Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig Mai 1999

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe Mai 1999


Inhaltsverzeichnis

 


Kurzfassung bzw. Auszüge aus dem

Protokoll der 120. Hauptversammlung
des Matte-Leists
Dienstag, 23. März 1999, 20 Uhr

Restaurant zum Zähringer, Badgasse 1, Bern

(Vollständiges Protokoll kann über den MATTE- LEIST, Postfach 29,3000 Bern 13, angefordert werden.) Der Präsident weist auf seinen in der Matte-Zytig 1/99 publizierten Jahresbericht hin und stellt ihn zur Diskussion. Der Bericht wird einstimmig genehmigt.

Jahresberichte der Delegierten

Bern in Blumen:
Willy Iseli gibt bekannt, dass trotz strengerer Bewertung von den 153 Fenster deren 127 prämiert wurden, davon 21 mit der Maximalnote 10.

Spysi: Rolf Badertscher kann von einem guten Rechnungsergebnis mit einem kleinen Überschuss berichten. Eröffnet wurde die Spysi am 9. November, beendet wurde die Saison am 26. März.

Hilfsverein Matte-Schulen:
Rene Stirnemann verliest den kurzen Jahresbericht und erläutert die Jahresrechnung des Vereins.

Verkehr:
Der Präsident verweist auf die ausführliche Berichterstattung (Matte-Zytig 1/99) zur öffentlichen Veranstaltung vom 19. Januar 99. Nach dem damals angeordneten Gespräch zwischen den Stadtbehörden und der IG-Matte haben die Beteiligten (IG-Matte und Matte-Leist) dieser Tage den Vorschlag der Stadt zu Verkehrsberuhigungsmassnahmen in der Matte zur Vernehmlassung erhalten. Er sieht vor:

1. Parkierungsbewirtschaftung
Einführung der Blauen Zone mit Parkkarte für Berechtigte gemäss Parkkartenverordnung (sofern der Bundesrat als letzte Instanz im April 99 die Beschwerden dagegen ablehnt).

2. Nachtfahrverbot
Zwischen 23.00 Uhr (oder 24.00 Uhr) und 05.00 soll an allen Wochentagen ein Nachtfahrverbot für Motorwagen verfügt und öffentlich publiziert werden. Es gilt für den Raum Mattenenge, Gerberngasse, Wasserwerkgasse und Schifflaube und soll mit entsprechenden Hinweistafeln beim Kreisel Dalmazibrücke und am Klösterlistutz unterstützt werden. Vom Fahrverbot ausgenommen sind die Anwohner der Matte, Inhaberinnen und Inhaber einer Parkkarte für die Matte sowie die Geschäftsleute mit einem Betrieb in der Matte und deren Angestellten. Die Wegfahrt aus der Matte ist nicht eingeschränkt und jedermann gestattet.

3. Flankierende Massnahmen
Temporäre Parkierung zwischen der Aarstrasse 62 (Kinderkrippe) und der Einmündung der Weihergasse (Marzili) auf einer Länge von 280 m für ca. 45 Parkplätze von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr.

4. Taxistandplatz
Taxistand für 2 Fahrzeuge während der Nachtstunden auf dem Mühlenplatz. Auf Fragen aus der Mitte antwortet der Präsident, dass das Verbot während der ganzen Woche gilt, dass die Verbotstafeln am bisherigen Standort aufgestellt werden und dass die Einfahrt auf Marziliseite während des Nachtfahrverbotes nur bis zur Höhe Kinderkrippe gilt. Der Matte-Leist wird in seiner Eingabe darauf hinweisen, dass das Nachtfahrverbot auch für die Badgasse gelten soll und dass die Parkplätze an der Aarstrasse erst morgens um 09.00 Uhr aufgehoben werden sollen. Dies, damit Matte-Bewohner , die dort parkieren mussten, nicht bereits um 05.00 Uhr zum Umparkieren gezwungen sind.

Die Konsultativabstimmung ergibt folgendes Resultat

  • Nachtfahrverbot
    zwischen 24 bis 5 Uhr:
  • Flankierende
    Massnahmen
  • 37 Zustimmungen
  • 28 Zustimmungen
  • 1 Gegenstimme
  • 3 Gegenstimmen
  • 7 Enthaltungen
  • 14 Enthaltungen

 

Bericht Verein Matte-Wöschhüsi
Hannes Schläfli (Präsident) erläutert die Aktivitäten, die sich gut eingespielt haben. In eigener Sache fügt er bei, dass er es begrüssen würde, wenn Matte-Leist und Wöschhüsi-Verein in absehbarer Zeit zusammengehen könnten.

Matte-Fest 1997 und 1999
Jimy Hofer gibt bekannt, dass gegen Walter Grob (Organisator der Marktstände Matte-Fest 97) nach fruchtlosen Zahlungsaufforderungen, Betreibung eingeleitet und letztlich der Prozessweg beschritten werden musste. In erster Instanz ist W. Grob auf der ganzen Linie verurteilt worden. Er muss dem OK Matte-Fest 97 rund Fr. 15000.- bezahlen sowie die Gerichts- und unsere Anwaltskosten übernehmen. Leider hat er jetzt an das Kassationsgericht appelliert, ohne dort jedoch neue Beweismittel vorlegen zu können. Die Erfolgschancen des OK sind nach Einschätzung seines Rechtsvertreters gross. Wie gross die Chancen sind, effektiv Geld und nicht nur Verlustscheine zu erhalten, ist hingegen fraglich. Immerhin ist das Urteil eine stille Genugtuung, Dass das Matte-Fest 97 ohne Grob auch einen finanziellen Erfolg ausweisen könnte.

Zum Matte-Fest 99 skizziert Hofer das Vorgehen: Es besteht ein vom Matte-Leist unabhängiges kleines OK. Der Leist übernimmt lediglich das Patronat und ist für die Bewilligung zuständig. Damit verbunden sind keine finanziellen Verpflichtungen. Im Gegenteil: gemäss Vereinbarung mit dem OK erhält der Matte-Leist einen einmaligen Betrag von Fr. 5000.-, unabhängig vom finanziellen Ergebnis des Festes, sowie einen Gratis- Standplatz am Fest zugesprochen. Das Fest dauert von Donnerstag, 9.9.99 bis Samstag bzw. Sonntag in der Frühe, 12.9.99. Bis jetzt sind engagiert: Jimy Hofer Band, Sina und Gölä am Donnerstag, Züri West am Freitag sowie internationale Bands am Samstag. Er erwartet jeden Abend 10000 bis 15000 Besucher. Es wird kein Eintritt und kein Zuschlag auf Getränken erhoben.

Jahresrechnung 98 und Revisorenbericht; Dechargeerteilung
...Der Kassier erläutert die Jahresrechnung, die leider mit einem Verlust von Fr. 5670.95 abschliesst. Negativ auf die Rechnung ausgewirkt haben sich die einmalige Spende von Fr. 2000.- an den Verein Wöschhüsi, der Rückgang der Mitgliederzahl, die Inserateeinnahmen sowie die Neuanschaffungen der Weihnachtsbeleuchtungen. Das Vereinsvermögen umfasste am 31. Dezember 1998 noch Fr. 9048.25.

Mitgliederbestand; Mutationen
Der Präsident gibt bekannt, dass seit letzter Hauptversammlung 39 Mitglieder ausgetreten sind (u.a. 4 Todesfälle, zahlreiche Wegzüge, 13 Streichungen wegen Nichtbezahlung des Mitgliederbeitrages). In der gleichen Zeit haben 29 Mitglieder den Beitritt erklärt. Damit umfasst der Matte-Leist 320 Mitglieder oder 10 Mitglieder weniger als noch vor Jahresfrist.

Wahlen
Präsident: Rene Stirnemann erklärt unwiderruflich seinen Rücktritt als Präsident, stellt sich jedoch als Vorstandsmitglied einer Wiederwahl. Jimy Hofer gibt bekannt, dass er seine Kandidatur zugunsten von Stefanie Preiswerk zurückzieht. Stefanie Preiswerk stellt sich der Vereinsversammlung vor und erklärt sich gerne bereit, dass Amt auszuführen. Georgette Bätscher schlägt als Gegenkandidaten für das Präsidialamt Paul von Känel (früheres Vorstandsmitglied) vor.

Wahlergebnis:
Stefanie Preiswerk: 22
Stimmen Paul von Känel: 7 Stimmen.

Rene Stirnemann gratuliert der Gewählten und wünscht ihr viel Kraft für das nicht immer leichte Amt.

Vorstand
Es wird beschlossen, zuerst die Neumitglieder Rolf Jaloux und Paul von Känel zu wählen. Beide werden mit grossem Mehr gewählt.

Anschliessend wird grossmehrheitlich auch der abtretende Präsident Rene Stirnemann neu als Vorstandsmitglied gewählt.

Walter Buri, Jimy Hofer und Jörg Leuenberger werden bei einigen Enthaltungen in globo wiedergewählt.

Leuenberger dankt Rene Stirnemann für die jahrelange, uneigennützige, zeitaufwendige und hervorragende Arbeit im Dienste der Matte. Es war nicht immer einfach, die Interessen der Mätteler bei derart divergierenden Meinungen zu vertreten. Doch Rene Stirnemann versuchte auf dieser Gratwanderung immer einen Weg zu gehen, der für alle noch zumutbar war. Allen Recht machen, ein Ding der Unmöglichkeit, konnte auch er nicht. Zudem fehlte vielfach eine wirksame Unterstützung durch die Behörden.

Jahresprogramm
Der Präsident gibt folgende Aktivitäten für die Mitglieder bekannt:

  • Sommer-Grillplousch im Juni (Ersatz: Kücheneröffnung «Wöschhüsi» am 26. Juni 1999);
  • Augustfeier (Beflaggung und Aarelüüchte), Festwirtschaft;
  • Matte-Fest (mit Stand) vom 9.9.99 -11.9.99;
  • Adventsfenster;
  • Matte-Höck im Wöschhüsi jeden 1. Dienstag im Monat ab 19.00 Uhr.

Verschiedenes
Rene Stirnemann gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass trotz der harten Worten von heute Abend ab morgen wieder am gleichen Strick in die gleiche Richtung gezogen werden kann. Die Probleme werden nicht einfacher. Er ist überzeugt, dass die gewählte Präsidentin und die beiden neuen Vorstandsmitglieder dazu beitragen werden, dass der erhoffte frische Wind im Vorstand Einzug halten wird. Er dankt allen, die im vergangenen Jahr ihn in seiner Arbeit unterstützt haben. Jenen, die immer nur kritisieren, gibt er zu bedenken, dass ihre destruktiven Äusserungen und das Abseitsstehen recht wenig zu den Problemlösungen jedoch recht viel zur Brunnenvergiftung in der Matte beitragen.

Schluss der Sitzung: 22.30 Uhr.

Jörg Leuenberger

 


Die jüngste Leistpräsidentin der Stadt Bern

Stefanie Preiswerk, die 25-Jahre junge Physiotherapeutin, wurde am 23. März 1999 an der Hauptversammlung des Matteleistes zur neuen Präsidentin des Quartiervereins gewählt.

«Menschen begegnen und behandeln», diesen Satz las ich im Berufsprofil für Physiotherapeutinnen.

Weiter steht dort: «dieser Beruf erfordert Verantwortungsbewusstsein, Ausdauer, Kontaktfähigkeit und psychische Belastbarkeit.» Ich bin überzeugt, dass Stefanie diese Qualitäten als Leist-Präsidentin gut gebrauchen kann!

Wer ist Stefanie Preiswerk und was sind ihre Ziele in der Matte?

Stefanie will sich aktiv einsetzen, deshalb hat sie das Amt als Präsidentin angenommen, und nicht weil junge Frauen in der Politik gerade modern seien. Sie betont immer wieder, obwohl sie erst einen Teil der Bevölkerung kenne, dass es nur ein miteinander geben kann und gerade weil sie viele alte Geschichten nicht kenne, könne sie neu beginnen und viel frischen Wind in den Leist bringen. Was ihr - und dem Leist - zu wünschen ist.

Stefanie möchte dort ihre Kräfte einsetzen wo sie gerade lebt. Ihr ist es wichtig im «Hier und Jetzt» zu leben. Nicht was gestern ist oder morgen sein wird interessiert sie, sondern das Jetzt, der Moment der gelebt werden will.

Sie weiss, dass das Quartierleben in der Matte bewegte Zeiten hinter sich hat. Stefanie Preiswerk sieht sich eher als Vermittlerin zwischen den verschiedenen Ebenen, zwischen Bewohnern, Gewerbe und Nachtbetrieben und der Stadt. Ihr gefällt in der Matte vorallem die Solidarität und der Dorfcharakter.

Ihre Vision ist es, dass man wieder vermehrt Zeit hat, sich zu begegnen, zusammen zu reden, oder wenn man auf dem Velo vorbeifährt, sich zuwinkt. Obwohl Stefanie ein Harmoniemensch ist, weiss sie aber, dass es gerade in einem vielschichtigen Quartier wie der Matte, nicht nur Harmonie geben kann.

Sie möchte nicht zwischen Fronten geraten, sondern sie sieht ihre Aufgabe eher im aktiv zuhören. «Jeder soll und darf seine eigene Meinung haben, auch wenn der Leist eine andere hat», sagt sie denn auch klar.

Sie fährt nicht Auto, dafür flitzt sie mit dem Velo durch die Matte. So stehen ihr Fussgänger, Velofahrer und der öffentliche Verkehr näher, als die Automobilisten. Nicht, dass sie sich gegen den automobilen Verkehr stellt, aber es ist ihr ein echtes Anliegen, dass auch die Matte-Bewohner wieder ruhigere Nächte haben werden.

Als ich Stefanie nach ihren privaten Interessen frage, die nicht im Bereich vom Matteleist und ihrem Beruf liegen, beginnen ihre dunklen Augen zu leuchten. Musik, Musik, Musik und nochmals Musik. Ein grosser Teil ihrer Freizeit verbringt sie mit Musik. Sie selber spielt "die zweite Geige» im Uni-Orchester. "Weisst du die zweite Geige ist genauso wichtig wie die Erste, wenn du nämlich keine Zweite hast, gibt es auch keine Erste», meint sie schelmisch.

Mit der Musik verarbeitet sie Gefühle, Eindrücke und Erlebnisse, erholt sich vom Alltag. Je mehr ich mit Stefanie über Musik spreche, verschwindet der Matteleist im Hintergrund. Trotzdem ihr der Leist wichtig ist, kann sie gut abschalten und sich anderem zuwenden. Freunde sind für sie wesentlich, mit ihnen kann sie über Gott und die Welt philosophieren. Sie braucht Menschen, um sich ihnen mitzuteilen und auszutauschen, mit ihnen zu sein. "

Über was kannst du dich aufregen?», frage ich sie weiter. Nachdenklich sitzt sie am Tisch schaut auf die Aare hinaus und meint: "Menschen die stur, gleichgültig oder antriebslos herum meckern. Ich mag es nicht besonders wenn Menschen sagen "diä ds Bärn obä sollen endlich etwas tun.»

Ihr Leitsatz ist: "Ich nehme wie es kommt, eines nach dem andern und tue das was ansteht».

Je länger ich mit Stefanie zusammensitze spüre ich ihre lebendige und kommunikative Art. Ich glaube, dass Stefanie mit ihrem Glauben, viele verhärtete Fronten in der Matte aufweichen kann!

(c) Rosmarie Bernasconi http://www.matte.ch

 

Das Wort der Präsidentin

Seit sieben Wochen erst kennt man mich als die neue Leistpräsidentin und doch habe ich das Gefühl, viellänger schon in diesem Amt zu sein. Dies liegt wohl vor allem daran, dass die erste Zeit in einem Amt sehr arbeitsintensiv ist.

Ich freue mich, immer mehr Menschen vom Quartier persönlich kennenzulernen und werde mir auch in Zukunft gern Zeit für die einzelnen Kontakte nehmen.

An der ersten Sitzung des neu formierten Vorstands wurden Ressorts und Aufgaben verteilt, wie in den Schaukästen und auf der Internet-Seite zu lesen ist.

Anders als an der Hauptversammlung erwähnt, verzichten wir in diesem Jahr auf einen Sommerplausch. Dafür dürfen wir uns auf ein buntes Fest (am 26.6.) beim Wöschhüsi freuen.

Bereits jetzt ist auch das grosse Matte-Fest (9.9.-11.9.) In Planung, wo sowohl der Leist wie auch der Verein Matte-Wöschhüsi vertreten sein werden.

In den nächsten Wochen dürfen wir die Publikation des Nachtfahrverbots erwarten. Wir hoffen, dass wir nun nach vielen Worten und Diskussionen nicht mit Einsprachen zu kämpfen haben. Bis zum Tag der Umsetzung wünsche ich uns allen die nötige Geduld!

Wie wir in der Presse lesen konnten, steht der blauen Zone nichts mehr im Weg.

Die Stadtpolizei sieht vor, zwischen dem 5.-23. Juli die nötigen Vorkehrungen im Quartier zu treffen. Frühzeitig wird die Bevölkerung über die entsprechenden Konsequenzen informiert.

Es ist nach wie vor mein Wunsch, dass Anliegen und Fragen der Bevölkerung nicht ungehört bleiben, sondern an die Adresse des Vorstandes oder direkt an mich gestellt werden.

Ich hoffe, in diesem Sinne meiner Aufgabe als Präsidentin gerecht zu werden.

Mit Vorfreude blicke ich auf die kommenden Wochen und Monate und wünsche uns allen eine erfrischende Frühlingszeit!

Stefanie Preiswerk

 


Nachtfahrverbot und Blaue Zone

Das viel diskutierte Nachtfahrverbot in unserem Quartier wird nun publiziert: von 24 bis 5 Uhr zwischen Marzili-Kreisel und Läuferplatz - mit Parkiermöglichkeit an der Aarstrasse bis Höhe Haus 62 bzw. bis Kinderkrippe von 24 bis 9.00 Uhr.

Wir hoffen dass keine weiteren Einsprachen eingehen, sodass im Juli, zusammen mit der Blauen Zone, diese Verkehrsberuhigungs-Massnahmen eingeführt werden können.

Bei Redaktionsschluss ist uns noch nicht bekannt, wie wir Sie als Bewohner, GewerbIer oder Arbeitnehmer zu diesen Themen konkret informieren können. Jedenfalls bemühen wir uns... vielleicht setzen wir kurzfristig eine öffentliche Versammlung an! Beachten Sie bitte hierzu unsere Anschlagkästen beim Plattformlift oder Restaurant Mühlirad.

Rene Stirnemann, Sekretär M-L

 


Flohmärit

Vom Mai bis Oktober findet auf dem Mühlenplatz jeweils an jedem dritten Samstag des Monats wiederum der Flohmärit statt.

Der MATTE-LEIST verfügt über einen reservierten Standplatz, welcher über Theres Siffert, Tel. 311 94 39 von Matte-Bewohnern beansprucht werden kann. Juli und August ist noch frei!

Autobesitzer: Beachten Sie, dass an diesen Samstagen das Parkieren auf dem Mühlenplatz verboten ist! Missachtung kommt teuer zu stehen! .


Matte-Höck

Dienstag. 1. Juni 1999 im Wöschhüsi, von 19.00 - 23.30 h

Willkommen sind alle Matte-Bewohner und -GewerbIer/ Arbeitnehmer

Der Leist-Vorstand hat beschlossen, dass ab Juli der MAlTE-HÖCK aus verschiedenen Gründen neu an jedem dritten Dienstag des Monats stattfindet, also am 20. Juli.

Gleichzeitig übernimmt Marianne Stirnemann (mit Assistent!) die «Bewirtung». Wir danken der bisherigen - Sonja Reber - wie der neuen Gastgeberin für ihren ehrenamtlichen Einsatz und freuen uns, wenn dieser Treff auch von möglichst vielen Mättelerlnnen genutzt würde; Sie haben dabei auch die Gelegenheit, Mitglieder des Leist-Vorstandes zu treffen und Probleme zu diskutieren.

Ihr Matte-Leist

 


Paul von Kaenel.

Jahrgang 1952 - Redaktor BR

Ab der Ausgabe 3/99 übernehme ich von Rene Stirnemann die Redaktion der Matte-Zytig. Gerne bringe ich mein berufliches Wissen in unser Matte-Blatt ein. Ich bin auch offen für Anregungen und Ideen ihrerseits und freue mich über jeden Hinweis, der zur Belebung der Matte-Zytig beiträgt. Sie soll, soweit in ihrer Natur möglich, aktuell sein,

Bindeglied zwischen Leist und Bevölkerung der Matte und die Vielfältigkeit unseres Quartieres aufzeigen. Leserbriefe sind sehr willkommen, denn die Matte-Zytig soll auch ein Forum für ihre Meinungen zur Matte sein. Zu meiner Person: Aufgewachsen bin ich im Breitsch, habe aber durch den Arbeitsort meines Vaters (Hospiz zur Heimat) schon Ende 50er- / Anfang 60er-Jahre ein Flair für die Untere Altstadt gehabt. Über die Speichergasse, Kramgasse, Gerechtigkeitsgasse via Junkerngasse bin ich 1994 in der Matte gelandet. Die Matte ist für mich ein echtes «Zuhause» geworden.

Ich bin dipl. Kaufmann, gelernter Verlagsbuchhändler, Redaktor BR, Moderator und habe in Bern Neuere Geschichte, Philosophie und Medienwissenschaften studiert

Verabschiedung...

Zwei Redaktionsmitglieder haben uns leider verlassen und ich möchte es nicht unterlassen, wenigstens im Nachhinein für ihre Mitwirkung herzlich zu danken.

Da ist vorerst Elsbeth Heinzelmann: Sie ist Ende Februar in ihre alte Heimat - Basel - zurückgezogen. Sie hat sowohl im Leist-Vorstand wie eben auch in der Matte-Zytig (als gelernte Journalistin) sehr viel zur «Qualität» beigetragen. In der letzten Ausgabe fehlte gar im Artikel Matte in Blumen ihr Autorenname - Entschuldigung! Zudem bereicherte sie ihre Arbeiten jeweils mit gelungenen Fotos. Wir verlieren einen «Profi»!

Alexandra Flury ist als jüngstes, vielseitiges Mitglied für ein Jahr studienhalber nach Berlin verreist. Immerhin besteht die Chance, dass sie uns nach ihrer Rückkehr wieder zur Seite stehen wird.


Matte-Zytig

Korrespondenzadresse:
Matte-Leist, Postfach 29,3000 Bern 13

Hätten Sie nicht Lust zu schreiben - Interviews, Beobachtungen, Erlebnisse - und dadurch unser Team zu verstärken?

Redaktionsteam (in alphabetischer Reihenfolge): Buri Walter, Gozzer Agnes, Margot Res, René Stirnemann, Wägli Werner, von Kaenel Paul (verantwortl. Redaktor). Fotos, Zeichnungen/Grafiken: grundsätzlich von den Autoren der Artikel, sofern nichts anderes vermerkt.

Inserate, Satz und Druck: Bargezzi AG, Matte


Unser Quartier ist EUROPA - freundlich!

Zum 50. Jahrestag der Gründung des Europarates fand am 5.5.99 des Centre Europeen de la Culture im Büro der deutschen Schweiz «un petit dejeuner europeen» statt. Wo denn sonst als in der Matte, wo Kultur ohnehin gross geschrieben wird, an der Wasserwerkgasse 3.

Das CEC ist die älteste Europainstitution der Schweiz und arbeitet seit bald fünfzig Jahren als Denkfabrik («think tank») im Themenbereich der Zivilgesellschaft in der Europäischen Integration. Wir werden in einer nächsten Matte-Zytig gerne darauf zurückkommen und informieren.

Redaktion Matte-Zytig

 


Ein 70-jähriger Matte-Verein braucht Hilfe

Am 25. März 1999 fand im grossen Matte-Schulhaus die Hauptversammlung des Hilfsvereins der Matte-Schulen statt. Der Jahresbericht des langjährigen Präsidenten, Herrn W. Pauli, wurde mit Dank entgegengenommen. Auch die sauber geführte Jahresrechnung des Kassiers und der Revisorenbericht wurden mit Beifall verdankt. Mit Besorgnis wurde festgestellt, dass die Rechnung bereits zum zweiten Mal mit einem AusgabenÜberschuss abschloss. Grund: Für den Mittagshort wurden im vergangenen Jahr 3458 Franken bezahlt während an Mitgliederbeiträgen bloss 2238 Franken eingegangen sind, d.h. mit andern Worten der Verein hat anderthalb Mal soviel an Unterstützungsbeiträgen ausgerichtet, als Mitgliederbeiträge eingegangen sind. Zum Glück waren da noch Einnahmen von der Tombola, die Kollekte vom Weihnachtsspiel und einige Spenden. Unterstützt wurden vorallem Kinder, für deren Eltern die Kosten für den Mittagshort eine zu grosse Mehrbelastung bedeutet. Aber auch Beiträge an Schulreisen und Landschulwochen wurden bei Bedarf ausgerichtet.

Der Hilfsverein spendete in den letzten beiden Jahren auch einen sehr willkommenen Beitrag zur Anschaffung neuer Bücher für die Schulbibliothek.

Trotz Ausgabenüberschuss wurde an der HV wiederum ein Kredit von 3500 Franken zur Unterstützung Minderbemittelten beim Mittagshort gesprochen. Zur Anschaffung von Bibliotheksbüchern wurden 800 Franken bewilligt.

Wechsel im Vorstand: An Stelle des austretenden Herrn Pauli (er ist aber zum Glück weiterhin bereit, am jeweiligen Schulschlussfest eine Tombola zugunsten des Hilfsvereins durchzuführen) trat Herr A. Manzone. Er gilt als Vertreter der Schulkommission. Neu in den Vorstand konnte Herr F. Niederhauser, der sozialdiakonische Mitarbeiter der Kirchgemeinde, gewonnen werden.

Der Matte-Leist unterstützt seit vielen Jahren den Hilfsverein und ist mit Herrn R. Stirnemann ebenfalls im Vorstand vertreten. Eine bittere Tatsache ist, dass der Mitgliederbestand infolge Wegzügen, Austritten, Todesfällen ...kleiner und kleiner wird. Um weiterhin unserer Aufgabe genügen zu können, suchen wir neue Mitglieder.

Matte-Zytig Februar 1999

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe Februar 1999


Inhaltsverzeichnis


Der Leist- Vorstand lädt alle Matte - Anwohner und - GewerbIer ein zur

120. HAUPTVERSAMMLUNG DES MATTE-LEIST

Dienstag, 23. März, 20.00 Uhr im
Restaurant zum Zähringer, Badgasse 1, 1. Stock

Traktanden:

  1. Begrüssung
  2. Protokoll der 119. Hauptversammlung vom 31.3.98 (wurde an Leist-Mitglieder versandt)
  3. Jahresbericht des Präsidenten (in dieser MATTE-ZYTIG publiziert!)
  4. Jahresberichte der Delegierten
  5. Bericht Verein Matte-Wöschhüsi (Hannes Schläfli, Präs.)
  6. Matte-Fest 1997 und 1999
  7. Jahresrechnung 1997 und Revisorenbericht; Dechargeerteilung
  8. Mitgliederbestand; Mutationen
  9. Wahlen:
    - Präsident (Vorschlag Vorstand: Jimy Hofer, bisher Vize-Präs.);
    - Vorstand;
    - Delegierte;
    - Rechnungsrevisoren
  10. Jahresprogramm
  11. Jahresbeiträge und Budget
  12. Anträge (von Mitgliedern müssen uns spätestens 8 Tage vor dem Versammlungstermin eingereicht werden)
  13. Diverses

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und danken für das Interesse am Leist-Geschehen im voraus bestens.

i.A. Rene Stirnemann, Präsident

PS.

Leist-Mitglieder wurden mit Schreiben von Ende November darauf aufmerksam gemacht, dass sie keine separate schriftliche Einladung erhalten. (MATTE-CARD bitte als Ausweis mitbringen!)

Nicht-Mitglieder sind ebenfalls teilnahmeberechtigt. Sie haben kein Stimm- und Wahlrecht. Mit sofortigem Beitritt (s. Abschnitt «Beitrittserklärung») können sie dies ändern! Zugleich mit den Vorteilen der MATTE- CARD Vergünstigungen (s. exklusive Angebots-Liste).


Jahresrückblick des Präsidenten

Jahresprogramm / Leist. Tätigkeiten

Unmittelbar nach HV demissionierten die Initianten des MATTE-ZYTIG Neukonzepts; der Leist-Vorstand übernahm darauf die redaktionelle Weiterführung (im bisherigen Format A5) zu drei Ausgaben.

Mittagessen mit Ehrenmitgliedern in der Spysi am 9.2.98.

Ausserord. Versammlung zum Thema Einbahnstrasse am 9.6. im Rest. z.Zähringer.

Übergabe des Vorschlags an Polizeidirektion im Erlacherhof, im Beisein des Stadtpräsidenten, am 28.10. (Weitere Infos hierzu erfolgen an Versammlung v. 18.1.99.)

Seniorenausflug am 29.8. (Rolf Badertscher).

Matte-Höcks für Anwohner & Gewerbler im Wöschhüsi, jeden 1. Dienstag des Monats, erstmals am 6. Oktober (Wirtin: Sonja Reber).

Offene Adventsfenster im Dezember (Org.: Jacqueline Vuillien).lnstallation Weihnachtssterne auf dem Wöschhüsi.

MATTE-CARD ab Mitte Dezember: Vergünstigungen aller Art für Leist-Mitglieder bei (vorläufig) 17 Matte-Betrieben.

Realisierung Auffangnetz an Plattform Ende Dez. (Leist-Anliegen seit vier Jahren)!

11 Vorstandssitzungen - Kontakte zu VMW, V AL, etc.


Acht Jahre sind genug! So freue ich mich als Präsident an der kommenden Vereinsversammlung zurücktreten zu können. Egal wie auch die Wahlen ausfallen, wünsche ich dem Nachfolgeteam viel Ausdauer und Erfolg. Ich meinerseits danke bei dieser Gelegenheit allen «Mitstreitern»: dem Vorstand für das Verständnis und die Unterstützung - oft auch gegenüber meinen eigenwilligen Handlungen! - aber auch allen Matte-Bewohnern, Gewerblern und Arbeitnehmern für ihr Wohlwollen.

Als gebürtiger Mätteler kann ich behaupten, dass unser Quartier immer lebte - und zwar immer auf seine eigene, vielleicht absonderliche Art!

Die «Zeiten» haben geändert. Damit auch unsere Gesellschaft, mit ihren Erwartungen und Vorstellungen. Wir sehen uns neuen Problemen gegenüber.

In meinem Jahresbericht 1997 zählte ich die mannigfaltigen Veränderungen in unserem Quartier auf und ich möchte diese nicht wiederholen. Abgesehen davon dürften sie bekannt sein!

Ich empfinde die Matte als schönstes, lebendigstes Quartier Berns. Dabei muss ich gewisse Nachteile in Kauf nehmen, welche manchmal auch mir schwergefallen, und nicht immer bloss «mattenspezifisch» sind! Aber ich fühle mich hier wohl. Ich möchte nirgendwo anders leben.

Dass dies nicht alle Matte-Bewohner so sehen, muss ich zur Kenntnis nehmen. Und der Leist bemühte sich stets um Lösungen zu Nachtlärm, Parkierungsproblemen etc. Leider wurden jeweils alle Vorschläge durch Interventionen Einzelner verunmöglicht. Demokratisch gefasste Mehrheitsbeschlüsse werden blockiert. Und da gibt es Anwohner, welche finden, der Leist unternehme nichts oder sei überfordert.

Gleichzeitig wird sehr oft übersehen, dass unsere Behörde sich auch nicht zu helfen weiss! Die «Regierung» erliess, zur Linderung der Quartierprobleme, in den vergangenen Jahren einige Verbote. Allerdings können diese nicht oder nur sehr selten durchgesetzt werden. Dieser Gegensatz ist für mich störend!

Nun werde ich die nächsten Jahre wieder als gewöhnlicher Mätteler erleben dürfen, ohne Rücksichtnahme auf irgendwelche «Etiketten». Vielleicht beteilige ich mich vermehrt an Partys mitten auf der Strasse - als fröhlicher Beitrag zu Verkehrshemmungen.

Es lebe die Matte!

Rene Stirnemann, Präsident Matte-Leist

Es war einmal...

Weihnachten 1998, mit unzähligen, leuchtenden Dekorationen und Adventsfenstern. Wir erinnern uns gerne an die vielen Bemühungen, in unserem Quartier weihnachtliche Stimmung zu verbreiten.

Wir danken herzlich allen Mitwirkenden, sei es für den festlichen Schmuck, sei es für die Durchführung der gemütlichen «offenen Adventsfenstern» oder für die vielen gegenseitigen Kontaktnahmen.

Mitarbeiter des Redaktionsteams der MATTE-ZYTIG beurteilten und wählten die schönsten, originellsten Weihnachts-Dekorationen aus - die Entscheidungen fielen nicht leicht!

Zur Prämierung wurden ausgewählt:

Badgasse 43, Familien Pascarella und Schmid (Fenster und Treppenhaus)
Bowäger 23, Erika Sidler (Fenster und Tannenbaum)
Schifflaube 18, Marlies und Albert Strüby (Dachfenster, Balkon)
Schifflaube 16, Nick Huber (Fassade)

Ebenfalls positiv aufgefallen sind:

Badgasse 39, Denise Heyl (Aarstr.)
Bowäger 15, Agnes und Hans Gozzer
Schifflaube 50, Eva Banlaki (im Vorjahr schon prämiert)
Schifflaube 22, Greti und Hans Hirsbrunner (Strassenseite und Baum Rückseite)
Schulhäuser Matte mit Kathrin und Peter Fuhrer
Wasserwerkgasse 12, A. Hilber
Mühlenplatz 6, Beat Wyttenbach
Gerberngasse 31, Atelier Kursiv
Gerberngasse 24, Sonja Reber
Gerberngasse 21, Rene und Marianne Stirnemann (ausser Konkurrenz)
Mattenenge 2, Twike
Läuferplatz 8, Schüpbach Ernst
(Restaurant z.Zähringer wurde im Vorjahr prämiert - Fassadenbeleuchtungen von Ritter Kreativ und Restaurant Moitié-Moitié beurteilen wir als Ganzjahres-Installation.)

Besonders erfreut haben uns die E WB, welche die Aareschwelle beleuchtet haben.

Wie im Märchen leuchteten die Sterne auf dem Wöschhüsi, als Ersatz für die ehemaligen Weihnachtsbäume des Leistes. Wir danken bei dieser Gelegenheit den Realisatoren Peter Jüni, Hans Kehrli (Dachdecker) und Bernhard Bürkli (Matte-Elektriker).

Am Wunsch könnten gleiche Sterne zur Fassadendekoration für folgende Weihnachten hergestellt werden. Kostenpunkt ca. Fr. 250.- (ohne Montage). Interessenten müssten sich bis spätestens Ende Februar beim Leist melden.


Öffentliche Verkehrsdiskussion 18. Januar 1999

Die grosse Menge der anwesenden Anwohner beweist, dass der Verkehr in der Matte immer noch ein aktuelles Thema ist.

Rene Stirnemann eröffnet den Abend und darf unsere Gäste, Polizeidirektor Dr. Kurt Wasserfallen und Eric Stadtmann, Chef der Verkehrsabteilung der Stadtpolizei, begrüssen.

Ein kurzer Rückblick zeigt, dass der Matteleist sich seit 6 Jahren um eine umfassende Lösung des Verkehrsproblems bemüht. Die blaue Zone sowie ein Nachtfahrverbot wurden diskutiert, die jüngste Idee war nun die nächtliche Einbahnstrasse. die der Leistpräsident im Detail erläutert. Bereits kundgemachte Argumente gegen diese Lösung sind die vermutlich erhöhte Fahrgeschwindigkeit sowie eine erhöhte Belastung für die Bewohner der Aarstrasse / Badgasse.

Eine spontane Abstimmung zu diesem Thema erfolgt: Die Mehrheit der Anwesenden spricht sich gegen die nächtliche Einbahnstrasse aus.

Bereits hier werden aber auch Stimmen laut, dass der dringendste Wunsch der Mätteler mehr Unterstützung seitens der Polizei ist.

Kurt Wasserfallen hingegen fordert eine Lösung, die von den Quartierbewohnern kommt. So müsste man weniger (oder ev. keine) Einsprachen befürchten, die jeweils den ganzen Entscheidungsprozess verlangsamen.

Das Gebot des Zubringerdienstes hat vor Gericht praktisch keinen Wert mehr. Darauf können wir uns also nicht verlassen...

Der Polizeidirektor erläutert des weitern, dass die Polizei ihr Personal in der Stadt hauptsächlich tagsüber einsetzen muss, und dies bei einem Personalbestand, der sich in den vergangenen 12 Jahren kaum verändert hat. Eric Stadtmann erläutert nun die Verkehrsentwicklung und Ideen zur Zukunft:
Der Durchschnittsverkehr pro Woche konnte in den letzten 15 Jahren von 10000 auf ungefähr 4000 Fahrzeuge reduziert werden.

Durch die Einführung der Tempo-30-Limite (seit 1994) erreichte man in der Matte eine deutliche Lärm- und Verkehrsberuhigung. Hohe Geschwindigkeiten wurden aber trotzdem auch gemessen, besonders zwischen 1.00 Uhr und 4.00 Uhr.

Entscheide bezüglich der blauen Zone sind noch offen, d.h. der Regierungsrat lehnte gegenerische Beschwerden im Januar 98 ab.

Gravierend ist die Parksituation vor allem im Gebiet Wasserwerkgasse / Mühlenplatz. Ab April 98 wurden einige falsch parkierte Wagen abgeschleppt. Diese radikalen Massnahmen wurden nun aber zurückgestellt, da die nicht armierten Polizisten in ihrem Dienst bedroht wurden.

Zur nächtlichen Einbahnstrasse äussert sich die Polizei wie folgt:
Eine positive Auswirkung wäre der reduzierte Durchgangsverkehr wie auch der eingedämmte Suchverkehr. Gut wäre auch die gewählte Route, durch die alle Orte erreichbar sind.

Schlechten Zugang hätten allerdings die Sicherheitsdienste. Ebenso ungelöst bliebe das Parkproblem und die Fahrgeschwindigkeit wäre erfahrungsgemäss eher erhöht. Bezüglich Kosten rechnet die Polizei bei dieser Lösung mit 1/2 Mio. Franken.

Die Polizei rät von der nächtlichen Einbahnstrasse ab und schlägt eine «weisse Zone» mit der Euro-Parkscheibe vor:
Rund um die Uhr gäbe es mit diesem System eine Parkzeitbeschränkung von 2-3 Stunden.

Vorteile für Anwohner und Gewerbebetreibende sind in erster Linie genügend Parkplätze, denn die Pendlerparkplätze würden dadurch aufgehoben. Fraglich ist, ob die Betriebsbesucher nachts ihre Wagen nach der abgelaufenen Parkzeit nur innerhalb des Quartiers umparken würden. Dies führte natürlich zu vermehrtem Nachtlärm...

Eine Anwohnerin fragt die Polizei, ob im Rathausparking vergünstigte Parkplätze für Mattebewohner möglich wären. Bezüglich Vergünstigung kann sich die Polizei nicht äussern, da das Parking nicht der Stadt gehört. Kurt Wasserfallen gibt aber grundsätzlich zu bedenken, dass jeder bereits belegte Parkplatz in der Matte «weniger Lärm» macht.

Einige Stimmen werden laut, die der Polizei zu wenig Kontrolle in unserem Quartier vorwerfen. Es wird gefragt, weshalb man neue Regelungen einführen will, wenn die geltenden nicht eingehalten werden. Eric Stadtmann antwortet auf diese Frage, dass eine Bewirtschaftung der Parkplätze auch von der Securitas überprüft werden könnte, was die Polizei entsprechend entlasten würde.

Die konkrete Umsetzung der Parkplatzbewirtschaftung hiesse ein Parkverbot ausserhalb der markierten Parkfelder. Die Parkbussen richten sich nach der überschrittenen Zeitlimite. Abgeschleppt wird ein Wagen dann, wenn die Sicherheit gefährdet ist.

Es wird weiter gefragt, ob Securitasdienste nicht auch die beiden Strasseneingänge zur Matte kontrollieren könnten. Die Antwort kommt von den Kulturbetrieben: das Wasserwerk hat bereits während eineinhalb Jahren einen Parkdienst geleistet. Dieser Versuch zur Eindämmung des Suchverkehrs zeigte aber nicht die gewünschte Wirkung und wurde deshalb abgebrochen.

Nach weiteren Fragen gibt ein Anwohner schliesslich zu bedenken, dass wir nebst den vorübergehenden Lösungen auch eine Vision brauchen, die in der Zukunft mehr Grünflächen in der Matte anstrebt. (Wie schön wäre doch der Mühlenplatz ohne Autos)

Abstimmungen:
Eine grosse Mehrheit befürwortet das Parkkartensystem (blau oder weiss).

Eine ganztägige Einbahnstrasse wird knapp abgelehnt (12 Nein; 9 Ja).

Das Nachtfahrverbot würde von einer sehr grossen Mehrheit begrüsst. Gegenstimmen dazu kommen von der IG Matte.

Aufgrund dieser eindeutigen letzten Abstimmung möchte der Polizeidirektor die Idee des Nachtfahrverbotes mit einer optimalen Parkplatzordnung doch nochmals aufnehmen.

Dazu bietet er Vertretern der IG das Gespräch an, um gemeinsam praktikable Lösungen zu finden.

Mit dieser Aussicht schliesst Rene Stirnemann, der mit viel Geduld und Geschick durch den Abend leitete, die Diskussionsrunde ab, und verabschiedet Gäste und Anwohner.

Stefanie Preiswerk

Matte - Humor

Fritz Hartmann erzählt Res Margot:

«Ein Geizhals fiel in einen Fluss.
Ein Fischer fasste, ihn zu retten den Entschluss.
Er rief: reich mir deine Hand!
Der Geizhals rief: kann ich dir nicht geben meine Hand!
Rief er, indem er sank.
Und er ertrank.»


Wir rufen gerne in Erinnerung, dass an jedem ersten Dienstag des Monats der

Matte - Höck

stattfindet! SO am 2. März, 6. April, usw. jeweils ab 19.00 Uhr. Bei gemütlicher Atmosphäre, mit Getränken aller Art, feinem Gebäck und Sandwichs, wollen wir das Zusammensein und gegenseitiges Kennenlernen aller Matte-Bewohnern (und auch Gewerbetreibenden, Arbeitnehmern) fördern!

Neuzuzügern offerieren wir zur Begrüssung gerne einen Drink!
Gleichzeitig haben Sie auch die Möglichkeit mit Leist-Vorstandsmitgliedern zu diskutieren, Anregungen oder Kritik anzubringen.

Es freuen sich auf Ihren Besuch

Sonja Reber, Wirtin und Matte-Leist

Daniel und Marlis Dobi: Hauchdünnes Gold für originellen Rahmen

Behutsam entnimmt Daniel Dobi einem kleinen Heft feine Goldblättchen, die wie Buchseiten zwischen Seidenpapier stecken und beginnt, die hauchdünne Folie in Form zu schneiden. Vor ihm auf dem Tisch liegen das zweischneidige, stumpf geschliffene Vergoldermesser, der sogenannte Anschiesser, ein flacher Pinsel aus Dachshaar zum Anbringen des Goldes, und der rundliche Achatstein zum Polieren. Es sind im Prinzip dieselben Werkzeuge wie in der Antike. Ähnlich wie hier, im Atelier am Nydeggstalden 10, vergoldeten vor 4000 Jahren schon die Handwerker der Pharaonen Statuen, Schmuck und Bildwerke. Auch in Mesopotamien und Assur, Griechenland und im antiken Rom beherrschten Handwerker die Kunst des Vergoldens. Als in der Renaissance Adel und Klerus die Künstler mit Aufträgen geradezu überhäuften, blühte der Vergolderberuf auf, Bilder- und Spiegelrahmen wurden eigenständige Kunstwerke. Ganze Vergolderfamilien liessen sich nahe den Kirchenzentren und Höfen nieder, vererbten Berufsgeheimnisse von einer Generation zur andern.

Tradition ist auch in der Familie Dobi gross geschrieben: Grossvater Dobiaschofsky gründete in den 30er Jahren ein renommiertes Atelier in Bern, aus welchem später das Auktionshaus an der Monbijoustrasse hervorging, Daniels Vater betrieb in Zürich ein Rahmen- und Vergoldergeschäft. Doch als dieser seinen Beruf an den Nagel hängte, hatte Daniel Dobi gerade der Wandervirus gepackt. Dabei ging es ihm wie seinen Vergolderkollegen zur Zeit des Barocks, die von 13 Lehrjahren ganze sechs als Wandergesellen verbrachten. In Berlin stiess Dobi auf die Vergolderin Marlis. Sie zogen nach Bern und stellten eine Weile ihr Können bei Onkel Dobiaschofsky unter Beweis. Als dieser sich aus dem Rahmen- und Vergoldergeschäft zurückzog, beschlossen die beiden, in der Berner Altstadt ein eigenes Atelier auf die Beine zu stellen.

Seitdem sind 16 Jahre vergangen, die Familie Dobi hat sich zu einem Quartett erweitert, dessen jüngste Sprösslinge - in Schule und Krippe - tagtäglich Matte-Ambiente schnuppern. Dobi 's Vergolderei ist zu einem Mekka für jene Kunden geworden, die selbst für einfache Rahmen auf handwerkliches Können und künstlerisches Flair setzen, statt auf Fabrikware per Laufmeter. Es braucht ein gerüttelt Mass an Ideenreichtum, um mit einem speziell gestalteten Rahmen jedes Bild individuell zur Wirkung zu bringen. Woraus schöpfen die beiden ihre Kreativität? «Eine Quelle der Inspiration sind für uns Besuche in Galerien und Museen, vor allem auch in Italien», erklärt Marlis Dobi. «Aber ebenso Bücher; mein Mann verschlingt jedes neue Werk über Rahmen und Vergolden.» Interessieren sich Junge noch für diese Kunst? «1 a, wir haben schon Lehrlinge ausgebildet. Aber oft haben Interessierte wenig realistische Vorstellungen dieses Berufs», meint Daniel Dobi. «Rahmen und Vergolden heisst nicht nur kreativ tätig sein, eigene Ideen verwirklichen, sondern auch, den ganzen Tag in gebückter Haltung im Atelier arbeiten, im Schein von Neonröhren, deren Licht nicht so tiefe Schatten wirft wie elektrische Birnen.» «Aber für uns überwiegen die angenehmen Seiten, die Herausforderung, sich jeweils einer neuen Aufgabe zu stellen, und der Kontakt mit den Kunden», ergänzt Marlis Dobi. «Am liebsten würden wir die Werkstätte an die Strasse verlegen, damit uns Passanten bei der Arbeit zuschauen und Fragen stellen können.» Über die Schulter gucken und Fragen stellen ist bei Dobi's erlaubt, auch wenn das Atelier (noch?) nicht unter freiem Himmel steht!

Elsbeth Heinzelmann

Planet love - Erotik "anders" serviert!

«Ich will keinen Sex-Shop, sondern eine gemütliche Atmosphäre schaffen», erklärt Planet love-Initiantin Katrin Dällenbach. «Hier sollen Frauen ungeniert ihren BH oder Slip aussuchen und fern neugieriger Blicke ausprobieren können.» Tatsächlich empfängt uns im Verkaufsladen unter den Lauben, an der Gerberngasse 36, eine angenehme Ambiente mit warmem Holzparkettboden und hellem, lichtdurchfluteten Geschäft.

Natürlich sind auch heisse Lack- und Lederbekleidung, originelle Pariser, Liebeskugeln, Vibratoren aus hautfreundlichem Silikon in verschiedenen Farben und handgefertigtes SM-Zubehör vorhanden. Die Spezialität der gelernten Damenschneiderin sind attraktive Dessous. «Eine Frau braucht bloss Mut, originell zu sein, aber keine Mannequin-Figur», beteuert Katrin Dällenbach. Sie arbeitet mit einer Zürcher Designerin in Deutschland, die ausgefallene Dessous bis Grössen 50 herstellt. Mit ihrem Flair dafür, was schick und modisch ist, berät die Mutter einer zwölfjährigen Tochter den Kunden auf der Suche nach einer flotten Geschenkidee, und Besucherinnen, für die sie jeden Donnerstag den Abendverkauf exklusiv reserviert hat. Dann heisst es: Zutritt für Männer verboten!

Den Einstieg in das Erotikgeschäft gelang ihr als Verkäuferin des früher hier ansässigen Orion-Geschäfts. Als dieses in Konkurs ging, beschloss sie mutig, den «anderen» Erotikladen aus der Taufe zu heben. In der Welt des Eros geht es eher um die geistig-seelische Komponente des Liebeserlebens im Gegensatz zur rein sinnlichen, sexuellen Vereinigung. Lustiges zum Thema Sex, in guter Qualität, kein billiger Ramsch, lautet die Devise. «Mich haben immer alle Aspekte der Sexualität interessiert», bekennt sie offen. Kama-Sutra - nach dem indischen Gott der Liebe Kama - sind duftende Essenzen benannt, die laut Katrin Dällenbach nicht nur erfrischend und anregend wirken, sondern subtile körperliche Sensationen hervorrufen. Die Körperöle und -puder duften nach Honig, Kirschen, Mandeln bis zu Vanille und Kokos.

«Etwas mehr Fantasie ins Liebesleben bringen - das tut jeder Ehe gut», rät die gewiefte Geschäftsfrau und meint ergänzend: «Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Leute sich mit ihrer Sexualität auseinander setzen (wollen)! Immer wieder erfahre ich von Missverständnissen, Schwierigkeiten und Problemen, welche wir (fast) alle mit dem Umgang unseres Partners haben. Obwohl ich keine ausgebildete Therapeutin bin, kann ich doch oft mögliche Lösungen aufzeigen - die übrigens auch von Männern geschätzt werden!»

Redaktion Matte-Zytig

Neuer Wind für die

"Matte in Blumen"?

Unauffällig bewegen sich zwei Gestalten mit schussbereiter Kamera durch die sommerliche Matte, blicken da und dort zu den Fenstern hoch, tauschen Bemerkungen aus, kritzeln Notizen in ein kleines Büchlein. Nein, die Rede ist nicht von Sherlock Holmes und seinem treuen Doktorgefährten, sondern von Heidi und Willy Iseli. Seit über 15 Jahren kümmern sie sich in der Vereinigung Bern in Blumen darum, dass «grüne Daumen» im Quartier berechtigte Lorbeeren ernten. Wie gehen Sie vor? <

Blumen statt Plastik
«Es geht nicht darum, die teuersten Blumenarrangements zu prämieren, sondern die Initiative,» erklärt Willy Iseli. «Dabei reicht es nicht, einfach ein Kistli Geranien vors Fenster zu stellen, sondern es gilt, einen schönen Gesamteindruck zu vermitteln. Nur ja keine Plastikgeranien oder halb versärbelte Nadelgewächse!» Zwischen dem 1. August und dem 6. September durchstreifen die beiden ein paar Mal die Aarerepublik. «Nur an einem einzigen Stichtag zu bewerten, wäre ungerecht», meint Heidi Iseli. «Oft stehen die einen Pflanzen schon in voller Blüte, die Nachzügler entfalten erst 14 Tage später ihre Pracht.» Wenn es um Blumen geht, sind die Iselis in ihrem Element, denn an der Badgasse, gleich neben dem Restaurant zum Zähringer, pflegt und hätschelt man Geranien ganz besonders. Nach der Überwinterung auf dem hellen, geschützten Estrich, werden sie im Februar auf den Balkon gezügelt und sorgsam zugedeckt. Tüftler Willy hat eigens ein pfiffiges Bewässerungssystem aus der Taufe gehoben, das seine Pflänzchen je nach Bedarf mit dem nötigen Nass versorgt.

Gerangel um Preise

Aber den Blumenschmuck der lieben Nachbarinnen zu bewerten, ist auch für sie oft eine heikle Aufgabe: «Durch die ineinandergeschachtelte Bauweise der Altstadt ist es manchmal schwierig, mit Sicherheit zu sagen, welcher Hinterbalkon nun zu welchen Besitzern gehört», erklärt der ehemalige Automechaniker. Er hat deshalb einen genauen Plan angelegt, Namen eingezeichnet und hält räumliche Gegebenheiten - wo nötig - im Bilde fest. Trotz gutem Willen kann es aber schon mal zu Reibereien kommen, wenn ein Hobby-Gärtner leer ausgeht und sich gleich erbost bei der Stadtgärtnerei über die erlittene Ungerechtigkeit beschwert. Dabei spielt man gerne mal mit gezinkten Karten: «Es wurden schon Aufnahmen vom Blumenschmuck als Beweis an das Prüfungskomitee gesandt», erinnert sich Willy Iseli. «Aber es handelte sich um nachgestellte Szenen von Fenstern mit Blumen, wo wir bei unserem Rundgang gar keine antrafen.» Nicht ganz unproblematisch ist ebenso die Überreichung der Preise. «Es hat immer Zeitgenossen, bei denen das Geschenk nicht auf Gegenliebe stösst», erzählt Heidi Iseli. «Mit der Berner CD konnten zum Beispiel gerade viele ältere Leute nichts anfangen, da sie kein Abspielgerät haben.» Zwar steht es jedem frei, Vorschläge für Preise einzureichen, doch die Wahl trifft die Vereinigung von Bern.

Blumenmüde Mätteler?

André Wyttenbach

Seit dem Sommer 1998 wirkt Andre Wyttenbach bei der Prämierung in der Matte mit. Er ist bei der Stadtgärtnerei für die Aktion «Bern in Blumen» zuständig. Die Blumen-Dekorationen der Matte und der 10 anderen Innenstadtkreise - nämlich alles, was von der Aare umflossen wird - werden ohne Anmeldung von Prämierungskomitees beurteilt, während Blumenfreunde in den Aussenquartieren ihre Teilnahme beantragen müssen. Worauf kommt es für die Bewertung an? «Beurteilt wird in erster Linie die Wirkung im Strassenbild», orientiert der Verantwortliche der Stadtgärtnerei, der hauptamtlich die Schrebergärten in den 27 Stadtberner Distrikten - insgesamt 2300 Parzellen - betreut. «Es zählt nur, was öffentlich zugänglich, also zu sehen ist. Nicht einsehbare Privatgärten prämieren wir natürlich nicht. Massgebend sind Aufwand und Anordnung, sowie Pflege und Dekoration. Total gibt es 10 Punkte, Auszeichnungen erhalten die Noten 8, 9 und 10.» Für seine Bewertungsrundgänge ist er auf Mitarbeiter, Vertreter des jeweiligen Leistes, angewiesen. Dem Einsatz der Iselis zollt er lobende Worte: «Die machen ihre Sache sehr gut Alles ist prima vorbereitet, mit Zeichnungen und Fotos erläutert, was gerade in der Altstadt eine grosse Hilfe ist.»

 

Gesucht: Experimentierfreudige
Wie beurteilt er die Motivation der Mätteler, ihr Quartier mit sommerlichem Flor zu schmücken? «Die Tendenz ist leider rückläufig», bedauert Wyttenbach. «Kamen im Jahr 1997 noch 161 in die Bewertung, waren es letztes Jahr nur noch 150, wobei wir die Bestnote 10 wesentlich weniger häufig vergeben konnten.» Wie lässt sich der Plausch am eigenen Mini-Gärtli wieder ankurbeln? «Vielleicht mit etwas Abwechslung, es müssen ja nicht immer Geraniumtöpfe sein», schmunzelt der Verantwortliche der Stadtgärtnerei. «So gibt der Verein Bärner Graniummärit sowie unser Sekretariat an der Monbijoustrasse 36 ein Verzeichnis von verschiedenen Balkonpflanzen ab, die je nach Standort in Frage kommen. Anderseits überlegen wir uns derzeit ein Konzept für naturnahen Blumenschmuck. Noch handelt es sich um ein Experiment, denn für diesen sollten wir eine separate Bewertung schaffen, da diese Pflanzen oft nicht so reich und so bunt blühen, wie wir es eben von Geranien gewohnt sind.» Nun, wir sind gespannt auf die Vorschläge der Stadtgärtnerei, aber ebenso darauf, ob sich die Mätteler diesen Sommer aus dem Busch klopfen lassen, um die «Matte in Blumen» zum Blühen zu bringen.

Mitteilung von Heidi und Willy Iseli
Den Preis Bern in Blumen 1998 haben folgende Matte - Bewohner gewonnen und noch nicht abgeholt: Herr Keller, Schifflaube 38, Frau R. Krähenbühl, Schifflaube 38, Herr Sandro Pischedda, Badgasse 49.


Wiederholung

Wohnung zu vermieten!

Über den Leist, aber auch über «fliegende» Zettel, werden immer wieder Wohnungen in unserem Quartier gesucht. Manchmal sind es gar Matte-Bewohner, welche eine kleinere oder grössere Wohnung suchen.

Wir im Leist erfahren nicht, ob und wo Mietwohnungen frei stehen! Diesem Umstand möchten wir Abhilfe schaffen und bieten uns an, für die Weitervermietung unsere Dienste anzubieten.

Ab sofort können Sie - als Hausbesitzer oder Bewohner - dem Leist solche Objekte anbieten: wir werden diese in der MATTE-ZYTIG publizieren - für MATTE-CARD Besitzer (Leist-Mitglieder) gratis! Entsprechende Interessenten leiten wir alsdann dem Anbieter (kostenlos) zur Auswahl weiter.

Offerten schriftlich an MATTE-LEIST,
Postfach, 3000 BERN 13 oder mündlich
über Tel. 3112878.


Korrespondenzadresse: Matte-Leist, Matte-Card-System
Postfach 29, 3000 BERN 13

Weitere Auskünfte:
Rene Stirnemann, Präs. Matte-Leist, Tel. 3112878

Redaktionsteam (in alphabetischer Reihenfolge): Buri Walter, Flury Alexandra, Gozzer Agnes, Heinzelmann Elsbeth, Margot Res, Preiswerk Stefanie, Stirnemann Rene, Wägli Werner und von Kaenel Paul.

Inserate, Satz und Druck: Bargezzi AG, Bern-Matte.


Die alte Kapelle in der Matte

(Fortsetzung von Mattezytig 98/3)

Das Matteänglisch ist mit der Geschichte der Matte verknüpft. Darum hat Res Margot mehrere Dokumente über die alten Zeiten der Matte studiert. In einigen Büchern wird auf eine sagenhafte Kirche in der Matte hingewiesen. Vor einiger Zeit hat nun Res Margot von Yvonne Hausammann (Architektin in der Matte) eine Kopie von Ausschnitten aus einem Buch von 1851 erhalten. Der Artikel ist auf seine Art einzigartig, und wird sicher einige alte und junge Mätteler interessieren. Res Margot hat die wichtigsten Stellen aus der Schrift von 1851 aus alter, für uns recht holprigen Sprache und Schrift übernommen. Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?

Die alte Kapelle an der Matte zu Bern
oder
Das erste Gotteshaus der Einwohnerschaft zur
Zeit des Stadtbaues im Jahre 1191.

Auf der Suche nach dem Standort des sagenhaften Gotteshauses schrieb der Verfasser der Schrift von 1851 ...an einen seiner Freunde, von dem ihm in dunkler Erinnerung geblieben war, derselbe hätte in seinen Kindesjahren das Schulhaus in der Matte (heute Gerberngasse 33, Annahme R.M.) bewohnt und bat ihn um Auskunft, ob er sich nicht besinne, jemals im Innern dieses Gebäudes etwas wahrgenommen zu haben, was darauf hinweisen könnte, dasselbe sei ursprünglich als Kirche zum Gottesdienste gebraucht worden. Auf diese Anfrage kam nun eine Antwort, die keinen Zweifel mehr übrig liess, dass die Mauern dieses Hauses der alten Kapelle angehört hätten. In dem sehr interessanten Briefe wurde zuerst auf den beachtenswerten Umstand Rücksicht genommen, «dass noch im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts (19. Jahrhundert, R.M.), das Haus selbst, nur bis unter die Dachtraufe, der einen Behörde angehörte, der übrige Umschwung der andern, der eine Teil der Stadt, der andere dem Kanton. Die Ursache davon scheine in der isolierten ursprünglichen Bestimmung des Gebäudes zu liegen. Der wichtigste Umstand sei jedoch folgender: hinter dem Schulzimmer im Erdgeschosse (von seiner Erweiterung über den ganzen massiv gemauerten Umfang hin des wohl ursprünglichen Gebäude) befanden sich zwei Kämmerchen, das eine mit Seitenfenster gegen die Stadt zu, tiefer liegend, als das übrige Erdgeschoss, in welchem sich auf der Seite gegen Abend eine in die Mauer eingehende Nische von der Grösse einer Türhöhlung, und in dieser ein uraltes Ölgemälde befand, eine weibliche Figur; vermutlich eine Madonna vorstellend,. die sandsteinernen Türen und Fenster seien sämtlich modern und von alten Kirchenfenstern lassen sich keine Spuren mehr merken. Allein die Grösse des Mauerwerks wie die Höhe, der Anbau eines bloss flüchtigen Riegwerks, die isolierte Lage des Gebäudes, innerhalb der Linie der übrigen Häuser:; und die Einfassung des Gartenraumes gegen die Gasse, mit einer Kirchhof- oder Klosterähnlichen Mauer, führen sämtlich auf die nämliche Vermutung. Für ein Einsassenschulhaus würde man nicht so massiv gebaut haben. Wenn sich auffinden liesse, was zwischen der Reformation und seiner Umwandlung zum Schulhause gewesen sei, so könnte man noch klareren Aufschluss erhalten. im Betreff des anstehenden Gartens habe man gehört, dass bisweilen in demselben menschliche Totengebeine aufgefunden worden seien.»

Auf obigen verdankenswerten Bericht wendeten wir uns an den Herrn Stadtlehenskommissär, demselben die Notizen mitteilend, und ersuchten ihn um Auskunft, zu welchem Gebrauche das bezeichnete Gebäude, ehe und bevor dasselbe in ein Schulhaus umgebaut worden wäre, benutzt worden sei, in dem Zeitraume zwischen der Reformation und dem Umbau des Hauses? Die Antwort, welche uns gefälligst zugesendet wurde, bestätigte vollkommen, dass das Mauerwerk des Schulhauses dasjenige der alten Kapelle gewesen sei; denn bis zum Jahre 1787 figurierte das Gebäude in den Stadtrechnungen unter dem Namen: «die alte Kapelle an der Matten.»

Damals hatte es ein Erdgeschoss, ein Stockwerk und einen Estrich samt Dachung. Bei einem zur Zeit des Umbaus stattgehabten Augenscheine zeigte es sich, dass im Erdgeschoss ungefähr 50 Mütt Kernen, auf dem Boden des ersten Stockwerks 100 Mütt und auf dem Estrich 50 Mütt waren. In dem daherigen, von Bauverständigen abgegebenen schriftlichen Befinden hiess es: «Die alte Kapelle ist einem jeweiligen Schaffner des Frienisbergerhauses als Kornhaus zugelegt worden.» (Bericht des Bauamts an den Schulrat d. d. 31. Januar 1787).

Um dieselbe Zeit ging man mit dem Plane um, für das Mattenquartier ein neues Schulhaus einzurichten. Verschiedene Gebäude in diesem Revier wurden der Regierung zum Kaufe angeboten um die Summe von 3000 und 4000 Pfund. Die Stadtwerkmeister fanden jedoch, die angetragenen Häuser würden allzugrosse Reparationskosten erfordern, und rieten deswegen an, «die alte Kapelle, deren Mauerwerk sehr solide sei, in ein Schulhaus umzuwandeln, was mittels der Kosten von 1503 Kronen, 12 Batzen, 2 Kreuzern sehr füglich bewerkstelligt werden könne.

Die geräumige Lehrstube komme ins Erdgeschoss, sodann ins erste Stockwerk eine Stube, Nebenstube und Küche für den Schulmeister,. und damit etwa Klage von Seite des Frienisberger Schaffners wegen Beschädigung des Gartens durch Schulkinder vermieden würden, so möchte es zweckmässig sein, den Schaffner anstatt mit Benutzung des Gartens, mit einer Zulage an seinem Einkommen zu entschädigen und den Garten dem Schulmeister zu seiner Pension anzurechnen. »

Die Eigenschaft des Schulgebäudes machte, dass i.J. 1803 dasselbig durch die Dotationsakte der Stadt verblieb, während der Garten samt dem ganzen Frienisberger-Fundus, zu dem er gehörte, an den Kanton überging, bis ersterer i.J. 1810 auch der Stadt verkauft worden ist um 400 Schweizerfranken. Er hielt 7300 Quadratfuss und warf einen Zins von 25 Kronen ab.

Bearbeitung: Res Margot

 

Was geschah in den letzten 180 Jahren in den Mauern der ersten Kirche Berns, wie lebt man heute darin? Fortsetzung folgt in der nächsten Mattezytig.


Interesse an Matteänglisch

Das Interesse für unsere drei Geheimsprachen und für Matte als lebendiges Quartier ist gross. In den letzten Wochen besuchte die Schulkommission, Lehrer und Angestellte der Gewerblich Industriellen Berufsschule Bern GIBB die Matte. Im Elektrizitätswerk gab es zwei Referate über Gewerbe und Mätteler in Mittelalter und Neuzeit und über die Anfänge der Stromproduktion und -nutzung in Bern. Anschliessend begleiteten vier Fachspezialisten die Teilnehmer auf vier Pisten. Dabei war eine Gruppe auf der Spur des Matteänglisch. Sie wurden im angenehm geheizten Wöschhüsi von Res Margot in die Geheimsprachen eingeführt.

Gleiches Interesse zeigte der International Club Bern, der an seinem Mitglieder-Treffen im Säli des Zähringers auch die Matte-Kultur kennenlernen wollte.

Erfreulich ist auch ein ganzseitiger Artikel in der Tageszeitung «La Liberte» über die Matte, ihre Kultur, ihre Sprache und ihre aktuellen Probleme. In diesem Artikel von Ende Oktober wird gezeigt, dass die Leute auf der andern Seite des Röstigrabens an unserem Leben stark Anteil nehmen.

Dazu kommen mehrere Anfragen und Interviews von Studenten aus der ganzen Schweiz, die mit Erfolg Arbeiten über das Matteänglisch machen.


Matte - Nysch

Res Margot führt durch die alte und neue Matte. Dazu sind alle Matte-Engländer, Matte-Freunde, Moossen und Rachen, Modis und Giele herzlich eingeladen. Donnerstag, 29. April 1999 Besammlung: 18.30 Uhr, Münsterplattform, beim Senkeltram. Dauer: zirka 11/2 Stunden. Die Führung ist gratis.

Res Margot

 


Matteänglisch Kurs

Verschiedene Rache und Moosse, junge und alte, haben in den letzten Monaten gebeten, dass der Kurs weitergeführt wird. Dabei sollen wiederum Könner und Einsteiger miteinander das Matteänglisch pflegen. Dabei werden sicher auch wieder Geschichten und Geschichte der Matte nicht zu kurz kommen. Buch Matteänglisch, Bargezzi-Verlag (bei Bargezzi, Augsburgerlädeli oder im Buchhandel) bitte mitbringen. Der Kurs ist gratis und beginnt mit einem Matte-Nysch (Führung durch die Matte).

Interessenten sollen sich bitte mit dem Anmeldeformular bei Res Margot anmelden.

Res Margot

 


Matte - Bus

Abfahrten ab Wöschhüsi, ganze Woche 
20 - 50
22 - 05 - 20 - 35 - 50
23 - 05 - 20 - 35 - 50

Abfahrten ab Loeb-Egge
20 - 45
21 - 00 - 15 - 30 - 45
22 - 00 - 15 - 30 - 45
23 - 00 - 15 - 30 - 45


Matte - Rezepte!

Übrigens wurden die drei ersten gluschtigen Kochrezepte durch Res Margot, YW Matte und dem Matte-Lädeli zusammengestellt und liegen dort auf Matteänglisch und in deutscher Übersetzung gratis auf. Die Bestandteile dieser Rezepte findet man selbstverständlich in den Läden der Matte (Ausnahme: wo gibt es Sherry?). Die drei ersten Menüs: Irdhe-ipfu-e inde Itzschne (Härdäpfel und Schnitz) und Irbis-che Ippese I und II (Kürbissuppe I und II).

Ä Ietege (ä Guete)!

Isure Irmeitge - Res Margot

 


Das neue Kornhaus

In finanziell schwierigen Zeiten, wo sich die Finanzdirektion gelegentlich mit dem Ruf konfrontiert sieht, die Stadt müsse jetzt im kulturellen Bereich kleinere Brötchen backen, darf die Stadt Bern sich wirklich freuen, dass das Kornhaus eröffnet werden konnte. Es erfüllt einem mit Genugtuung, mitten in der Stadt ein Zentrum für schöpferische Ideen zu haben. Mit dem Kornhaus wurde das neue Forum für Medien und Gestaltung eröffnet, das im restaurierten Stadtsaal im 1. Stock ein vielfältiges Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zu den Themen Gestaltung, Architektur, Design, Neue Medien, Video, Fotografie, angewandte Kunst und Musik anbietet.

Das zentral gelegene Haus soll anderen Veranstaltern zur Verfügung stehen, zum Beispiel für Rahmenveranstaltungen zu kulturellen Grossereignissen wie dem aua-Theaterfestival, dem Taktlos-Festival oder den Berner Tanztagen. Umgekehrt will das Forum für Medien und Gestaltung seine eigenen Ausstellungen und Veranstaltungsreihen mit einem attraktiven Rahmenprogramm begleiten, das gemeinsam mit spezialisierten Kulturpartnern entwickelt wird. Wie sich das Leitungsteam diese Arbeit konkret vorstellt zeigte es exemplarisch mit seiner Eröffnungsausstellung. «Detail-Design- Die Liebe auf den zweiten Blick» und dem Begleitprogramm.

Nebst dem kulturellen Schwerpunkt im Stadtsaal mit vier bis sechs Ausstellungen im Jahr und regelmässig stattfindenden kleineren und grösseren Programmreihen können die Räumlichkeiten des Forums für Medien und Gestaltung für öffentliche und private Anlässe gemietet werden, damit der Stadtsaal zu einem offenen Ort für die Bevölkerung werden kann. Die Mieteinnahmen fliessen dabei direkt in die Programmgestaltung des Forum für Medien und Gestaltung. Trotz der angestrebten Offenheit soll der neue Kulturort im Kornhaus nicht zu einem «Je-ka-mi» verkommen. Im Gegenteil: Erwünscht sind öffentliche Veranstaltungen Dritter, die einen Beitrag dazu leisten, das Kornhaus als einen Ort zu profilieren, wo auf hohem Niveau spartenübergreifend über einen breiten verstandenen Begriff Medien und Gestaltung nachgedacht wird.

Partner, mit denen das Leitungsteam sein Konzept der Vernetzung umsetzen will, sind sowohl die etablierten Institutionen, wie die Berner Museen als auch die zeitgenössischen Kulturorte Dampfzentrale, Schlachthaus-Theater, Reitschule, sowie ausgewählte Programm-Kinos. Die Zusammenarbeit mit den Kulturpartnern wird und soll das Programm des Forums für Medien und Gestaltung prägen. Ein Partner der ersten Stunde ist das Forum für Gestaltung, das aus dem Zusammenschluss des Architektur Forums Bern (AFB), des Schweizer Grafiker Verbands (SGV), der Ortsgruppe Bern des Schweizerischen Werkbundes (SWB) und der Schule für Gestaltung (SFGB) entstanden ist. Diese Institution und Verbände beschlossen 1995, ihre Öffentlichkeitsarbeit abzustimmen und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Als Ort für ihre Veranstaltungen . zu aktuellen und grundsätzlichen Fragen der Gestaltung war von vornherein das Kornhaus vorgesehen. Das Architektur Forum Bern wurde 1992 gegründet. Es hat seither in vielbeachteten Vortragsreihen dazu beigetragen, die Auseinandersetzung und den Erfahrungsaustausch über Architektur in die Öffentlichkeit zu tragen und ein breites Publikum für Baukultur, Städtebau und Planungsfragen zu sensibilisieren. Auch in Bezug auf Musik ist einiges zu erwarten. Wir freuen uns, eine solche Institution im Zentrum von Bern zu haben.