Die Berner Matte - Archiv

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Matte Zytige ab 1981

Matte-Zytig November 1998

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe November 1998


Inhaltsverzeichnis


Alles Gute kommt...

Nachdem das Nachtfahrverbot - wahrscheinlich die wirksamste Lösung unserer Nachtlärm- und Parkproblemen - leider nicht realisiert werden kann, erarbeiteten wir eine Alternativlösung:

Nächtliche Einbahnstrasse!
Das Erfreulichste dabei ist, dass die Polizeidirektion unseren Vorschlag wohlwollend zur Überarbeitung entgegengenommen hat. An unserer

öffentlichen Versammlung vom 18. Januar
werden Sie die Details hierzu erfahren und sich nochmals äussern können. Möglicherweise wird zur Realisierung wiederum einige Zeit verstreichen! Immerhin ist es denkbar, dass das Parkierungsproblem
vorher über die Blaue Zone endlich gelöst werden kann; alternativ könnte die «europataugliche» Weisse Zone in Frage kommen, welche gewerbefreundlicher ausgelegt und auch nachts wirkt. Bereits vor vier Jahren äusserten wir den Wunsch eines

Auffangnetzes bei der Plattform.
Nun ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen! auch wenn dadurch das Problem der Todesstürze nicht gelöst ist, scheint uns doch die Situation an der Badgasse nicht vergleichbar mit anderen «Plätzen». Ein weiterer Höhepunkt in unserem Quartier steht mit den

Matte-Cards
bevor. Ich hoffe dass es uns gelingt, allen Leist-Mitgliedern diese termingerecht zuzustellen. Weitere Informationen ersehen Sie ebenfalls im Innenteil der MATTE-ZYTIG.

Auch wenn vorerst die Angebote und Vergünstigungen noch nicht sehr reichhaltig sind, bedeutet dies doch ein wichtiger Schritt zur intensiveren Zusammenarbeit, Zugehörigkeit und Förderung der Interessen des Matte-Gewerbes und seiner Bewohner. Die Liste der «Angebote» wird in jeder MATTE-ZYTIG wieder neu definiert und ausgebaut. Gleichzeitig starten wiederum unsere offenen

Adventsfenster.
Wir möchten dabei unterstreichen, dass diese ebenso das Ziel anstreben, uns gegenseitig kennen zu lernen! Und diese Möglichkeit steht allen Matte-Bewohnern offen - nicht nur Leist-Mitgliedern! Persönlich erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass die Begegnungen im Sinne eines Aperos gedacht sind und nicht als Nachtessen! Die «Reihe» der Adventsfenster wird eröffnet Dienstag, 1. Dezember, mit dem Matte-Höck im Wöschhüsi (ab 19.00 Uhr). Von 18.00 - 19.00 Uhr wird auf dem EWB-Bödeli ein künstlerischer Brunnen eingeweiht - mit einem Gratis-Glühwein!

Wir freuen uns auf möglichst viele neue Bekanntschaften!

Im Namen des Redaktionsteams und des Leistes wünsche ich allen Lesern

frohe Festtage und ein glückliches, neues Jahr!

Rene Stirnemann, Präs.

Departement des Äussern Paul von Kaenel

"Nume dra dänke, isch scho schön..."

von Paul von Kaenel.

Immer wenn es hier - auch in der Matte - nass und grau wird, muss ich mich an Erinnerungen klammern, die das Nass und Grau erträglich machen. Eine solche Erinnerung ist auch eine Reise, die ich vor Jahren getätigt habe und von welcher ich eigentlich nie mehr ganz zurückgekehrt bin. Begonnen hat es eigentlich ganz harmlos. Geplant war eine Reise in die von mir hochgeschätzte und geliebte Toskana. Nichts sonderlich Originelles, und doch immer wieder erlebenswert. Der Einstieg in diese Tage in der Toskana war das einzige, das geplant war. Ausgangspunkt Bologna. Hinter Bologna bietet sich - noch auf der Seite der Emilia - Romagna - Abfahrt Roncobilaccio an. Von dort führt die Strasse nur ein paar Kilometer durch einen rauhen Gebirgsabschnitt des Apennin bis zum Futa-Pass auf ca. 950 Meter Höhe. Hinter diesem Höhenzug erstreckt sich das Mugello, ein abgelegenes Tal, das meine Sinne belebt hat, und mich nie mehr losgelassen hat. Tradition und Handwerk werden hier noch gelebt. Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben. Unweit von Scarperia liegen das «Autodromo», die berühmte Formel-1-Rennpiste des Mugello-Tals, und viele malerische Ortschaften wie Borgo San Lorenzo am Weg. Von hier aus kann man einem Fluss - Sieve - bis Rufina und Pontassieve folgen und bei Incisa wieder auf die Autobahn Richtung Rom fahren. Möchte man aber lieber Florenz besuchen, lohnt sich die Besichtigung von ein paar Landvillen entlang der Strada 65, die vor 4- 500 Jahren von den Medicis als Sommerresidenzen erbaut worden waren. Zu nennen wäre das Castello in Cafaggiolo, eine von Zypressen umgebene Villa in Trebbio und die Villa Demidoff in einem weitläufigen Park. Da verlässt man schon gerne mal die Gegenwart und beginnt zu schwelgen.

Über Careggi, ein Medici-Palazzo, der heute als Verwaltungstrakt eines Spitals dient, oder die andere Variante: über die Etruskerstadt Fiesole in Richtung Florenz. Eine wunderbare Gegend, in der man sich verweilen kann ...

...und da kommt mir noch die Panoramastrasse über den Abetone-Pass bis Lucca in den Sinn. Wenn man eine gemütliche Reise vor sich hat, mit Zeit für den einen oder andern Abstecher und doch letztendlich ans Mittelmeer will, kann man zum Beispiel schon bei Modena die Autobahn verlassen. Über die kurvenreiche Bergstrasse von Pavullo geht es bis auf sagenhafte 1400 Meter zum Abetone-Pass. Hier befindet sich übrigens eines der schönsten Naturschutzgebiete Mittelitaliens. Via Cutigliano gelangt man nach San Marcello. Hier kann man einen Zwischenhalt bei den sehenswerten Thermalbädern Bagni di Lucca einlegen, wo es sich einst auch schon Napoleons Schwester und der Deutsche Heinrich Heine gut gehen liessen. Über die elegante «Teufelbrücke» Ponte della Maddalena am Südrand der Garfagnana bei Borgo a Mozzano gelangt man dann nach kurzer Fahrt nach Lucca. Und da beginnt eine neue Geschichte. Wenn ich an die Weite, die Wälder, die wunderbaren Häuser und Residenzen denke, entschwinde ich in eine Welt, die das Träumen noch zulässt und lebt. Danke, dass sie mich auf meiner Reise, weg von allen Grautönen und Pfützen, ein wenig begleitet haben.


BRIEFE ins Ausland

Liebe Brit
Du hast mich in Deinem letzten Brief gefragt, ob mir das Stadtleben immer noch gefällt, und ob ich in meinem Quartier wirklich zu Hause sei.

Ich werde gern in den nächsten Briefen auf Deine Fragen zurückkommen und Dir unser Quartierleben etwas beschreiben. Doch um es vorweg zu nehmen: ja, ich bin auch noch nach einem Jahr sehr glücklich, in dieser Stadt und besonders in diesem Stadtteil zu leben!

Gerade passend war der Monat Dezember der erste Monat am neuen Wohnort: bald erfuhr ich nämlich von der Adventsfensteraktion und nutzte die Gelegenheit, verschiedenste meiner neuen Nachbarn kennenzulernen. Ich freute mich sehr, dass nicht bloss eine «small talk» - Unterhaltung stattfand, sondern dass die Leute ihr Interesse an neuen Gesichtern zeigten. Bald war man per «Du» - und besonders schön ist, dass diese nachbarschaftlichen Bekanntschaften über den Jahreswechsel hinaus standhielten.

Liebe Brit
Du kannst Dir kaum vorstellen, dass man in der geschäftigen Stadt nachbarschaftliche Beziehungen pflegen kann ?

Weisst Du, manchmal sage ich einfach nur, dass die Matte wie ein eigenes Dorf in der Stadt ist. Es gibt Tage, da treffe ich jemanden am Morgen in einem der kleinen Quartierladen und abends in der «Beiz». Das Gefühl, nicht anonym zu sein, tut sehr gut. Ich glaube, es liegt in der Natur der Sache, dass man sich dort heimisch fühlt, wo man mit dem Namen angesprochen wird.

Das Einkaufen im Quartier empfinde ich ebenso persönlicher und bequemer als im Zentrum. Wenn Du das nächste Mal zu Besuch bist, werde ich Dir gern auch die verschiedenen Restaurants hier zeigen: durch ihre Vielfalt decken sie für Bewohner und «Auswärtige» viele unterschiedliche Bedürfnisse ab!

Liebe Brit
Ich blieb mit meinen Schilderungen in den Wintermonaten stehen. Mit der warmen Jahreszeit bekommt auch das gesellschaftliche Leben eine weitere Dimension: lange Sommerabende werden bei einem gemeinsamen Glas Wein verbracht, man winkt sich vom Balkon her zu oder man trifft sich auf dem Weg ins Marzili.

Die freundschaftliche Stimmung ist nicht nur innerhalb der Matte spürbar. Bern lebt im Sommer auf - und ich wünsche mir jeweils, dass dieses Bild von Bern nicht ganz vom Herbstwind weggeweht wird...

Liebe Brit
Ich glaube, Du kannst nun besser verstehen, weshalb ich gerne hier wohne. Aber Du hast recht: es darf nicht bei den netten Gefühlen bleiben. Ich wünsche mir, dass Nachbarschaft in der Matte weiterhin für Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und Solidarität steht. Ich glaube, dass wir in einer Zeit des immer stärker und wichtiger werdenden Individualismus solide Nachbarschaften und Freundschaften brauchen. Wir brauchen Geborgenheit und sind aufgefordert, Geborgenheit zu vermitteln. Ich hoffe, dass die Matte in diesem Sinn ihrem Charakter treu bleibt!

Stefanie Preiswerk

Nicht allen Zeitgenossen passt ein abgesichertes, aber unfreies Angestelltendasein mit starren Arbeitszeiten, (relativer) sozialer Sicherheit und geregelten Ferien. Immer mehr Risikofreudige wagen den Schritt in die Selbständigkeit. So auch Josef Sutter, der Swatch-Spezialist und Uhrendoktor in der Matte.

Fachmännische Hilfe, wenn's nicht mehr richtig tickt

Elisabeth Heinzelmann

Einmal sein eigener Herr und Meister sein, das hätte sich der angelernte Uhrmacher nicht träumen lassen, als er vor rund 25 (?) Jahren in einer Solothurner Uhrenfabrik sein Glück als Akkordarbeiter versuchte. «Das war alles andere als befriedigend», erinnert er sich. «Ich konnte immer nur einen kleinen Teil bearbeiten. Mich aber interessierte, die ganze Mechanik in den Griff zu kriegen.» So beschloss er, das Uhrmacherhandwerk von Grund auf zu erlernen. Es folgten (Gesellenjahre), in denen er für mehrere grosse Uhrenmarken tätig war. «Dies gab mir einen Einblick in die Eigentümlichkeiten verschiedenster Fabrikate, der mir heute noch nützlich ist», kommentiert Sutter. Doch als eines Tages ein Freund ihm vorschlug, den Uhrmacherberuf an den Nagel zu hängen und die Kunden seines Sportgeschäfts zu betreuen, lockte den begeisterten Skifahrer und Tennisspieler die Herausforderung. Doch trotz Verkauf von Sportartikeln blieb das Tüfteln an defekten Uhren seine heimliche Leidenschaft, der er im eigenen Atelier in seiner Wohnung manche freie Stunde widmete. Mit der Zeit verschlechterte sich jedoch das Arbeitsklima im Sportgeschäft, musste Sutter gegenüber den Kunden eine Verkaufspolitik vertreten, zu der er menschlich nicht stehen konnte. Was tun? Unterdessen wehte in der Uhrenbranche ein frischer Wind. Mit dem Aufkommen elektronischer Zeitmesser nahmen viele an, die mechanische Uhr habe nun endgültig das Zeitliche gesegnet. Junge Leute sahen keine Zukunft mehr im Uhrmacherberuf, und die Uhrenläden wollten nur noch rasch Kasse machen und sich vor Reparaturen drücken: der Dienst am Kunden war Nebensache. Hier bot sich eine echte Marktlücke für einen gewieften Uhrenspezialisten, der mit dem Innenleben unterschiedlichster Fabrikate vertraut war. Kurzum packte Sutter seine Chance. Recht bescheiden begann er, in den eigenen vier Wänden Uhren in Stand zu setzen, sich ein Renommee als kompetenter Uhrmacher aufzubauen. Schliesslich wurde ihm die eigene Bude zu eng, er machte sich auf die Suche nach einem Lokal in der Berner Altstadt. Seit zwei Jahren hat er sich nun in der Matte eingenistet, mausert sich der kleine Laden an der Gerberngasse 13 zum Mekka der Swatch-Liebhaber und Adresse für kränkelnde Uhren. Montag-, Mittwoch- und Donnerstagnachmittag ist er für seine Kunden da, daneben steht er Geschäften grosser Marken für Reparaturen zur Verfügung. «Man muss sich auf die Marktsituation einstellen, flexibel auf die Wünsche der Kunden reagieren», zieht Josef Sutter Bilanz. «Das kann ich aber nur, wenn ich auf selbständigen Füssen stehe und die Leute im eigenen Laden betreuen kann.»


Dass sich nicht nur Männer für die berufliche Unabhängigkeit entschliessen, zeigt ein weiteres Beispiel:

 

Bahn frei für flotte Ideen

Elisabeth Heinzelmann

Ein Blick in das originell hergerichtete Schaufenster und der Kenner weiss: hier sind kreative Geister am Werk. Am Nydeggstalden 4, im Grenzland zwischen Aarerepublik und unterer Stadt, haben zwei Power- Frauen der Haute Couture ihr Reich der Stoffe und Accessoires etabliert. Neue Modelle und Schnitte kreieren, ideenreich mit Stoffen und Zierat umgehen, das hat dem Duo der Couture Deux schon von Kindesbeinen an im Blut gelegen. «Das war überhaupt nie eine Frage», lacht die blonde Susanne Kocum, Sprössling einer österreichischen Musikerfamilie: «Ich wollte Schneiderin werden!» «Ein anderer Beruf stand für mich nie zur Diskussion», doppelt die dunkeläugige Margrit Walther nach. Ihr Handwerk hatten sie zuerst an der Frauenarbeitsschule von der Pieke auf erlernt. Susanne Kocum eignete sich dann die Hohe Schule der Haute Couture in einem Genfer Atelier an, blieb aber stets in Kontakt mit ihrem Berner Lehrmeister. Auf seinen Rat kam sie zurück als Ausbildungsassistentin, merkte aber bald, dass sie in diesem Angestelltendasein ihren Durst nach Kreativität und Selbständigkeit nicht stillen konnte. Geschickt nutzte sie aber diese Zeit an der Schule, um das eidgenössische Diplom in Damenschneiderei zu absolvieren. Unschlüssig über ihre Zukunft, kam sie eines Tages mit einer Leidensgenossin ins Gespräch: Margrit Walther hatte denselben beruflichen Weg gewählt, und war von ihrer momentanen Arbeit ebensowenig begeistert. «Wieso machen wir uns nicht selbständig?» schlug sie vor. Gesagt, getan. Auf der Suche nach einem originellen Raum für ihr Atelier spazierten sie eines Samstagnachmittags durch die Postgasse. Ja, dieses Kellerlokal, das sollte ihre erste (Werkstatt) sein. «Für uns kam nur die Altstadt in Frage», erinnert sich Susanne Kocum. «Vom Zytglogge aarewärts wirken die Leute viel entspannter, bummeln gemütlich und schauen sich die Schaufenster intensiver an.» Kurzum schlugen sie hier ihre Zelte auf, mit dem wenigen Inventar, das Schneiderinnen brauchen: Eine Nähmaschine, eine Büste, ein Bügeleisen - et voilà Aber das Atelier erwies sich bald als kühle Kellergruft, weshalb die beiden von Neuem auf die Suche gingen. «Zufällig stiessen wir auf das Geschäft am Nydeggstalden 4, dessen hintere Zimmer auf den Läuferplatz hinausgehen», erzählt Margrit Walther. «Das Quartier hat Charakter, es herrscht hier eine gute Stimmung; wir waren sofort begeistert.» Offenbar hält diese Begeisterung an, denn bald können die beiden unternehmungslustigen Kleidermacherinnen '12 Jahre Nydeggstalden', feiern. Wie bekommen Kundinnen aber Wind von dieser Adresse, rühren doch die beiden nie die Werbetrommel? «Nur mit Mund-zu-Mund- Propaganda», erklärt Susanne. «Wir bemühen uns, auf die Kundin einzugehen, ihren Typ herauszufinden und diesen durch qualitativ hochstehende Kleidung individuell zur Geltung zu bringen.» Und da selbst in Boutiques der Luxusklasse Qualität und Betreuung immer mehr zu wünschen übrig lassen, haben die pfiffigen Schneiderinnen alle Hände voll zu tun. Dazu gehört, auch Neues zu erspähen: Um stets in der Modebranche die Nase vorn zu haben, stehen sie in regen Kontakt mit einem versierten italienischen Stoff- und Accessoires-Lieferanten. Seit Susanne's Schwester aus England ein paar ihrer fantasievollen, selbstkreierten Hüte im Schaufenster platzierte, läuft auch dieses (Geschäft) auf Touren. Und wenn sich mal wieder die Aufträge zu stapeln beginnen, greift Mutter Kocum helfend ein und es wird Nacht- oder Wochenendschicht eingelegt. «Das macht uns nichts aus», versichert Susanne Kocum. «Denn wir haben riesige Freude an unserem Beruf.» Margrit Walther nickt: «Ein paar Tage weg, und schon sehne ich mich nach meiner Arbeit im Couture Deux.


Grippe? Nein Danke!

Winter, für die einen die schönste Jahreszeit im Jahr, für die anderen bedeutet er: «Achtung Grippengefahr!» Das muss überhaupt nicht sein. Mit nachstehenden Präventionstipps kann sich jeder Mann, jede Frau durch täglich kurzen Zeitaufwand schützen.

Was versteht man unter Abhärtung?
Abhärten trainiert Haut und Organismus, auf die verschiedensten Reize richtig zu reagieren. Krankmachende Einflüsse wie Wetterumschlag, thermische Reize, Schadstoffe in Luft und Nahrung, Keime, Viren und Bakterien kann ein abgehärteter Mensch abwehren. Über die Haut erreicht man unzählige Nervenenden, sowie Haut- und Unterhautgefässe. Wasser-, Luft- und Lichtreize können in der Haut spezifische und unspezifische Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger bilden und speichern, um sie notfalls abzugeben. Aber eben nur dann, wenn Haut und Organismus lernten, richtig zu reagieren, das heisst abgehärtet wurden.

Die Haut und die aktive Gesundheitspflege
Fast alle natürlichen Lebens- und Heilreize wenden sich an das Organ Haut. Sie ist nicht nur Schutzdecke für unseren Körper, sondern auch ein lebenswichtiges, leistungsfähiges Organ mit verschiedenen Aufgaben. Sie ist der Spiegel für Gesundheit, Schönheit und Leistungsfähigkeit.

Funktionen der Haut
Regulierung der Körperwärme

Die Haut stellt sich durch ihr Gefäss-Spiel auf äussere Temperaturen ein. Trifft Kälte unsere Haut, bildet sie entweder neue Wärme, vermindert die Abgabe vorhandener oder reagiert mit Gänsehaut. Bei zuviel Wärme wehrt sie sich mit Schwitzen.

Bildung von Abwehrstoffen gegen Krankheitserreger
In der Haut können Abwehrstoffe gebildet, gespeichert und im Krankheitsfalle abgegeben werden. Die Haut hält Mineralsalze bereit, die für unsere Gesunderhaltung von grosser Bedeutung sind. In der Haut bildet sich, unter Einwirkung des Sonnenlichtes, Vitamin D.

Schutzfunktion
Fett lagert sich in die Unterhaut ein und dient dem Organismus als Schutzpolster und Isolierschicht und bestimmt die Dicke der Haut. Die gesunde Haut lässt keine Schmutzteilchen und Krankheitserreger eindringen. Durch zu häufiges Waschen mit alkalischer Seife kann aber ihr Säureschutzmantel zerstört werden.

Ausscheidungsorgan für Schlacken des Organismus
Durch die unsichtbare Hautatmung verlassen täglich verschiedene Abfallprodukte den Körper: Wasser, Schweiss und Stoffe, die sonst mit dem Harn ausgeschieden werden. Starkes Schwitzen kann zur Entgiftung beitragen, besonders dann, wenn die Nierenarbeit gestört ist.

Schaltstelle für den Blutkreislauf
Jede Durchblutungsänderung in der Haut hat Rückwirkung auf die Durchblutung des ganzen Organismus und auf das Herz.

Schaltstelle für das Nervensystem
Die Haut als Sinnesorgan mit ihrer Tast- und Temperaturempfindung ist auch Schaltstelle für das Nervensystem und Empfangsstelle für andere Reize, die insbesondere auf den Stoffwechsel, die Vitaminbildung und das gesamte Wohlbefinden des Menschen einen nachhaltigen Einfluss ausüben. Zum Beispiel führt eine vernünftige Besonnung der Haut bei Verstimmung über eine wohlige Durchblutung zu einer seelisch-geistigen Anregung und damit zu einer positiven Stimmung.

Aufnahmeorgan
durch die Haut werden Stoffe wie Badezusätze, Körperöle und Einreibemittel aufgenommen.

Wie wirkt eine kalte Waschung?
Regelmässig durchgeführte Waschungen wirken abhärtend, beruhigend und nervenstärkend. Sie verbessern die Hautdurchblutung und wirken entlastend auf Herz und Kreislauf. Bei Kreislaufstörungen wirken sie heilungsfördernd und regulierend. Sie stabilisieren den Wärmehaushalt, regen Stoffwechsel und Ausscheidung an und bewirken eine Harmonisierung im vegetativen Nervensystem. Akute Infektionskrankheiten verlaufen milder und rascher. Die kalten Waschungen können auch als örtlich gezielte Massnahmen zur Verdauungsförderung, als Einschlafhilfe oder zur Fiebersenkung in Serienwaschungen angewendet werden.

Voraussetzungen für die kalte Waschung
Nie eine kalte Waschung auf kalte Haut! Für die kalte Waschung muss der Körper gut warm sein. Wird die Waschung am Morgen durchgeführt, ist diese Bedingung durch die vorhandene Bettwärme gegeben. Am Abend legt man sich vor einer kalten Waschung am besten zur guten Durchwärmung eine Viertelstunde ins Bett oder bewegt sich ausgiebig. Der Körper wird nur soweit entkleidet wie unbedingt nötig. Der Raum soll angenehm temperiert und zugfrei sein. Bei der Waschung darf man nicht frösteln.

Durchführung einer kalten Waschung
Bei Fieber oder bei kälteempfindlichen Menschen soll temperiertes Wasser von 18-22 Grad verwendet werden, um einen Kälteschock zu vermeiden. Ein Leinenwaschtuch oder ein Leinenhandtuch falten wir auf Handgrösse, tauchen es in kaltes Wasser und drücken es nicht allzustark aus, so dass es nicht mehr tropft. Mit leichtem Druck ziehen wir einen Wassermantel über die Haut. Beim Waschen wird das Leinentuch öfters gewendet und bei Warmwerden zwischendurch wieder in das Wasser getaucht.

Die Waschdauer
Die Waschung wird zügig durchgeführt, jedoch ohne zu hasten. Eine Ganzwaschung dauert eine bis höchstens zwei Minuten.

Nachbehandlung und Wiedererwärmung
Nach der Waschung nicht abtrocknen. Sofort zurück in das warme Bett gehen oder sich mit Naturfasern bekleiden und tüchtig bewegen.

Die Oberkörperwaschung
Die Oberkörperwaschung regelt als milder Reiz die Durchblutung in den Brustorganen und wirkt deshalb günstig bei chronischen und akuten Katarrhen der Atemwege. Sie hilft bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen.

Technik
NUR Oberkörper entkleiden. Die Waschung beginnt am rechten Handrücken beim kleinen Finger. An der rechten Armaussenseite hochfahren bis zur Achsel, an der linken Armaussenseite zurück zum Daumen und in einem dritten Strich an der Arminnenseite hoch bis und mit Achselhöhle. Tuch wenden und den linken Arm gegengleich waschen. Tuch neu falten und den Hals von rechts nach links umfahren. Mit sechs Längsstrichen Brust und Seitenpartien bis zur Gürtellinie waschen. Bei der Frau unter der Brust die liegende 3 durchführen.

Wirkung
Kräftigend und abhärtend, nervenstärkend, durchblutungsfördernd, herz- und kopfentlastend.

Zu empfehlen bei
Abwehrschwäche, Nervosität, Unausgeglichenheit, chronischen und akuten Atemwegskatarrhen, Bronchitis, Grippe.

Die kalte Unterkörperwaschung
Diese Anwendung führt zu einer guten Durchblutung der Beine. Abends angewendet eignet sie sich als Einschlafhilfe.

Technik
NUR Unterkörper entkleiden. Die Waschung beginnt bei der rechten kleinen Zehe, führt an der Beinaussenseite hoch bis zum Gesäss und über die vordere Beinmitte zurück zum Fuss. Tuch wenden und an der Beininnenseite wieder hochfahren über die Leistenbeuge bis zur Hüfte, das Gesäss umfahren und über die hintere Beinmitte abwärts zur Ferse waschen. Tuch neu falten und linkes Bein gegengleich waschen. Bauchwaschung durchführen, kreisförmig im Uhrzeigersinn. Beide Fusssohlen waschen.

Wirkung
Durchblutungs-, Schlaf- und verdauungsfördernd, herzentlastend.

Zu empfehlen bei
Einschlafstörungen, Stauungen in den Beinen, Krampfadern, heissen Beinen.

Die kalte Ganzwaschung
Die kalte Ganzwaschung regt den Kreislauf insgesamt an und ist eines der besten Abhärtungsmittel. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der Morgen, da der Körper dann genügend Eigenwärme besitzt.

Technik
Erst vor der Waschung Körper nur so weit wie nötig entkleiden. Zügig waschen, ohne zu hasten. Kein Frösteln aufkommen lassen. Die Ganzwaschung wird am besten in zwei Etappen durchgeführt: Zügige Oberkörperwaschung und diesen sofort wieder bekleiden. Unterkörper entkleiden, eine ebenso flotte Unterkörperwaschung durchführen und Unterkörper wieder bekleiden. Nicht vergessen, beide Fusssohlen zu waschen. Wichtig ist auch eine richtige Ernährung, die nötige Bewegung an der Luft und erholsame Ruhephasen.

Vitamin C-Ascorbinsäure
Vitamin C erfüllt im Körper zahlreiche Aufgaben, die teilweise bis heute in Einzelheiten noch nicht geklärt sind. Vitamin C ist am Aufbau von Knochen und Zähnen, an der Bildung des Bindegewebes und der Festigkeit der Blutgefässwände massgeblich beteiligt. Offenbar fördert Vitamin C die Bildung der weissen Blutkörperchen. Dadurch kann eine wirkungsvolle Infektabwehr gewährleistet werden. Der Bedarf an Vitamin C liegt bei 75 mg pro Tag. Alle Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C. 1 Kiwi täglich deckt den Bedarf an Vitamin C. Ebenso besitzen alle Kohlsorten viel Vitamin C.

Vitamin-C Räuber
Raucher verbrauchen Vitamin C schneller als Nichtraucher. Es ist nachgewiesen worden, dass starke Raucher bis zu 40 % mehr Vitamin C benötigen. Ein weiterer Räuber ist die Antibabypille.

Die Nahrung ergänzen
Das Angebot an frischen Lebensmitteln ist heute auch über die Wintermonate so gross, dass der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen problemlos gedeckt werden kann. Doch schenkt man der ausgewogenen Ernährung zu wenig Beachtung, kann man durch Multivitaminpräparate Abhilfe schaffen. Eine grippefreie Winterzeit wünscht die angehende Wellnesstrainerin I.

Agnes Gozzer-Aeberhard

 

Quellen: Praktische Kneipp Anwendungen 1994; Ernährungslehre, zeitgemäss, praxisnah (Schroedel, Gehlen).


Adventskalender-Törli

Dr läbig "Advänts-Kaländer" ir Matte u ä Zyt der Begägnig

Ab 1. Dezember erleuchten die weihnächtlich dekorierten Fenster. Am jeweiligen Adventsdatum gehen die Törli für alle Mättelerlnnen auf, und Sie sind herzlich auf einen Umtrunk eingeladen. Wann und wo entnehmen Sie untenstehender Liste. In diesem Sinne: auf Wiedersehen im "Adventskalender- Törli!"

  • Adventskalender- Törli
  • Adventskalender- Törli> Begegnungen
    zwischen 18.00
    und 19.30 Uhr
  • ...

Es freuen sich auf viele neue Bekanntschaften MATTE-Leist und Jacqueline Vuillien


Die alte Kapelle in der Matte

Das Matteänglisch ist mit der Geschichte der Matte verknüpft. Darum hat Res Margot mehrere Dokumente über die alten Zeiten der Matte studiert. In einigen Büchern wird auf eine sagenhafte Kirche in der Matte hingewiesen. Vor einiger Zeit hat nun Res Margot von Yvonne Hausammann (Architektin in der Matte) eine Kopie von Ausschnitten aus einem Buch von 1851 erhalten. Der Artikel ist auf seine Art einzigartig, und wird sicher einige alte und junge Mätteler interessieren. Res Margot hat die wichtigsten Stellen aus der Schrift von 1851 aus alter, für uns recht holprigen Sprache und Schrift übernommen. Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?

Die alte Kapelle an der Matte zu Bern
oder
Das erste Gotteshaus der Einwohnerschaft zur
Zeit des Stadtbaues im Jahre 1191.

Herzog Berchtold von Zähringen, der Gründer Berns, war...

eben nicht als Beförderer von Kirchenbauten bekannt; er verwendete die Tätigkeit seines Geistes mehr auf kriegerische Unternehmungen...

...Wie dem auch gewesen sein mag, richtete sich der Glaube und die Frömmigkeit der ersten Einwohnerschaft der Stadt Bern nicht nach den religiösen Ansichten des Herzogs, sondern war selbständig für sich und wollte in der neu erbauten Stadt der Segnungen der Kirche nicht entbehren. Wie dem Krieger über dem Leben die Ehre war, so war den alten Bernern über der Freiheit der Glaube, ohne welchen Leben, Ehre und Freiheit keinen Wert haben. Die kleine Schlosskapelle auf der Nydeck war bloss für die Bewohner der Reichsburg da, für die familia ducis ( die Begleitung des Herzogs), wenn er sich hier aufhielt.

Wir haben keine Kenntnisse, dass der Erbauer der Kapelle in der Matte dieselbe mit einem Kirchengut zum Unterhalt des sie bedienenden Kaplans ausgestattet hätte: Die Verpflichtung überliess er der neuen Einwohnerschaft, welche den Geistlichen zu wählen das Recht hatte. Er begnügte sich, ihr sein Wohlwollen durch die obenerwähnte Schenkung zu bezeugen nebst einigen Reliquien, die er aus seinem Kreuzzuge heimgebracht hatte. Als bei der Reformation von 1528 der diebische Stadtpöbel sich über die Altäre hermachte und vorzüglich auf kostbare Antiquitäten griff, um sie den Juden zu verschachern, stahl er auch ein «gross und köstlich Messbuch von Pergament und güldenen Buchstaben geschrieben und mit kostbarem Beschläg und Einband geziert, so 600 Thaler gekostet hatte und vom Herzogen von Zähringen verehret war. Ferner eine Corporaltasche, so von ihm geschenkt worden, fabriziert von Eyhorn von Monserate, so ausgestattet war mit vier grossen Perlen und herzoglichen Wappen, deren eines allein 300 Thaler werth, geachtet war'. (Verzeichnis in einer alten Schrift befindlich, welches im Archiv der Gerberzunft zu Bern lag und den Titel führte: «Barbarische Beraubung des Kirchenschatzes zu Bern in dem leidigen Im Januario 1528.»)

Die alte Kapelle an der Matte lag östlich von den Mühlen in der Nähe der Sägegebäude, von denen sie jedoch durch den festgemauerten Kanal geschieden war, der das, mittels der Schwelle den Mühlen zugeführte Wasser wieder in die Aare ausleitete. Wegen der Nähe der Mühlen und Sägegebäuden, die meist mit dazu gehörenden Gerätschaften und Hölzern umstellt waren, war in der alten Stadtsatzung eine Verordnung , die lautete: «Unter der Kirche Vorschopf oder an der Kirche soll Niemand, etwas legen noch werfen, weder Läden, Wägen, Holz, Stein noch andere Dinge, wir wollen, dass der Platz davor allweg offen und darunter unverkümmert sei, doch mögen wir darunterlegen, dass unsere Stadt anrührt (wahrscheinlich Löschgerätschaften und dergleichen). Wer aber hinwieder thäte, als Dick das beschehen, als mengen Manod (Monat) und als mengen Pfenning die sullen leisten und zu Einung geben.» Die angedrohte Strafe richtete sich nach der Länge der Zeit, während welcher die Gegenstände an den, durch 's Verbot bezeichneten Stellen liegen würden.

Da der Vorschopf der Kapelle an der Abendseite war, wie man auf der ersten zu dieser Abhandlung gehörigen Abbildung sieht und der gebrauchteste, frei gegen den Müllerplatz sehende Eingang an dieser Stelle war, so sollte derselbe schon anständigkeitshalber, dem Publikum leer und offen gelassen sein.

Als nach der Reformation die Mehrzahl der Gotteshäuser in der Stadt geschlossen und die Kapelle an der Matte zu einem Getreidevorratsgebäude umgewandelt wurde, riss man den erwähnten Vorschopf weg und baute an die Westseite der Kapelle einen Speicher und an die Südseite einen breiten hölzernen Scherm, wie er auf der zweiten Abbildung, nach nach dem Stadtplan von 1583 dargestellt ist.

Zu unsern Zeiten war das Gebäude an dessen Aussehen nichts mehr auf seinen ehemaligen Gebrauch deutete, beinahe gänzlich, was seine frühere Bestimmung betraf, unbeachtet worden. Einige bernische neuere Geschichtsbücher erwähnten des Umstandes, der Volkssage nach hätte Herzog Berchtold eine Kapelle an der Matte erbaut, gegenüber dem Bubenbergstürlein. Wenn man bei Aufsuchung des Gemäuers der Kapelle dieser Angabe gefolgt wäre, so hätte man vergeblich Nachforschungen unternommen. Bestimmter bezeichnet Walthard in seiner topographischen und historischen Beschreibung der Stadt und Umgebung Berns, die Lage des ersten Gotteshauses, indem er sagt: «Wenn man der Volkssage Glauben schenken wolle, so sei die Kapelle zwischen dem Kanal und dem Bache gewesen, auf einer Stelle, die jetzt mit Gärten bedeckt ist.» Wir schenkten der Volkssage Glauben und entdeckten, zwar nicht auf einer Stelle, die jetzt mit Gärten bedeckt ist, aber an einem dortigen Gebäude, dessen Aussenseite nichts weniger als ein ehemaliges Gotteshaus mehr anzeigt, vollständig die alte Kapelle an der Matte.

Bearbeitung: Res Margot

 

Wo stand die erste Kirche der Stadt Bern?
Fortsetzung folgt in der nächsten Matte-Zytig!


Wohnung zu vermieten!

Über den Leist, aber auch über «fliegende» Zettel, werden immer wieder Wohnungen in unserem Quartier gesucht. Manchmal sind es gar Matte-Bewohner, welche eine kleinere oder grössere Wohnung suchen. Wir im Leist erfahren nicht, ob und wo Mietwohnungen frei stehen! Diesem Umstand möchten wir Abhilfe schaffen und bieten uns an, für die Weitervermietung unsere Dienste anzubieten. Ab sofort können Sie - als Hausbesitzer oder Bewohner - dem Leist solche Objekte anbieten: wir werden diese in der MATTE-ZYTIG publizieren - für MATTE-CARD-Besitzer (Leist-Mitglieder) gratis! Entsprechende Interessenten leiten wir alsdann dem Anbieter (kostenlos) zur Auswahl weiter. Offerten: schriftlich an MAlTE-LEIST Postfach 3000 BERN 13 oder mündlich über Tel. 3112878.


Idylle in der Matte!

Samstag, 24. Oktober, frühmorgens: Am Wöschhüsi hat ein nächtlicher Sprayer wieder geübt - an der Gerberngasse 20 rn Marlboro-Parkplatzsperre (Vorbereitungen fürs nächste Gurten-Festival?) - am Matte- Bach liegt ein roter Pulli, Grösse smal - beim grossen Schulhaus liegen ein halbes Dutzend Abfallsäcke neben dem Container - auf dem Trottoir liegt ein einzelner Schuh - drei Schritte weiter ein Holz- und Metall- Abfallhaufen, inkl. Velo - in der Schifflaube (Nr. 16) wurde von einem Berg Altpapier ein Bündel aufgerissen und zerstreut... und dies alles zur Zierde des Weekends! Niemand interessiert sich - aber jeder regt sich auf! Ich bin nicht schuldig! Das sind die anderen! wer sind die anderen? Sind dies nicht auch Du - und Du - und Du? Bist Du wirklich unschuldig? bist Du nicht auch Teil dieser Gemeinschaft - einer gleichgültigen? SR


Dienstag, 6. Oktober fand unser erster

Matte-Höck

statt: einige Besucher der «ersten Stunde», die gemütliche Atmosphäre, mit feinem Gebäck und Sandwichs, ersehen Sie aus den beiden Fotos! Wir sind zuversichtlich, dass dieses Zusammensein zum gegenseitigen Kennenlernen und Kontaktnahme allen Matte-Bewohnern (und auch Gewerbetreibende, Arbeitnehmer) nützt!

An jedem ersten Dienstag des Monats im Wöschhüsi
wiederum am 1. Dezember,
oder 5. Januar 1999.

 

Gerne erwarten wir auch Neuzuzüger des Quartiers und offerieren ihnen zur Begrüssung einen Gratis- Drink.
Gleichzeitig haben Sie auch die Möglichkeit mit Leist- Vorstandsmitgliedern zu diskutieren, Anregungen oder Kritik anzubringen.
Dies alles zwischen 19.00 und 23.30 Uhr.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme
Sonja Reber, Wirtin

 


Aktuelle Leist-Nachrichten

AM 28. Oktober trafen sich im Erlacherhof der Stadtpräsident, Dr. K. Baumgartner, der Polizeidirektor Dr. K. Wasserfallen, der Polizeikommandant E. Stadtmann und der Stadt-Adjunkt Peter Tschanz (welcher gleichzeitig seinen Beitritt zum MATTE-LEIST erklärte!) mit Jimy Hofer und mir zur Besprechung unserer Probleme.

Auf Grund unserer öffentlichen Versammlung vom 9.6. bearbeiteten wir die diskutierte Einbahnstrasse und unterbreiteten unseren Vorschlag obigen Gremium. Derselbe wurde nun zur weiteren Überprüfung und Bearbeitung wohlwollend entgegen genommen.

Andauernden Suchverkehr unterbinden durch Einbahnstrasse nachts von 22.00 Uhr bis ca. 06.00 Uhr ab Läuferplatz, inkl. Wasserwerkgasse und Mühlenplatz. Wichtige gleichzeitige, flankierende Massnahmen: Parkierungsmöglichkeit an Aarstrasse, mit Nachtfahrverbot für Badgasse (ausser Anwohner).

Erwünscht ist auch eine Sperre an der Gerberngasse (Höhe Mühlenplatz), um die direkte Matte-Durchfahrt zu verunmöglichen - alles nur nachts!

Die Realisierungsmöglichkeiten werden, im Beisein der Herren Dr. K. Wasserfallen und E. Stadtmann, an unserer nächsten öffentlichen Versammlung vom 18. Januar 1999 zur Genehmigung vorgelegt.

Bis dahin dürfte auch geklärt sein, ob die «blaue» ( oder «weisse» - mit EURO-Parkscheibe) Zone (und Anwohner-Vignette) eingeführt werden kann.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen Initianten der Adventsfenster herzlich für ihre Bemühungen danken. Wir mussten uns leider dazu entscheiden, die Weihnachtsbäume nicht mehr zu stellen - die Beleuchtungs- Installation wurde uns immer wieder zerstört! Als Ersatz werden wir künftig auf dem Dach des Wöschhüsis Leucht-Sterne platzieren.

Gleichzeitig würde es uns auch freuen, wenn wiederum recht viele eine weihnachtliche Aussendekoration gestalten würden - und werden wie im Vorjahr die schönsten Drei prämieren.

In diesem Sinne wünschen wir allen eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit!

Rene Stirnemann, Präs.

 

Matte-Zytig September 1998

Quartierzeitung aus der Berner Matte

Ausgabe September 1998


Inhaltsverzeichnis


Dr Immerse iitge, dr Irbschthe inntche,
Dr Summer geit, dr Herbscht chunnt 

Wir können auf einen warmen, sonnigen und vor allem ereignisreichen Sommer zurückblicken. 

Die verschiedenen Verkehrsprobleme sind zwar immer noch nicht gelöst, doch brachte die vergangene Zeit Lösungsvorschläge, die weiterhin diskutiert und vielleicht einmal zu einem zufriedenstellenden Resultat führen werden. Doch es dürfte schwierig sein, alle Beteiligten für dieselbe Lösung zu begeistern. Der Artikel der YW Matte in unserer letzten Matte-Zytig lässt erahnen, wie weit die Meinungen auseinanderklaffen. Viele Bewohner der Matte waren erschrocken über die radikalen Aussagen und die weitreichenden Forderungen in diesem Artikel. Wir von der Matte-Zytig erhielten entsprechende schriftliche und mündliche Reaktionen, teils wunderte man~ sich auch, warum , wir überhaupt solch extreme Ansichten abdrucken. Wir wollten bewusst zeigen, dass die Meinungen der Einwohner unseres Quartiers sehr verschieden sind, die Matte ihre Einheit erst durch Vielfalt bekommt, dass wir hier vielleicht gerade wegen unserer Andersartigkeiten zusammenpassen. In diesem Sinne scheinen mir radikale Lösungen nicht verantwortbar.

Weiter hinten in dieser Ausgabe sind einige dieser erwähnten Reaktionen veröffentlicht. 

Das «neue» Wöschhüsi konnte in seinem ersten Sommer schon viele Gäste empfangen. Ab 6. Oktober wird dort übrigens jeden ersten Dienstag im Monat, organisiert vom Matte-Leist, ein Mätteler-Höck stattfinden; ein Zusammensitzen um zu jassen, plaudern, diskutieren... Es sind alle wirklich herzlich eingeladen zu kommen, Hemmungen sollten weggelegt werden, Ausreden wie, ich kenne ja eh niemanden, zählen nicht! 

Am 1. August hatten wir in unserer Hauptgasse allerprächtigste Fahnen hängen, und mit dem Aarelüüchte eine überzeugende Alternative zu den rauchenden, lärmenden Raketen und sonstigen Feuerwerkskörpern. 

Am 29. August fuhren 37 Meitschi und Giele älteren Jahrgangs rund um den Thunersee. Wie ich gehört habe war auch der diesjährige Seniorenausflug ein schönes, in guter Erinnerung bleibendes Erlebnis für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Stattfinden konnte die kleine Bernerreise aus finanzieller Sicht vor allem dank den dafür bereit gestellten 1500 Franken der Gesundheits- und Fürsorgedirektion der Stadt Bern und der Spende von 500 Franken der Stadtmühle. Vielen Dank. Ein weiteres Merci geht an alle Begleiter und Begleiterinnen, besonders an Rolf Badetscher, der mit guter Organisation einen reibungslosen Ablauf des Ausfluges garantierte. 

Der Herbst wird uns nebst Nebel sowie Farbenpracht hoffentlich endlich das Auffangnetz unterhalb der Münsterplattform bringen. N ach den Auseinandersetzungen zwischen Denkmalpflege und Gemeinderat muss nun aus finanziellen Gründen auch der Stadtrat dem Bau zustimmen. Im Sinne der Anwohner sollte dieses bürokratisch-demokratische Verfahren möglichst rasch über die Politbühne gehen und das Netz ohne grosse weitere Verzögerungen angebracht werden. 

Für alle Matte-Leist Mitglieder gibt es ab diesem Herbst eine regelrechte stadtbernische Neuheit. Im Sinne der Quartierbelebung, der Gewinnung an Nähe zur Umgebung seines Wohnortes lanciert der Matte-Leist voraussichtlich ab 1. Dezember eine Mattekarte. Geschäfte in der Matte bieten selbstgewählte Sonderangebote feil, von denen Matte-Leist Mitglieder profitieren können. 

Ich freue mich, meine Leser darauf hinzuweisen, alles Weitere über diese gute Sache weiter hinten in dieser Ausgabe nachlesen zu können und wünsche gleichzeitig allen einen recht schönen Herbst. 

Alexandra Flury

Wasserwerk und Silo-Bar in die Luft sprengen? 

Leserbriefe zum Artikel der YW Matte in unserer letzten MATTE-ZYTIG 

Ohne die Aggressionen im Quartier noch mehr schüren zu wollen, möchte ich ein paar Dinge zum Thema Lärmbelästigung zu Bedenken geben. 

Wir wohnen hier in der Matte mitten im Zentrum der Bundeshauptstadt. Wie ruhig es nachts selbst in der Altstadt ist, ist noch jedem meiner Besucher und Besucherinnen aufgefallen. Die einen nennen es ruhig, die anderen tot. 

Natürlich, ich habe gut reden, wohne ich doch am äussersten Rand des Quartiers. Trotzdem möchte ich zur Diskussion stellen, ob es tatsächlich ein realistischer Anspruch ist, mitten im Stadtkern leben zu wollen, jedoch mit allen Vorzügen, die ein Wohnquartier etwas ausserhalb normalerweise bietet. 

Ich denke, ein Nachtfahrverbot wäre keine schlechte Lösung, da die Matte ja bestens zu Fuss erreicht werden kann. Musik, Gelächter und Gegröhle jedoch ist meiner Meinung nach in unserer Wohnlage in Kauf zu nehmen. Wenn die Stadt Bern und ihre BewohnerInnen damit nicht leben können, sollte ernsthaft überdacht werden, ob der Titel Hauptstadt nicht ehrlicherweise abgegeben werden sollte. 

Es gibt auch Leute in dieser Stadt, denen die zuweilen recht selbstgefällige Beschaulichkeit eher den Schlaf raubt, als die Ausgelassenheit einiger betrunkener Teenager. Als eine von dieser Sorte wollte ich mich zu Wort melden. Wohlgemerkt, ich gehöre weder zur Kundschaft des Wasserwerks, noch des Silos. Aber jede Spur von Leben muss ich begrüssen. Abgesehen davon, dass ich mich weniger fürchte, in der Nacht zu Fuss nach Hause zu gehen, wenn ich nicht ganz allein in den Gassen bin. 

Grazia Pergoletti

Der tendenziöse, hassgeprägte Artikel der YW Matte darf nicht unwidersprochen bleiben. 

Auch ich bin ein Mattebewohner (Wasserwerkgasse 14). Also mitten im Schnittpunkt von Anderland, Silo, Fischerstübli (Oldies-Bar), Broncos-Club, Cinematte und Wasserwerk. Auch ich empfinde den Lärm manchmal als etwas zu laut. Aber wenn man/frau müde ist, lässt es sich auch bei geöffnetem Fenster sehr gut schlafen. Es gibt offensichtlich Ywohner die Lärm hören wollen. Sicher, es gibt empfindlichere und weniger empfindlichere Gemüter. Aber sollten wir nicht versuchen, das Problem mit Toleranz und Fairness zu lösen und nicht mit radikalen, unrealistischen Forderungen und Drohungen? 

Empörend finde ich den Aufruf zu Gewalttaten (Frau P., Herr W., Herr M. ). Solche Aussagen, die erst noch anonym wiedergegeben wurden, was feige und zumindest fragwürdig ist, und die vielleicht sogar vom Verfasser des Artikels selbst erfunden wurden, fördern das Misstrauen und tragen nicht zu einer gütlichen Lösung der Probleme unter den Anwohnern und Besuchern der Matte bei. Vor allem dann nicht, wenn Mitglieder der y W Matte bereit sind, fremdes Eigentum zu beschädigen oder zu vernichten. Einbrüche, Diebstähle, Vandalenakte sind kein spezifisches Matteproblem und ganz sicher nicht durch das Silo oder Wasserwerk hervorgerufen worden. Dies wäre eine zu billige und zu einfache Interpretation. 

Abschliessend möchte ich festhalten, dass ich sehr gerne in der Matte wohne, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie eben noch lebt (auch nachts) und nicht wie ein ausgestorbenes Geisterquartier dahinsiecht. Ich bin dankbar für die vielfältigen Möglichkeiten des Geniessens und Entspannens. Und das direkt vor der Haustüre. Wer hat das schon? Vive la Matte!

E. Rothmund

Mir ist der Artikel auf Seite 2 des offiziellen Leist - Blattes sehr negativ aufgefallen. 

Erstens weil ich ausgesprochen gerne in der Matte wohne und mich hier Zuhause fühle. 

Zweitens sind dies Probleme, wie sie in den meisten Städten anzutreffen sind und es geht offensichtlich nicht nur um Verkehrsprobleme, sondern mehr um persönliche Ansichten und Interessen. Oder warum findet Herr Margot und seine (anonymen) Freunde, dass das Wasserwerk und Silo per sofort geschlossen werden sollten? Diese beiden Clubs gehören genauso zur Kultur dieser Stadt wie ein Alphorn oder auch der Samstagsmärit.

Ich hoffe dass ich nicht noch einmal einen so bitterbösen Artikel in der Matte-Zytig lesen muss und denke mit einem vernünftigen und anständigen Umgangston ist sicher eine Lösung zu realisieren, welche für alle beteiligten Parteien zu einem tragbaren Kompromiss führt.

Richard Ogg

Leise Gedanken der YW Matte (Ywohner Matte) zu lautem Lärm 

Res Margot

Res Margot 

Res Margot ist experimentierender Musiker und Informatiker. Er lebt mit seiner Familie seit Jahren mitten im Dorf mitten in der Stadt. Sein Herz schlägt für eine «Matte zum Leben» und für diese aussergewöhnliche Matte setzt er sich auch ein. Er spielt in der Kapelle Felsenburg, MGospel und als "urbaner" Alphornbläser, er macht Matte - Führungen, tiberet Matteänglisch, leistet im Leist, gilt als Kenner der alten wie der neuen Matte. Oder man trifft ihn beim liire am Runden Tisch vor einem grandigen Plamp. 


Warum nicht «Halbe Nachtsperre»? Die YW Matte ist mit dem Vorschlag Einbahnstrasse plus zusätzliche Parkplätze an der Aarstrasse nicht besonders glücklich. Sie schlägt als Kompromiss eine gemässigte Nachtsperre vor, eine «Halbe Nachtsperre», die zum Beispiel ab 24.00 Uhr an gelten würde. Unzählige Gespräche mit. Anwohnern und Betreibern von Nachtgewerbe zeigen der YW Matte, dass eine Nachtsperre grundsätzlich eine interessante Lösung sein kann. Jedoch sind sich die meisten Mätteler einig, dass der Vorstoss der Polizei unklug war. Niemand .glaubte der Polizei, dass sie mit ihren Massnahmen die Nachtprobleme lösen würde. Bevölkerung und Nachtgewerbler und ihre Besucher wurden ja nicht aufgeklärt.

Immerhin hat die Polizei nach ihrer Panne und nach jahrelangem Zaudern mit den «Haken»- Tafeln (Abschleppwarnung) gezeigt, dass Lösungen möglich sind. Seit diese Tafeln montiert sind und gelegentlich auch abgeschleppt wird, werden in der Kanalgasse nachts kaum mehr Autos falsch parkiert. Die YW Matte hofft nun, dass möglichst rasch die ganze Parkiererei in der Matte klar geregelt wird, die Blaue Zone eingeführt und kontrolliert wird. Nach Meldungen der Polizei könnte das vielleicht schon dieses Jahr geschehen.

YW Matte begrüsst auch den Matte-Bus. Viele Anwohner und Besucher wären sogar sehr froh, wenn der Bus auch tagsüber fahren würde. Besonders ältere Leute würden ihn gerne durch den Tag benützen. Mehrere Anwohner, auch Leute vom Altenberg, wären froh für eine zusätzliche Haltestelle Läuferplatz. 

Einbahn??? 

Die alte Gotthardstrasse Via Rompeda, eine Einbahnstrasse, bereitete der fünftgrössten Tessiner Gemeinde Giubiasco bei Bellinzona Sorgen. Im 18. Jahrhundert noch einzige Achse im Dorf, wurde sie in jüngerer Zeit zum Schleichweg für den Pendlerverkehr. Von wegen Schleichen: Geschwindigkeiten bis zu 80 km/h wurden registriert. Gehetzte Automobilisten fuhren zum Schrecken der Anwohnenden, der Fussgänger und der Velofahrer durch die schmale Einbahnstrasse. 

Was der Architekt Lorenzo Custer dann vorschlug, haute den Gemeinderat um. Custer verschmälerte die Strasse auf 2.80 bis 3.20 Meter, reduzierte die Geschwindigkeit auf 30 kmlh und öffnete die Strasse für beide Fahrtrichtungen. Das Resultat war verblüffend. (aus VCS-Zeitung 98/7-8) 

Die YW Matte möchte aufmerksam machen, dass auch andere Gemeinden mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Das Beispiel von Giubiasco zeigt, dass der Lösungsvorschlag einer Einbahnstrasse durch die Matte möglicherweise eine Verschlechterung bringen würde. Dies meinen auch etliche Anwohner und auch der Leiter der Verkehrspolizei äussert sich ablehnend zu diesem Vorschlag.

Matte auf dem Weg zur menschenmöglichen Stadt 

Die YW Matte bedauert, dass mehrere Anwohner in letzter Zeit wegen den chaotischen Verkehrszuständen aus der Matte weggezügelt sind. 

Anderseits sind in den letzten Monaten erfreulicherweise mehrere Familien mit kleinen Kindern zu uns in die Matte gezogen, es sind sogar Kinder bei uns auf die Welt gekommen! YW Matte heisst diese Familien herzlich willkommen und hofft, dass sie sich wohlfühlen werden. 

Besonders für diese Kinder lohnt es sich, unser Dorf menschenmöglich zu machen. Die y W Matte ist überzeugt, dass durch weniger Lärm und weniger Abgas die Lebensqualität in der Matte stark verbessert werden kann. 

YW Matte Res Margot

Matte-Bus

Abfahrten ab Wöschhüsi, ganze Woche 
20 - 50
22 - 05 - 20 - 35 - 50
23 - 05 - 20 - 35 - 50

Abfahrten ab Loeb-Egge
20 - 45
21 - 00 - 15 - 30 - 45
22 - 00 - 15 - 30 - 45
23 - 00 - 15 - 30 - 45


Neue Vorschriften zum Schutz der
BewohnerInnen der unteren Altstadt
vor übermässigen Immissionen. 

Der Gemeinderat hat einer neuen Vorschrift zugestimmt, nachdem er sich fragen musste, ob aufgrund der liberalisierten Regelungen des Gastgewerbegesetzes in der Altstadt inkl. Matte mit Wohnnutzung Überzeitbetriebe (Betriebe mit Tanz oder Striptease) generell zulässig sind. So stellt er fest, dass Überzeitbetriebe vor allem auch während der Ruhezeit nach Mitternacht mit erhöhtem Lärm verbunden sind. Dies gelte sowohl für den Lärm, der sich aus dem Verhalten der Gäste ergibt, wie auch aus dem gesteigerten Verkehrsaufkommen. 

In der Bauordnung Art. 90, Abs.l, heisst es: Die untere Altstadt und die Matte sind dem Wohnen, den Spezialgeschäften, dem Gewerbe, dem Gastgewerbe und den kulturellen Einrichtungen sowie den Praxen für freie Berufe vorbehalten. 

Neu ergänzt Abs.la: Die Neueinrichtung oder Erweiterung von Betrieben gemäss Absatz 1, die das ruhige Wohnen erfahrungsgemäss erheblich beeinträchtigen, ist nicht gestattet. Dies gilt namentlich für Nachtclubs und Stripteaselokale sowie Gastgewerbebetriebe mit Überzeit- Bewilligung. Im Zeitpunkt des Erlasses dieser Vorschrift bestehende Betriebe sind so zu führen, dass das ruhige Wohnen nicht beeinträchtigt wird. 

Diese neue Vorschrift haben wir zusammen mit den Vereinigten Altstadt-Leisten diskutiert und von Mitwirkungseingaben (Termin 20.8. ) nicht Gebrauch gemacht. 

Rene Stirnemann, Präs. Matte-Leist

Wie wirken Wasser-Werke? 

Gibt es ein Wasser-Werk, welches mit Wasser werkt, also arbeitet? Ich weiss es nicht: aber ich nehme an, dass im «Wasserwerk» - obwohl neben der Aare kaum das Wasser das wichtige Element sein kann. Sonst wären seine «Arbeiter» sprich «Gäste» nicht so überfröhlich laut beim Verlassen des Lokals. Natürlich bin ich froh, dass es unseren Jungen gut geht, und sich bei den Mädchen die Emanzipation hören lässt. Die lustigen Zänkeleien vor und nach dem wasserwerken zeugen von einer besseren Welt, darum ist es unverständlich, wenn sich Anwohner daran stören und aufregen. Fritz hat schon immer gesagt, in Italien sei das Nachtleben auch so und belege die Lebensfreude der Einheimischen. Leider wohnt Fritz nicht in der .Matte, sonst hätte er es schon lange nicht mehr nötig, nach Italien zu reisen. Und dass diese Kinder Ausdauer zeigen - bis morgens um 4 Uhr -, stimmt mich für die Zukunft optimistisch. Die Lautstärke ist dabei ebenso ein positives Zeichen. Bereits in der Wasserwerk - Disco sind die Phon-Stärken derart hoch, dass Ohrenpropfen am Eingang verteilt werden. Sie meinen vielleicht, man sollte die Lautstärke zurückstellen? Nein, ja nicht! Erstens würde die Ohrenpropfen-Industrie pleite und dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, zweitens würde man in der Disco das Vibrieren der Hosenbeine nicht mehr geniessen können. Nein, das kommt nicht in Frage! Wo kämen wir denn hin, wenn wir diesen aufgestellten Jungen Ratschläge erteilen wollten. Dass einzelne auf ihrem Heimweg durch die Matte noch bunte Malereien an Hauswänden und Türen hinterlassen, bringt zusätzlich Farbe in unser Quartier. Und wenn dabei jemand in eine Glasscheibe fällt, ist dies wiederum nur die Folge von Wasser! 

SR

Mit Hochspannung an der Arbeit 

Stafanie Preiswerk

Stefanie Preiswerk

Geboren 1973 in Bern
Physiotherapeutin

Seit November 1997 wohne ich in der Matte. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Bern, lernte dann durch meine Ausbildung weitere Teile der Schweiz von West bis Ost kennen. Mein Herz schlägt für Bern und besonders für die Matte, die mir schon nach einem Jahr sehr lieb geworden ist. Ich wünsche mir, durch die Mitarbeit an der Matte - Zytig noch viele meiner Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen.


Kreativität ist in der Matte gross geschrieben. Immer wieder stossen wir auf zum Teil versteckte, grosse und kleine Künstlerateliers und fragen uns vielleicht, was hinter diesen Türen wohl entsteht. Das Neon Atelier und die Glaskünstlerin Therese Siffert haben ihre Türen geöffnet: 

Neon-Atelier

In der Schifflaube 52 treffe ich Günther Belac an. Sein Arbeitsreich ist seit 1986 das Neonatelier, das er zuerst zusammen mit Agnes Gozzer und seit Anfang der 90-er Jahren alleine führt. Eigentlich waren es mehr Neugier und der Reiz der neuen Herausforderung, die den Glasapparatebläser nach Bern führten. Seine Aufträge heute sind nicht mehr Kunstwerke für Labor und Alltag, sondern gläserne Leuchtschriften jeglicher Art. Teils sind die Schriften und Formen, die an Gebäuden oder im Innern eines Hauses montiert werden, bereits vorgegeben, teils beginnt die Arbeit von Belac beim Gestalten einer Schrift oder Figur.

Dann wird die entsprechende Glasröhre ausgelesen. Verschiedenste Röhren sind im Atelier gelagert. Ihr Durchmesser reicht von 10-25 mm und fast alle sind mit Puder von verschiedenster Farbe gefüllt. 

Unter grosser Hitze (bis 1800 °C) wird das Glas gebogen; gleichzeitig muss Luft durch einen kleinen Schlauch geblasen werden, damit das Glas nicht zusammenfällt. 

Hat die Glasröhre nun die gewünschte Form, können die Elektroden ( aus Eisen und Nickel) ans Glas geschmolzen werden. Mittels eines speziellen Pumpsystems wird der Glasröhre die Luft entzogen und es entsteht das nötige Vakuum. Nach dem Abkalten wird je nach Durchmesser ein bestimmtes Quantum Gas (Neon oder Neon-Argon-Gemisch) eingefüllt. 

Damit die ganze Kunst nun leuchtet, braucht es einen Trafo. Im Neonatelier steht dafür der entsprechende Neontransformator, der mit 10 000 V Licht im Glas produziert. 

Günther Belac führt seine Arbeit sicher und präzis aus. An den Umgang mit dem Hochspannungstrafo und dem schwermetallhaItigen Pulver, sowie an die sehr' hohen Temperaturen der Flamme hat er sich längst gewöhnt. 

Doch nicht nur sein Handwerk beherrscht Günther Belac. Er mag den Kontakt mit seinen Kunden (vom Wallis bis Zürich) und berät gern und gut, wenn es u. das Neugestalten von Schriften oder Beleuchtungen geht. 

Arbeit und Kunst gehen bei Belac zusammen, und man spürt, dass der Künstler mit Freude bei der Arbeit ist. 

Glas-Atelier 

Freundlich einladend leuchtet das Glas-Atelier von Therese Siffert in der Schifflaube 38. Ausgestellt sind dekorative Kerzenständer, Duftlämpchen, diverse Glasschalen, Halsketten, Ringe und von der Wand her strahlt Licht hinter farbigem Glas. 

Lernt man die Künstlerin kennen, erfährt man erst recht, wieviel Kreativität in diesem Atelier herrscht. Seit zwanzig Jahren ist Therese Siffert in der Matte zu Hause. Ihre handwerkliche Tätigkeit nahm den Anfang im Bearbeiten von Holz, was kurz darauf Restaurieren von antiken Möbeln bedeutete. 

Man konnte im Atelier in der Schifflaube alles, was wieder einen neuen Schliff brauchte, vorbeibringen. Schon bald dehnte Therese Siffert ihre Arbeit auf das Reparieren von Glas und Scheiben aus. So entstand ihre erste Beziehung zu Glas und Scherben. 

Die ungebremste schöpferische Lust trieb die Künstlerin weiter voran, neues wurde ausprobiert. Sie entdeckte auf diesem Weg eine alte ägyptische Kunst: das Verschmelzen von Glasteilen ( = Fusing). 

Scherben werden geschnitten und bei Temperaturen von 600 - 950°C miteinander verschmolzen. Das neu entstandene Glas kann nun in alle möglichen Formen gegossen werden: neue Kunstwerke entstehen. 

Die Arbeit von Therese Siffert bleibt nie stehen. Immer wieder sucht sie nach neuen Formen oder stellt sich selber Themen, die sie dann wochenlang bearbeitet. 

So hat sie auch ihren Platz im Form Forum (der grossen schweizerischen Arbeitsgemeinschaft des gestaltenden Handwerks) gefunden und kann damit ihre Werke an verschiedenen Messen ausstellen. 

Auch Bern wird am diesjährigen Weihnachtsmarkt wieder Gelegenheit haben, der Künstlerin und ihren Kunstwerken zu begegnen: es lohnt sich, denn die Begeisterung für grenzenlose Kreativität wirkt ansteckend!

Stefanie Preiswerk

Matte - Höck

erstmals am 6. Oktober 

Endlich ist es soweit... wir laden alle Matte-Bewohner (und auch Gewerbetreibende, Arbeitnehmer) ein, sich an jedem ersten Dienstag des Monats im Wöschhüsi zum Matte-Höck zu treffen. Gerne erwarten wir auch Neuzuzüger des Quartiers und offerieren ihnen zur Begrüssung einen Gratis-Drink. 

Dabei geht es darum, uns gegenseitig auch besser kennen zu lernen und entsprechende Kontakte zu knüpfen. 
Dies alles zwischen 17.00 und 23.30 Uhr, bei alkoholischen oder neutralen Wässerli, bei Kaffee, Tee, Kuchen und Sandwichs.
Gleichzeitig haben Sie auch die Möglichkeit mit Leist-Vorstandsmitgliedern zu diskutieren, Anregungen oder Kritik anzubringen. 
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme

Sonja Reber; Wirtin, im Auftrag des Matte-Leist

Fest-Collage Wöschhüsi Beiz


"Ä nöie Märit z 'Bärn"

Was ist eigentlich die Cityhof Bern AG, fragte mich kürzlich ein Bekannter aus Thun. Ich hatte von dieser Institution schon gehört, konnte mir jedoch noch kaum etwas darunter vorstellen. Doch dies änderte sich schnell. Als ich mich um Informationen über diesen «Cityhof» bemühte, wurde ich geradezu von Informationen überschüttet. Erstens wurde ich belehrt, dass es sich dabei eigentlich um die neue «Markthalle Bern» handelt, die am 15. Oktober in der Nähe des Bahnhofs Bern (Bahnhofplatz 9) eröffnet werden soll. Und immer wenn ich Markthalle höre, kommen mir sentimentalerweise «Les Halles» in Paris in den Sinn, aber die alten ehrwürdigen Markhallen, die einem Geschäftszentrum weichen mussten. Meine Erwartungen waren also geschürt. 

Nun, was hat es mit unserer künftigen «Markthalle Bern» auf sich? was soll sie werden? was ist ihre Philosophie? Dies alles ist im Leitbild der Markthalle Bern fein säuberlich aufgelistet und blumig beschrieben. Die acht Punkte des Leitbilds und der Unternehmensphilosophie lassen bereits aufhorchen. In der Folge werde ich einige Zeilen zitieren, damit das Bild unserer Markthalle Bern entstehen kann. 

1. Eine gute Stimmung.
Leben - Begeisterung - Heiterkeit. Die Markthalle ist ein Ort der Freude, an dem die positive Einstellung den Gästen, Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten gegenüber gross geschrieben wird. 

2. Identifikation mit Nahrungs- und Genussmitteln sowie Dienstleistungen. 
Im Gegensatz zum Trend der grossen Detailhandelskonzerne, wo der direkte Bezug der Produzenten der Ware mit der Kundin und dem Kunden nicht mehr existiert, wird dies in der Markthalle gepflegt. Der Partner weiss, was er anbietet.

3. Gastronomie: vom Markt in die Pfanne auf den Teller. 

Der Frischmarkt bestimmt das Angebot der Gastronomiekarte. Der Gast kann den Weg der Produkte, die auf den Teller kommen, miterleben. 

4. Betonung auf Qualität.
«Über den Preis zu verkaufen» ist heute das grosse Argument der Grossverteiler. Während der Preis sicherlich immer ein Aspekt beim Verkauf darstellt, wird in der Markthalle bestmögliche Qualität mit ehrlicher und offener Information und entsprechender Deklaration angeboten. 

5. Respekt und Achtung. 

Wir zeigen grossen Respekt vor dem Leben. Menschen ( egal woher sie stammen), Tiere, Pflanzen werden deshalb mit der nötigen Sorgfalt geachtet und behandelt. ~ 

6. Persönlichkeit und Individualität.
 Jeder Mensch und jede Kultur besitzt wertvolle Eigenschaften. Das wahren von Individualität ist uns sehr wichtig. 

7. Faires, tolerantes und grosszügiges Verhalten gegenüber Kollegschaft und Kundschaft. 

Die Markthalle lebt von der allgemeinen Stimmung, erzeugt durch die einzelnen Persönlichkeiten (Individuen), die hier arbeiten, liefern, einkaufen, essen,trinken und verweilen. 

8. Der gesellschaftliche Begegnungsort. 

Die Markthalle ist ein von der Spontaneität beflügeltes und vom Respekt für die gewachsene Umgebung geprägtes Werk. Sie bildet den Rahmen für ein lustbetontes Verweilen und Einkaufen, das mit Warenhäusern und Shopping-Centern nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

Wenn dieses durchdachte Leitbild und die sehr sympathische Unternehmens-Philosophie zu einem grossen Teil in die Tat umgesetzt werden kann, was ich den Beteiligten mit Nachdruck wünsche, wird Bern um eine Oase reicher. Es ist nur zu begrüssen, dass wieder einmal deutlich wir Menschen in den Vordergrund gestellt werden - Konsumenten sind wir ja schon. Es lebe der Markt, oder besser, der neue «Märit» und ganz im Speziellen die neue «Markthalle Bern». Ich wünsche viel Erfolg! 

Paul von Kaenel

 


Paul von Kaenel

Paul von Kaenel

Jahrgang 1952
Redaktor BR 

Aufgewachsen bin ich im Breitsch, habe aber durch den Arbeitsort meines Vaters (Hospiz zur Heimat) schon ende 50er-/anfang 60er- Jahre ein Flair für die Untere Altstadt gehabt. Über die Speichergasse, Kramgasse, Gerechtigkeitsgasse via Junkerngasse bin ich 1994 in der Matte gelandet. Die Matte ist für mich ein echtes «zu Hause» geworden.

 


Wellness

Osteoporose (Knochenschwund) 

was ist Osteoporose? Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der sich die Knochenmasse verringert und sich der Feinbau (Mikroarchitektur) des Knochengewebes verändert. Dadurch werden die Knochen brüchiger. Das Risiko eines Knochenbruchs (Fraktur) nimmt zu. Osteoporose ist also die Krankheit der brüchigen Knochen. Was sind Ursachen der Osteoporose? Knochen werden ständig auf - und abgebaut. Während unseres Lebens nimmt die Knochenmasse bis zum 35. Altersjahr zu, weil wir insgesamt mehr Knochen auf - als abbauen. Nachher verlieren sowohl Frauen als auch Männer langsam an Knochenmasse, wobei der Verlust normalerweise relativ gering ist. Erst wenn die Frau in die Menopause eintritt und sich die Sexualhormone stark verringern, wird das Gleichgewicht massiv gestört. Der Knochenabbau ist dann wesentlich grösser als der Knochenaufbau. 

Die Tragweite des Problems der Osteoporose zeigt sich darin, dass 40% der über 50-jährigen Frauen Zeichen der Osteoporose aufweisen. Durch die steigende Lebenserwartung erhöht sich automatisch die Wahrscheinlichkeit einer osteoporosebedingten Fraktur. Die Fraktur führt häufig zur Aufgabe der Unabhängigkeit und Selbständigkeit und zwingt die betreffenden Patientinnen in die Isolation. 

Gibt es andere Gründe für den Knochenverlust? 

  • Familiäre Belastung mit Osteoporose
  • Frühe Menopause (vor 45 Jahren)
  • Grosser schlanker Körperbau
  • Regelmässiger Konsum bestimmter Medikamente
  • Rauchen .Alkohol
  • Zu wenig körperliche Aktivität
  • Zu wenig Kalzium in der Ernährung

was kann ich gegen die Osteoporose tun? 

Sie sollten auf eine kalziumreiche Ernährung sowie eine genügende Vitamin D-Zufuhr achten. Der Körperbestand an Kalzium beträgt zwischen 1 und 1,5 kg. Zum übrigen Teil befindet sich Kalzium in Knochen und Zähnen. Hier bewirkt Kalzium zusammen mit Phosphor und Magnesium die Festigkeit des Knochengerüstes. Kalzium wirkt ausserdem auf die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln. Ist Kalzium in der Muskelzelle vorhanden, so kann sich diese anspannen. Strömt dagegen Magnesium in die Muskelzelle ein, so entspannt sich diese. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Faktor bei der Blutgerinnung. 

Milchprodukte aller Art sind hierzulande die wichtigsten Kalziumlieferanten. Hingegen können kalziumreiche Mineralwasser die Zufuhr verbessern, weil sie bis zu 500 mg gut resorbiertes Kalzium pro Liter enthalten. Damit Nahrungskalzium aus dem Darm wirkungsvoll aufgenommen und in die Knochen eingelagert werden kann, muss auch die Versorgung mit Vitamin D sichergestellt sein. Vitamin D entsteht in der Haut unter Einwirkung des Sonnenlichtes. Es braucht im Sommer täglich mindestens 30 Min. Aufenthalt im Freien, um den Bedarf an Vitamin D durch Eigensynthese zu decken. Im Winter oder bei ungenügender Sonnenbestrahlung empfiehlt sich die regelmässige Ergänzung von Vitamin D in Form von fettem Fisch. 

Weiter beugt eine regelmässige körperliche Aktivität der Osteoporose vor.

Osteogym ist ein nach wissenschaftlichen Grundlagen aufgebautes Gymnastikkonzept zur Osteoporose Prophylaxe. Es will Frauen und Männern in Osteoporose:. gefährdetem Alter frühzeitig Kenntnisse vermitteln, die es ermöglichen, mit einem entsprechenden Verhalten und einem Trainingsprogramm dem Knochenschwund entgegenzuwirken.

Weitere Ursachen 

Über die Entstehung der Osteoporose herrscht unter den Schulmedizinern weitgehend Einigkeit. Doch hat etwa der ganzheitlich behandelnde Arzt Dr. Thomas Rau eine ganz andere Ursache der Osteoporose beschrieben: Für ihn ist der Knochenschwund kein Kalziummangel, sondern - neben einem verminderten Knochen-Stoffwechsel - eine Spätfolge der Übersäuerung durch Fehlernährung mit zu viel tierischem Eiweiss, also mit zu viel Fleisch und Milchprodukten. Das ist ein sehr wichtiger Unterschied: Denn gerade Milchprodukte werden von der Schulmedizin stark zur Vorbeugung von Osteoporose propagiert. Wer sich in diesem Dilemma zwischen Schul- und Komplementärmedizin nicht entscheiden kann, konzentriert sich besser auf andere, unumstrittene Vorbeugungsmassnahmen: Viel Bewegung, viel frisches Gemüse (Brokkoli enthält zum Beispiel viel Kalzium!) und Obst, kein Nikotin und möglichst häufige Aufenthalte im Freien zur Förderung der Bildung von Vitamin D durch das Sonnenlicht.

Welche Nahrungsmittel enthalten viel Kalzium? 

ProdukteKalzium mg/100g
Milch 120
Joghurt 120
Hartkäse 1200
Halbhartkäse 700
Weichkäse 500
Ölsardinen 355
Tofu 135
Adelbodner Mineralwasser 50
Aproz 35
Contrex (eville) 45
Valser 45
Vittel Hepar 60
Brokkoli 105
Brunnkresse 150
Endivien 105
Günkohl 180
Weisse Bohnen 105

Welche Nahrungsmittel enthalten viel Vitamin D? 

Vitamin D100g essbare Substanz
(internat. Einheit IE)
Steinpilze 350
Butter 40
Lebertran 8500
Vollei 200
Eidotter 350
Kuhmilch 0,5-4
Kondensmilch 3,5
Muttermilch 0,4-9,7
Ziegenmilch 2
Edamer 84
Emmentaler 100
Schlagrahm 40
Hühnerleber 50
Aal 5000
Garnelen 105
Hering 900
Lachs 650
Sardinen 300
   



Bedarf

Der Bedarf an Kalzium ist je nach Alter verschieden: .

  • Kinder 800 mg
  • Erwachsene 1000 mg
  • Schwangere/Stillende 1200 mg
  • alte Menschen bis 1500 mg

Rund 250 mg Kalzium sind enthalten in: 

  • 2dl Milch
  • 200g Joghurt
  • 350g Quark
  • 20g Hartkäse
  • 65g Weichkäse
  • 220g Brokkoli
  • 5 bis 8dl eines kalziumreichen Mineralwassers

Im weiteren sind zu beachten! 

Kalzium - Räuber

 Zuviel Süssigkeiten (konzentrierte Kohlehydrate wie weisser Zucker, Weissmehl) unterbinden die Kalziumaufnahme. Die säurehaItigen Stoffwechselrückstände dieser Kohlehydrate verbinden sich mit dem Kalzium und bilden neutrale Salze. Diese Salzkristalle lagern sich im Körper ab und bilden Verkalkungen (gemäss Erfahrungen von Reformern und Heilpraktikern). Vorsicht Schlucken Sie nicht unkontrolliert Kalzium. Wenn der Kalziumstoffwechsel gestört ist, wird der Überschuss an Kalzium in den Organen, Geweben und im Skelett abgelagert, ein Umstand, den Sie mit vermehrten Schmerzen büssen müssen. Zuviel Kalzium im Blut führt zu Teilnahmslosigkeit und zu einem Dämmerzustand; die Reflexe der Nerven und Muskeln sind herabgesetzt. 

Quellen
Vitamine, Mineralstoffe Enzyme + Co/Bé Mäder Ernährungslehre zeitgemäss praxisnah/Schroedel, Gehlen. 
Osteoporose Infos Kneipp 8/98. Ein Merkblatt zur Osteoporose sowie Informationen zu Osteogym sind erhältlich bei: Schweizerische Rheumaliga, Renggerstrasse 71, 8038 Zürich, Tel. 01 4825600. 

Die angehende Wellnesstrainerin I
Agnes Gozzer-Aeberhard

 


Diplomfeier der Itteme Iggetsche 

Der Matteänglisch-Kurs, der in der Tagespresse und in der letzten Mattezytig ausgeschrieben wurde, konnte dieses Jahr in einer neuen Tschaagge, im Wöschhüsi, durchgeführt werden. Unter der Leitung von Isure (Res Margot) und der Assistenz von Inube (Albin Peter) wurde eine Gruppe von Interessierten in das Matteänglisch eingeführt. Am letzten Kursabend erhielten folgende Moossen und Rachen das Diplom: Ire-itne, lusi- he, Ine-ije, Islese und Inge-e. Die Kursleitung gratuliert den erfolgreichen Absolventen herzlich. Reger Besuch, fleissiges Gäbsche-Machen, grosses Interesse an unserer einzigartigen Matte-Kultur zeigte, dass der Kurs auf offene Ohren stiess. 

An dieser Stelle danken die Teilnehmer und die Kursleitung dem Wöschhüsi- Verein und dem Matte-Lädeli für die Gastfreundschaft. Es war allen sehr wohl im heimeligen Wöschhüsi. 

Es ist auch erfreulich, dass sich mehrere Leute für einen folgenden Kurs interessieren. Auskunft erteilt Res Margot. 

1000 Jahre Matte / Matte heute 

im nächsten Quartal ist eine Führung durch die Matte. unter der Leitung von Albin Peter und Res Margot vorgesehen. Dieser Anlass wird für alle Interessierten offen sein und in den Leistkästen ausgeschrieben. 

Isure lrmeitge Res Margot

 


Gämse - Imsege 

ltme inigwe ludfre u itme lnggre-ittlesche iegele irme lttelerme... 

Mit geringem Interesse und mit Kopfschütteln beobachten wir lttelerme in der Matte in Bern die Rechtschreibereform der deutschen Sprache. Mit Genugtuung stellen wir fest, dass unsere Regeln des Matteänglisch nach wie vor gültig sind. Ob Gämse oder Gemse: in der Matte wird es auch in Zukunft lmsege sein, Vielleicht sogar lmschige, lmschelige oder lmschi- ge-ickbe! Auch die lssfle-iffsche-ihrtfe (Flussschifffahrt) gibt uns keine Probleme. So werden wir auch weiterhin viel miteinander ireschne und überlassen grosse Sprachreformen den anderen. 

Übrigens muss das Computerübersetzungsprogramm Bärndütsch-Matteänglisch nicht angepasst werden und kann gratis über das Internet bezogen werden ( www.margotmargot.ch/matteaen.html) Es wird wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren weltweit das einzige Sprach-Übersetzungsprogramm sein, das praktisch fehlerfrei übersetzt.

Es macht uns in der Matte auch grosse Freude, neu auf tauchende Ausdrücke sofort in unseren Sprachschatz aufzunehmen. So tönt es etwa in der Matte: «lme lrdhe-iskde ifemhe lmpike igletne» (Meine Harddisk auf dem Computer nagelt ) 

Isure lrme-itge (Res Margot)

 

Literatur:

  • Matteänglisch, Bargezzi Verlag
  • oder bei Res Margot

Kreuzworträtsel

 

Fragen

1: Kopf Kibis,
2: grosses Stück Pfiümlig,
3: Krach Räbu,
4: Uhr Zibele,
5: Geld Zimet,
6: Dummkopf Ladli,
7: getroffen preicht,
8: Bauer Ramu,
9: Platz Plädu, Plidu,
10: davonlaufen pficke

Setzen Sie die ins Matteänglisch übersetzten, Ausdrücke ein. Zum Lösen hilft das

  • Buch Matteänglisch aus dem Bargezzi Verlag und das
  • Matteänglisch - Übersetzungsprogramm auf dem PC, erhältlich bei Res Margot

Die richtigen Worte ergeben senkrecht als Lösungswort das Lebensmittel, das wir in der Ittume essen, wenn wir Iuke-Impfde haben.


MGospel uf CD

CD: MGospel Songs / Lieder
live Iläif Nydeggkirche Bern, isigmme 981


Die CD kann bei Ruth Margot, Gerberngasse 21, 3011 Bern, Tel. 031 312 02 08 zum Vorzugspreis von Fr. 30.- erstanden werden. Sie eignet sich auch als schönes Weihnachtsgeschenk für Heimweh-Mätteler!

auch dieses Jahr wird das traditionelle Weinachtskonzert stattfinden:

MGospel, Songs / Lieder
Nydeggkirche Bern
12. Dezember 1998,20.00 Uhr Eintritt gratis. Wir freuen uns sehr auf Euren Besuch

MGospel Ruth Margot

 

Ugwöhnlechi u doch vertrouti Lieder, Gospel, Blues u Songs, wo am 13. Dezämber 1997 d Zu eh örerinne u Zuehörer ir übervolle Bärher Nydegg-Chilche dürdrunge u ganz sicher o chly erhudlet hei -e stimmig- sinnlechi u vor auem o swingendi CD mit der Ruth, ern Res, ern Bänz Margot u ern Hans Peter Graf.

Schwinge, töne, klinge, usstrahle, erfülle, bewege, aarege, dürdringe, erschüttere -u o chly erhudle -das hei MGospel mit ihrne stimmig-sinnleche Lieder, Gospel, Blues u Songs ir vorwiehnächtleche Bärner Nydegg- Chilche jitz scho zum 8. mal z'stang bracht. Und wie! Wär am 13. Dezämber 1997 ir übervolle Chilche isch derby gsi, däm swingts u schwingts vilech geng no nache. V wärs verpasst het, cha jitz i di CD ynelose u o no öppis vo der fyrlech-härzleche Stimmig a däm Abe mitübercho.

D Musig, wo MGospel o dasmau gmacht het, isch ugwöhnlech u doch ygängig gsy, e chly frömd u doch vertrout. Oder wär het scho einisch ire Chilche Tön ghört vore Orgele (vom Hans Peter Graf) u vore Mugyge (vom Res Margot) gschpürig ynenand übergah? Oder ds plötzleche rhythmische y dringe vom Schlagzüüg (vom Bänz Margot)? Oder die dunkli Stimm vor Ruth Margot, wo mit «He's got the whole world in his hands», doch irgendwie aues ufhäut?

Fröid wöue si mit ihrer Musig mache, Läbesfröid, Troscht u Chraft gäh, seit d Ruth Margot. U das glingt ne Jahr für Jahr wieder. Ihres läbige u doch fyrleche, chraftvoue u doch fyne Wiehnachtskonzärt -es Konzärt, wo äbe angers isch aus aui angere -isch ömu lengschtens scho zur Tradition worde; zu öppis Grossem imne doch no ganz pärsönleche, chlyne Rahme. Mit der CD söu dä Rahme jitz gschprängt wärde. MGospel heis nämlech verdient, dass ne einisch o no chly meh Lüt mit offene Ohre u äbeso offene Härz zuelose, als die, wo aube ir Nydegg-Chilche Platz hei.

Loset auso ine, i die CD: Löht nech la mitrysse, la nachdänklech oder übermüetig wärde, loset stiu zue oder summet, singet oder jublet mit. Die eigewillegi Musig wo MGospel da (zum Bischpiu o mit Tschembe, Alpdoo u Orgele) mache, isch Musig wo trifft - u wo eim tief inne fröit u befreit.

Walter Däpp

 


Lebendige Adventsfenster

Das Fest der Freude,
das Fest der Liebe - Weihnachten


in grossen Schritten eilen oder schlendern wir der Adventszeit entgegen -dem Monat Dezember. Für die Matte und die MättelerInnen seit einigen Jahren eine ganz besondere Zeit, die Zeit der «lebendigen Adventsfenster».

Die Idee
Die Matte verwandelt sich in einen Adventskalender. An jedem Dezembertag wird ein Törli geöffnet. Das heisst, ein Haushalt oder ein ganzes Haus übernimmt die Verantwortung für ein Adventskalender - Törli. Das oder die Fenster werden geschmückt und mit dem Datum (gut sichtbar) versehen. Ab Datumstag wird dieses Törli erleuchtet bis zum 24. Dezember.

Das Spezielle in der Matte ist, dass jedefrau und jedermann ab 18.00 -19.30 einen Besuch im Törli abstatten kann. Gute Gespräche, einander kennen lernen, ein Gläsli Wein oder Tee, ein paar Snacks erwarten einen. Das wichtigste ist aber die Begegnung - das Gespräch. Lust gekriegt?

Neue Leute braucht die Republik!
Alle sind herzlich eingeladen mitzumachen oder einfach auf Besuch zu kommen. Die Mättelerinnen und Mätteler freuen sich auf die Begegnungszeit.

Aufruf
Machen Sie doch mit und melden Sie sich so schnell wie möglich bei Jacqueline Vuillien, Tel. 312 34 57, um ein Adventskalender - Törli  zu besetzen.


Die MATTE-CARD kommt...

Der Vorstand MATTE-LEIST freut sich, Ihnen unser neustes «Kind» vorzustellen: die MATTE-CARD! Sie bietet ihren zukünftigen Besitzern -exklusiv Matte - Leist-Mitgliedern! -bei angeschlossenen Unternehmen des Matte-Quartiers Produkte oder Dienstleistungen zu speziellen Konditionen zu erhalten.

Wir streben damit folgende Ziele an:

  • Die Bindung und Beziehung zwischen Matte-Geschäften und Leist-Mitgliedern sollen erhöht, vertieft werden.
  • Wir motivieren Anwohner Leist-Mitglied zu sein - sie profitieren von Sonderangeboten.
  • Zu den über 300 Mitgliedern eine weitere Bestandeszunahme.
  • Das Matte-Gewerbe publiziert gratis ihre Spezialleistungen in jeder MATTE-ZYTIG (3-4 Ausgaben/Jahr), erhöhen dadurch ihre Kundenfrequenz und ihren Umsatz.
Matte-Card

Inzwischen haben wir über 90 Gewerbetreibende der Matte (inklusive Nydeggstalden mit vielen Leist-Mitgliedern) schriftlich zum Mitwirken eingeladen. Einige Berufsgruppen haben wir ausgelassen (wie Architekten, Werbeagenturen etc.). Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Gewerbetreibende mit Sitz im Matte-Quartier a~ MATTE-CARD-System beteiligen und wir mochten uns vorab entschuldigen, wenn wir nicht alle möglichen Interessenten informierten und bitten diese, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Aus organisationstechnischen Gründen ist die Einführung (Gültigkeit) der MATTE-CARD erst ab 1. Dezember möglich. Bis dahin werden die Vergünstigungen aller Anbieter in der MATTE-ZYTIG No. 3/98 (Ende November) publiziert und jedes Leist-Mitglied, welches den Jahresbeitrag per 1998 bezahlte, wird im Besitz der MATTE-CARD sein. Anspruch darauf haben alle Leist-Mitglieder, unabhängig ihres Wohnortes. Neu-Mitglieder können sich sofort anmelden und erhalten anschliessend eine Beitrittsbestätigung inkl. Einzahlungsschein; sie haben den Jahresbeitrag per 1999 zu bezahlen und erhalten anschliessend ebenfalls die MATTE-CARD.

Korrespondenzadresse:
Matte-Leist, Matte-Card-System
Postfach 29, 3000 BERN 13

Weitere Auskünfte:
Rene Stirnemann, Präs. Matte - Leist
Tel. 311 28 78

 


Redaktionsteam (in alphabetischer Reihenfolge ): Buri Walter, Flury Alexandra, Gozzer Agnes, Heinzelmann Elsbeth, Margot Res, Preiswerk Stefanie, Stirnemann Rene, Wägli Wemer und von Kaenel Paul. Inserate, Satz und Druck: Bargezzi AG, Bem-Matte

Redaktionsschluss für No. 3/98: 10. November 1998 Versanddatum: Ende November