserem Rechtsstaat die Mühlen der Justiz nicht nur langsam mahlen, sondern hin und wieder vielleicht sogar stillstehen.

Etwas erfreulicher waren die Verhandlungen mit der Baudirektion der Stadt Bern über den Bau eines Fussgängersteges von der Turbinenanlage des EW-Matte über die Aare nach den Englischen Anlagen: Der Baudirektor hat das Tiefbauamt beauftragt, bis zum Herbst 87 ein Projekt zuhanden des Stadtrates auszuarbeiten. Gleichzeitig wurde im Stadtparlament ein entsprechender Vorstoss eingereicht und angenommen.

Der Flohmarkt, der vom Mai bis Oktober an jeden dritten Samstag auf den Mühlenplatz stattfindet, ist bereits ein wenig Tradition geworden. Da die Zahl der Besucher allerdings nicht alle Erwartungen der Händler erfüllt, haben diese bei der Stadt eine Verlegung auf den Münsterplatz beantragt .Ein Entscheid steht noch aus. Der Vorstand des Leists ist in dieser Sache begrüsst worden; er würde eine Verlegung aus der Matte bedauern.

Schliesslich bildet die immer noch geschlossene Münsterplattform für viele, die Erholung suchen, ein Ärgernis. Die vereinigten Altstadtleiste haben in einer Eingabe an den Gemeinderat die Wiedereröffnung der Plattform gefordert, dies allerdings unter der Bedingung, dass eine schöne Gestaltung vorgenommen und für die Sicherheit der Besucher gesorgt werde.

Die zweite Auflage des Amnesty-International-Fests vom 16. August brachte seinen Organisatoren wiederum einen überwältigenden Erfolg. Etwas weniger gross war der Erfolg bei einem Teil unserer Bevölkerung, der sich durch die Absperrung der Matte zu eingeengt fühlte. Die offene Aussprache über diese Fragen am Informationsabend zeigte aber doch, dass man dieser Art Anlässe eher positiv gegenübersteht und dass sich gewisse negative Auswirkungen durch entsprechende organisatorische Massnahmen in Zukunft vermeiden lassen können

Im danke allen, die sich in irgendeiner Form im vergangenen Jahr um das Wohl unseres Leists bemüht haben, sehr herzlich. Die in der Schweiz wohl allein dastehende Institution der Quartierleiste verdient es ganz besonders in der heutigen Zeit, wo sich jeder nur um sich selber, aber nicht mehr um die Gemeinschaft kümmern will, von allen Quartierbewohnern nicht nur mit dem  Jahresbeitrag, sondern auch durch persönliche Freizeitopfer unterstützt zu werden.

W. Bregenzer , Präsident

 


KENNEN SIE DEN SPIELPLATZ LAENGMUR?

Wo können den heute kleine Mattengiele und Modis überhaupt spielen, tschutten etc. fragt man sich, wenn das Auge überall die Blechkarossen streift, welche die Matte durcheilen oder sie als Parkraum benützen. Wussten Sie, dass es bei uns 7 mehr oder weniger Öffentliche Spielplätze gibt? Von Westen her: Garten der Krippe Badgasse, Hof des Kindergartens Fricktreppe, Spielplatz der Schwerhörigenschule am Bowäger, Turnplatz, Klettergeräte und Findling bei den Schulhäusern, Kleinkinderspielplatz hinter dem Durchgang Gerberngasse 22 und zuletzt den wohl bekanntesten und grössten: den Spielplatz Längmur! Davon soll heute die Rede sein.

Viele Passanten zwischen Münsterbauhütte und Altenbergsteg haben schon den Kopf geschüttelt ab der "Unordnung", den "gefährlichen Spielgeräten" und wild darin herumtobenden Kindern im sogenannten Spielplatz "Längmur". Doch lassen wir die Verantwortlichen dieses Kinder - Eldorados selbst zu Wort kommen:

Die Idee

Der Verein Spielplatz Längmur setzt sich für eine kinderfreundliche Umwelt ein, indem er versucht, die Spielmöglichkeiten für Kinder jeden Alters zu verbessern. Er betreibt einen Spielplatz und vertritt die Interessen der Kinder in der Öffentlichkeit. Spielen ist für das Kind sehr wichtig. Es lernt dabei seine Fähigkeiten kennen, sich mit anderen auseinander zusetzen, seine Fantasie zu entwickeln. Im Spiel kann es auch Erlebnisse verarbeiten. In der für Erwachsene geplanten Stadt finden die Kinder kaum Möglichkeiten, spielerisch etwas zu verändern, oder selber etwas zu gestalten. Der Spielplatz Längmur soll ein Ort sein, an dem die Kinder eine Spielwelt aufbauen können.

Der Spielplatz

Die Kinder sollen hier einen optimalen Freiraum zur Realisierung ihrer eigenen Ideen haben. Dafür muss genügend vielfältig verwend- und veränderbares Material zur Verfügung stehen. Bauspielplatz, Hartplatz und Spielwiese gehören dazu. Die Kinder haben die Möglichkeit, vorwiegend in Gruppen zu spielen. Zwanglos erleben sie, dass mehrere zusammen viel leichter eine Hütte bauen, als einer allein. Die Eltern sollen sich auf dem Platz treffen können um zu plaudern oder mit den Kinder zu spielen. Der Spielplatz Längmur ist in erster Linie für die angrenzenden Quartiere wie Matte etc. gedacht.

Die Betreuer

Eine regelmässige Bezugsperson ist für die Kinder eines Spielplatzes sehr wichtig. Sie erleichtert den Betrieb, vermindert Aggressionen, hilft den Kindern ihren eigenen Stand in der Gruppe zu finden. Die Betreuer helfen die Ideen zu verwirklichen und versuchen, mit ihnen zusammen Lösungen bei Konflikten zu finden. Wichtig ist auch die Arbeit mit schwierigen Kindern. Und sie sorgen dafür, dass auch Eltern auf dem Platz willkommen sind.

Elternarbeit

Die Elternarbeit ist ein grosses Anliegen, denn der Spielplatz soll nicht zu einem Kinderhütedienst werden. Vielmehr sollen sich die Eltern durch ihre Mithilfe mit der Spielplatzsituation auseinandersetzen. Den Eltern soll die Verantwortung für ihre Kinder nicht abgenommen werden, sondern sie sollen unterstützt werden, selber mehr für eine kinderfreundliche Umgebung zu tun.

Der Steckbrief mit allem Wichtigen:

Öffnungszeiten:
Sommerbetrieb von April - Oktober, betreut von Dienstag - Samstag, 14.00 -18.00 Uhr.
Winterbetrieb von November - März, betreut Dienstag - Freitag, 14.00 17.00 Uhr.

Entstehung und Entwicklung

im Jahr 1973 wurde der Spielplatz Längmur von einer Elterngruppe gegründet, 1975 konnte ein Betreuer angestellt werden, und 1980 konnte die geräumige Baracke eingeweiht werden. Damit ist auch bei Regenwetter ein regelmässiger Spielbetrieb möglich. Durch die Isolation der Baracke im Herbst 1981 wurde erstmals ein Winterbetrieb ermöglicht.

Rechtliche Form

Der Spielplatz Längmur wird von einem Elternverein (über 100 Mitglieder inkl. Matte-Leist) betrieben. Er wird von der Fürsorgedirektion, der städt. Schuldirektion, Pro Juventute, Stadtgärtnerei, ev. ref. Gesamtkirche und der Kirchgemeinde Nydegg unterstützt.

Konzept

Auf dem Bau- und Aktivspielplatz haben die Kinder die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Dazu befinden sich vielfältig verwendbare Materialien wie Holz, Fässer, Seile, Papier, Farben, Sand, Wasser usw. auf dem Platz. Dabei entwickelt sich die Fantasie und die Kinder lernen im gemeinsamen Spiel ihre eigenen Grenzen kennen und miteinander umzugehen.

Aktivitäten

Spielnachmittage: Trottoir Parcours, Hüttenbau, Seifenblasenfest, Gespenstertreffen usw. Kinderfeste und Familientreffen: Chilbi, Laternenumzug, Spielfest, Familienzmorge, Fasnacht usw. Sommerspielwochen: Robinsoninsel, Theaterwoche, Schatzsuche, Zirkus, Indianer usw.
im Winter: Guetzlibache, Maskenbasteln, Spaghetti - Essen, Tauschmärit etc.

Sind Sie, liebe Mattezytig Leser gluschtig geworden? Schauen Sie doch an einem der nächsten Nachmittage auf dem Längmurspielplatz herein. Die Betreuer, Yvonne Bart und Thomas Kramer freuen sich auf Ihren Besuch. Liebe Eltern und Grosseltern in der Matte hat nicht Ihr Bub, Ihr Meitschi schon lange gestürmt, "wenn darf i uf e Längmur, chunsch einisch mit?"

Bald ist Frühling, erfüllen Sie ihm doch diesen Wunsch! ,

Kaspar Woker

 

VERANSTALTUNGSKALENDER

Samstag, 14. März 87, 10.30 h
Führung durch die Abgusssammlung, Burgtreppe 10

Nach dem Apollo nun die Aphrodite! weitere Führungen jeweils am Samstag, 25.April / 16. Mai / 13. Juni um 10.30 Uhr

Donnerstag, 19. März 87 14.30
Altersnachmittag in der Gemeindestube Berchtoldhaus "Geschichte und Gegenwart der Mennoniten im Jura "Gesprächsnachmittag mit, Pfr. Jürg Zürcher

Mittwoch, 25. März 87 20.00h
Hauptversammlung des Matte - Leist in der Tanzdiele. Anschliessend Bilder und Vortrag von Hans Marbot "Wasserwerkgasse 25 Geschichte eines Hauses"

Mittwoch, 1. April 87 12.00 h
Gemeinsamer Mittagstisch in der Gemeindestube des Berchtoldhauses.

Nächste Daten: 6. Mai, 3. Juni, An- und Abmeldung Tel.42'31'71 Frau Wehren

Samstag, 16. Mai 87 10.30 h
Die Venus von Milo in der Matte zu besichtigen!! Abgusssammlung Burgtreppe 10

Donnerstag, 21. Mai 87 14.30 h
Altersnachmittag im Grossen Saal des Berchtoldhauses "Eine unglaubliche Geschichte" Theater mit Erwachsenen und Kindern

Donnerstag, 18. Juni 1987
Altersnachmittag: Ausflug in den Jura!

Der Veranstaltungskalender auf der letzten Seite informiert über alle in der Matte stattfindenden oder von Mattevereinen organisierten Anlässe. Auch Ihre Angaben sind wichtig!

Für die nächste Matte-Zytig nehme ich bis am 30. Mai gerne entgegen:

- Angaben zu Anlässen, die Sie veranstalten
- Beiträge, Kommentar, Kritiken betreffend unseren Textteil

Ausserdem könne Sie bei uns günstig inserieren:

Inserat 1/8 Seite 63 mm x 40 mm Fr. 10.-
1/4 Seite 63 mm x 80 mm Fr. 20.-
1/2 Seite 130 mm x 80 mm Fr. 40.-
1/8 Seite 63 mm x 40 mm Fr. 10.-

Wir suchen Lieder, Verse, Anekdoten, Witze aus der Matte. Wenn Ihnen dazu etwas einfällt, schreiben Sie, oder rufen Sie an!

Y. Hausammann
Gerberngasse 23
Postfach 96
3000 Bern 13
Tel 22 85 95 Büro oder 52 71 83 Privat

 

Druck: Peter Gaffuri, Repro Atelier Zytglogge, Bern
Nr. 11 / März 1987

 

Matte-Zytig November 1986

Titellogo Mattezytig

 

Nr. 10 / November 1986

 


INFORMATIONSABEND DES MATTE-
LEIST VOM 21. OKTOBER 1986

Das wichtigste in Kürze für die Mattezytig und gleichzeitig das Protokoll für die Akten.

Rund vierzig Personen haben sich im Restaurant Mühlerad eingefunden, um über die wichtigsten Probleme unseres Quartiers zu diskutieren. Der Vorstand des ML - anwesend sind W. Bregenzer, T. Siffert, B. Wullschleger, H. Marbot, K. Woker und als Gesprächsleiter Hannes Schläfli - wertet diese Präsenz sehr erfreulich. Unser Quartier lebt - eine Begegnung ist möglich.

Hannes Schläfli führt uns mit einem Strauss von Schlagwörtern in diesem Abend ein, denn "es isch Zyt gsi" wieder einmal den Kontakt zwischen Vorstand und Mitgliedern zu; suchen. Nur wenn die Meinung der Mattebewohner bekannt ist, kann der Leistvorstand die Anliegen vor der Stadt, vor Nachbarleisten und andern Gremien auch vertreten. Der Präsident, Walter Bregenzer streift zuerst kurz die aufgeführten Themen:

Plattform

Auf einen Vorstoss der vereinigten Altstadtleiste beabsichtigt die Stadt eine Wiedereröffnung im Frühjahr 87. Ob sich dies auf die Drogenszene auswirken wird, ist ungewiss. 

Turnhalle

Eine zweite Halle wird in den Hang hineingebaut und die bestehende - älteste Turnhalle der Stadt - renoviert. Die Volksabstimmung hat dazu ja kürzlich grünes Licht gegeben. 

Tanzdiele Matte

Jedes Wochenende kommen rund 1000 Jugendliche "i d'Dili". Lärmbelästigung durch die Töfflis und gewisse Sachschäden sind sattsam bekannt. Die Leitung der TDM gibt sich aber sehr Mühe, für Ordnung zu sorgen. Auf der andern Seite wird das Quartier z. B. das Gesundheitszentrum - und nicht der Leistvorstand (!) - jedes Jahr von der TDM grosszügig beschenkt. Eine gewisse Toleranz ist deshalb sicherlich am Platz. 

Ammnesty-International Fest vom 16.8.86

Vorerst sei festgehalten, dass das Fest, und mithin die Absperrung des Quartiers, von der Stadt bewilligt worden ist, ohne dass der Leist etwas dazu zu sagen hatte. Der Vorstand ist aber von den Festorganisatoren über den Ablauf orientiert worden. Die Absperrung des ganzen Quartiers, und zwar bereits vom Morgen an, hat zu einem gewissen Missbehagen geführt. Die Kompensation mit Gratiszmorge hat nicht ganz funktioniert, da z. B. die Wasserwerkgasse vergessen wurde .Im Grossen und Ganzen aber ein gelungenes Fest, das ohne irgendwelche Exzesse über die verschiedenen Bühnen in der Matte gegangen ist. Der Leist möchte nun gerne den Puls für ein späteres Mattefest fühlen

Aaresteg

Die in den Jahren 81 - 83 intensiv diskutierte Idee ist unter dem früheren Gemeinderat eingeschlafen (worden). Durch eine Initiative aus dem Quartier konnte Herr Gemeinderat M.R. Peter als Baudirektor für diese Idee begeistert werden. Bis in einem Jahr sollte ein Projekt für einen Steg von der Plattform über dem neuen EW in die Englische Anlage stehen. Dann wird das Parlament das Sagen haben.

Verkehr/Mattesperre

Was lange währt, wird endlich... Doch vorläufig währt dieses Problem noch. Bis vor den Bundesrat. Ein Entscheid ist frühstens 1987 zu erwarten. Der Präsident wirft eine Idee in die Runde: Schon zweimal hat eine sympathische Aktion dem Regierungstatthalter und dem Regierungsrat Beine in Sachen Mattesperre gemacht. Wie wäre es mit einer Samichlausaktion für Frau Bundesrat Kopp, nachdem das Dossier in den Schubladen ihrer Beamten dahindöst? Mit diesem Vorstoss leitet Hannes Schläfli über zur Diskussion. Die nun folgenden Themen liegen den teilnehmenden Mättelern am meisten am Herzen:

AI-Fest und ein Mattefest im Allgemeinen

Mit einem solchen Anlass lebt die Matte wieder einmal. Alle fünf Jahre ist so etwas zumutbar ...doch muss unser Quartier einfach als Kulisse für ein Fest herhalten, welches Besucher aus der ganzen Stadt anzieht? Wenn die Matte schon abgeriegelt wird, dann muss der Durchgang für die Bewohner sichergestellt sein, und zwar für die ganze Matte, von der Badgasse bis zur Mattenenge . Für ein zukünftiges Mattefest können sich die meisten Anwesenden erwärmen, aber ohne politischen Hintergrund. Nicht vergessen: es braucht genügend freiwillige Helfer!! 

Mattelift

Der Vorstoss des Vorstandes, das Senkeltram auch in den Umweltpass der SVB einzubeziehen wird begrüsst. Warum soll dieses Privileg nur den Bezügern des Altersabonnements offen stehen? Noch ist aber keine Lösung in Sicht. Wichtig: Der Lift sollte unbedingt bis Mitternacht verkehren. Frickweg, Fricktreppe , Mattentreppe und Bowäger werden abends von alleine heimkehrenden Frauen nicht gerne benützt. Die Verkehrskommission wird sich dieses Problems annehmen.

Aaresteg

Der Matte einen Zugang ins Grüne zu schaffen, findet Anklang. Aufgepasst! Der Steg soll ja nicht töfflifähig sein und es ist zu bedenken, dass die Strecke Schulhaus - Mühle EW - Aaresteg zwar kurz, aber gänzlich unbewohnt ist (Kriminalität?). Würde als Ersatz eine Fähre eingerichtet, so wäre zwar eine Fährfrau mit Führerschein und ein Wirt für's Fährbeizli bereits gefunden doch das Defizit möchte wohl niemand aus der Matte tragen.

Flohmärit

Was hält eigentlich die Bevölkerung von diesem Flohmärit? Der Markt an und für sich stört nicht. Nur, warum lassen die Marktfahrer ihren Ghüder einfach zurück? Zu den nicht brauchbaren Parkfeldern auf dem Mühlenplatz äussert sich niemand, was einmal mehr beweist, dass fast nur Pendler unsern Quartierplatz für ihre Blechkarossen benützen.
Die Marktfahrer müssen sich besser organisieren, um erstens die Werbung auch so aufzubauen, dass "man" weiss, dass es den Flohmärit in der Matte gibt, und zweitens auch ein Aufräumservice organisiert werden kann .Der Präsident ruft in Erinnerung, dass der Leistvorstand einen erheblichen Betrag für Werbung und PR für diesen Anlass zugesprochen erhalten hat, nur hat sich unter den Marktfahrern noch niemand als zuständig für Organisation und Werbung erklärt.
Wäre der Flohmärit auf dem Münsterplatz wie am 16.8. kämen wohl mehr Touristen und Passanten. Vielen ist es zu weit in die Matte. Demnächst wird die Markt- und Gewerbepolizei definitiv zu entscheiden haben, ob der Flohmärit auch 1987 in der Matte bleibt oder nicht. Dem Vernehmen nach sähe diese Instanz den Flohmärit lieber vor dem Münster. Das wäre schade. Der Vorstand stellt fest, dass sich der Leist "wohlwollend" für ein Verbleiben des Flohmärits in der Matte ausspricht. Er ist eine Bereicherung für unser Quartier. Diese offizielle Stellungnahme werden wir weiterleiten. 

Spysi

Wer kennt sie noch nicht? Die Speiseanstalt der untern Stadt am "Spysigässli". Von November bis März ist sie jeden Mittag von 11.30-13.30 in Betrieb. Alle Mätteler sind aufgerufen, sie mindestens einmal pro Winter zu benützen

Grenzen des Matteleistes

Bevor ein veritabler Grenzkrieg ausbrechen konnte, ist im Rahmen der Vereinigten Quartier und Gassenleiste der Stadt Bern, ein Grenzbereinigungsverfahren durchgeführt worden. Man könnte ja meinen, was wir für politische Probleme hätten! Mit dem Leist der unteren Stadt konnte in freundnachbarlichem Verhältnis eine Einigung für den Nydeggstalden und den Läuferplatz gefunden werden. Obschon diese beiden Gebiete nun definitiv nicht zu uns gehören, steht deren Anwohner frei, auch im Matteleist mitzumachen. Probleme im Grenzbereich werden von beiden Leisten gemeinsam angepackt - und wie das Läuferplatzfest gezeigt hat, auch mit Erfolg gemeistert.
Hier die Grenzen unseres Hoheitsgebietes:
Untertorbrücke - Klösterlistutz - Aare – Kirchfeldbrücke - Gärten unterhalb Herren/Junkerngasse sowie unterhalb Plattform - Nydeggbrücke Nydeggkirche und -höfli, welche zu uns gehören, nicht aber der -stalden.

Samichlausaktion bei Frau Kopp

Die verschiedensten Ideen werden gewälzt, wie wir Frau Kopp auf charmante, aber bestimmte Art auf das Quartieranliegen die Mattesperre aufmerksam machen können. Ein Komitee unter der Leitung von Herrn Dr. Weibel macht sich an die Arbeit. Wichtig ist aber, dass im Namen aller Mattebewohner gesprochen werden kann. Das Anliegen muss von möglichst vielen von uns, geschlossen, vertreten werden. Der Entscheid Mattesperre muss hochgespielt werden, so dass ein politischer Entscheid gefällt wird.

Sobald Ort und Zeit bekannt sind, wird das ganze Quartier darauf aufmerksam gemacht . Presse, Lokalradio, usw. werden ebenfalls eingeschaltet - die Matte wird sich medienwirksam verkaufen. Hoffen wir, dass dann schleunigst ein Entscheid zugunsten der Sperre gefällt wird

Mit dieser Hoffnung schliesst Hannes Schläfli den gelungenen und angeregten Diskussionsabend kurz nach 22 Uhr. Und wissen Sie als Leser der Matte-Zytig, was uns besonders gefreut hat: spontan haben verschiedene Anwesende, welche noch nicht Mitglied des Leist gewesen sind, Ihren Beitritt gegeben. Wann treten Sie bei? Für Neumitglieder ist der Rest des Jahres 1986 im übrigen gratis!

 

Kaspar Woker


Läuferplatz-Fescht

23. August 86

Flyer Laeuferfescht

Initiantin und Organisatorin Theres Langenegger, Matte
Foto Bernhard Künzler, Rüfenacht

Mit einem Hochseilläufer und anderen Attraktionen wurde der Läuferplatz "In Betrieb" genommen. .Am Samstag um 20 Uhr konnte Präsentator Peter Läuffer am Läuferplatzfest eine besondere Attraktion ankündigen: Der Hochseilläufer Mädy Eugster überquerte den Platz in luftiger Höhe. Doch auch auf dem neuen Pflaster, das mit dem Fest eingeweiht wurde, war allerhand los : Besonderen Zuspruch erfreute sich - neben Musikgruppen, einer Vernissage und Spielen auf dem Spielplatz "Längmur" die Festwirtschaft, wo sich die Bevölkerung aus dem Quartier traf.

 

(bkw)

ERFOLGREICHES JUBILAEUMSJAHR
DER TANZDIELE MATTE

Die Tanzdiele Matte ist auch im Jubiläumsjahr auf Erfolgskurs. Bereits bis Mitte Jahr haben über 25000 Jugendliche die Diele besucht. Trotzdem der Eintrittspreis - wie vor 20 Jahren - auf 2 Franken reduziert wurde, kann der Kassier einen Halbjahresgewinn von einigen tausend Franken ausweisen.

Dank der günstigen Ergebnis se beschliesst der Vorstand an seiner letzten Sitzung, einige Projekte in der Matte finanziell zu unterstützen. So werden 2500 Fr. für den Chinder-Zirkus "Wunderplunder". 1300 Fr . für eine Balkenschaukel auf dem Quartier- und Pausenplatz der Prim. Matte, 2000 Fr. für einen Brunnen auf dem Kinderspielplatz Längmur, 1000 Fr . für den Altersausflug der Mattebevölkerung und 500 Fr für die Frauenriege SATUS Bern-Matte bereitgestellt. Im weiteren wird den treuen Mitarbeitern der Tanzdiele ein Flug von Genf nach Kloten offeriert. Am 15. August wird der Discobetrieb einmal auf einem Thunerseeschiff durchgeführt.

Anlässlich dieser Veranstaltung gelangt eine Schallplatte über die Tanzdiele - von der Gruppe "Span" im Berner Mundartrock komponiert und gespielt - erstmals in den Verkauf. Schliesslich findet am Freitag, 19. Sept. eine Veranstaltung für ehemalige Tanzdielebesucher- und Mitarbeiter statt. Für einmal ist der Zutritt nur für alle noch jung gebliebene über 25-jährige reserviert. Zwei Musikgruppen und ein Disc-Jockey von anno dazumal, lassen Melodien aus den sechziger und frühen siebziger Jahren er klingen. Wer erinnert sich noch an die Namen "sharks" , "Black lions", "morlocks", "cabanes", "pop corn", "Disc Fete", usw.? Ehemalige Musiker aus diesen Bands geben am 19. Sept. noch einmal ein Gastspiel in der Tanzdiele Matte. Der grosse Besucherandrang bestätigt der Tanzdiele-Leitung einmal mehr das Bedürfnis und die Aktualität ihrer Anlässe.

Tanzdiele Matte, Information

Für zusätzliche Auskünfte
R. Wieser, Mülinenstrasse 30
3006 Bern, Tel. G: 67'50'22
P: 43'40'68

VERANSTALTUNGSKALENDER

Freitag, 21. Nov. 86, 19-21h
Werkgalerie am Läuferplatz , Vernissage
"KERAMIK AM FESCHT " Gefässe, Vasen, Schalen von Markus C. Curau, mit festlichen Gestaltungsideen von Frank Kammermann.

Mittwoch, 3. Dez. 86,-12.00 h
Gemeinsamer Mittagstisch in der Gemeindestube des Berchtoldhauses.

Nächste Daten: 7. Jan+ 4. Feb. 87 Neuanmeldungen und Abmeldungen bei Frau Wehren Tel. 42 31 71

Donnerstag, 4. Dez. 86, 14.30
Diskussionsnachmittag über kulturelle, religiöse + politische Themen, für alle, in der Gemeindestube des Berchtoldhauses.

Nächste Daten: 8. Jan.+ 5. Feb. 87

Samstag, 6. Dez. 86
Zieht ab 17. 30 h der Samichlaus dür d'Matte. Am 18.00 h chert är im Fährhüsi ar Gärberegass 3 i u fröit sech alli chline Mattechind z'beschänke.

Samstag, 13. Dez. 86, 10.30 h
Das Archäologische Seminar der Universität Bern lädt ein, zur öffentlichen Führung in der Abguss-Sammlung, Burgtreppe 10. Antike Götter in der griechischen Zeit.

1. Teil: Apollon in rundplastischen Werken des 5. + 4.Jhs.v.Chr

Sonntag, 14. Dez. 86, 17.00 h
im Berchtoldhaus

Adventsfeier der Nydeggkirchgemeinde, gemeinsam mit Matte-Frauen und Leist. Ein schönes Adventsprogramm für Familien , ältere und jüngere Menschen.

Mittwoch, 24. Dez. 86
Der Leistvorstand wünscht allen von Herzen friedliche und erbauliche Festtage und am Donnerstag,1. Jan.87, 00.01 h äs Guets Nöis!!!

 

Männerchor Sängerbund
Matte-Bern

Logo Mattechor

Werner Pauli, Präsident,
Tel. 46 14 22

Wahlspruch der Matte-Sänger

Melodie: Robert Wiedmer
Text: Robert Engel

wenn Matte-Sänger zäme stah
für dir es Liedli z'singe,
de bisch du ihrem Härz so nah,
dass dys wird bald mitschwinge.
Singsch du im Bass, singsch im Tenor,
Stand eifach y, sing im Chor.
Wär Freud wott ha zu jeder Stund,
sing fröhlich mit, im Sängerbund!

 

Druck: Peter Gaffuri, Repro Atelier Zytglogge, Bern
Nr. 10 / November 1986