Die Berner Matte

News und Oldies aus der Berner Matte - dem sympathischen Quartier an der Aare

Matte-Zufahrt und Matte-Poller

Die Polleranlage steht bei der Einmündung der Weihergasse in die Aarstrasse, ungefähr bei der Jugendherberge. Bei der anderen Zufahrt zum Quartier, beim Nydeggstalden / Untertorbrücke stehen keine Poller. Weiterlesen und Plan ansehen hier

Welcome to the Matte

Some few informations and links in English!

Linie 12 - Das Bettenhaus-Gesetz

Busse, die einem vor der Nase abfahren sind ärgerlich, besonders zu einer Zeit, in denen der Fahrplan nicht so dicht besetzt ist. Kann vorkommen. Eine eher seltsame Erfahrung ist es jedoch, wenn es einem immer wieder geschieht. Und zwar geht das so: Immer wenn ich vom Matte-Lift her beim Bettenhaus Utiger in die Zielgerade einschwenke, fährt weiter vorne an der Haltestelle Rathaus der Zwölfer Richtung Bahnhof ab. Jedes Mal! Ich änderte meinen Rhytmus, komme früher oder später, gehe langsamer oder Schneller, alles vergebens. Kaum stehe ich in der Laube beim Bettenhaus, sehe ich die hell erleuchteten Fenster des Busses vorbeihuschen.

Ein anderer Mätteler, den ich zaghaft auf dieses Phänomen ansprach, erzählte erleichtert, das es ihm auch immer so ergehe. Er vermute, dass beim Bettenhaus eine Lichtschranke eingebaut sei, die dem Buschauffeur Grün signalisiert, wenn einer aus der Matte auf den Bus eilt. Seither überlege ich, ob ich nicht besser zum Zytglogge bummeln soll und dort ins Füfitram einsteigen soll - der Bus ist ja eh schon auf und davon.

Peter Maibach

Linie 12 - Pressant

Es ist eine Krux, am Morgen ist die Zeit einfach immer zum verzweifeln knapp. Endlich im Bus Richtung Bahnhof, Richtung Länggasse, dem Termin entgegen. Wenn jetzt nicht ein Lastwagen im Weg steht und auch sonst alles glatt geht, schaffe ich es gerade noch. Der Bus gleitet lautlos auf die Haltestelle Zytglogge zu. Die Türe öffnen, gleich werden sie sich wieder schliessen und die Fahrt geht weiter. Doch was ist jetzt wieder los? So lang kann das Aus- und Einsteigen doch nicht gehen? Die mittlere Türe schliesst nicht. Böse Blicke schiessen in die Richtung, prallen ab. Denn dort steht ein Liebespaar, ganz Junge, die sich nicht trennen können. Ineinander verschlungen trotzen sie der bevorstehenden Trennung. Ein unendlich langer Tag ohne Schatz, ein Abschiedskuss  wie für ewig, Casablanca am Zytglogge.

Das ist natürlich etwas anderes! Da darf  die Zeit auch für uns anderen ein wenig stehen bleiben. Diskret schaut man zum Fenster hinaus, grinst sich zu, denkt lächelnd an längst vergangene Zeiten. Die Türe schliesst endlich zischend hinter der jungen Frau, die einen schier hilflosen Liebenden zurücklässt, der hinter dem davon eilenden Spiegelbild nachträumt.

Peter Maibach

Linie 12 - Der Ballon

Es ist Winter, grau begann der Tag, grau endet  er.  Es hat geschneit. Entsprechend gross ist das Feierabendgstungg im Zwölfibus. Man steht sich auf den Füssen und niemand scheint  wirklich entspannt. Kurz vor der Abfahrt am Bahnhof drückt sich eine junge Frau mit Kinderwagen und einer Kleinen an der Hand in den Bus. Man rückt brummelnd noch etwas enger zusammen. Erschwerend kommt dazu, dass das kleine Mädchen einen riesigen, hellblauen Ballon in den Bus mitbringt. Mindestens doppelt so gross wie üblicher, wenn nicht sogar noch grösser. Um den Ballon entsteht ein Leerraum, man passt auf. Trotz der quälenden Enge beginnen die ersten Passagier zu schmunzeln, lächeln der Kleinen ermutigend zu. Das Mädchen klammert sich die Mutter, hütet inbrünstig ihren Riesen-Ballon.

Beim Rathaus steigen die Frau mit Kind und Wägeli aus, man macht Platz. Ich bummle hinter den beiden her zur Münsterplattform, Richtung Matte-Lift. Beim Parktor entwischt der Ballon der kleinen Hand, schwebt  hinauf zum Münster, wird dann vom kalten Winterwind gepackt und Richtung Gurten getrieben, bald nur noch ein grauer Fleck in einem grauen Himmel.

Ich weiss nicht was ich erwartet habe, Enttäuschung? Tränen, Kindergeschrei? Tröstende Worte? Die Kleine aber bleibt stehen, schaut dem fliehenden Ballon nach, wendet sich ernst und gefasst  zu ihrer Mutter: "Gäu, jetzt sieht er schon bald die Ängeli?"

Peter Maibach