Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig Oktober 1985

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 7 / Oktober 1985


VERGNUEGLICHE SPRACHFORSCHUNG

Hin und wieder gefragt, was das Wort Matte-Leist eigentlich bedeute, haben wir jeweils geantwortet, etwas mit LEISTEN oder LEISTUNG müsse das Wort zu tun haben. Hier waren wir bereits am Ende unseres Lateins.
Kürzlich wollten wir es genau wissen und baten unseren Vorstandskollegen Hannes Schläfli sich in den Lexika der Uni-Bibliothek umzusehen, ob da etwas zu finden wäre. Und er wurde fündig. Er fand :so vieles, dass er, von den Funden verwirrt, fand, er hätte es vielleicht doch lieber bleiben lassen ...

Doch lesen Sie selbst.

Unter dem Stichwort LEIST steht im Duden: Rückbildung aus LEISTEN (Verbum) in der Wendung "Gesellschaft leisten", mit der in der Schweiz besonderen Bedeutung von a ) von Zeit zu Zeit sich versammelnde Gesellschaft, und b ) Gesellschaftslokal. LEIST bedeutet also sowohl ein Lokal, wie die sich darin versammelnde Gesellschaft.

LEISCHT mit sch bedeutet im Bernbiet eine Vereinigung zur Wahrung örtlicher Interessen ausserhalb der politischen Parteien. Damit wissen wir aus unwiderlegbarer Quelle, dass unsere Statuten recht haben. Aber was ist mit dem Leisten resp. den Leistungen?

Im "Schweizerischen Idiotikon" (Wörterbuch der Schweiz. Mundart) findet sich folgender Satz: Aus dem gewohnten Anblick von in den Herbergen sich Gesellschaft leistenden Vereinigungen ging in Bern der Ausdruck LEIST für jede regelmässig beim Trunk sich versammelnde Gesellschaft hervor.

Im "Wörterbuch der Gebrüder Grimm", Leibzig 1885, steht folgendes: im Bernbiet eine geschlossene Gesellschaft jedenfalls knüpft dieses LEIST an das Verbum LEISTEN und LIEGEN IM WIRTSHAUSE an .

Das sind ja schöne Leistungen, im Wirtshaus liegen!

Das Grimm'sche Wörterbuch erklärt dieses LEISTEN wie folgt : in der älteren Rechtssprache vom Recht des Einlagers (ius obstagii), des Rechtsbrauchs, dass ein Schuldner oder Bürge auf die Mahnung des Gläubigers sich von Hause verfügte und mit Knecht und Ross in einer Herberge auf eigene Kosten bis zur Bezahlung der Schuld lebte . Fluchtgefahr wurde wohl nicht angenommen. Immerhin findet sich im "Idiotikon" ein Auszug aus einer mittelalterlichen Verordnung über das im LEISTE LIEGEN: ... wurde vergeblich gemahnt, so mag der Bürge in das nächstliegende Wirtshaus in die Leistung geboten werden und, je nach dem ob viel oder wenig, verharren. Solche Zeit über aber den einten Schue ausgezogen haben und solchen dem Würt in Verwahrung gegeben. Das IN DER WIRTSCHAFT LIEGEN konnte teuer zu stehen kommen

Es soll mehr als nicht vorgekommen sein, dass der Schuldner weder Schulden noch Kosen bezahlen konnte. So wurde das LEISTEN nach dem 16. Jhdt, wegen der damit verbundenen Missbräuche abgeschafft. . Wir vom LEIST sind froh, dass wir uns nach den Vorstandssitzungen in der Wirtschaft freiwillig Gesellschaft LEISTEN und dass der Wirt sicher sein darf, dass wir uns auch LEISTEN können, was wir uns LEISTEN, ohne dass wir nachher LEISTEN müssen!
HS/YH


VEREINSLOKAL IN DER MATTE

Vor einigen Jahren versuchte eine kleine, initiative Gruppe namens "Matte-Träff", die Idee eines quartiereigenen Treffpunktes und Vereinslokals zu realisieren. Für ihre Zwecke tauglich erachtete sie u.a. das alte Turbinenhaus an der Wasserwerkgasse.

Einige Zeit ist auch seit der "Motion Ludi" verstrichen. Der geneigte Leser erinnert sich: der 'damalige Stadtrat Dr. Niklaus Ludi lud den Gemeinderat ein, die Turbinenhalle dem Mattequartier für quartiereigene Zwecke einzurichten.

Bisherige Untersuchungen haben nun gezeigt, dass diese alte Halle aus verschiedensten Gründen wenig geeignet ist (aufwendige Isolation, Lagerbedürfnisse EWB, etc.). Eine durchaus realisierbare Möglichkeit besteht aber in einem andern EW-eigenen Gebäude an der Wasserwerkgasse.

Eine Aussprache am 12.9.85 , unter allen Matte-Vereinen hat gezeigt, dass das Interesse an einem solchen Projekt nach wie vor da ist. Allerdings müsste für das Betriebskonzept eine Lösung gefunden werden, bei der alle interessierten Kreise die Möglichkeit hätten, das Lokal mit geringen Kosten zu benützen.

Diese Stellungnahme ist der Stadt mitgeteilt worden und wir warten nun gespannt auf die Antwort des Gemeinderates, - der die Motion Ludi bis Ende Jahr beantworten sollte... wb

Zvieri Namittag i dr Tanz - Dieli-Matte

Alle Mätteler zwischen 50 und 100 Jahren und Ihre Angehörigen und Freunde laden wir herzlich zu einem gemütlichen Nachmittagshöck mit Orientierung über die Tanzdiele Matte, Dia-Tonbildschau. Diskussion, Zvieri, Musik und Tanz ein auf

Sonntag,27. Oktober 1985
1500 - ca. 1800 Uhr
in der Tanzdiele Matte
Wasserwerkgasse 17, 3011 Bern (Tel. 22 66 22)
Eintritt und Zvieri gratis

Auskunft bei:

  • Schwester Greti Bangerter. Gesundheitszentrum Matte
    Tel. Ge 22 46 34 / Pr 44 35 52
  • Frau Greti Hirsbrunner, Schifflaube 22. Tel. 22 41 94
  • Frau Therese Siffert-Schärz, Vorstand Matteleist,
    Schreinerei Schifflaube 12. Tel. 22 94 39
  • < Herr Max Schläfli. Gerberngasse 14. Tel. 22 33 77
  • Herr Gerhard Wyss Verein Tanzdiele Matte. Tel. pr 86 35 61

PRESSEMITTEILUNG DES VEREINS
TANZ- UND FREIZEITDIELE MATTE

Bereits über 26'000 Besucher

im ersten Halbjahr 1985 erhöhte sich die Besucherzahl der Tanzdiele Matte um über 2'000 gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr. Die Halbjahresrechnung weist - trotz dem bescheidenen Eintrittspreis von 3 Franken - einen Gewinn von über 27'000 Franken auf. Die Gelder werden für betriebseigene Einrichtungen und für Anlässe zugunsten der Mattebevölkerung verwendet.

Im Herbst werden der Vorstand und die Betriebsleitung, in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Gesundheitszentrums Berchtoldhaus die älteren Bewohner des Mattequartiers zu einem Informations- und Unterhaltungsanlass einladen. Einige zehntausend Franken will der Vorstand für verschiedene Aktivitäten im Jubiläumsjahr 1986 "20 Jahre Tanzdiele Matte" bereitstellen.

Schliesslich hat der Vorstand beschlossen, während des ganzen Jahres die Tanzanlässe am Freitag- und Samstagabend durchzuführen. Am Sonntagnachmittag wird inskünftig kein Discobetrieb mehr stattfinden.

ZUBRINGERDIENST GESTATTET

"Also, mir chöi de scho no bis zur Poscht..., aber i sött de chönne parkiere..., cha me de no zur Beiz zueche?"
SO und ähnlich tönen die Diskussionen über das oben erwähnte Signal, das einmal (hoffentlich bald) den Verkehr durch unser Mattequartier drastisch einschränken soll.

Dazu haben wir ein Urteil des Kassationshofes (Bundesgericht) über einen Streitfall, der den Art. 15 Abs. 3 SSV betrifft.
"In einer bloss dem Zubringerdienst geöffneten Strasse ist das Parkieren nur Fahrzeugführern erlaubt, die als Zubringer die Strasse befahren dürfen."

Darin wird ausgeführt:

"... Der Ausdruck Zubringerdienst umfasst demnach nur Fahrten, die dazu bestimmt sind, auf der gesperrten Strecke Waren abzuliefern oder abzuholen oder Personen zu befördern, die dort wohnen oder Anwohner besuchen oder auf einem anliegenden Grundstück zu tun haben. Es genügt also nicht, dass die Fahrt innerhalb der mit einem Fahrverbot belegten Strasse beendet und diese nicht für den Durchgangsverkehr benützt wird

" ... wer ausschliesslich zum Zwecke des Parkierens in eine nur dem Zubringerdienst geöffnete Strasse einfährt, ist nicht Zubringer."

"... Soweit das Parkieren erlaubt ist, steht es aber nur solchen Verkehrsteilnehmern zu, welche die Strasse überhaupt befahren dürfen." yh

Der Matte-Leist sucht dringend Einstellmöglichkeit für sein Festmobiliar (Tische und Stühle

ca. 6 m2 für mind. 2 Jahre

(Keller, Erdgeschoss, oder sonst gut erreichbar)

Wer uns helfen kann, telefoniere doch bitte abends 22 38 50 (Y. Hausammann )

PERSOENLICHES AUS DEM VORSTAND

Am 9. August 1985 hat sich unsere neue Vorstandskollegin Therese Schärz mit Herrn Claude Siffert verheiratet. Wir gratulieren herzlichst!

Und grad nochmals dürfen wir Glück wünschen: Familie Bernhard Wullschleger hat am 4. September 1985 Zuwachs bekommen, ein Mädchen namens Meret . 

VERANSTALTUNGSKALENDER

Freitag, 18. Oktober 1985
Restaurant Bahnhof Weissenbühl, Chutzenstr. 30

Lotto der Schützengesellschaft Matte. Alle Mätteler sind herzlich eingeladen!

Samstag, 19. Oktober 1985
Mühlenplatz, 07.00 bis 15.00

Letzter Flohmarkt dieses Jahres! Sueche, luege, märte, choufe

Donnerstag, 24. Oktober 1985
im Berchtoldhaus, 14.30

Gesundheit im Alter: Ein Nachmittag mit der Gemeindeschwester Greti Bangeter

Sonntag, 27. Oktober 1985
in der Tanzdiele Matte Zvieri-Nachmittag (siehe auch Einladung auf Seite 3 dieser Ausgabe)

Samstag, 2. November 1985
Kornhauskeller Bern

90 Jahrfeier des Sängerbundes Männerchor Matte. Feiert mit!

Samstag, 2. November 1985
auf der Allmend, Nachmittag

Drachenflugtag organisiert vom Spielplatz Längmur

Donnerstag, 21. November 1985
 im Berchtoldhaus: 14.30

Fit mit 95: Film von H. Blatti

Samstag, 30. November 1985
Restaurant zu Webern Bern

Familienabend der Schützengesellschaft Matte. Alle Mätteler sind herzlich eingeladen!

Freitag, 6. Dezember 1985
im Fährhüsli, Gerberngasse 3

Samichlous der Matte-Frauen

Donnerstag, 12. Dezember 1985
im Berchtoldhaus, 14.30

Altersnachmittag/Adventsfeier

Sonntag, 22. Dezember 1985
im Berchtoldhaus, 17.00

Adventsfeier der Nydeggkirchgemeinde gemeinsam mit Matte-Schule, Matte-Frauen und Matte-Leist

Einen weiterhin schönen und sonnigen Herbst wünscht Ihnen
Ihr Matte-Leist

Druck: Peter Gaffuri, Repro Atelier Zytglogge, Bern
Nr. 7 / Okt 1985

 

Matte-Zytig Juli 1985

Titellogo Matte-Zytig

Nr. 6 / Juli 1985


DIE LEIST - HAUPTVERSAMMLUNG

Am Freitag, 8. März 1985, 20.00 Uhr, fand in den Räumen der Tanzdiele Matte unsere 105. Vereinsversammlung statt.

Über die Tätigkeiten des Leistvorstandes war die Mattebevölkerung so gut wie nie zuvor informiert, erschienen doch im letzten Geschäftsjahr 3 Ausgaben der Matte-Zytig, ausserdem fanden 2 Infoabende (Verkehrsprobleme, Tanzdiele) statt.

Einige der hängigen Probleme der Matte konnten noch nicht zu einer Lösung geführt werden. So ist leider der Durchgangsverkehr durchs Quartier immer noch nicht gesperrt. Das Beschwerdeverfahren ist unerledigt und der Entscheid liegt nun beim Regierungsrat. In Sachen "Bevorzugung der Anwohner gegenüber den Pendlern", was das Parkieren betrifft, bestehen immer noch grosse Rechtsunsicherheiten, trotz neuen Möglichkeiten des Strassenverkehrsgesetzes. So bleibt halt alles vorläufig beim alten...

Das Projekt einer Quartiereinstellhalle unter dem Turnplatz wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Unsere Verkehrskommission sucht aber bereits nach neuen Lösungen.

Der monatliche Flohmarkt wird definitiv ins Marktregister aufgenommen.

Nach den Berichten der Delegierten, dem Kassa- und Revisionsbericht schreitet man zu den Wahlen.

Die zurücktretende Präsidentin Yvonne Hausammann dankt den scheidenden Vorstandsmitgliedern, dem übrigen Vorstand und den Leistmitgliedern für ihr Vertrauen und ihre Mithilfe im Leist. Sie wird mit Applaus auf Antrag von Herrn Dietrich zur Ehrenpräsidentin ernannt und bleibt weiterhin im Vorstand. Der zurücktretende Hans Hirsbrunner wird nach mehr als 25jähriger Vorstandstätigkeit zum Ehrenmitglied ernannt. Der Vorstand bedauert den Wegzug von Lisa Humbert aus der Matte. (Es war Frau Humbert nicht möglich, hier eine kindergerechte Wohnung zu finden.)

Neu in den Vorstand gewählt werden Therese Schärz, Kaspar Woker und Bernhard Wullschleger. (Diese drei neuen Vorstandsmitglieder sollen in der nächsten Matte-Zytig vorgestellt werden.) Als neuer Präsident wird Walter Bregenzer mit Akklamation gewählt. Seine Hauptanliegen, Förderung der Kinderfreundlichkeit und Wohnlichkeit des Ouartiers und Förderung des gegenseitigen Kontaktes stossen auf grosse Zustimmung bei den Teilnehmern der Hauptversammlung. Er wünscht sich mehr aktive Mätteler. Nach grosszügig von der Tanzdiele gestifteten Speis und Trank, nach Plaudern und Lachen (getanzt hat diesmal niemand), machen sich die Leistmitglieder gegen Mitternacht auf den Heimweg.

FUSSGAENGERSTREIFEN

Auf private Initiative einiger Mattebewohner und mit kräftiger Unterstützung des Leist-Vorstandes sind unsere Stadtbehörden bereit, den gefährlichen, langen Fussgängerstreifen beim Mattelädeli nach Westen zu verschieben. Gleichzeitig soll das Brunnenplätzli nun endlich neu gestaltet und ein Teil des Mattebachs wieder geöffnet werden. Zu hoffen ist, dass Strasseninspektorat und Tiefbauamt mit den Arbeiten so rasch als möglich anfangen...yh

WAS WIR TUN WOLLEN

Neben den traditionellen Chargen haben die Mitglieder des Leist-Vorstandes die Verantwortung für die folgenden Aufgaben übernommen .

Die Liste soll Sie anregen, liebe Leserinnen und Leser, mit Ideen, Fragen und Problemen gleich selbst das entsprechende Vorstandsmitglied zu kontaktieren.

Präsident: Walter Bregenzer

  • Behördenkontakte
  • Kulturelles
  • Verkehrsfragen

Vizepräsident: Rolf Badertscher

  • Mitglieder
  • Aufnahmen
  • Altersausflug
  • Spysi

1. Sekretär: Hannes Schläfli

  • Archiv
  • Informationsabende

2. Sekretär: Kaspar Woker

  • Information, PR
  • Spielplatz Längmur

Kassier: Hans Marbot

  • Kontakte zu Vereinen und andern Leisten

Beisitzer/-innen: Yvonne Hausamman:

  • Mattezytig
  • Flohmärit
  • Bauliches im Quartier

Peter Jüni

  • Materialverwaltung

Therese Schärz

  • Tanzdiele Matte
  • Jugendfragen

Bernhard Wullschleger

  • Kulturelles im Quartier
  • VQGL

Ferner sind Delegierte:

Hans Hirsbrunner

  • Bern in Blumen

Max Schläfli

  • Gesundheitszentrum (Präsident)

Werner Bühlmann

  • Hilfsverein der Matteschule 

HILFSVEREIN DER MATTESCHULE

Diente der Hilfsverein der Matteschule früher der Unterstützung bedürftiger Kinder durch Abgabe von Speisung und Kleidung, so verschob sich die Unterstützung in den letzten Jahren zugunsten von Anschaffungen moderner Unterrichtshilfen (Filmprojektor, TV-Gerät, Bibliotheksmobiliar, Video-Gerät). Dank dem Hilfsverein kann sich die Matteschule als kleine Schule punkto Ausrüstung mit modernen Unterrichtshilfen sehen lassen. Mitglieder des Vereins sind Freunde und Gönner, die mit einem Jahresbeitrag von Fr. 10.- oder mehr die Matteschule finanziell und moralisch unterstützen. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Mit untenstehendem Talon können Sie sich heute noch anmelden.

Herzlichen Dank Ihre Matteschule .

Interview der Matte-Zytig(MZ)
mit dem neuen Leistpräsidenten Walter Bregenzer (WB)

MZ Warum nennt man Sie eigentlich 'Wally"?

WB Ganz einfach: Als ich noch sehr klein war, konnte ich meinen Narren "Walterli" noch nicht richtig aussprechen. wenn ich nach meinem Namen gefragt wurde, lallte ich einfach W--li, und das ist der Name geworden, bei dem mich alle Verwandten und Freunde nennen. Mit 2 l und y, weil's ein Bitzeli modern isch (?).

MZ Sie sprechen ein akzentfreies Züridütsch. Woher kommen Sie eigentlich?

WB Ich bin ein richtiger Säuliämtler (das ist das Knonauer, zwischen Zürich und Zug gelegen). Ich bin dort aufgewachsen und habe dort ein eigenes Geometerbüro gehabt .

MZ warum sind Sie nach Bern gekommen?

WB 1916 holte man mich nach Bern und jetzt bin ich halt ein Bundesbeamter.

MZ Und warum sind Sie in die Matte gekommen ?

WB Mit der Matte hatten meine Frau und ich vom ersten Tag unserer Berner-Zeit an geflirtet. Dann passierte ein Missverständnis Wir telefonierten wegen einer Wohnung im Dalmazi, irrtümlicherweise war am andern Ende des Drahtes ein Architekt, der eine Wohnung in der Matte zu vergeben hatte ...Wir griffen sofort zu - und haben es nie bereut!

MZ Wie fühlen Sie sich in Bern?

WB Schampar wohl! Im Herzen bin ich wohl schon ein Bitzeli ein Berner geworden. Neben der schönsten Architektur der Welt hat Bern für mich die Bevölkerung mit der grössten. Herzlichkeit und dem gemütlichsten Dialekt.

MZ warum sagten Sie, Sie hätten mit der Matte geflirtet?

WB Ich komme vom Land und fühlte sofort, dass die Matte ein Dorf in der Stadt ist: Die Anwohner kennen sich gegenseitig, das Dorflädeli funktioniert, man sagt noch "Grüezi" (pardon: Grüessech) in der Strasse, und das einige Meter neben dem Zytglogge - dem Herzen der Stadt.

MZ Welche Hobbies haben Sie?

WB Richtige Hobbies keine. Meine Freizeit verwende ich am liebsten für Geselligkeit - wozu ich auch den Leist zähle. Vielleicht auch noch für Wanderungen im schönen Bernerland .

MZ Sie sind eigentlich recht bald Leist-Präsident geworden. Was bedeutet dies für einen Zürihegel?

WB Zuerst einmal bin ich darüber stolz, aber es bedeutet für mich auch Verpflichtung, denn man erwartet ja sicher etwas von mir.

MZ Haben Sie gewisse Ideen, die Sie im Leist realisieren möchten?

WB Ja natürlich! Ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen, dass die Matte ein Wohnquartier werden darf, in dem sich alle Bewohner - vor allem auch Familien mit Kindern wohlfühlen können. Es ergeben sich hiezu viele Möglichkeiten. Hier einige, ohne abschliessend oder wertend zu sein:

  • Aufhebung des Durchgangsverkehrs
  • Mehr Grünflächen ( Bäume I Kinderspielplätze usw.)
  • Zusätzliche Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und mehr Fussgängerfreundlichkeit, z.B. auch ein Fussgängersteg über die Aare nach den Englischen Anlagen.
  • Ein Vereinslokal für den Leist und alle Mattevereine (z.B. im alten Turbinenhaus des EWB).
  • Vermehrt Anlässe, an welchen sich die Mätteler noch näher kennenlernen können.
  • Förderung der Handwerksbetriebe in all den Parterre-Räumlichkeiten vom Läuferplatz bis zum Zähringer.
  • usw. usw..

MZ Übrigens - zum Schluss was ist Ihre Lieblingsspeise?

WB Bärner Röschti mit Züri-Geschnätzletem.

MZ Typisch für Sie. Vielen Dank.

VERANSTALTUNGSKALENDER

Mir sy uf jedefall im Famer... (Die Redaktion) 

KEIN STEIN DES ANSTOSSES

Schüler, Lehrerschaft und Schulkommission der Matteschule danken dem EWB für die kostenlose Versetzung des Findlings aus der Baugrube des neuen Kraftwerks Matte auf den Pausenplatz der Schule.
Als bereits sehr beliebter und vom Pausenplatz nicht mehr wegzudenkender Kletterstein, stösst Ihr steinernes Geschenk bei Schülern, Lehrerschaft, Schulkommission und Quartierbewohnern auf einhellige Zustimmung und Begeisterung.
Herzlichen Dank für Ihre grosszügige Geste.

(Aus dem Dankesbrief des Vorstehers der Matteschule an die Direktion des EWBs )  BV

DIE BOTANISCHE ECKE

Schön sieht es aus das Bärenklaugewächs beim Brunnenplätzli an der Gerberngasse 27. Wie gefährlich diese Pflanze aber ist, wissen die wenigsten Leute, diese dafür aus eigener schmerzhafter Erfahrung. Dazu ein Artikel aus dem Buch "Giftpflanzen, Pflanzengifte" von F.M. Engel (Silva Verlag):

Eine bei uns auf Wiesen und in Wäldern häufig zu findende Apiacee mit kräftigem Wuchs und breiten, ausladenden Blütendolden ist der Wiesen-Bärenklau (Heracleum Spbondylium). Ein Riesengewächs von gelegentlich fast drei Metern Höhe ist Heracleum montegazzianum, das im Kaukasus entdeckt wurde und bei uns seines stattlichen Wuchses wegen als dekorative Zierpflanze in grösseren Gartenlagen geschätzt wird. Es ist vielfach auch schon verwildert anzutreffen und breitet sich  durch ausgestreute Früchte nicht selten stark aus.

Der Bärenklau gehört zu den Pflanzen, die auf Grund des Vorkommens von Furocumarinen phototoxische Wirkungen entfalten und zum Krankheitsbild der "Wiesendermatitis" führen, die sich durch Rötung der Haut, Schwellungen, Blasenbildung und verstärkter Pigmentation auszeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit und in besonderem Mass intensive Belichtung verstärken die Wirkungen. So sind die hohen phototoxischen Reaktionen beiden alpinen Bärenklau-Arten Heracleum juranum kein Zufall.

Immer wieder kann es zu schweren Hautentzündungen kommen beim Abschlagen der Stengel, wenn nämlich der austretende Saft auf die Haut tropft und diese der Sonne ausgesetzt ist. Vor den Gefahren, die durch den Umgang mit den Bärenklaupflanzen drohen, kann nicht genug gewarnt werden.

Druck: Peter Gaffuri, Repro Atelier Zytglogge, Bern
Nr. 6 / Juli 1985